Der Deal war am Montagabend fertig verhandelt, die persönlichen Bedingungen geklärt, der Flug gebucht. Dann setzte sich Folarin Balogun am Dienstag zum Medizincheck – und seither steht sein Wechsel zum FC Everton auf der Kippe.
Was passiert ist
Nach Informationen von RMC-Reporter Fabrice Hawkins, die Fabrizio Romano bestätigte, halten die Mediziner des Premier-League-Klubs den 25-jährigen Angreifer nicht für hundertprozentig fit. L’Équipe berichtet von einem Transfer am Rande des Scheiterns, RMC Sport spricht davon, dass Balogun den Check nicht bestanden habe.
Everton geht demnach davon aus, dass eine Verletzung ihn daran hindern würde, sofort zu spielen. Die AS Monaco und das Lager des Spielers widersprechen entschieden: Balogun sei einsatzbereit, es gebe keinerlei Probleme.
Die Erklärung, die schon vorher bekannt war
Ganz überraschend kommt der Befund nicht. Monacos Trainer Filipe Luis hatte zuletzt öffentlich erklärt, dass Balogun die Weltmeisterschaft mit einer kleineren Verletzung bestritten habe und sich weiterhin in der Genesung befinde.
Genau diese Einschätzung liegt nun als Streitpunkt zwischen zwei medizinischen Abteilungen auf dem Tisch – wenige Stunden vor Fristende, ohne Zeit für eine zweite Meinung.
Die Zahlen des Deals
Die kolportierten Summen gehen weit auseinander. Genannt werden 38,5 Millionen Pfund plus 4,2 Millionen an Boni, rund 45 Millionen Euro plus fünf Millionen, ein Gesamtvolumen von 42,8 Millionen Pfund sowie eine Spanne von 35 bis 40 Millionen Pfund. Einig sind sich die Quellen nur darin, dass Monaco zusätzlich eine Weiterverkaufsbeteiligung erhält und Balogun einen Vierjahresvertrag mit Option auf ein weiteres Jahr unterschreiben sollte.
Warum es für Everton eng wird
Der Klub hat sich in eine unangenehme Lage manövriert. Beto wurde bereits für rund 15 Millionen Pfund an die AC Florenz abgegeben. Scheitert der Balogun-Transfer, bliebe David Moyes mit Thierno Barry nur ein gelernter Mittelstürmer im Kader.
Hinzu kommt eine Abhängigkeit: Der Balogun-Deal war an den Verkauf von Iliman Ndiaye gekoppelt, den Manchester City für kolportierte 65 Millionen Pfund verpflichtet und Tottenham damit weggeschnappt hat. Der Senegalese hat seinen Medizincheck bereits absolviert. Everton hätte das Geld also – nur womöglich keinen Stürmer.
Dass es überhaupt so weit kam, lag an der Konkurrenz: Neben den Toffees hatten zuletzt auch Aston Villa, der FC Barcelona und Tottenham Interesse an Balogun. Everton war schneller.
Was passiert, wenn es platzt
Zieht sich die Sache zu lange, könnte Everton den Transfer abbrechen. Balogun bliebe dann mindestens bis Januar in Monaco – bei einem Vertrag, der 2028 ausläuft und über den es in diesem Sommer keine Verlängerungsgespräche gab.
Sportlich wäre das für alle Seiten unbefriedigend. Der in New York geborene US-Nationalspieler, 31-facher Auswahlspieler, erzielte in der vergangenen Ligue-1-Saison 13 Tore und bereitete vier vor. In drei Jahren an der Côte d’Azur stehen 91 Pflichtspiele und 31 Treffer zu Buche, dazu ein starkes Turnier mit den USA, die im Achtelfinale ausschieden.
Ein Nebenstrang mit Türkei-Bezug
Bemerkenswert ist, was Everton parallel noch beschäftigt. Eine Rückkehr von Richarlison von Tottenham Hotspur kam nicht zustande – auch, weil türkische Klubs Interesse am Brasilianer angemeldet haben. Da die Süper Lig noch bis Freitag geöffnet ist, dürfte dieser Vorgang die englische Deadline überdauern.

