England Premier League Awards

Premier League: “Friendly Derby” nach Vorschrift und VARbung

3. März 2019
Chris McCarthy

author:

Premier League: “Friendly Derby” nach Vorschrift und VARbung

Es war der Spieltag der Derbys und der Spieltag, an dem der FC Liverpool vom Thron gestoßen wurde. Unsere 7 Awards…

“Titelkampf” – Award: Premier League

Wir haben einen neuen Tabellenführer! Durch das 0:0 des FC Liverpool gegen Everton und den Sieg der Cityzens beim AFC Bournemouth heißt der Tabellenführer zum ersten Mal seit dem 15. Spieltag wieder Manchester City.

Bei noch neun verbleibenden Spielen erwartet uns ein intensiver Titelkampf. Das Restprogramm:

SpieltagManCity (71 P.)Liverpool (70 P.)
30Watford (H)Burnley (H)
31ManUtd (A)Fulham (A)
32Fulham (A)Tottenham (H)
33Cardiff (H)Southampton (A)
34Crystal Palace (A)Chelsea (H)
35Tottenham (H)Cardiff (A)
36Burnley (A)Huddersfield (H)
37Leicester (H)Newcastle (A)
38Brighton (A)Wolverhampton (H)

“Friendly Derby” – Award: Merseyside Derby

Es war ein typisches Merseyside Derby voller Zweikämpfe, Intensität und ohne jegliches Mittelfeldspiel. Ein rasanter Schlagabtausch mit offenem Visier und wie immer, ein 0:0.

Zum 34. Mal endete Everton gegen Liverpool in einem torlosen Unentschieden – 15 Mal mehr als jede andere Paarung in der Geschichte des englischen Fußballs. Irgendwie passend für das “Friendly Derby”, dass sich die Rivalen schiedlich-friedlich mit einem Remis trennen, aber vor allem ein weiterer Beweis dafür, dass packende Spiele keine Tore brauchen.

(Photo by Christopher Furlong/Getty Images)

“VARbung” – Award: Tottenham vs Arsenal

Ab der Saison 2019/2020 kommt auch in der Premier League der Video Assistant Referee zum Einsatz. Es wird höchste Zeit, denn das North London Derby machte kräftig Werbung für das neue Hilfsmittel.

Das rassige 1:1 zwischen den Londoner Klubs wurde durch eine Reihe von strittigen Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns überschattet.

  1. Granit Xhaka hätte bereits nach 13 Minuten für sein überhartes Einsteigen von hinten an Harry Kane vom Platz fliegen können.
  2. Nach der Führung der Gunners durch Aaron Ramsey kämpfte sich Tottenham zurück ins Spiel. Etwas überhart, denn auch Danny Rose hätte beim Nachsetzen im gegnerischen Strafraum, als er mit gestrecktem Fuß Bernd Leno in die Brust tritt, vom Platz fliegen müssen.
  3. In der 74′ kam es dann durch einen Elfmeter von Harry Kane zum etwas glücklichen Ausgleich. Glücklich war dabei besonders die Entstehung. Beim Freistoß von Christian Eriksen befindet sich der Engländer im Abseits, den ebenfalls etwas diskussionswürdigen Kontakt von Shkodran Mustafi nimmt er dankend an.
  4. Kurz vor Ende folgte die nächste überaus fragwürdige Situation. Davinson Sanchez brachte Pierre-Emerick Aubameyang im Strafraum zu Fall. Auch dieser Elfmeter war mindestens strittig, denn der Kontakt war – wenn überhaupt – minimal.
  5. Damit nicht genug, die nächste Fehlentscheidung Anthony Taylors ereignete sich beim Strafstoß selbst. Aubameyang vergibt kläglich, doch bei der Ausführung war Jan Vertonghen bereits einige Meter im Strafraum. Das würde sich als Schlüsselmoment entpuppen, denn der Belgier war durch den unerlaubten Vorsprung beim Nachschuss Aubameyangs direkt zur Stelle und konnte den sicher geglaubten Siegtreffer verhindern.

Das Unentschieden war nicht unverdient, auch wenn Arsenal konsequenter Chancen verhinderte und sich deutlich bessere erarbeitete. Der Beigeschmack, dass hier in einigen entscheidenden Momenten das falsche Urteil gefällt wurde, besteht dennoch.

“Muskeln spielen lassen” – Award: Romelu Lukaku

In der Hinrunde machte Romelu Lukaku aus den falschen Gründen Schlagzeilen. Sein Gewicht rückte in den Vordergrund. Der Belgier hatte enorm an Muskelmasse zugelegt, verlor dadurch an Mobilität und Spritzigkeit. Selbst mit der Ankunft von Ole Gunnar Solskjaer, der quasi die gesamte Offensive der Red Devils revitalisierte, kam Lukaku nicht in die Startelf.

Mittlerweile hat der wuchtigen Stürmer an Gewicht verloren und bekam zuletzt auch wegen einiger Verletzungen wieder Gelegenheiten von Anfang an. Lukaku hat die Chance genutzt, präsentiert sich lauffreudig, agil und besonders unterschätzt: spielintelligent. Das jüngste Beispiel dafür lieferte der Angreifer nun beim 3:2 über Southampton. Zunächst erzielte der 25-jährige das 2:1, dann sogar noch den Siegtreffer zum 3:2 in der 88. Minute. Lukaku riss sich das Trikot vom Leib und ließ die Muskeln spielen…dieses Mal auf dem Platz.

(Photo by Shaun Botterill/Getty Images)

“Ehrfürchtig” – Award: Bournemouth

Sicher, vor dem amtierenden Meister aus Manchester hat man als Bournemouth eine Menge Respekt. Dass sich die Cherries aber so ehrfürchtig präsentieren würden, kam überraschend. Immerhin hatte die Mannschaft von Eddie Howe, gerade im heimischen Vitality Stadium, dem ein oder anderen Topteam durch mutige Auftritte alles abverlangt.

Gegen City allerdings verzichtete Bournemouth auf seine größte Stärke, das mutige Offensivspiel und konzentrierte sich ausschließlich auf das Verteidigen. Das gelang phasenweise ganz gut, Manchester City dominierte, tat sich aber gegen die massive Verteidigung schwer, glasklare Chancen zu erspielen. In der 55. Minute brachen die Gäste schließlich durch, gingen durch Mahrez 1:0 in Führung. Das Spiel würde so enden, weitere Kontersituationen wurden fahrlässig liegen gelassen.

Aus Bournemouth-Sicht natürlich ein respektables Ergebnis. Insgesamt aber wird Trainer Eddie Howe etwas enttäuscht darüber sein, dass man die Cityzens insbesondere nach dem Rückstand nicht etwas mehr forderte. Bournemouth beendete das Spiel mit 32% Ballbesitz und ohne einen einzigen Torschuss – das erste Mal in ihrer Premier-League-Geschichte.

“Batshuayi-Effekt” – Award: Michy Batshuayi

Am Deadline Day im Januar landete Crystal Palace einen wahren Coup. Michy Batshuayi konnte vom FC Chelsea ausgeliehen werden. Rückblickend womöglich ein richtungsweisender Moment, denn die Ankunft des Beligers wirkt sich gleich doppelt auf das Offensivspiel der Eagles aus.

Batshuayi hat in seinen drei Startelfeinsätzen nicht nur zwei Tore erzielt, sondern einige Last von Wilfried Zahas Schultern genommen. Der Ivorer musste einen Großteil der Saison im ungeliebten Sturmzentrum spielen, da keine brauchbaren oder fitten Angreifer zur Verfügung standen. Dort konnte er seine Stärken, Schnelligkeit und Dirbbling, nicht ausleben und wurde zumeist gedoppelt. Die Ausbeute von vier Toren und fünf Assists war für seine Verhältnisse enttäuschend.

Mit der Ankunft von Chelsea-Leihgabe Michy Batshuayi haben die Eagles im Sturm endlich wieder einen Zielspieler, der nicht nur Bälle verwertet, sondern Verteidiger bindet und somit für Räume sorgt. Die Folge: Wilfried Zaha, endlich wieder auf dem Flügel, konnte in den letzten vier Spielen vier Tore erzielen.

“Willkommensgeschenk” – Award: Jamie Vardy

Die Ära Brendan Rodgers hat bei Leicester City offiziell begonnen. In seinem ersten Spiel an der Seitenlinie der Foxes unterlag er mit 1:2 bei Watford.

Dabei hatte das personifizierte Willkommensgeschenk bereits abgeliefert. Jamie Vardy traf bereits bei dem Debüt von Claudio Ranieri, Craig Shakespeare, Claude Puel und nun auch bei Brendan Rodgers, als er in der 75. Minute den Ausgleich erzielte. Es würde nicht reichen, Andy Gray lieferte in der Nachspielzeit den Dolchstoß zum 2:1 Endstand.

Chris McCarthy

Chefredakteur   Twitter
Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.