Der FC Chelsea hat sich mit der AS Monaco auf den Transfer von Lamine Camara verständigt. Der 22-jährige Senegalese kostet 55 Millionen Euro, unterschreibt bis Juni 2032 und erhält eine Option auf ein weiteres Jahr. Das berichten Fabrizio Romano und RMC Sport übereinstimmend. Dabei sah der Deal am Nachmittag noch tot aus – gerettet hat ihn ausgerechnet ein Stürmer, der mit Chelsea gar nichts zu tun hat.
Monaco sagt Nein – und muss dann doch verkaufen
Chelsea war seit Tagen an Camara dran, nachdem sich der Abgang von Enzo Fernández zu Manchester City abzeichnete. Zwei Angebote lehnte Monaco ab, zuletzt eines über 55 Millionen Euro. Sportdirektor Thiago Scuro pochte laut französischen Medien auf rund 70 Millionen – die Monegassen hatten schließlich keinen Verkaufsdruck, denn parallel stand der Transfer von Folarin Balogun zu Everton für etwa 40 Millionen Pfund kurz vor dem Abschluss.
Dann die Wende: Balogun fiel beim Medizincheck in Liverpool durch. Everton zweifelt an seiner vollen Fitness, Monaco und das Spielerlager widersprechen. Für den Ligue-1-Klub bedeutete das: Ein Verkauf musste her, und zwar innerhalb weniger Stunden. Chelsea griff zum Telefon, und die Forderung sank auf 55 Millionen Euro – genau jene Summe, die Monaco kurz zuvor noch abgelehnt hatte.
Medizincheck abgeschlossen, Ankunft in London am Mittwoch
Laut Romano absolvierte Camara den Medizincheck unter Aufsicht von Chelsea-Mitarbeitern, während beide Klubs die Vertragsunterlagen vorbereiteten. David Ornstein (The Athletic) meldete am Abend, der Check sei bestanden und der Spieler werde am Mittwoch in London erwartet. Die Premier League erlaubt es Klubs, per Deal Sheet zwei Stunden über die Deadline hinaus abzuschließen – ein Puffer, den Chelsea womöglich braucht.
Wer ist Lamine Camara?
Camara stammt aus Diouloulou im Süden Senegals und wurde bei Génération Foot ausgebildet, der Talentschmiede mit Partnerschaft zum FC Metz. Über Metz kam er 2024 für rund 15 Millionen Euro nach Monaco. Dort entwickelte er sich zum Stammspieler: 75 Pflichtspiele, sechs Tore, elf Vorlagen. Seine Stärken liegen in der Balleroberung und im Passspiel aus der Tiefe – eher Sechser als Achter, aber flexibel einsetzbar. Für Senegal ist er längst Nationalspieler.
Was Chelsea mit ihm vorhat
Unter Xabi Alonso soll Camara neben Moisés Caicedo die Doppelsechs bilden. Ein Eins-zu-eins-Ersatz für Fernández ist er nicht: Der Argentinier ist der kreative Box-to-Box-Typ, Camara der Abräumer mit gutem Aufbauspiel. Wirtschaftlich geht die Rechnung für die Blues ohnehin auf – 125 Millionen Pfund für Fernández kassiert, 47 Millionen Pfund für einen der begehrtesten jungen Mittelfeldspieler Europas ausgegeben.
Und Monaco? Steht am Ende des Tages ohne Balogun-Erlös da, aber mit 55 Millionen Euro für einen Spieler, den man eigentlich behalten wollte. Als Ersatz wurde bereits Erik Lira gehandelt.

