CA Osasuna vs. FC Barcelona – Pflichtaufgabe inmitten der Highlight-Wochen

La Liga

Vorschau | Am Mittwochabend gelang dem FC Barcelona auf spektakuläre Art und Weise der Einzug ins Finale der Copa del Rey. Vor der Präsidentschaftswahl am Sonntag müssen die Katalanen noch die Pflichtaufgabe beim gut aufgelegten CA Osasuna bewältigen.

Anpfiff der Partie ist am Samstag, 21 Uhr, Live auf DAZN (Registriere dich jetzt auf DAZN und erhalte einen Gratismonat).

  • Der FC Barcelona setzte sich in der bisherigen Copa-del-Rey-Saison bereits dreimal in der Verlängerung durch, bisher folgten jeweils auch Siege in der Liga
  • Osasuna gewann vier der letzten sechs Ligaspiele – ihr bester Lauf seit dem Aufstieg im Sommer 2019
  • Der FC Barcelona hat nur zwei der letzten fünf Auswärtsspiele im El Sadar gewonnen – bei zwei Remis und einer Niederlage

CA Osasuna

Nach einer schwachen Hinrunde mit nur 16 Punkten aus 19 Spielen, dreht Osasuna in der Rückrunde richtig auf. Während zum Ende der Hinrunde fünf Remis aufeinander folgten (das „krönende“ Ende einer Sieglos-Serie von zwölf Ligaspielen), konnten gleich vier der ersten sechs Rückrundenspiele gewonnen werden. Zum Vergleich: In der Hinrunde holte Osasuna in diesen sechs Spielen nur sieben Punkte und nicht zwölf, wie in der Rückrunde. In der Folge dieses Aufschwungs, gelang der Sprung von Rang 19, mit zwei Punkten Rückstand aufs rettende Ufer, auf Rang zwölf, mit sechs Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze. 

Hoffnungsträger Budimir

Ein wesentlicher Faktor für diese Steigerung ist mit Sicherheit auch Stürmer Ante Budimir, der in fünf dieser sechs Spiele auf dem Platz stand (einmal fehlte er verletzt) und dabei vier Tore erzielte. Beim 3:1-Sieg gegen Granada, der den Auftakt dieser Serie markierte, brachte er seine Mannschaft mit zwei Toren mit 2:0 in Führung, ehe er in der Pause verletzt ausgewechselt werden musste. Bei der anschließenden 0:1-Niederlage gegen Betis musste er dann passen, um im darauf folgenden Spiel gegen Eibar 90 Minuten zu spielen und vier Minuten vor dem Ende das entscheidende Tor zum 2:1 zu erzielen. Auch in der  darauffolgenden Partie avancierte er mit seinem Tor gegen Levante, das das Einzige des Spiels bleiben sollte, zum Matchwinner.

Zuletzt blieb Budimir zwar zweimal in Folge torlos, doch trotzdem sollte Barça ein besonderes Auge auf ihn werfen. Gegen die Katalanen traf der Kroate in drei Spielen gleich zweimal, verlor allerdings auch alle drei Spiele. Etwas anders sieht die Bilanz von Trainer Jagoba Arrasate aus, der in seinen sieben Duellen mit dem FC Barcelona nur dreimal als Verlierer vom Platz ging (bei zwei Siegen und zwei Niederlagen). Zumeist setzte gebürtige Baske dabei auf eine defensive 4-4-2-Grundordnung. Im Fokus: Die Betonung auf ein kompaktes Zentrum und die Hoffnung auf ein schnelles Umschaltspiel. Beim 2:1-Sieg im Camp Nou Ende der letzten Saison überraschte er allerdings mit einer Variation einer 5-3-2-Grundordnung. Es dürft also spannend zu sehen sein, ob er auch am Samstag mit einer Überraschung aufwarten kann.

(Imago)

FC Barcelona

Beim FC Barcelona jagt derzeit ein Highlight das nächste. Vom wichtigen 2:0-Sieg in der Liga beim FC Sevilla, mit dem man sich auf den zweiten Tabellenplatz vorschob, über den spektakulären 3:0-Sieg in der Verlängerung im Halbfinal-Rückspiel ebenfalls gegen den FC Sevilla und die Präsidentschaftswahl am Sonntag, bis hin zum Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen den FC Paris Saint-Germain am kommenden Mittwoch. All das innerhalb von nur zwölf (!) Tagen.

Nur das Auswärtsspiel beim CA Osasuna am Samstag will in diese Reihe an Ereignissen nicht reinpassen. Ein Spiel bei einem Tabellenzwölften ist für die stolzen Katalanen per Definition eine Pflichtaufgabe, vor allem, wenn es im Schatten solcher Großereignisse stattfindet. Nichtsdestotrotz wird Trainer Ronald Koeman ganz genau wissen, dass ihm auch der starke Auftritt in Sevilla am letzten Spieltag nichts bringt, wenn Barça im El Sadar Punkte liegen lässt. Denn nur mit einem Sieg können die letzten Hoffnungen auf den Ligatitel aufrechterhalten werden. Schließlich hat Spitzenreiter Atlético Madrid bereits fünf Punkte Vorsprung und noch ein Nachholspiel (am kommenden Mittwoch gegen Athletic) in der Hinterhand.

Gewinnt Barça, kann Barça auch am Sonntag nur gewinnen

Außerdem kommt es am Sonntag (16:15) auch zum Madrider Stadtderby, Atlético Madrid gegen Real Madrid. Dieses Spiel kann Barça, sollten sie ihre Hausaufgaben machen, zu einem der großen Gewinner des Spieltags machen. Gewinnt Atlético, würde sich Barça drei Punkte vom Erzrivalen Real Madrid absetzen. Siegt Real, würde Barça den Rückstand auf die „Colchoneros“ (zumindest vorübergehend) auf nur zwei Punkte reduzieren. Bei einem Remis würde Barcelona zwei Punkte auf beide Teams gutmachen können. „Blaugrana“ kann also eigentlich nur gewinnen, sofern man die eigenen Hausaufgaben erledigt. 

Und genau das ist natürlich die Herausforderung. Koeman wird sehr darum bemüht sein, das Narrativ weiterzuerzählen, dass die großen Erfolge der letzten beiden Spiele der Mannschaft zusätzlich Schwung verleihen werden. Im bisherigen Saisonverlauf scheint das auch gut funktioniert zu haben. Schließlich hat der FC Barcelona auch nach den nervenaufreibenden, aber erfolgreichen Pokalspielen gegen Cornellà (2:0 n.V), Rayo Vallecano (2:1, nach Rückstand) und den FC Granada (5:3 n.V.) stets auch in der Liga mit einem Sieg nachgelegt. 

 

Der Belastungs-Teufelskreis

Allerdings steigt die Belastung auch mit jedem Spiel weiter an, da die nötigen Pausen einfach fehlen. Das merkt man der Mannschaft, trotz der zuletzt sehr guten Intensität, immer wieder an. Dies äußert sich vor allem durch die hohe Anzahl an Verletzungen. So verletzte sich beispielsweise der erst kurz zuvor wiedergenesene Gerard Piqué (34) am Mittwoch erneut am Knie. Der Innenverteidiger wird wochenlang ausfallen. Dies wiegt mindestens doppelt schwer, da einerseits auch Ronald Araújo (21) verletzt ausfällt und er anderseits auch ein herausragendes Spiel zeigte und schmerzlich fehlen wird.

Da außerdem auch Sergi Roberto (29), Miralem Pjanic, Philippe Coutinho und Ansu Fati verletzt ausfallen, fehlen Koeman die Alternativen, um wirklich zu rotieren. Demzufolge müssen viele Spieler sehr viele Minuten absolvieren, was die Verletzungsgefahr weiter erhöht. Ein Dilemma, das allerdings keine Auswirkungen auf die Erwartungshaltungen hat: Barça muss jedes Spiel gewinnen.

Prognose

Der FC Barcelona geht mit viel Selbstvertrauen und als klarer Favorit ins Spiel. Barca ist aber mehr denn je gefordert, sich auch in dieser intensiven Phase voll und ganz auf diese vermeintliche Pflichtaufgabe zu fokussieren. Andernfalls droht ein böses Erwachen. Denn auch die Gastgeber befinden sich in einer sehr guten Verfassung und werden nicht minder selbstbewusst auftreten. Trainer Arrasate hat zudem schon mehrfach bewiesen, dass er weiß, wie man die Katalanen ärgern kann. Nichtsdestotrotz liegt die Entscheidung, in welche Richtung es gehen soll, nahezu vollständig auf Barças Seite.

 

 

Mögliche Aufstellungen:

CA Osasuna: Sergio Herrera – Nacho Vidal, Aridane, David García, Cruz – Roberto Torres, Torró, Oier, Rubén García – Calleri, Budimir

FC Barcelona: Ter Stegen – Dest, Mingueza, Lenglet, Jordi Alba – F. de Jong, Busquets, Pedri – Trincão, Messi, Griezmann

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(Imago)

Christoph Albers

Cruyff-Jünger und Taktik-Liebhaber. Mag präzise Schnittstellen-Pässe, schwarze Leder-Fußballschuhe, Retro-Trikots und hat einen unerklärlichen Hang zu Fußball-Finanzen. Seit 2016 bei 90PLUS.

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