FA-Cup-Viertelfinale gegen Sheffield: Chelsea-Lauf soll anhalten

Vorschau

Vorschau | Der FC Chelsea befindet sich momentan in einer hervorragenden Verfassung und besitzt sowohl in der Champions League als auch im FA-Cup eine aussichtsreiche Titelchance. Im Viertelfinale des nationalen Pokals wartet nun das kriselnde sowie schon höchstwahrscheinlich aus der Premier League absteigende Sheffield United.

Anpfiff der Partie ist am Sonntag, 14.30 Uhr, Live auf DAZN (Registriere dich jetzt auf DAZN und erhalte einen Gratismonat).

  • Chelsea ist seit 14 Pflichtspielen ungeschlagen
  • Sheffield: Der FA-Cup als Lichtblick
  • Beide Ligaduelle gewannen die Blues 

FC Chelsea: Defensiv fast unüberwindbar 

Mit der Amtsübernahme von Thomas Tuchel (47) kehrte ein neuer Geist bei den Blues ein. In 13 Partien unter seiner Leitung kassierten sie noch keine Niederlage – und gingen neunmal als Gewinner vom Platz. Am Mittwoch erlebte Chelsea womöglich den bisherigen Höhepunkt der Saison. Nach Toren von Hakim Ziyech (28), das Timo Werner (25) sowie Kai Havertz (21) hervorragend auflegten und Emerson (27), der mit dem Schlusspfiff einnetzte, gab es ein verdientes 2:0 über Atletico Madrid. Da die Londoner bereits das Hinspiel (1:0) für sich entschieden, fiel das Weiterkommen letztlich souverän aus. In beiden Begegnungen blieben sie erneut ohne Gegentreffer – wie in insgesamt elf Spielen, bei denen Tuchel an der Seitenlinie stand. Erst zweimal schlug es seitdem im Gehäuse der Blues ein.

Für einen Gegentreffer war der heutige Gegner Sheffield United verantwortlich. Es benötigte aber die Mithilfe des aufstrebenden Antonio Rüdiger (28), der ins eigene Netz traf. Zu Zeiten von Frank Lampard (42) spielte der deutsche Nationalspieler kaum noch eine Rolle. Er kokettierte sogar mit einem Wechsel zum Stadtrivalen Tottenham. Inzwischen geht Rüdiger mit Leistung voran, was sich in 90 Prozent Spielanteilen widerspiegelt. Die fast schon unheimliche über den Wechsel zur Dreierkette entstandene defensive Stabilität bildet den Anker für den Chelsea-Lauf. In der Premier League führte der Weg bereits auf den anvisierten Rang vier, der zur Champions-League-Teilnahme berechtigt. Chancen auf die Meisterschaft bestehen jedoch nicht mehr. Dafür sind die Hauptstädter im FA-Cup noch vertreten. Der Weg ins Viertelfinale führte über Morecambe (4:0), Luton Town (3:1) und Barnsley, wo sie sich mühevoll mit 1:0 durchsetzten.

 

Chelsea: Giroud rückt in die Startelf

Mit den Blades reist erneut ein machbarer Gegner an die Stamford Bridge. Tuchel wird im Vergleich mit dem Premier-League-Schlusslicht wieder auf Olivier Giroud (34) zurückgreifen kann. Der Stoßstürmer musste in den vergangenen vier Partien jeweils 90 Minuten zuschauen. Auf der Pressekonferenz erklärte der Übungsleiter:„Es war mein Fehler, er trainiert sehr gut.“ Der Franzose könne immer noch großen Einfluss auf die Mannschaft haben. Denn „er hat die Erfahrung, die psychische Stärke und die Entschlossenheit im Strafraum“, so Tuchel, der wohl auf einigen Positionen rotieren wird. In die Startelf zurückkehren dürften die in der Champions League gelbgesperrten Jorginho (29) und Mason Mount (22). Dafür wird N´Golo Kante wohl eine Verschnaufpause erhalten. Weiterhin nicht zur Verfügung steht als einziger Akteur Thiago Silva (36), der nach der Länderspielpause wieder zur Mannschaft stoßen soll.

 

Sheffield United: Spiel zwei nach Wilder

Vor acht Tagen endete die fast fünf Jahre andauernde Ära von Chris Wilder (53) bei Sheffield United. Er schrieb eine fast schon märchenhafte Erfolgsstory, indem er die Blades von der League One bis in die Premier League und im Jahr nach dem Aufstieg auf Platz neun führte. Doch das zweite Jahr in Englands höchster Spielklasse entwickelte sich zum reinen Desaster. Miserable zwei Zähler (!!) aus 17 Spielen legten den Grundstein für den kaum noch abzuwendenden Abstieg. Danach schaffte es Wilder – die durchgehend von Verletzungsproblemen geplagte – Mannschaft zu stabilisieren. Doch die Unstimmigkeiten mit der Vereinsführung hielten an, weshalb letztlich die Trennung folgte. U23-Trainer Paul Heckingbottom (43) darf sich vorerst bis Saisonende versuchen. Sein Debüt misslang auf ganzer Linie. Ein überfordertes Sheffield unterlag Leicester, das sich äußerst spielfreudig zeigt, mit 0:5.

(Photo: Imago)

19:1-Torschüsse standen am Ende auf dem Statistikbogen. United erreichte gerade einmal einen „XGoals“-Wert von 0,09, wodurch die Chancenlosigkeit noch einmal verdeutlicht wird. Aktuell beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer 14 Punkte. Oberstes Ziel ist es daher, sich anständig in die Championship zu verabschieden. Anders schaut die Lage im FA-Cup aus. Dort machten sich die Blades die Auslosung zunutze. Erfolge über die Bristol Rovers (3:2), Plymouth Argyle (2:1) und Bristol City (1:0) ebneten den Weg in die Runde der letzten acht, wo mit Chelsea allerdings ein Hochkaräter zugelost wurde. In den Ligapartien schlug sich Sheffield tapfer, konnte sowohl beim 1:4 an der Stamford Bridge als auch beim unglücklichen 1:2 im eigenen Stadion zumindest in Phasen mithalten.

Personalsituation bleibt angespannt

Auch heute wollen die wohl erneut auf ein 3-5-2 setzenden Blades ein unangenehmer Gegner sein – und ihre kleine Chance auf den Einzug ins Halbfinale nutzen. Unvorteilhaft sieht jedoch weiterhin die Ausfallliste aus. John Egan (28), Jack Robinson (27), der letztjährige Abwehrchef Jack O´Connell (26), Jack Rodwell (30) und Sander Berge (23) – einer der begabtesten Kicker im Kader – kurieren immer noch ihre Verletzungen aus. Innenverteidiger Ethan Ampadu (22), den die Blues nach Sheffield verliehen, darf aufgrund einer Klausel im Vertrag nicht gegen seinen eigentlichen Arbeitgeber auflaufen. Routinier Phil Jagielka (38) trauert hingegen um seinen am Mittwoch verstorbenen Bruder Steve, der einst auch für Sheffield United auflief.

Prognose

Chelsea geht als klarer Favorit in die Begegnung hinein und wird seine Erfolgsserie fortsetzen. Das Wirken von Tuchel stabilisierte die Hauptstädter, die mit einer konzentrierten Vorstellung keine große Mühe mit einer in fast allen Belangen klar unterlegenen Auswahl aus Sheffield haben werden.

Mögliche Aufstellungen:

Chelsea: Kepa – Azpilicueta, Christensen, Zouma – Hudson-Odoi, Jorginho, Kovacic, Chilwell – Pulisic, Mount – Giroud

Sheffield: Ramsdale – Basham, Bryan, Baldock – Bogle, Lundstram, Norwood, Osborne, Lowe (Stevens) – McGoldrick, Burke (Brewster)

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(Photo: Imago)

Yannick Lassmann

Rafael van der Vaart begeisterte ihn für den HSV. Durchlebte wenig Höhen sowie zahlreiche Tiefen mit seinem Verein und lernte den internationalen Fußball lieben. Dem VAR steht er mit tiefer Abneigung gegenüber. Seit 2021 bei 90Plus.

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