Liverpool mit Ladehemmung, ManCity auf der Überholspur und Ndombeles besonderes Tor

Premier League Awards

7 Awards – Premier League | 19. Spieltag auf der Insel: Die Ladehemmung des FC Liverpool hält an, während sich Manchester City auf der Überholspur befindet. 

„Ladehemmung“-Award: FC Liverpool

Es ist keine leichte Saison für den FC Liverpool. Der amtierende Meister kommt 2020/2021 nicht so richtig in die Spur und hat mit einigen Verletzungsproblemen zu kämpfen. Die Offensive blieb bis auf den Ausfall des stark aufspielenden Neuzugangs Diogo Jota bislang allerdings weitestgehend verschont.

Auch am Sonntag beim Topspiel gegen Manchester United standen die gefürchteten Mohamed Salah, Sadio Mané und Roberto Firmino auf dem Platz. Darüber hinaus wirkte auch Kreativgeist Thiago von Anfang an mit. Doch trotz 66 Prozent Ballbesitz waren Torchancen Mangelware. Von 17 Schüssen gingen lediglich drei aufs Tor von David De Gea und diese richteten keinen Schaden an. Und so war es sogar die Mannschaft von Ole Gunnar Solskjaer, die trotz der spielerischen Dominanz der Reds, die besten Gelegenheiten des Spiels hatte. So eingestaubt der Angriff auch wirkte, Alisson und Co. konnten die Null halten, sodass es bei einem torlosen Remis blieb.

Wieder torlos, dachte sich Jürgen Klopp. Seit dem 7:0 über Crystal Palace hat Liverpool laut Statistikdienst Opta in vier Spielen 62 Schüsse abgegeben und dabei lediglich einen Treffer erzielt. Darüber hinaus sind die nun drei Spiele ohne Treffer die längste Serie der Reds seit 2005. „Wir vergeben immer Chancen. Es ist nur, dass wir danach eine andere hatten und diese genutzt haben. Diese Momente passieren“, kommentierte Jürgen Klopp nach dem Spiel die Ladehemmung und ergänzte: „Es gibt Momente, die du nicht erklären kannst und aus allen Lagen triffst, wie gegen Crystal Palace. Und dann gibt es die anderen Momente. Es geht ums Kreieren. Du musst dir wieder und wieder und wieder Chancen erarbeiten – und irgendwann werden wir wieder treffen.“

Es wird an der Zeit. Liverpool ist auf Platz vier abgerutscht, Tabellenführer Manchester United hat drei Punkte Vorsprung.

„Überholspur“-Award: Manchester City

Nach einem verhaltenen Saisonstart mit nur drei Siegen aus den ersten neun Spielen wollte manch ein Experte Manchester City erneut aus dem Titelrennen verabschieden. Großer Fehler! Die Mannschaft von Pep Guardiola hat sich mittlerweile eingespielt. Die Defensive steht nach der Ankunft von Ruben Dias so stabil wie lange nicht. Im Mittelfeld befindet sich Ilkay Gündogan womöglich in der Form seines Lebens, während Kevin De Bruyne nur so vor Spielwitz strotzt.

Am Wochenende setzte sich das fort, Crystal Palace wurde bequem mit 4:0 geschlagen. Damit hat Manchester City als erste Mannschaft der laufenden Saison fünf Siege in Folge eingefahren, darüber hinaus liegt die letzte Niederlage neun Spiele zurück. Die Cityzens sind auf der Überholspur, der Rückstand auf Spitzenreiter und Stadtrivale Manchester United beträgt nur noch einen Zähler, bei einem Nachholspiel in der Hinterhand.

„Treffer mit Symbolcharakter“-Award: Tanguy Ndombele

Novum! Wir haben einen Tottenham-Award, der sich weder um José Mourinho noch um das überlebenswichtige Tor-Duo Harry Kane und Heung-Min Son dreht. Es geht um Tanguy Ndombélé, der beim 3:1-Erfolg über Sheffield United am Sonntag der Mann des Tages war.

Keine drei Minuten nach dem 1:2-Anschlusstreffer der Blades, stürmte Ndombéle in den Strafraum. Steven Bergwijn hatte ihn gesehen, lobbte den Ball in seinen Laufweg. Aus halblinker Position, etwa elf Meter vor dem Tor und bedrängt von zwei Gegenspielern gab es eigentlich keine Chance für einen Torabschluss. Doch Ndombele ließ den Ball aufprallen und setzte im Fallen akrobatisch zum Lupfer an. Der Ball machte einen hohen Bogen und senkte sich erst am langen Pfosten ins Tor.

Es war ein Treffer mit Symbolcharakter, denn es ist nicht lange her, da drohte der Rekordneuzugang ein teures Missverständnis zu werden. Wie Mourinho gestand, hatte er Zweifel an der Einstellung des talentierten Franzosen. Das scheint nun Endgültig in der Vergangenheit zu liegen. Nachdem er 2019/2020 zwischen Bank und Tribüne pendelte, ist der 24-Jährige in dieser Saison nicht mehr aus dem Mittelfeld der Spurs wegzudenken. Durch sein Traumtor sicherte Tottenham den Sieg und damit Platz fünf. Und Ndombélé hat nach 18 Spielen bereits drei Tore auf dem Konto – schon jetzt mehr als in jeder Saison seiner Profikarriere.

„1:0-Könige“-Award: FC Chelsea

Trotz mehr als 45 Minuten in Überzahl musste sich der FC Chelsea gegen Aufsteiger Fulham bis zur 78. Minute gedulden, ehe das erlösende 1:0 durch Mason Mount fiel. Ein Blues-typisches Ergebnis: 131 Mal hat Chelsea in der Premier League nun mit 1:0 gewonnen, mehr als jedes andere Team in der Geschichte des Wettbewerbs. Am Samstag war es ein 1:0 der weniger überzeugenden Sorte.

Nichtsdestotrotz wird die Art und Weise des Erfolgs den Londonern und vor allem Trainer Frank Lampard am Samstag egal gewesen sein. Nach drei sieglosen Spielen in Folge gab es endlich wieder einen Dreier. Der Anschluss an die europäischen Plätze (vier Punkte) wurde gehalten und Lampard, dessen Trainerstuhl mächtig wackelt, darf erstmal aufatmen.

„Knoten geplatzt – die Zweite“-Award: Pierre-Emerick Aubameyang

Vergangene Saison erzielte Pierre-Emerick Aubameyang stolze 22 Tore für den FC Arsenal in der Premier League. Im Sommer folgte die umjubelte Vertragsverlängerung, doch ähnlich wie die Gunners, kam der Kapitän nur schwer in die aktuelle Spielzeit.

Während bei seinen Offensivkollegen zuletzt der Knoten zu platzen schien, stand Aubameyang vor dem 19. Spieltag weiterhin bei mickrigen drei Saisontoren. Dann kam mit Newcastle United einer seiner Lieblingsgegner. Arsenal dominierte das Spiel, musste allerdings bis zur zweiten Halbzeit warten, ehe Aubameyang nach einem langen Sprint selbstbewusst mit dem schwachen linken Fuß den Ball zum 1:0 unter die Latte drosch. Nach 77. Minuten sorgte er mit seinem zweiten Treffer für den 3:0-Endstand. Damit hat der Gabuner in seinen letzten vier Spielen gegen die Magpies jeweils getroffen.

Arsenal feierte den vierten Sieg im fünften Spiel und hat anscheinend seinen Torjäger wieder.

„Endlich bestätigt“-Award: Brighton

Woche für Woche lieferte Brighton & Hove Albion spielerisch solide bis gute Vorstellungen ab. Neun Spiele lang genügte das allerdings nicht für einen Sieg. Obwohl sich die Seagulls gemäß „expected Goals“ eigentlich im oberen Mittelfeld der Premier League bewegen sollten, waren sie durch die eigene Ineffizienz und viel Pech in den Abstiegskampf geraten.

Am Samstag belohnte sich die Mannschaft von Graham Potter endlich für den attraktiven Fußball und gewann mit 1:0 bei Leeds United. Das Tor des Tages durch Neal Maupay wurde sehenswert herausgespielt und auch die schwer zu bändigende Offensive des Aufsteigers wurde in Schach gehalten. Brighton holte ersten Dreier seit November und hat nun fünf Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze.

„Man kann über Leistung, Leistung, Leistung reden, aber am Ende wissen wir, dass wir Ergebnisse brauchen“, sagte Potter nach dem Spiel gegenüber der BBC und betonte: „Wir wissen, dass wir Punkte brauchen. Wir müssen daran glauben, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Am Samstag folgte endlich eine Bestätigung dafür.

„Lebenszeichen“-Award: West Bromwich Albion

Die Aussichten auf den Klassenerhalt waren für West Bromwich Albion bereits vor dem ersten Spieltag nicht gerade rosig. Ein Sieg in 17 Spielen und eine Trainerentlassung bestätigten den Eindruck. Ausgerechnet im Derby gegen Wolverhampton gab die Mannschaft von Trainer Sam Allardyce nun aber ein Lebenszeichen von sich.

Obwohl die eigene Führung nach 43 Minuten gedreht wurde, kam WBA noch einmal zurück. Dank eines beherzten Auftritts und zwei plump verursachten Elfmetern der Wolves gewannen die Baggies mit 3:2. Matheus Pereira verwandelte die Strafstöße.

West Brom hat zwar noch immer fünf Punkte Rückstand auf das rettende Ufer, dafür aber Mut geschöpft. „Wir sind noch immer am Ertrinken, haben die Köpfe unter Wasser und der einzige Weg nach oben, ist harter Kampf“, betonte Allardyce nach dem Spiel bei der BBC. Das muss auch die Devise sein, denn spielerisch hinkt WBA dem Rest der Premier League weiterhin eindeutig hinterher.

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(Photo by PAUL ELLIS/POOL/AFP via Getty Images)

Chris McCarthy

Gründer und der Mann für die Insel. Bei Chris dreht sich alles um die Premier League. Wengerball im Herzen, Kick and Rush in den Genen.

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