Kommt Tottenham gegen ManUtd wieder zurück in die Spur?

Kane (Spurs) und Bailly (ManUtd) liefern sich Zweikampf
Premier League

Vorschau | Am 31. Spieltag der Premier League empfängt Tottenham Manchester United. Die Spurs suchen aktuell nach ihrer Form. ManUtd hat sich hinter Manchester City als Tabellenzweiter festgesetzt und wird Tottenham mit breiter Brust gegenübertreten. 

Anpfiff der Partie ist am Sonntag, 17:30 Uhr, live bei Sky.

  • Tottenham: Keine „Killer-Mentalität“
  • Konkurrenz von Tottenham punktet konstant
  • ManUtd: Hohes Pensum im Saison-Endspurt

Tottenham fehlt die „Killer-Mentalität“

Am letzten Spieltag verspielte Tottenham gegen Newcastle United (2:2) zum wiederholten Mal in dieser Saison eine gute Ausgangsposition. Trotz mehrerer Gelegenheiten, das Spiel frühzeitig zu entscheiden, trennte man sich am Ende unentschieden. Eben dieser Umstand, die fehlende „Killer-Mentalität“, stellte die Mannschaft von Trainer José Mourinho (58) in dieser Saison bereits des Öfteren vor Probleme. Die Partie gegen Newcastle stellt keinen Einzelfall dar. Das musste man erst kürzlich im Achtelfinal-Rückspiel der Europa League schmerzlich erfahren. Gegen Dinamo Zagreb verspielte man eine 2:0-Führung aus dem Hinspiel (0:3 n.V.). „Es ist ein schlechtes Ergebnis“, sagte Mourinho auf der Pressekonferenz nach dem Unentschieden gegen Newcastle. „Der Grund, warum wir dieses Spiel nicht gewonnen haben ist unsere Inkonstanz und Instabilität“, erklärte der Portugiese. 

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Durch das 2:2 gegen die Magpies hat Tottenham über den gesamten Saisonverlauf gesehen mittlerweile elf Punkte in den letzten zehn Minuten verspielt. Auf die fehlende „Killer-Mentalität“ angesprochen, gab Mourinho zu, dass genügend Gelegenheiten vorhanden waren. „Wir hatten eine gute Szene mit Sonny (Heung-min Son (28) Anm.d.Red.). Dann hatte Harry (Kane (27) Anm.d.Red.) die gute Chance, die leider nur an den Pfosten geht. Und wir hatten die Situation, wo Erik (Lamela (29) Anm.d.Red.) nur den einfachen Pass zu Tanguy (Ndombélé (24) Anm.d.Red.) spielen muss, dann ist Tanguy durch“, konstatierte The Special One‘ und betonte: „Ja, wir hätten den Sack zumachen müssen!“

Kann Tottenham das Torfestival aus dem Hinspiel wiederholen?

Nun wartet am Wochenende ein formstarkes ManUtd auf Tottenham. Im Hinspiel demontierte man die Red Devils furios im gegnerischen Old Trafford mit 6:1. Sowohl Kapitän Kane, als auch Son traten damals als Doppeltorschützen in Erscheinung. Mittlerweile steht ManUtd auf einem guten zweiten Platz hinter Tabellenführer Manchester City, die Spurs rangieren derweil mit 49 Punkten auf Platz sieben. Die Konkurrenz spielte bereits am Samstag und konnte punkten. Mit dem FC Chelsea (Platz vier, 54 Punkte), dem FC Liverpool (Platz fünf, 52 Punkte) und West Ham United (Platz sechs, 52 Punkte) liefern sich die Saints einen spannenden Schlagabtausch um den letzten verbliebenen Champions-League-Platz.

Harry Kane, Heung-min Son (Tottenham) bejubeln ihren Treffer gegen ManUtd

Photo: Oli Scarff / Imago

Dass es erneut solch ein Torfestival wie im Hinspiel geben wird, scheint relativ unwahrscheinlich. United hat sich seitdem weiterentwickelt und steht in der Defensive deutlich stabiler. Dazu kommen die eben genannten Probleme der Spurs. Während die Zukunft von Mourinho bei Tottenham an guten Resultaten hängt, scheint auch die Zukunft von Spurs-Kapitän Kane unsicher zu sein. Aufgrund fehlender Titel-Perspektiven soll Kane offenbar über einen Wechsel nachdenken. Personaltechnisch wird ‚Mou‘ aus dem Vollen schöpfen können. Lediglich Matt Doherty (29) und Ben Davies (27) werden gegen Mourinhos alten Arbeitgeber fehlen.

Solskjaer: ManUtd „nie mit einem zweiten Platz zufrieden“

Die Mannschaft von Trainer Ole Gunnar Solskjaer (48) fährt mit viel Selbstvertrauen nach London. In der Premier League ist Manchester United seit zehn Partien ungeschlagen und in der Europa League steht man nach einem 2:0-Auswärtssieg beim FC Granada schon mit einem Bein im Halbfinale. Betrachtet man die letzte Dekade, könnte man den aktuell zweiten Tabellenplatz als Erfolg verbuchen. „Wir sollten uns bei ManUnited nie mit einem zweiten Platz zufrieden geben“, sagte Solskjaer auf der Pressekonferenz vor dem Spiel und ergänzte: „Wir wissen wozu dieser Verein fähig ist.“

Angesprochen auf das Ergebnis aus dem Hinspiel erklärte der Norweger: „Ich glaube, viele der Spieler erinnern sich noch zu gut daran. Unserer Stolz wurde verletzt.“ Die Pleite gegen Tottenham scheint also Spuren hinterlassen zu haben. „Ich bin ziemlich, ziemlich sicher, dass wir einige Spieler sehen werden, die beweisen wollen, dass wir besser sind als das“, fügte er hinzu. Die Ausgangslage vor der kommenden Partie ist indes eine gänzlich andere. ManUtd ist gut in Form und hat sich seit der Niederlage gegen Tottenham enorm gesteigert. „Das Größte, was wir verbessert haben, ist unsere Fitness“, konstatierte Solskjaer. Aber auch in der Defensive haben die Red Devils zugelegt, sind längst nicht mehr so anfällig wie noch zu Beginn der Saison.

Maguire, McTominay (ManUtd) hadern mit Gegentorgegen Tottenham

Photo: Oli Scarff / Imago

Solskjaer über Spurs-Kapitän: „Kennen die Qualitäten von Kane“

Nach der Europa-League-Partie am Donnerstagabend könnte es eventuell einige Änderungen in der Startformation geben, die Beine sind schwer. Nichtsdestotrotz werden Bruno Fernandes (26) und Marcus Rashford (23) aller Wahrscheinlichkeit starten, dazu ist das Duo in dieser Saison einfach zu wichtig. Fernandes ist mit seinen 27 Torbeteiligungen vereinsinterner Top-Scorer, dicht gefolgt von Rashford mit 19. Was der Portugiese und Eigengewächs Rashford für Manchester United sind, ist Kane für Tottenham. Dessen ist sich auch Uniteds Übungsleiter bewusst. „Jede Mannschaft, wenn sie gegen Tottenham oder England spielt, kennt die Qualitäten von Harry Kane“, erklärte Solskjaer. Dass Tottenham nicht nur aus Kane besteht, darüber ist sich der Norweger auch im Klaren. „Sie (Kane und Son, Anm.d.Red.) sind eine der Stärken von Tottenham. Allerdings haben sie (Spurs, Anm.d.Red.) auch andere qualitativ starke Spieler, auf die wir uns einstellen müssen“, konstatierte er. Gemeint sind damit wohl unter anderem Lucas Moura (28), Gareth Bale (31) oder Ndombele. 

In den eigenen Reihen wird Solskjaer neben dem Langzeitverletzten Phil Jones (29) auch auf Innenverteidiger Eric Bailly (26) und Angreifer Anthony Martial (25) verzichten müssen. 

Prognose

Tottenham braucht Resultate. Die Konkurrenz um Chelsea und West Ham punktet konstant und auch Liverpool scheint wieder in Form zu kommen. Mit Manchester United ist zwar ein formstarke Gegner zu Gast, allerdings könnten die Beine bei den Gästen schwer sein, was eine Chance für die Spurs darstellen könnte. Tottenham schlägt ManUtd knapp und kommt wieder zurück in die Spur. 

 

 

Mögliche Aufstellungen:

Tottenham Hotspur: Lloris – Tanganga, Dier, Sánchez, Reguilón – Ndombélé, Höjbjerg – Lamela, Lucas Moura, Son – Kane

Manchester United: Henderson – Wan-Bissaka, Lindelöf, Maguire, Telles – Fred, McTominay – Diallo, Fernandes, Rashford – Greenwood

Photo: Alex Livesey / Imago

Sarom Siebenhaar

Die Oranje-Connection entfachte seine Leidenschaft für den HSV. Durch zahlreiche Tiefen schmecken die vereinzelten Höhen umso süßer. Schätzt attraktiven Offensivfußball genauso wie kämpferische Höchstleistungen. Internationaler Top-Fußball findet sich nicht nur in den Big Five. Seit 2021 bei 90PLUS.

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