Rodri brilliert, Sancho unsichtbar: Die Einzelkritik zum Manchester-Derby

Manchester-Derby: Sancho unsichtbar, Rodri brilliert.
Premier League

Manchester City hat das Stadtderby bei Manchester United mit 2:0 für sich entschieden. Rodri brillierte, Eric Bailly war desolat und der eingewechselte Jadon Sancho unsichtbar. Wir haben die Einzelkritik.

Es war zwar kein 0:5 wie gegen den FC Liverpool, aber Manchester United war auch gegen Manchester City in allen Belangen unterlegen. Das 2:0 erzählt über das Spiel nur die halbe Geschichte. Nach den Toren von Eric Bailly (ET) und Bernardo Silva, jeweils nach Vorlage von Joao Cancelo, saugten die Cityzens ihrem Stadtnachbarn durch schier endlose Ballbesitzphasen das letzte Leben aus.



Rodri brillierte auf Seiten der Sieger, bei Manchester United erwischte im Grunde die gesamte Mannschaft einen rabenschwarzen Tag.

Noten wie in der Schule:

Manchester United

David de Gea: Beim ersten Gegentor machtlos. Bewahrte United mit seinen vielen Paraden vor einer Klatsche. Beim 0:2 wurde der Spanier zwar überrascht, agierte am kurzen Pfosten dennoch unsicher und unglücklich. Note: 3

Victor Lindelöf: Erzielte beinahe auch ein Eigentor (33.) und wackelte einige Male. Fühlte sich nach der Umstellung auf die Viererkette deutlich wohler, ohne dabei Sicherheit auszustrahlen. Note: 4

Eric Bailly (bis 45. Minute): Sorgte mit einem Fehlpass und einem Eigentor wenig später für den frühen Rückstand. Fiel mit schlechtem Stellungsspiel auf. Wurde zur Halbzeit ausgewechselt. Note: 5,5

Harry Maguire: Hatte mit einem Kopfball früh die Chance zur Führung. In der Defensive mit großen Schwierigkeiten und Ungenauigkeiten im Spielaufbau. Wirkte sehr verunsichert. Note: 4,5

Aaron Wan-Bissaka: Warf sich in viele Zweikämpfe, aber ohne zu wissen, wie er diese eigentlich gewinnen soll. Bernardo Silva und Joao Cancelo überrannten seine Abwehrseite förmlich. Dazu jede Menge Fehlpässe und ein schlechtes Stellungsspiel. Vor dem 0:2 zu weit weg vom Flankengeber. Note: 5

Scott McTominay: Gedanklich nicht auf der Höhe. City ließ den Ball zu schnell laufen, der Schotte kam kaum hinterher. Verbesserte sich in Halbzeit zwei. Note: 4,5

Fred (bis 80. Minute): War überall zu finden und fiel dabei auch überall negativ auf. Spielte engagiert, war aber im Kopf wesentlich zu langsam. Note: 5,5

Luke Shaw (bis 73. Minute): Trat einen guten Standard, war ansonsten nur defensiv gefordert. Schaltete vor dem 0:2 komplett ab. Bis zu seiner Kopfverletzung recht ordentlich im zweiten Abschnitt. Note: 3,5

Bruno Fernandes: Lamentierte fiel und wirkte lustlos. Spielte viele Fehlpässe und stellte in der Defensive keine Hürde für seine Gegenspieler dar. Fiel ansonsten fast nur mit (zu) aggressiven Zweikämpfen auf. Note: 4,5

Mason Greendwood (bis zur 67. Minute): Kaum sichtbar, verstolperte einen Abpraller von Ederson und somit den möglichen Ausgleich Mitte der ersten Halbzeit. Zeigte nach Wiederanpfiff minimal mehr Einsatz, ohne gefährlich zu werden. Note: 5,5

Cristiano Ronaldo: Einziger Spieler Uniteds, der Gefahr ausstrahlte. Wurde zu wenig in Szene gesetzt und tauchte deshalb zu oft ab. Hatte mit einer Direktabnahme die beste Chance der Red Devils. In der zweiten Hälfte ein wenig engagierter im Gegenpressing, aber offensiv nicht auffällig. Note: 4

Jadon Sancho (ab 45. Minute): Forderte sehr oft den Ball, aber wurde kaum eingebunden. Man vergaß zwischenzeitlich, dass er eingewechselt wurde. Note: 5,5

Marcus Rashford (ab 67. Minute): Keine Benotung.

Alex Telles (ab 73. Minute): Keine Benotung.

Donny van de Beek (ab 80. Minute): Keine Benotung.

Noten von Damian Ozako

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Manchester City

Ederson: Hatte wenig zu tun, reagierte in der kurzen Angriffsphase von Manchester United reflexstark. Note: 2

Kyle Walker: Weniger involviert als sein Pendant auf der linken Seite. Solider Auftritt, defensiv kaum gefordert. Fantastische Flanke vor dem 1:0. Note: 2,5

Rúben Dias: Bis auf ein verlorenes Kopfballduell in der Anfangsphase der gewohnte Fels in der Innenverteidigung. Defensiv kaum beschäftigt, mit dem Ball gewohnt passsicher. Note: 2,5

John Stones: Wie die gesamte Defensive war auch er kaum gefordert. Wenn doch, dann wirkte er in den wenigen Aktionen etwas passiver als sein Abwehrpartner, ließ dem Gegner zu viel Platz. Note: 3,5

Joao Cancelo: Offensiv ein ständiger Aktivposten auf der linken Seite, nicht nur wegen seinen beiden Assists. Spielintelligent und dynamisch. Bereitete das Eigentor durch eine scharfe Flanke vor, lieferte einen gefühlvollen Chip zum 2:0. Manchmal *zu* angriffslustig, sodass hinter ihm das ein oder andere Mal Räume entstanden. Note: 2

Rodri: In FIFA-Sprache: 99 Übersicht, 99 Pass, 99 Antizipation und 99 Physis. Es war der Quarterback der Cityzens. Es wirkte, als könne er das Spiel in Zeitlupe lesen – offensiv wie defensiv. Diktierte das Geschehen durch Präsenz, Ruhe, Übersicht und stets progressiven wie präzisen Pässen. Setzte seinen Körper hervorragend ein, um den Ball abzuschirmen. Hatte die meisten Balleroberungen auf dem Platz. Note: 1

Ilkay Gündogan: Unspektakulär, aber dafür nahezu fehlerlos. Spielte selbstlos, erkannte schnell den besser postierten Mitspieler und den freien Raum. Präzise Pässe, ließ clever prallen. Note: 2,5

Kevin De Bruyne: Zog im letzten Drittel mit einer lässigen Eleganz die Fäden. Der Belgier leitete durch sein einzigartiges Raumverständnis die meisten Chancen ein (4). Er wusste immer, wo seine Mitspieler sein wird und führte sie in den freien Raum. Einziger Makel: Zu unsauber im Abschluss, hätte ein Tor schießen müssen. Note: 2,5

Gabriel Jesus: Viel unterwegs, offensiv sehr selbstlos und mit gutem Blick für seine Mitspieler. Leitete die zweitmeisten Chancen ein. Hätte wohl beim Stand von 1:0 treffen müssen, De Gea reagierte allerdings stark. Note: 2,5

Bernardo Silva: Kaum vom Ball zu trennen, seine Dribblings wirkten nahezu mühelos. Lief sehr viel für das Team, schaffte im letzten Drittel somit Räume.  Sein Fleiß wurde beim 2:0 deutlich: Anders als die United-Verteidiger reagierte er blitzschnell nach Cancelos Vorlage und machte das Tor. Note: 2

Phil Foden: Sehr quirlig, im Ballbesitz kaum zu fassen und häufig involviert, wenn es gefährlich wurde. Das Endprodukt fehlte aber zu häufig: Nur eine von zehn Flanken fanden den Mann, verzog beim Stand von 2:0 knapp. Note: 3

Noten von Chris McCarthy 

(Photo by Clive Brunskill/Getty Images)

Chris McCarthy

Gründer und der Mann für die Insel. Bei Chris dreht sich alles um die Premier League. Wengerball im Herzen, Kick and Rush in den Genen.

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