La Liga Vorschau Teil 4: Real Madrid, Athletic, Levante, RCD Mallorca

La-Liga-Vorschau Real Madrid Athletic Bilbao UD Levante RCD Mallorca
La Liga

Am 13. August startet La Liga in die neue Saison. Atletico ist Meister, die anderen Topklubs haben sich viel vorgenommen. Im vierten Teil unserer Vorschau auf die Saison 2021/22 stellen wir Real Madrid, den Athletic Club, UD Levante und RCD Mallorca vor. 

  • Real Madrid: Neuer Anlauf unter Ancelotti
  • Athletic Bilbao: Mit Marcelino zurück nach Europa
  • UD Levante setzt wieder auf Routine

Real Madrid (letzte Saison: 2.Platz La Liga)

Titellos beendete Real Madrid die Saison 2020/21. Ein ungewöhnlicher Zustand, der sich bereits frühzeitig andeutete. Denn in der Meisterschaft liefen die Königlichen schnell Atletico her, da sie in den ersten elf Partien gleich drei Niederlagen kassierten. Unter anderem unterlag der – ins wenig glamouröse ausweichende Estadio Alfredo Di Stefano – spanische Rekordchampion dem Aufsteiger Cadiz und Deportivo Alaves. In den restlichen Begegnungen setzte es nur noch eine weitere Pleite. Doch zur Krönung der Aufholjagd fehlten letztlich zwei Zähler, sodass der Stadtrivale die Meisterschaft feierte. In der Champions League langte es immerhin zur Halbfinalteilnahme. Dort waren die Madrilenen dem späteren Sieger FC Chelsea insgesamt deutlich unterlegen (1:1/0:2). Nicht annähernd so weit führte der Weg in der Copa del Rey. Beim Drittligisten Alcoyano (1:2 nach Verlängerung) gab es das peinliche Aus in Runde drei.

Trotz der mäßig erfolgreichen Spielzeit folgte keine Trainerentlassung, sondern Zinédine Zidane (49) räumte aus freien Stücken seinen Posten. Präsident Florentino Perez (74) blieb seiner konservativen Linie bei der Trainerwahl treu. Statt auf frische Impulse zu setzen, eiste er Carlo Ancelotti (62), der schon zwischen 2013 und 2015 erfolgreich bei Real arbeitete, vom FC Everton los.

La Liga Vorschau Real Madrid

Photo: Imago/Dave Thompson

Der Transfersommer von Real Madrid

Bislang herrschte weitestgehend Stillstand – abgesehen von einer zentralen Postion. Die langjährige – zu vier Champions-League-Triumphen beitragende – Innenverteidigung aus Sergio Ramos (35) sowie Raphael Varane (28) wird den Hauptstädtern nicht mehr zur Verfügung stehen. Während Ramos sich nach 16 Jahren bei Real Madrid nicht ausreichend wertgeschätzt fühlte und sich Paris St. Germain anschloss, ist die Verkündung des Transfers von Varane zu Manchester United nur noch eine Frage der Zeit. Damit verlieren die Königlichen zwei prägende Figuren. In die Fußstapfen treten soll David Alaba (29), der ablösefrei vom FC Bayern München kam. Die Verpflichtung eines weiteren Innenverteidigers steht zudem im Raum.

Ansonsten begrüßten die Hauptstädter ausschließlich Leihspieler zurück in ihren Reihen. Dazu zählen unerwünschte Akteure wie Gareth Bale (32), der jüngst bei Olympia glänzende, aber trotzdem vor einem Abgang stehende Takefusa Kubo (20), Martin Ödegaard (22), der keine Perspektive sieht oder der wohl chancenlose Jesús Vallejo (24). Auf den Durchbruch hoffen dagegen Dani Ceballos (24) und Angreifer Luka Jovic (23). Brahim Diaz (23) wiederum wurde direkt erneut an die AC Milan verliehen.

Hier geht zu La-Liga-Vorschau I: Real Sociedad, Villarreal, Osasuna, Deportivo Alaves

Baustelle Innenverteidigung, zweiter Vollstrecker für La Liga gesucht

Im abgelaufenen Spieljahr wusste Real Madrid hauptsächlich defensiv zu überzeugen. Im Ligabetrieb musste Thibaut Courtois (29) nur 28-mal hinter sich greifen. Dabei fehlte Ramos zumeist, dafür hielt Varane – mit unterschiedlichen Partnern – die Abwehr zusammen. Ancelotti steht nun vor der keineswegs leichten Aufgabe eine funktionierende Innenverteidigung zu bilden. Alaba gilt als gesetzt, doch die Partnerfrage muss möglichst bald geklärt werden. Auf den Außenpositionen dürften Dani Carvajal (29), dessen Verletzungsprobleme zunahmen, und Ferland Mendy (26) mit klarem Vorsprung starten. Das Herzstück im präferierten 4-3-3-System des neuen (alten) Übungsleiters bildet das weiterhin aus Casemiro (29), Toni Kroos (31) und Luka Modric (35) bestehende Mittelfeld. Dem Trio müssen allerdings mehr Verschnaufpausen geschaffen werden. Dies verpasste der fast nur seinem Stamm vertrauende Zidane. Mit Allzweckwaffe Fede Valverde (23) steht ein hochkarätiger Ersatz bereit. Ebenso könnte sich Ceballos mit guten Leistungen etablieren. Ein Ziel, das sich auch der zuletzt untergetauchte Isco (29) setzen dürfte.

Auch in der Offensive bestehen noch Sorgen. Unumstritten ist definitiv Karim Benzema (33). Dahinter klafft jedoch eine große Lücke. Casemiro erzielte sechs Treffer und stieg zum zweitbesten Schützen auf. Talentierten Kickern wie Rodrigo (20) oder Vinicius (21) fehlte es an Zielstrebigkeit. Marco Asensio (25) schaffte dagegen immer noch nicht seine vorhandenen Fähigkeiten abzurufen. Hinter Benzema streiten sich Jovic sowie Mariano Díaz (28) um die Rolle des zweiten Angreifers. Einen entscheidenden Einfluss dürfte diese Personalie allerdings kaum nehmen. Auf den Flügelpositionen herrscht hingegen noch Nachholbedarf, um in dieser Saison Fortschritte verbuchen zu können.

Player to Watch: Antonio Blanco

Der Kader des letztjährigen Vizemeisters besteht hauptsächlich aus allgemein bekannten Namen. Ebenso ist hinterlegt, dass Coach Ancelotti der Nachwuchsförderung keine besonders große Rolle zumisst. Dennoch sollten Beobachter Antonio Blanco (21) im Blick behalten. Das Eigengewächs absolvierte in der vergangenen Saison – aufgrund großer Personalsorgen – seine La-Liga-Premiere.

La Liga Vorschau Real Madrid

Photo: Imago/Irina R.Hipolito

Er hinterließ durch seine Ballsicherheit, sein sicheres Passspiel und eine hohe Spielintelligenz einen guten Eindruck, weshalb er mit weiteren Minuten belohnt wurde. Angesichts der Situation im zentralen Mittelfeld, wo insbesondere Modric und Kroos ausreichend Auszeiten benötigen, und der hohen Belastung könnte auch der ein oder andere Einsatz für den spanischen U21-Nationalspieler herausspringen. Blanco könnte sich mit wiederholt ansprechenden Leistungen in Reihen der Königlichen festsetzen.

Prognose

Schaut man auf die bisherigen Transferaktivitäten hat sich der Kader tendenziell leicht verschlechtert. Zudem sind sämtliche Schwachstellen aus der vergangenen Saison noch vorhanden. Dennoch wird Real Madrid im Titelrennen eine wichtige Rolle einnehmen, da die zentrale Achse bereits steht, wenn die Innenverteidigung schnell an Stabilität gewinnt. Darüber hinaus gilt Ancelotti als ein Verfechter des Rotationsprinzips, sodass die Mannschaft in einem guten Zustand in die entscheidenden Begegnungen gehen wird und die genauso unter Problemen leidenden Konkurrenten Atletico und Barcelona distanzieren könnte.

Mehr News und Storys rund um den internationalen Fußball

Athletic Bilbao (letzte Saison: 10. Platz La Liga)

Neben den permanenten Geisterspielen bleibt die Saison 20/21 aus Sicht der Basken aufgrund der Pokalspiele in Erinnerung. Anfang des Jahres gewannen sie die im Turniermodus ausgespielte Supercopa durch Erfolge über Real Madrid und den FC Barcelona. Ein perfekter Einstand für den frisch verpflichteten Trainer Marcelino (55), der den Stillstand unter seinem Vorgänger Gaizka Garitano (46) beseitigen sollte. Er hätte der Titelsammlung sogar noch verdreifachen können. Denn Bilbao hätte gleich zweimal die Copa-del-Rey einsacken können. Doch sowohl das Nachholfinale von 2020 (0:1 gegen Sociedad) als auch das zur Spielzeit passende Endspiel (0:4) gegen Barcelona gingen verloren. Anschließend war auch im vom Start weg mäßig laufenden Ligabetrieb die Luft ein wenig heraus, sodass das heimstarke Athletic letztlich auf Rang zehn eintrudelte.

Athletic Bilbao

Photo: Imago

Der Transfersommer von Athletic Bilbao

Der Verein hielt selbstverständlich auch in diesem Sommer an seiner Personalpolitik fest. Nur aus dem Baskenland stammende Spieler dürfen das Dress von Athletic Bilbao tragen. Das Vorgehen grenzt den Kandidatenkreis an potenziellen Neuzugängen logischerweise deutlich ein. Mit Alexander Pexta (24, zuvor Real Sociedad B) stößt lediglich ein externer Akteur zum Kader. Dazu rücken Juan Artola (21), Benat Paros (20) und Nico Williams (19) – der Bruder von Inaki – endgültig aus der Zweitvertretung auf. Zudem kehrten aus ihren Leihen Verteidiger Davi Vivian (22) sowie die Angreifer Kenan Kodro (27) und Inigo Córdoba (24) von ihren Leihstationen zurück. Mit Inigo Vicente (23) und Imanol García de Albéniz (21) gaben Los Leones dagegen auch zwei Akteure leihweise zu Mirandes ab. Darüber hinaus endete die insgesamt neun Jahre andauernde Ära von Ibai Gomez (31), der noch keinen neuen Verein gefunden hat.

Verlass auf die kompakte Defensiv in La Liga – Offensive Kreativität muss erhöht werden

Athletic Bilbao musste keinen Stammspieler abgeben. Somit kann Marcelino weiterhin auf eine ansprechend besetzte Defensive zurückgreifen. Das Tor hütet der spanische Nationalkeeper Unai Simón (24). Er kassierte in der abgelaufenen Spielzeit nur 40 Gegentreffer, da er starke Paraden zeigte, aber auch gute Vordermänner vor ihm agieren. Mit Inigo Martinez (30), Yeray Álvarez (26) und dem aufstrebenden Unai Nunez (24) stehen gleich drei begabte Innenverteidiger zur Verfügung. Auch auf den hinteren äußeren Positionen ist reichlich Qualität vorhanden. Der erfahrene Yuri Berchiche (31) fällt zwar bis November aus, doch mit Mikel Balenziaga (33) steht ein passabler Ersatz berat. Rechts dürfte Óscar de Marcos (32) beginnen. Im zentralen Mittelfeld muss Unai Vencedor (20) an der Seite von Unai López (25) oder Dani Garcia (31) die nächsten Schritte in seiner Entwicklung begehen. Denn die einfallsreichen Momente entstehen überwiegend, wenn sich das Spielgerät an den Füßen von Iker Muniain (28) befindet.

Die Basken gerieten oftmals in Duellen mit Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel in Schwierigkeiten, da sie keine Lösungen gegen dichtgestaffelte Abwehrreihen fanden. Ein Rezept soll der bei Villarreal und Valencia erfolgreiche arbeitende Marcelino entwickeln, für den nahezu die gleiche Auswahl wie in der Vorsaison bereitsteht. Mit Alex Berenguer (26) und Inaki Williams (27) gibt es zumindest zwei Offensivakteure im Kader, die in der Lage sind, in einer Saison eine zweistellige Anzahl an Toren zu produzieren. Zudem treten sie auch als Vorlagengeber in Erscheinung. Allerdings fehlt spätestens seit dem Karriereende von Aritz Aduriz (40) ein brandgefährlicher Mittelstürmer. Ob der verbesserte Asien Villalibre (23), Raúl Garcia (35) oder Kodro die Wunschlösung darstellen, scheint ziemlich fraglich.

Player to watch: Unai Vencedor

Unai Vencedor wurde im abgelaufenen Spieljahr in die erste Mannschaft von Athletic Bilbao befördert. Zunächst nahm er regelmäßig auf der Bank Platz. 16 Einsatzminuten nach neun Spielen standen für ihn zu Buche. Doch dann erhielt er das plötzlich Vertrauen, sein Startelfdebüt glückte beim 4:0 über Real Betis und er war nicht mehr wegzudenken. Dies änderte sich auch nach dem Trainerwechsel von Garitano hin zu Marcelino nicht. Vencedor spielte zumeist von Beginn und rechtfertigte die in ihn gesetzten Hoffnungen.

Athletic Bilbao La-Liga-Vorschau

Photo: Imago/Inigo Larreina

Er sammelte steht viele Ballaktionen, machte auch unter Druck selten Fehler. Sowohl kurze als auch lange Bälle saßen häufig exakt. Zwischen den Strafräumen hinterließ Vencedor mächtig Eindruck. Seine Entwicklung ist jedoch noch längst nicht abgeschlossen. Potenzial besitzt er vor allem bei seinen offensiven Fähigkeiten. Hin und wieder probierte es der Baske bereits mit Distanzschüssen. Angesichts seines hervorragenden Passspiels sollte er ebenfalls mehr Torszenen auslösen, sei es mit dem vorletzten oder letzten Pass vor dem Torabschluss.

Prognose:

Athletic wird wohl ein weiteres Jahr im Mittelfeld von La Liga verbringen. Viel mehr scheint aufgrund der Qualität des eigenen Kaders sowie der Euroapokalstarter schwer möglich zu sein. Für Optimismus sorgt Trainer Marcelino, der erstmals eine komplette Vorbereitung mit dem Kader absolvieren konnte. Ihm wird zugetraut – wie schon auf vorherigen Stationen – vermeintlich durchschnittliche Mannschaften auf ein neues Level zu bringen. Sollte ihm dies auch im Baskenland gelingen, wäre Platz sieben möglich. Mehr allerdings nicht.

Weitere Informationen rund um den Transfermarkt findet ihr in unserem Liveticker

UD Levante (letzte Saison: 14.Platz La Liga)

Im Sommer 2017 kehrte UD Levante in La Liga zurück. Seitdem fokussierten sich die Granotas zunächst damit, möglichst schnell den Klassenerhalt zu sichern, was stets auf souveräne Art und Weise gelang. In der vergangenen Saison sprangen „nur“ 41 Punkte heraus – der schwächste Wert seit des Wiederaufstiegs. Dennoch mussten sich die Beteiligten kaum ernsthaft mit dem Abstiegskampf beschäftigen. Denn nach einem schwachen Saisonstart nehm Levante im Winter – vor allem im eigenen Stadion – enorm an Fahrt auf und distanzierte die Konkurrenz frühzeitig. So konnte es sich nach dem unglücklichen Verpassen des Copa-del-Rey-Finals eine letztlich bis zum Saisonende andauernde Schwächeperiode erlauben, weshalb Rang 14 schwächer ausschaut, als es die Auftritte der Mannschaft eigentlich zuließen.

UD Levante La-Liga-Vorschau

Photo: Imago/Maria Jose Segovia

Der Transfersommer von UD Levante

Die Azulgrana verlor keinen Leistungsträger. Lediglich die Verträge von Rubén Rotchina (30) und Arturo Molina (25) wurden nicht verlängert. Zudem gab Levante die Ergänzungsspieler Tono Garcia (30) sowie Cheick Doukouré (28) an Zweitligisten ab. Auf der Seite der Neuzugänge finden sich die spannenderen Personalien. So kam Altstar Roberto Soldado (36) für rund 500.000 Euro vom Ligakonkurrenten Granada. Noch eine Viertelmillion Euro mehr kostete Eric Franquesa (24), der auf der Position des Linksverteidigers Stabilität herstellen sollen. Zudem stößt Roger Brugué (22) vom drittklassigen Tarragona genauso zur Mannschaft wie die zuletzt verliehenen Pepelu (22), Pablo Martinez (23), Hernani (29) und Koke Vegas (25).

Hinten anfällig – Routine regelt es im Angriff

UD Levante wird erneut auf eine erfahrene Mannschaft setzen. In der vorherigen Spielzeit betrug das Durchschnittsalter der eingesetzten Spieler 27,1 Jahre. Angesichts der wenigen Personalwechsel wird sich daran nur wenig verändern. Das Tor hütet der unangefochtene Aitor Fernández (30). Schlussmänner haben im Vorort von Valencia nicht den angenehmsten Job, denn die Hintermannschaft offenbarte einige Lücken, die zu insgesamt 57 Gegentoren führten. Die Innenverteidigung sollen Ruben Veto (27) sowie Óscar Duarte (32) bilden. Hinter ihnen warten Robert Pier (26) und Sergio Postigo (32) auf ihren Einsatz. Dünner besetzt sind die äußeren defensiven Positionen. Neuzugang Franquesa ist der einzige Linksverteidiger – und somit unumstritten. Rechts dürfte der nicht immer souveräne Jorge Miramón (32) anfangen.

Im Mittelfeld baut der seit dreieinhalb Jahren amtierende Trainer Paco López (53) ebenfalls zumeist auf eine Viererreihe. Im Zentrum besitzt er die freie Auswahl zwischen Arbeitern aber auch spielstarken Akteuren. Für klare Kante wird wohl Michael Malsa (25) sorgen, doch er erhielt durch die Rückkehr von Pepelu einen Konkurrenten, der andere Facetten mitbringt. Dazu streiten sich Spieler wie der verletzungsanfällige José Campana (28), Gonzalo Melero (27) oder der auch auf dem linken Flügel einsetzbare nordmazedonische EM-Fahrer Enis Bardhi (26) um die weiteren Startelfmandate. Auf der rechten Seite wird wieder der zuletzt auf 14 Scorerpunkte gekommene Jorge de Frutos (24) wirbeln.

Die freie Auswahl besitzt der Coach auch im Angriff, wo die „Generation Ü30“ das Kommando inne hat. Kapitän José Luis Morales (34) und Roger Marti (30) trafen in der vergangenen Saison jeweils zweistellig. Der zunächst wohl als Back-up fungierende Soldado netzte in Granada neunmal ein. Mehr als eine Nebenrolle könnte auch der in der Copa del Rey treffsichere Sergio León (32) spielen.

Hier geht es zur La-Liga-Vorschau Teil II: FC Sevilla, Celta Vigo, FC Valencia, FC Elche

Player to watch: Pepelu

Pepelu hat noch kein Spiel in La Liga absolviert. Dennoch lohnt es sich einen genaueren Blick auf einen der jüngsten Spieler im vor Routine nur so strotzenden Kader zu werfen. Das Eigengewächs verbrachte die vergangenen zwei Jahre via Leihe in Portugal – zunächst bei Tondela, dann bei Guimaraes. Auf beiden Stationen sammelte der zentrale Mittelfeldspieler reichlich Spielpraxis, wodurch er in allen Bereichen des Spiels einen Fortschritt erzielte. Daher kehrte er gestärkt zu seinem Heimatverein zurück, in der Hoffnung nun dort den Durchbruch zu schaffen.

Pepelu Levante La-Liga-Vorschau

Photo: Imago

Die Anlagen bringt er in jedem Fall mit. Trainer López wird sich an seinen Ballfertigkeiten sowie seiner Genauigkeit im Passspiel erfreuen. Dabei spielt Pepelu nicht nur zum nahe stehenden Mitspieler, sondern versucht immer wieder mit langen Diagonalbällen das Mittelfeld gezielt zu überbrücken. Da ihm dies oftmals gelingt, kann er auch gefährliche Standardsituationen treten, was einen weiteren Grund darstellt, dem Zentrumsspieler seinen Wunsch zu erfüllen, sich in der ersten Mannschaft von Levante festzusetzen.

Prognose:

Der Kader von UD Levante hat sich tendenziell eher etwas verbessert als verschlechtert, sodass auch in dieser Spielzeit keine Abstiegsgefahr droht. Zudem dürfen erstmals zahlreiche Fans in das renovierte Stadion. Die ohnehin schon ansprechende Heimbilanz dürfte also aufrechterhalten werden. Mit dieser Basis ist ein Platz im gesicherten Mittelfeld definitiv in Reichweite. Bei einem gutem Saisonstart könnte sogar eine Platzierung nahe der oberen Tabellenhälfte winken.

Alle La-Liga-News im Überblick

RCD Mallorca (letzte Saison: Aufstieg)

RCD Mallorca hat sich den Ruf als Fahrstuhlmannschaft hart erarbeitet. In den letzten fünf Spielzeiten stand stets ein Auf- oder Abstieg zu Buche. Nachdem Els Barralets der Durchmarsch aus der 3.Liga zurück in die Erstklassigkeit gelang, musste sie im Sommer 2020 direkt wieder den Gang in La Liga 2 antreten. Unter dem neu eingestellten Trainer Luis García (48) gelang die sofortige Rückkehr ins spanische Oberhaus – auf souveräne Art und Weise. Denn nach einer Auftaktniederlage blieben die Mallorquiner 17 Begegnungen am Stück ungeschlagen, womit sie den Grundstein für den Erfolg legten. Bis zum 30. Spieltag führten sie die Tabelle an, ehe das favorisierte Espanyol vorbeizog. Schon drei Spieltage vor Schluss wurde der Aufstieg durch einen Sieg auf Teneriffa eingetütet.

RCD Mallorca

Photo: Imago/San Acosta

Der Transfersommer von RCD Mallorca

Somit herrschte in Reihen von RCD frühzeitig Planungssicherheit. Der Verbleib aller Säulen der Aufstiegsmannschaft stellte sich schnell als sicher heraus. Endgültig abgegeben wurde Angreifer Ante Budimir (30). Osasuna überwies acht Millionen Euro für ihn nach Mallorca. Dazu verließ ein ganzes Dutzend an Akteuren den Verein, wobei sie höchstens eine untergeordnete Rolle in der Mannschaft einnahmen. Meistens waren sie ohnehin schon bereits verliehen worden. Die Rojinegros arbeiten aber auch auf der Zugangsseite mit Leihgeschäften. Flügelflitzer Amath Ndiaye (25) überzeugte während seiner Probezeit, weshalb er daraufhin fest aus Getafe verpflichtet wurde. Von dort wechselte auch Angreifer Ángel Rodriguez (34) auf die Insel. Ebenfalls ablösefrei schloss sich Linksverteidiger Jaume Costa (33) dem Aufsteiger an, während Pablo Maffeo (24) vom VfB Stuttgart erneut nach Spanien verliehen wurde. Geld gab RCD nur für Torhüter Dominik Greif (24) aus, der erstmals den slowakischen Traditionsklub Slogan Bratislava verließ.

Hier geht zu La-Liga-Vorschau III: Atletico, Real Betis, FC Cadiz, RCD Espanyol

Auch in La Liga? Defensive ist das Faustpfand – Wer sorgt für die Tore?

Nur 28 Gegentore musste Mallorca in den 42 Ligaspielen der vergangenen Spielzeit hinnehmen. Eine Zahl, die verdeutlicht, dass die hervorstechenden Qualitäten in der Abwehrarbeit zu finden sind. Im Tor wird Neuzugang Greif wohl den Platz von Routinier Manolo Reina (36) übernehmen. Vor ihm agieren Landsmann Martin Valjent (25) sowie Antonio Rallo (29). Das Duo strahlt die nötige Sicherheit aus, die durch die Neuerwerbungen Jaume Costa und Maffeo auf den Außenpositionen ebenfalls zu finden sein könnte. Selbiges lässt sich über Salva Sevilla (37) sagen, der schob über 200 La-Liga-Spiele in den Knochen stecken hat. Im Mittelfeldzentrum kann Coach Garcia neben den Routinier zwischen Antonio Sánchez (24), Alexis Febas (25) und Iddrisu Baba (25) wählen, wobei nur der Letztgenannte bislang nachwies, dass er auch auf höchstem spanischen Level mithalten kann.

Die Fragezeichen hinter der Qualität herrschen auch im Offensivbereich vor. Dies fängt schon bei Spielgestalter Dani Rodriguez (33) an, der ansprechende technische Fähigkeiten mitbringt und zudem spielintelligent ist, aber erst eine Saison im Oberhaus absolvierte. Schon in der Zweitklassigkeit gelangen RCD nur 54 Tore, was einem Schnitt von 1,28 pro Begegnung entspricht. Mit Abdón Prats (28) traf nur ein Akteur zweistellig. In La Liga gelang ihm sogar noch gar kein Einschuss. Größer Hoffnungen dürfen die Anhänger in den fest verpflichteten Amath Ndiaye (25) setzen. Er zeigte in der letzten Saison viele gute Ansätze, woran er nun anknüpfen will. Genauso zu beachten ist Atletico-Leihgabe Victor Mollejo (20), der die rechte Außenbahn beackern könnte. Mit Ángel Rodriguez (34) gehört außerdem ein weiterer Vollstrecker dem Kader an. Er könnte sich schnell einen Stammplatz in der Spitze sichern.

Player to watch: Dominik Greif

Dominik Greif verbrachte bislang seine gesamte Laufbahn – von Kindheit an – bei Slovan Bratislava. Dort reifte er mit konstant starken Leistungen, die viele Zu-Null-Spiele beinhalteten zum slowakischen Nationalspieler. So zählte er hinter der unumstrittenen Nummer eins Martin Dubravka (32) zum EM-Kader. Immerhin brachte es der Schlussmann schon auf sechs Länderspiele. Die Anzahl soll sich in Zukunft noch vervielfachen. Daher entschloss er sich zum Wechsel in eine europäische Top-Liga.

RCD Mallorca Greif

Photo: Imago/Tim Goode

2,5 Millionen Euro investierte RCD Mallorca in den 24-Jährigen – gleichzusetzen mit einem großen Vertrauensbeweis. Denn einerseits ist er der einzige Neuzugang, für den eine Ablösesumme floss, andererseits löst er im Tor wohl Manolo Reina (36) ab, der auch noch als Kapitän fungiert. Der 1,97 Meter lang gewachsene Keeper weiß nicht nur auf der Linie, sondern auch in eins-gegen-eins Situation zu überzeugen. Dort profitiert von seiner Größe, indem er lange stehen bleibt und dem Schützen somit kaum eine Einschussoption anbietet. Zudem zeichnet Greif eine gute Strafraumbeherschung aus. Verbesserungsbedarf gibt es noch in seiner Rolle als mitspielender Torwart, die beim Aufsteiger jedoch wohl seltener gefragt sein wird. Allerdings darf er nicht viel Anlaufzeit benötigen, da jeder Punkt von immenser Bedeutung ist.

Prognose:

Der Blick auf den Kader sowie die vergangenen Jahre mit Auf- und Abstiegen lassen durchaus Zweifel an der Konkurrenzfähigkeit aufkommen. Defensiv wirkt RCD Mallorca schon ordentlich aufgestellt. Doch sowohl im Mittelfeld als auch vor allem im letzten Drittel des Spielfelds scheint es noch reichlich Nachholbedarf zu geben. Bis zum Ende des Transferfensters muss also noch Verstärkung her, damit nicht der neuerliche Gang in die Zweitklassigkeit droht. Momentan droht Els Barralets eine problematische Saison.

(Photo: Imago)

 

Yannick Lassmann

Rafael van der Vaart begeisterte ihn für den HSV. Durchlebte wenig Höhen sowie zahlreiche Tiefen mit seinem Verein und lernte den internationalen Fußball lieben. Dem VAR steht er mit tiefer Abneigung gegenüber. Seit 2021 bei 90Plus.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ähnliche Artikel

Duell der Ungeschlagenen: Real Madrid empfängt Villarreal

Duell der Ungeschlagenen: Real Madrid empfängt Villarreal

25. September 2021

Vorschau | Am siebten Spieltag treffen in La Liga mit Real Madrid und dem FC Villarreal zwei noch ungeschlagene Mannschaften aufeinander. Real Madrid hat mit 21 Toren die beste Offensive der Liga Der FC Villarreal hat bereits dreimal 0:0 gespielt In der vergangenen Saison in La Liga blieb Real Madrid gegen Villarreal ungeschlagen (2:1, 1:1) […]

In Unterzahl: Barça rettet sich zu Remis in Cádiz

In Unterzahl: Barça rettet sich zu Remis in Cádiz

23. September 2021

News | Englische Woche in La Liga! Am Donnerstagabend war Barça beim FC Cadiz gefordert. In einem Spiel mit wenig Torchancen trennte man sich 0:0. Barça mit Spielkontrolle, Chancen Mangelware Das Spiel startete recht unspektakulär. Zunächst einmal war Abtasten angesagt. Früh war auch klar, wer welche Rolle an diesem Abend übernehmen sollte. Während Barça das Spiel kontrollierte, […]

Barça | Koeman unter Druck: Laporta scheut sich nicht davor, „Entscheidungen zu treffen“

Barça | Koeman unter Druck: Laporta scheut sich nicht davor, „Entscheidungen zu treffen“

23. September 2021

News | Bei Barça hätte die Stimmung dieser Tage besser sein können. Nach der Champions-League-Klatsche gegen den FC Bayern und das Unentschieden gegen Granada steht insbesondere Trainer Koeman mächtig unter Druck.  Barça: Laporta warnt Koeman, steht aber hinter dem Trainer Hinsichtlich der aktuellen Negativschlagzeilen rund um den Verein teilte Barça-Präsident Joan Laporta (59) mit, dass der Vorstand […]


'' + self.location.search