Dienstag, Oktober 27, 2020

Europa League Vorschau Gruppe E: PSV, PAOK, FC Granada, Omonia Nikosia

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In Kürze beginnt die neue Saison in der UEFA Europa League. In der Gruppe E treffen die PSV, PAOK, der FC Granada und Omonia Nikosia aufeinander. Wir stellen die Teams vor!

  • PSV: Mit bekannten Gesichtern aus Deutschland zum Gruppensieg?
  • Kann PAOK Granada gefährlich werden?
  • Nikosia: Gänzlich ohne Chance?

PSV Eindhoven: Mit viel Bundesliga-Erfahrung ins Sechzehntel-Finale?

Die PSV Eindhoven hat eine lange spielfreie Zeit hinter sich. Da die Saison in den Niederlanden aufgrund der Corona-Pandemie vorzeitig abgebrochen wurde, bestritt man von März bis September ein halbes Jahr kein Pflichtspiel. Nach der Zwangspause präsentierte man sich in guter Verfassung. Der Start in die aktuelle Saison lief vielversprechend. Aus den ersten vier Spielen holte man zehn Punkte und belegt damit derzeit Tabellenplatz zwei. In der Qualifikation für die Europa League setzte man sich souverän gegen NS Mura (Slowenien) und Rosenborg Trondheim (Norwegen) mit 5:1 und 2:0 durch.

An der Seitenlinie steht seit diesem Sommer mit Roger Schmidt (53) der ehemalige Trainer von Bayer 04 Leverkusen. Dieser erweiterte zuletzt die Gruppe an deutschen und Bundesligaerfahrenen Spielern in seinem Kader. Lars Unnerstall (30) und Timo Baumgartl (24) standen bereits vor der Amtszeit von Schmidt im Kader. Mit Philipp Max (27) vom FC Augsburg, Adrian Fein (21) der vom FC Bayern ausgeliehen wurde und Mario Götze (28) der ablösefrei von Borussia Dortmund kam, gesellten sich weitere aus der Bundesliga bekannte Gesichter zum Team. Vor allem der Name Mario Götze lässt aufhorchen. Der 28-Jährige ist der bekannteste unter den Neuzugängen. Die Verpflichtung eines solchen Spielers, ablösefrei, kann als Transfer-Coup bezeichnet werden.

Findet Götze zu alter Stärke zurück?

Schmidt sagte bereits, er sehe Götze im zentralen Mittelfeld. Bislang ließ der Trainer seine Mannschaft in dieser Saison überwiegend in einer 4-4-2-Formation auflaufen. Behält er das so bei, würde Götze in Eindhoven deutlich defensiver spielen, als er es bislang bei Borussia Dortmund, dem FC Bayern München oder in der deutschen Nationalmannschaft getan hat. Schafft der 28-Jährige es, an die Leistungen vergangener Tage anzuknüpfen, kann er auf dieser Position der Taktgeber und Spielgestalter im Mittelfeld der PSV werden. Da er sich in einem Interview sehr ambitioniert zeigte, was seine Ziele in Zukunft anbelangt. Bietet sich für ihn die Gelegenheit, sich in der Europa League auf internationaler Ebene in den Fokus größerer Vereine spielen zu können.

Kader der PSV Eindhoven gespickt mit Talenten

Abseits von Götze gibt es im Kader eine ganze Reihe weitere Spieler, die sich in dem Wettbewerb in den Vordergrund spielen könnten. Flügelspieler Cody Gakpo (21) zum Beispiel. Der aktuelle niederländische U21-Nationalspieler kommt bei 46 Einsätzen in der Eredivisie auf 22 Torbeteiligungen.

Der Verkauf von beispielsweise Memphis Depay (26) an Manchester United im Jahr 2015, oder der von Steven Bergwijn (23) im Januar zu Tottenham zeigt, dass die PSV es gerade auf dem Flügel schafft, eigene Jugendspieler zu interessanten Transferzielen für internationale Spitzenvereine zu machen. Auch Noni Madueke (18) ist ein vielversprechender, junger Flügelspieler. Im Alter von 16 Jahren kam er aus der Jugend von Tottenham Hotspur zur PSV. Nach seinem Debüt Ende Januar in der höchsten niederländischen Spielklasse gab es schnell Gerüchte um ein Interesse von RB Leipzig und dem FC Arsenal. Die PSV Schob dem Werben aber einen Riegel vor, in dem sie Maduekes Vertrag an seinem 18. Geburtstag um drei Jahre verlängerte.

Abseits der Flügelposition kommen mit Mohamed Ihattaren (18) und Donyell Malen (21) weitere junge, vielversprechende Talente regelmäßig zum Einsatz. Ihattaren ist seit dem er acht ist im Verein und kommt bereits auf 37 Spiele in der Eredivisie. Bei den Spielen der Nations League im September wurde er erstmals für die A-Nationalmannschaft der Niederlande nominiert. Allerdings blieb er ohne Einsatz.

Ein weiteres Top-Talent im Kader ist Stürmer Donyell Malen (21). Der 21-Jährige sorgte zu Beginn der vergangenen Saison für Furore. Bevor eine Knöchelverletzung ihn Ende Oktober ausbremste, traf er in der Nations League gegen Deutschland, erzielte in 10 Ligaspielen 10 Tore und schrieb mit einem Fünferpack gegen Vitesse Arnheim Geschichte.

PAOK Saloniki – Runde der letzten 32 machbar?

PAOK konnte sich in der vergangenen Saison den Vizemeistertitel hinter Olympiakos Piräus sichern. Denselben Platz belegt man derzeit auch in der aktuellen Runde. Zum Auftakt blieb man mit acht Punkten aus vier Spielen noch ungeschlagen. Als griechischer Vizemeister bestritt PAOK sogar die Champions-League-Qualifikation. In den ersten beiden Spielen konnte man sowohl Besiktas Istanbul (Türkei) als auch Benfica (Portugal) aus dem Wettbewerb schmeißen. Danach scheiterte man in der letzten Runde vor der Gruppenphase am FK Krasnodar (Russland). Sowohl das Hin- als auch das Rückspiel verlor man mit 1:2. Aus diesem Grund tritt man in der Spielzeit 2020/2021 in der Europa League an.

PAOK – Starke Defensivleistung lässt hoffen

Trainer Abel Ferreira (41) wählte in dieser Saison bislang immer eine Formation mit einer Dreierkette. Als Folge daraus kassierte man in den ersten vier Ligaspielen nur ein Gegentor. Schafft man es, diese disziplinierte Defensivleistung auch in der Europa League abzurufen, werden es die Gegner schwer haben ein Tor zu erzielen. In der Offensive kamen einige vielversprechende Neuzugänge hinzu. Andrija Zivkovic (24) wechselte von Benfica nach Griechenland. Der ehemalige Bundesliga-Stürmer Antonio Colak (27) kam aus Kroatien von HNK Rijeka. Dort machte er mit 51 Toren in 90 Pflichtspielen auf sich aufmerksam. Mit Christos Tzolis (18) besitzt man noch einen talentierten Linksaußen, der trotz seines jungen Alters bereits A-Nationalspieler Griechenlands ist.

Mit einer stabilen Defensive und dem vorhandenen Potenzial in der Offensive besteht durchaus die Chance, dass man ein enges Rennen mit Granada um Platz zwei in der Gruppe führen wird.

FC Granada – Lässt sich die vergangene Saison bestätigen?

Im Jahr 2017 stieg der FC Granada aus La Liga ab. Nach zwei Jahren kehrte man 2019 in die höchste spanische Spielklasse zurück. In der vergangenen Spielzeit wurde man als Aufsteiger auf Anhieb Siebter. Damit sicherte man sich die Teilnahme an der Qualifikation zur Europa League. Der Weg führte über KS Teuta Durres (Albanien), Lokomotive Tiflis (Georgien) und Malmö FF (Schweden) in die Gruppenphase.

Das Argument, international zu spielen, half dabei den Kader zusammenzuhalten. Carlos Fernandez (24), mit 11 Treffern in La Liga bester Torschütze der vergangenen Saison, kehrt nach Ablauf seiner Leihe zum FC Sevilla zurück. Ansonsten konnten alle wichtigen Spieler gehalten werden. Im Gegenzug holte man für gut 20 Millionen Euro Neuzugänge. Als Ersatz für Fernandez kam Luis Suarez (22) vom FC Watford. Zusätzlich konnten Luis Milla (26) von CD Teneriffa, Alberto Soro (21) von Real Madrid und Jorge Molina (38) vom FC Getafe verpflichtet werden. Maxime Gonalons (31, AS Rom) und Dimitri Foulquier (27, FC Watford) waren in der vergangenen Saison ausgeliehen und wurden jetzt fest verpflichtet. Jesus Vallejo (23) lieh man erneut von Real Madrid aus. Auch Kenedy (24, FC Chelsea) und Nehuen Perez (20, Atletico Madrid) verstärken das Team, ebenfalls per Leihe.

Wie geht Granada mit der Dreifachbelastung um?

Positiv ist in jedem Fall, dass der Kader nahezu komplett zusammengehalten wurde und verstärkt werden konnte. Mit Trainer Diego Martinez (39) ist der Erfolgstrainer der letzten beiden Jahre weiter im Amt. Auch der Start in die aktuelle Spielzeit war mit sieben Punkten aus vier Spielen ordentlich. Auf dem Papier ist Granada hinter Eindhoven der Favorit auf das Weiterkommen. Allerdings gibt es einige Unwägbarkeiten, die man bei den Spaniern berücksichtigen muss. Zum Einen, ob der Abgang des besten Torschützen, Carlos Fernandez, aufgefangen werden kann. In der bevorzugten 4-2-3-1-Formation des Trainers ist ein Stürmer, der regelmäßig trifft von enormer Bedeutung. Zum anderen bleibt abzuwarten, ob die Spieler mit der neu hinzugekommenen Dreifachbelastung umgehen können. Dort sind die PSV oder PAOK im Vorteil, da sie in den vergangenen Jahren häufiger am europäischen Wettbewerb teilgenommen haben.

Omonia Nikosia: Der krasse Außenseiter

Der Außenseiter der Gruppe kommt aus Zypern. Omonia Nikosia war zu Beginn der Corona-Pandemie Tabellenführer. Nach dem ersten Spieltag der Meister- und Abstiegsrunde wurde die Saison abgebrochen und es gab keinen Meister und keinen Absteiger. Omonia wurde als Team, welches zu dem Zeitpunkt die Tabelle anführte, für die Qualifikation zur Champions League gemeldet. Dort setzte man Sich zunächst im Elfmeterschießen gegen Roter Stern Belgrad (Serbien) durch. Im Playoff-Finale war gegen Olympiakos Piräus Schluss. Eine 0:2-Niederlage im Hinspiel konnte man mit dem 0:0 im Rückspiel nicht aufholen.

Der Trainer des Teams ist seit Juni 2019 der Norweger Henning Berg (51). Dieser schaffte es vor allem, das Team defensiv zu stabilisieren. Rechnet man den einen Spieltag der Meisterrunde mit, kassierte das Team in der vergangenen Saison in 23 Spielen lediglich 13 Gegentore. Damit stellte man die beste Defensive der Liga. In der laufenden Saison holte man bislang elf Punkte aus fünf Spielen und ist noch ungeschlagen. Mit vier Gegentoren stellt man derzeit hinter Tabellenführer Apollon Limassol die zweitbeste Abwehrreihe der Liga.

Die Mischung im Kader stimmt

Aus Deutschland bekannt ist Charalampos Mavrias (26). Der Rechtsverteidiger kam 37 Mal in der zweiten Bundesliga für Fortuna Düsseldorf und den Karlsruher SC zum Einsatz. Außerdem spielte er acht Mal für die griechische Nationalmannschaft. Auf der selben Position bringt Tomas Hubocan (35) reichlich Länderspielerfahrung mit. Insgesamt 65 Mal lief der ehemalige Spieler von Olympique Marseille und Zenit St. Petersburg für die Slowakei auf.

Im Mittelfeld zieht Jordi Gomez (35) die Fäden. Der 35-Jährige ist Kapitän und spielte in der Jugend für den FC Barcelona. Zudem bringt es der Spanier auf 131 Partien in der Premier League für Sunderland und Wigan Athletic. Insgesamt sind zehn Spieler des Kaders 30 oder älter.

Den Kontrast dazu bilden sehr junge Spieler. Konstantinos Venizlos (16) ist Jahrgang 2004 und stand in dieser Saison zwei Mal über die volle Distanz auf dem Platz. Mit Marinos Tzonis (19), Andronikos Kakoulis (19) und Loizos Loizou (17) hat man drei junge Talente, die bereits A-Nationalspieler Zyperns sind. Alle drei kamen auch in der CL-Quali zum Einsatz.
Trotz der guten Mischung aus erfahrenen Spielern, die die Mannschaft führen und einigen jungen, vielversprechenden Talenten, ist Omonia Nikosia krasser Außenseiter. Alles andere als das Ausscheiden in der Vorrunde wäre eine sportliche Sensation.

90Plus-Prognose

Die PSV Eindhoven ist in dieser Gruppe Favorit. Dahinter hat der FC Granada gute Chancen auf das Weiterkommen, muss sich aber vor PAOK Saloniki in Acht nehmen. Die Griechen stellen einen ernsthaften Herausforderer dar. Krasser Außenseiter ist Omonia Nikosia. Sollte das Team aus Zypern am letzten Spieltag noch Chancen auf ein Weiterkommen haben, wäre das eine Sensation.

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