Dienstag, Oktober 27, 2020

Arsenal | Arsene Wenger über sein Lebenswerk und wie ihm Cristiano Ronaldo entwich

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Chris McCarthy
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Chefredakteur

News | 22 Jahre war Arsene Wenger Trainer des FC Arsenal. Bei der Vorstellung seines Buchs “My Life in Red and White: My Autobiography” blickt der 70-Jährige zurück und erklärt, wieso Fußball für ihn eine “Sache von Leben und Tod” ist.

Arsenal: Für Wenger Lebenswerk und Liebesgeschichte zugleich

Diese Woche erscheint das Buch “My Life in Red and White: My Autobiography” von Arsenal-Trainer-Legende Arsene Wenger. Darin beschreibt der 70-Jährige Fußball als eine Sache von “Leben und Tod”. Wieso? “Ich würde sagen, die Erfahrungen auf dem Top-Level sind so”, erklärt der Franzose in einem Gespräch mit dem Guardian. “Wenn es nicht eine Sache von Leben und Tod ist, dann bedeutet es dir nicht genug und du wirst in dem Job nicht lange überleben”, fügte er an.

22 Jahre seines Lebens verbrachte er im Norden Londons als Trainer des FC Arsenal. Nachdem er den Fußball auf der Insel veränderte, zahlreiche Top-Spieler hervorbrachte und drei Meisterschaften – eine davon ungeschlagen – sowie sieben FA-Cups gewann, war 2018 Schluss. Das Ende eines Lebenswerks? “Ja, natürlich. Es war das Ende einer Liebesgeschichte”, sagt Wenger. “Wenn du nicht mehr mit einer geliebten Person reden kannst, kannst du auch nicht mehr zum Trainingsgelände oder ins Stadion gehen. Du musst bleiben, wo du bist. Das habe ich in meinem Leben zuvor noch nie gemacht. Du machst 22 Jahre, und dann hörst du plötzlich auf. Es war sehr hart.”

Seit seinem Abschied konnte man Wenger nicht mehr im Emirates Stadium vorfinden. “Ich wollte die Verbindung zum Klub komplett beenden, weil das auch der Klub wollte”, begründet er. “Ich entschied, nicht zurück [in das Stadion] zu gehen [um Spiele zu gucken], aber ich unterstütze Arsenal noch immer mit derselben Leidenschaft.” Leicht fiel ihm die Trennung nicht: “Du arbeitest hart, du machst es so gut, du kannst. Aber danach weinst du nicht, du beschwerst dich nicht und machst weiter. In Stille leiden, das habe ich getan.”

“Ronaldo hatte schon das Arsenal-Trikot”

Während seiner Zeit beim FC Arsenal berichtete Arsene Wenger immer wieder von geplatzten Transfers klangvoller Namen. Bereut er einen besonders? “Ich würde sagen, es gibt nicht nur einen Spieler, es gibt 50”, erinnert sich der 70-Jährige, der seit November FIFA Head of Global Football Development ist.

Ein Spieler bleibt ihm dabei aber besonders in Erinnerung. “Am ehesten wohl Cristiano Ronaldo, als er für Manchester United unterschrieb”, berichtet Wenger und erklärt: “Wir hatten eine Einigung mit Sporting und ManUtd holte Carlos Queiroz als Co-Trainer, sie überboten uns einfach plötzlich und nahmen Ronaldo. Aber eigentlich hatten wir eine Einigung. Er hatte bereits das Arsenal-Trikot, ich hatte Mittagessen mit ihm und seiner Mutter am Trainingsgelände.”

Verpasste Gelegenheiten gehören für Wenger aber zum Geschäft. “Das ist ein Beispiel, aber es waren so viele. Die Geschichte eines großen Klubs ist voll von verpassten großen Spielern.”

(Photo read ANDREW YATES/AFP via Getty Images)

Wenger und Arsenal: Die ultimative Krönung fehlte

Apropos verpasste Gelegenheit. In seinen 22 Jahren beim FC Arsenal blieb ihm die ultimative Krönung verwehrt: Der Gewinn der Champions League. Am knappsten scheiterten die Gunners um Thierry Henry und Co. 2006 im Finale gegen den FC Barcelona. Jens Lehmann flog damals bereits nach 18 Minuten aufgrund einer Notbremse vom Platz. Arsenal ging durch Sol Campbell dennoch in Führung, gab das Spiel zwischen der 76. und 80. Minute dennoch aus der Hand.

Um Torhüter Manuel Almunia einwechseln zu können, nahm Wenger damals Robert Pires vom Platz. Würde er heute etwas anders machen? “Das habe ich mich oft gefragt. Vielleicht würde ich die letzten 13 Minuten nur mit zwei Innenverteidigern spielen, als wir 1:2 hinten waren”, blickt der Franzose zurück.

Viel schwerer zu verdauen ist für ihn aber die Tatsache, was für ein starkes Turnier seine Mannschaft damals spielte und dennoch scheiterte. Wenger erinnert sich: “Das Bedauern dieser Champions-League-Saison ist, dass wir Real Madrid mit Zidane und Ronaldo sowie Juventus mit Ibrahimović, Trezeguet und Vieira geschlagen haben. Wir sind in das Finale gekommen, ohne in der K.O.-Runde ein Tor gegen diese Teams zu kassieren. Wenn du [im Finale] dann das ganze Spiel mit zehn Mann spielst, weißt du, dass die letzten 20 Minuten schwer werden, besonders gegen ein Team wie Barcelona. Aber wir hatten die Chance, das zweite Tor zu erzielen, zwei Mal, aber wir verpassten sie.”

Seinem Legendenstatus im Norden Londons sowie in der Fußballwelt tut der verpasste Titel allerdings keinen Abbruch. Wohl auch, weil es Wenger um mehr als “nur” Titel ging. “Ich verstehe, dass Menschen einfach gewinnen wollen, aber du musst das Verlangen haben, den Ausdruck des Teams in Kunst zu transformieren”, erklärt der Fußball-Romantiker und betont: “Wenn der Fan morgens aufwacht, muss er denken: ‘Oh, vielleicht habe ich heute ein fantastisches Erlebnis.’ Er will das Spiel gewinnen, aber er will auch etwas schönes sehen.”

(Photo by Clive Mason/Getty Images)

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(Photo credit should read MARCO BERTORELLO/AFP via Getty Images)

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