Premier League: Agüero, Bale & Havertz performen – aber die Fans sind das Wichtigste

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7 Awards – Premier League | Mit Sergio Agüero und Gareth Bale drehten zwei Stars die Zeit zurück. Kai Havertz lieferte bei Chelsea ab. Doch an diesem Spieltag standen in England die Fans im Mittelpunkt.

„Das Wichtigste im Fußball“-Award: Die Fans

Eigentlich sollte am Sonntag um 17.30 Uhr das Topspiel der Premier League stattfinden. Manchester United gegen den FC Liverpool. Eine der traditionsreichsten Rivalitäten des englischen Fußballs, ein Titelentscheider (Manchester City wäre bei einer Pleite des Stadtnachbarn offiziell Meister geworden). Kurz um: Ein Spektakel. In Zeiten der Coronavirus-Pandemie auch ohne Fans.

Doch eben jene Fans verhinderten erstmals in der Geschichte der Premier League einen Anpfiff.  Zahlreiche Anhänger der Red Devils versammelten sich vor dem Old Trafford, um nach den gescheiterten Super-League-Plänen gegen die Besitzer des Klubs zu protestieren, die Glazer-Familie. 200 Protestierende verschafften sich sogar Zutritt in das Stadion, sodass das Spiel letztendlich abgesagt werden musste.


„Als sie [Glazers, d.Red.] 2005 kamen, hatte der Klub keine Schulden, einige Jahre später reden wir von 400 Millionen Pfund“, sagte ein Fan zur BBC und ergänzte: „Schaut auf das Stadion. Es ist ein wunderschönes Stadion, aber es ist rostig, es fällt auseinander, aber denen ist das komplett egal. Es gibt keine Kommunikation mit den Fans.“ Klub-Legende Garry Neville fügte bei Sky an: „Es gibt ein generelles Misstrauen und eine Abneigung gegen die Besitzer“. Die Pläne der Super League haben das Fass in seinen Augen zum Überlaufen gebracht.

Aufgrund von unnötiger Gewalt (zwei Polizisten wurden verletzt) und Sachbeschädigungen erntete der Fanprotest berechtigte Kritik. Nichtsdestotrotz erhielt die Aktion an sich viel Zuspruch. ManUtd-Legende Roy Keane sagte beispielsweise bei Sky: „Sie tun es, weil sie den Klub lieben. Manche werden nicht zustimmen, aber manchmal muss man ein Zeichen setzen, damit Leute etwas merken. Das wird um die Welt gehen und hoffentlich werden die Besitzer von Manchester United das wahrnehmen.“

Nicht nur die Besitzer von Manchester United. In Zeiten, in denen Geldgier und Macht den Sport immer mehr einnehmen, erinnerten am Sonntag diejenigen, die den Fußball zu etwas Besonderem machen, an ihre Wichtigkeit: Die Fans. „Wir entscheiden, wann ihr spielt“, stand auf einem Banner. Ein Satz, so simpel und doch so bedeutungsvoll.

 

„Er kann’s noch“-Award: Sergio Agüero

Bei 13 Punkten Vorsprung auf Manchester United und das Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen Paris Saint-Germain (2:1-Hinspielsieg) im Hinterkopf, warf Pep Guardiola am Samstag bei Crystal Palace die Rotationsmaschine an. 2021 bedeutet das auch: Eine Einsatzchance für Sergio Agüero, der den Klub nach zehn Jahren am Saisonende verlassen wird.

Beim 2:0-Auswärtssieg von Manchester City demonstrierte der mittlerweile 32-Jährige, dass er immer noch ein hervorragender Fußballer ist, der jeder Mannschaft der Welt gut zu Gesicht stehen würde. Agüero, der ohne den geschonten Kevin De Bruyne auf der Zehn spielte, war im Offensivspiel der Kreativpunkt und brachte die Cityzens durch sein 1:0 auf die Siegerstraße.

„Ich bin so glücklich, weil es eine lange Zeit her ist, dass ich 90 Minuten gespielt habe. Und das Tor war gut, weil wir vielleicht die Premier League gewinnen werden“, sagte Agüero bei der BBC und ergänzte: „Ich bin immer bereit. Ich fühle mich gut. Ich möchte immer die Möglichkeit, zu spielen wie heute.“ Ab Sommer 2021 könnte er sie erhalten.

„Deutscher Sturm“-Award: FC Chelsea

Timo Werner und Kai Havertz waren die Top-Transfers des FC Chelsea vergangenen Sommer. Lange taten sich die Deutschen in der Premier League schwer – auch ein Grund, wieso Thomas Tuchel für Frank Lampard das Traineramt übernahm. Unter ihrem Landsmann zeigte die Formkurve der Nationalmannschaftskollegen zuletzt nach oben.

Insbesondere Havertz machte zuletzt einen größeren Sprung, den er mit einem Doppelpack beim 2:0-Sieg über Fulham am Wochenende bestätigte. An diesem Wochenende war das auch einem taktischen Kniff des Trainers zu verdanken, der den 21-Jährigen nicht wie gewohnt im Mittelfeld aufstellte. „Kai spielte im Doppelsturm mit Timo. Die Beiden hatten eine gute Connection und waren immer gefährlich“, zitierte die BBC Tuchel nach der Partie.

Havertz wirkte dynamisch und gefährlich, traf mit seinen beiden Torschüssen und erzielte aus einer Abseitsposition sogar ein drittes Tor. Auch Werner, der sehr viel lief und arbeitete, zeigte eine solide Vorstellung. So sehr beide von dem Zusammenspiel im Angriff profitierten, beim Halbfinalrückspiel der Champions League gegen Real Madrid dürfte Tuchel einen defensiveren Ansatz wählen. Das Hinspiel ging 1:1 aus, die Blues haben durch das Auswärtstor einen Vorteil zu verteidigen. In der Liga bleiben die Londoner mit drei Punkten Puffer ebenfalls auf Königsklassen-Kurs. Fulham dagegen steuert dem Abstieg entgegen.

Kai Havertz und Timo Werner vom FC Chelsea

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„Happy One“-Award: Gareth Bale

Bis auf ein kleines Zwischenhoch wurde Gareth Bale nach seiner Leih-Rückkehr von Real Madrid bei Tottenham eher selten eingesetzt. In der Premier League kam der Waliser unter José Mourinho lediglich auf sechs Startelfeinsätze. Nun ist der Portugiese allerdings weg und Interimstrainer Ryan Mason setzt auf den 31-Jährigen. Das scheint sich auszuzahlen.

Nachdem Bale in der Vorwoche beim 2:1 über Southampton began und auch traf, explodierte er am Sonntag beim 4:0-Sieg über Sheffield United regelrecht. Der Offensivmann schnürte erstmals seit 2012 einen Hattrick in der Premier League und wurde zum Matchwinner. „Ich musste nur spielen, ein paar Spiele in Folge. Das tue ich jetzt“, richtete Bale bei der BBC einen kleinen Seitenhieb an seinen Ex-Trainer und betonte: „Ich bin glücklich und wenn ich glücklich bin, spiele ich gut.“

Auch Mason scheint nicht nachvollziehen zu können, wieso Bale unter Mourinho nicht häufiger zum Zug kam. „Ich habe immer gesagt, dass Bale seine Gabe, im letzten Drittel exzellente Momente zu produzieren, nicht verloren hat und nie verlieren wird. Er ist ein Weltklassespieler“, sagte der erst 29-Jährige.

Dank einem revitalisierten Bale und dem zweiten Sieg in Serie, beträgt der Rückstand der Spurs auf die europäischen Plätze nur noch zwei Punkte.

 

„Just in time“-Award: Pierre-Emerick Aubameyang

Wie seine ganze Mannschaft, spielt auch Pierre-Emerick Aubameyang nicht die beste Saison. Nichtsdestotrotz ist seine Wichtigkeit für den FC Arsenal nicht zu leugnen. Das zeigt alleine die Tatsache, dass die Gunners in der Abwesenheit ihres erkrankten Goalgetters (Malaria) sowohl gegen Fulham (1:1) als auch gegen den FC Everton (0:1) offensiv harmlos agierten und somit zwei eingeplante Siege verpassten. Die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb über die Liga rückte somit in weite Ferne. Um so wichtiger ist das Halbfinal-Rückspiel der Europa League gegen den FC Villarreal am kommenden Donnerstag.

Auch beim 1:2 im Hinspiel wirkten die Gunners ohne Aubameyang harmlos, regelrecht lethargisch, konnten aber zumindest das wichtige Auswärtstor erzielen. Passend zum Rückspiel meldete sich nun der Gabuner wieder zurück. Zum ersten mal seit knapp einem Monat stand er am Sonntag gegen Newcastle wieder in der Startelf, in der die meisten Leistungsträger geschont wurden. Aubamyang war eine Ausnahme. „Er spielte, damit wir sehen konnten, wie es ihm geht und er sah gut aus“, sagte Mikel Arteta bei der BBC. Und in der Tat: Mit einer Vorlage und einem Treffer deutete der 32-Jährige beim 2:0-Sieg an, wieder bereit zu sein. Gerade rechtzeitig für das wichtigste Spiel der Saison.

 

„Hammers-Legende?“-Award: Michail Antonio

Durch einen verdienten 2:1-Auswärtserfolg über Burnley bleiben europäischen Träume von West Ham am Leben. Zu verdanken war das am Montagabend vor allem Michail Antonio. Durch seinen Doppelpack münzten die Hammers ihre Überlegenheit in Tore und drei Punkte um.

Ganz nebenbei arbeitete der 30-Jährige fleißig an seinem Legendenstatus. Für den Engländer waren es die Saisontore acht neun, seine Bestmarke aus dem Vorjahr (zehn) ist in Reichweite. Darüber hinaus haben nur Paolo di Canio (47) und Mark Noble (46) mehr Premier-League-Tore für die Londoner erzielt als Antonio (45). Schießt er West Ham 2020/2021 auch noch zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in die Champions League, dürfte er sich unsterblich machen. Platz vier ist nur drei Punkte entfernt.

 

„Widerstandsfähig“-Award: FC Southampton

Es ist keine einfache Saison für Ralph Hasenhüttl und den FC Southampton. Vor dem Spieltag hatten die Saints zwölf von 15 Spielen verloren. Am Wochenende drohte gegen Leicester die nächste Pleite. Bereits nach zehn Minute wurde Jannik Vestergaard aufgrund einer diskutablen Notbremse gegen Jamie Vardy vom Platz geschickt. Erinnerungen wurden wach an die 0:9-Klatschen gegen Leicester vor einem Jahr und gegen Manchester United in dieser Saison, bei denen die Hasenhüttl-Elf jeweils in Unterzahl unter die Räder geriet.

Doch dieses Mal bewies die Mannschaft des Österreichers Widerstandsfähigkeit. Die Saints verteidigten kompakt, hielten 80 Minuten lang mit zehn Mann leidenschaftlich dagegen und gingen sogar in Führung. James Ward-Prowse verwandelte einen Handelfmeter. Johnny Evans verhinderte durch seinen Ausgleich zwar einen Sieg in Unterzahl, für Southampton war das Remis aufgrund der Begleitumstände dennoch ein Achtungserfolg.

„Wie wir zurückkamen war unglaublich“, sagte Hasenhüttl nach dem Spiel und ergänzte: „Sie hatten 80 Minuten, um gegen uns zu treffen. Wir kassierten einen Treffer, aber der Rest wurde wirklich gut verteidigt.“ Torhüter Alex McCarthy tat mit acht Paraden das Übrige.

Photo: Imago

Chris McCarthy

Gründer und der Mann für die Insel. Bei Chris dreht sich alles um die Premier League. Wengerball im Herzen, Kick and Rush in den Genen.

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