Mittwoch, Juni 3, 2020

Bundesliga: Trotz Geisterspielen weiter gefragt

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Spotlight | Die Bundesliga hat den ersten Geisterspieltag hinter sich. Im Vorfeld gab es Lob, aber auch viel Kritik für die DFL und ihr Konzept. Der abgelaufene Spieltag hat aber gezeigt, dass es funktioniert. Bei den Fans trifft die Bundesliga trotz Geisterspielen noch immer auf Zustimmung. Eine Zusammenarbeit von 90PLUS und FanQ.

Geisterspiele: Stimmung fehlt, das Spiel profitiert

Es war ein gewohnter, zugleich aber auch gewöhnungsbedürftiger Anblick. Das Gewohnte endete allerdings damit, dass an einem Samstag um 15:30 im Dortmunder Westfalenstadion wieder Fußball gespielt wird. Es war kein normales Derby. Die Tribünen zur erweiterten Auswechselbank umfunktioniert, die Reservisten mit Maske, Interviews mit Tonangel und in einem Sicherheitsabstand von 2,50 Meter. Ach ja: Zuschauer durften auch nicht ins Stadion. Wer noch vor einem Jahr darauf gewettet hätte, dass Vereine ihre Fans binnen so kurzer Zeit in den sozialen Medien ausdrücklich dazu auffordern, nicht ins Stadion zu kommen, finanziell hätte er oder sie ausgesorgt.

Der Ausnahmezustand, er war in jedem Winkel des Stadions zu erkennen – und zu hören. Es war definitiv ein ungewohnter Anblick und er wird es auch bleiben. 45,2 Prozent der Befragten gaben an, irgendwann keinen Fußball mehr schauen zu wollen, sollten Geisterspiele längerfristig vonnöten sein. Weitere 24,4 Prozent wollen es weiterhin tun, aber nur, wenn der Fußball an den Regularien arbeite. Genauso viele können sich allerdings auch mit den Geisterspielen anfreunden. Das Interesse an der Bundesliga ist allerdings weiterhin hoch. 90,4 Prozent antworteten auf die Frage danach mit drei oder mehr von maximal fünf Sternen.

Knapp 70 Prozent wollen die Spiele auch live bei Sky oder DAZN verfolgen, weitere 21,9 Prozent interessieren sich nur für die Highlights. Lediglich 6,9 Prozent haben kein Interesse mehr am Oberhaus des deutschen Fußballs.

Das Konzept der DFL funktioniert und wird akzeptiert

Passend dazu gaben 84 Prozent an, dass ihnen die Stimmung in den Stadien in hohem Maße fehle (4 oder 5 Sterne). Gerade das kann aber auch positive Auswirkungen haben. So können Trainer, dadurch, dass ihre Spieler sie hören können, eher den Fokus auf Taktiken legen. Auch das Spiel an sich wurde etwas entzerrt. Die Aggression im Spiel schien etwas nachgelassen zu haben. Das sehen zumindest 24,5 Prozent der Befragten so. Weitere 31,1 Prozent meinen, es gäbe weniger Schauspielerei, 12,8 Prozent haben ein Minus an Zeitspiel ausgemacht und 6.8 Prozent eines an Fouls. Für 24,8 Prozent hat das fehlende Publikum keine positive Auswirkung auf das Spiel.

(Photo by Lars Baron/Bongarts/Getty Images)

An diesem Wochenende steht der zweite Geisterspieltag an, darauf folgt gleich unter der Woche das große Duell zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern. Das Konzept der DFL, es wird in den kommenden Wochen auf Herz und Nieren getestet werden. Zumindest hat es diese Woche einen erneuten Brandherd bei Dynamo Dresden im Keim erstickt. Ein Spieler, sowie die Partnerin eines Mitarbeiters wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Beide, sowie der Mitarbeiter als Kontaktperson selbst, müssen für weitere 14 Tage in Quarantäne. Die User sind nicht zuletzt deshalb mit dem DFL-Konzept durchaus zufrieden. Zusammengerechnet 63,9 Prozent gaben dem Konzept 3, beziehungsweise 4 Sterne.

Die Bundesliga als Beispiel für andere Ligen und Sportarten

Die DFL hat damit das Optimum aus dieser Situation herausgeholt, meinen auch 66,2 Prozent der FanQ-User. Knapp über 20 Prozent erwarten allerdings, dass einige Vorgaben noch abgeändert werden. 9,3 Prozent meinen, man könne die Saison auch abbrechen, sollte es so weitergehen.

Die Bundesliga, sie steht weiterhin auf wackeligen Beinen und unter verschärfter Beobachtung. Auch DFL-Geschäftsführer Christian Seifert gab unumwunden zu, dass es bei einer bestimmten Anzahl von Corona-Fällen – eine genaue Zahl nannte er nicht – schwierig werden würde, die Saison zu beenden. Es handele sich um “einen absoluten Notbetrieb an Bundesliga”, so Seifert im Sportstudio, ein Experiment.

(Photo by Hannibal Hanschke/Pool via Getty Images)

Allerdings eines, dass über den Landesgrenzen hinaus und bei anderen Sportarten gut anzukommen scheint. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin bezeichnete Deutschland als “leuchtendes Beispiel” und auch Sportler aus anderen Sportarten hoffen, dass die Bundesliga sie mitziehen kann. 63,5 Prozent der User sehen es genauso. Nur 16,6 Prozent meinen, die Bundesliga sei mit dem frühen Restart kein Vorbild für andere Ligen und Sportarten.

FanQ-User: Ansteckungs- und Verletzungsrisiko für Spieler nicht zu unterschätzen

Bleiben noch die Spieler selbst. Die DFL hat es jedem freigestellt, ob er weiterhin an der Bundesliga teilnehmen möchte, oder nicht. Rückzieher gab es bis jetzt in Deutschland keine. Eine nicht zu unterschätzende Gefahr durch das Coronavirus sehen auch die FanQ-User. 33,8 Prozent antworteten auf die Frage, wie sehr die Infektionsgefahr die Spieler beim Spiel beeinflussen könnte mit drei Sternen, 26,5 Prozent mit vier. Der Durchschnittswert liegt bei 3,18 Sternen.

(Photo by Alex Grimm/Getty Images)

Ein ähnliches Bild ergibt sich auch bei der Frage nach dem erhöhten Verletzungsrisiko durch die relativ kurze Vorbereitungszeit. 20,7 Prozent antworteten mit zwei, 38,2 Prozent mit drei und 24,9 Prozent mit vier Sternen. Der Durchschnittswert liegt hier bei 3,08 Sternen, knapp unterhalb dem der Infektionsgefahr.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die Fans durchaus bereit sind, das Experiment Bundesliga einzugehen und zumindest ein kleines Stück Normalität zurückzugewinnen. Die DFL muss allerdings ein maximales Maß an Sicherheit gewährleisten. Trotzdem ist diese Übergangsphase weit von dem entfernt, wofür die Bundesliga normalerweise hohes Ansehen im Ausland genießt: Spektakulärer Fußball mit spektakulärer Stimmung in den Stadien. Man kann nur mutmaßen, wann es wieder soweit ist. Denn eines ist klar: Auch wenn die Sicherheitsmaßnahmen sinnvoll und richtig sind, Fußball – und insbesondere ein Derby – funktioniert nur mit Fans im Stadion. Ohne Maske, ohne Tonangel und ohne Social Distancing. Vielleicht ja nächste Saison.

(Photo by Michael Probst/Pool via Getty Images)

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Victor Catalina

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