Leicester will Manchester City erneut einen Streich spielen

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Vorschau | Am Samstagabend trifft Leicester City im Spitzenspiel der Premier League auf Manchester City. Der unangefochtene Tabellenführer hat angesichts der derben Hinspielpleite noch eine Rechnung mit den Foxes offen.

Anpfiff der Partie ist am Samstag, 18.30 Uhr, Live bei Sky.

  • Leicester: Führt die Entwicklung diesmal in die Champions League ?
  • Manchester City gewann die letzten 14 Auswärtsspiele
  • Denkwürdiges Hinspiel: Leicester siegte mit 5:2 beim Spitzenreiter

Leicester City: Einen besseren Schlussspurt hinlegen 

Brendan Rodgers (48) übernahm die Foxes vor rund zwei Jahren. Seitdem legten sie einen steilen Weg zurück nach oben hin. 56 Punkte aus 29 Spielen bedeuten Rang drei, wobei der Vorsprung auf West Ham, das den ersten Europa-League-Platz belegt, schon sieben Zähler beträgt. Die Chancen auf die zweite Champions-League-Teilnahme nach 2016/17 stehen somit außerordentlich gut. Eine ähnliche Situation fand der Verein jedoch in der vergangenen Spielzeit vor, dann brach er in der Endphase ein und beendete die Saison „nur“ auf dem fünften Platz. Die Zweifel an der Fähigkeit, das hohe Leistungsniveau zu halten, vergrößerten sich auch im laufenden Spieljahr, als Leicester zunächst in der Europa League an Slavia Prag scheiterte und dann im Ligabetrieb zweimal sieglos blieb. Doch ein hart erarbeiteter 2:1-Erfolg in Brighton – durch ein spätes Tor von Daniel Amartey (26) – leitete die Trendwende ein. Danach folgte ein lockeres 5:0 über Sheffield United sowie ein 3:1 im FA-Cup gegen Manchester United.

Leicester Rodgers

Photo: Imago/Rui Vieira

In beiden Partien bot Leicester sehenswerten Fußball. Der gewohnte Spielstil, der auf vielen kurzen Pässen basiert, griff – besonders im Duell mit den auf dem zweiten Rang liegenden Red Devils. Im Halbfinale des FA-Cups wartet mit dem FC Southampton eine lösbare Aufgaben, sodass die Foxes erstmals seit 1969 wieder ins Endspiel des prestigeträchtigsten Pokalwettbewerbs einziehen können. Dann wird es auch wieder auf Kelechi Iheanacho (24) ankommen, der sich in prächtiger Verfassung befindet. In den letzten vier Pflichtspiel steuerte der Nigerianer gleich sieben Treffer bei. Damit etablierte sich – der einst für die Cityzens aktive – Iheanacho neben Jamie Vardy (34). Für den routinierten Angreifer stellt das anstehende Spitzenspiel gegen Manchester City ebenfalls eine besondere Begegnung dar. Im Hinspiel gelangen ihm bei höchst eindrucksvollen 5:2-Erfolg gleich drei seiner zwölf Saisontreffer.

Maddison steht vor Comeback

An die starke Vorstellung möchte Vardy logischerweise anknüpfen. Die Rückkehr von James Maddison (24) dürfte seine Arbeit deutlich erleichtern. Mit acht Toren und sieben Vorlagen zählt der zuletzt ausfallende Spielgestalter zu den wichtigsten Akteuren im Kader. Trainer Rodgers sagte auf der Pressekonferenz zu seinem körperlichen Zustand: „Klar, ist er noch nicht bei 100 Prozent. Aber seine fußballerische Fitness sieht schon sehr gut aus.“ Somit wird Maddison wohl in der Startelf zu finden sein genauso wie Rechtsverteidiger Ricardo Pereira (27), der sich ebenso wieder gesund meldete. Der Chefcoach zeigte sich zudem erleichtert, dass die Länderspielpause aus Sicht seiner Spieler „sehr gut“ verlief. Mit Harvey Barnes (23) – dem zweitbesten Torschützen, dem eigentlichen Dauerbrenner James Justin (23), Cengiz Ünder (23) und Oldie Wes Morgan (37) muss ein Quartett allerdings weiterhin aussetzen.

Manchester City: Revanche für das Desaster aus dem Hinspiel

Bei den Skyblues läuft momentan alles wie geschmiert. Auch die 0:2-Derbyniederlage gegen Manchester United, die die unheimliche Siegesserie von 21 Spielen beendete bracht sie nicht aus dem Tritt. Die anschließenden Aufgaben meisterte die Mannschaft von Pep Guardiola (50) sowohl in der Premier League als auch im Pokal souverän. Die siebte Meisterschaft der Vereinsgeschichte dürfte ihr kaum noch zu nehmen sein. Doch Manchester City ist noch in drei weiteren Wettbewerben vertreten. Ein besonderer Fokus liegt definitiv auf der Champions League Das letzte Pflichtspiel vor den Länderspielen absolvierten die Cityzens allerdings im FA-Cup beim FC Everton. Die schwierige Aufgabe meisterten sie erst in der Schlussphase. Erst kurz vor Schluss fielen die erlösenden Treffer zum 2:0-Erfolg.

Wieder einmal für den Unterschied sorgte Ilkay Gündogan (30). Sein bereits 16.Pflichtspieltor brachte City erst ins Halbfinale, wo der FC Chelsea wartet. Ohnehin gilt der zentrale Mittelfeldspieler als auffälligster Akteur in einer herausragenden Mannschaft. Im Januar sowie Februar wurde er zum Spieler des Monats in der Premier League gekürt. Doch auch weitere Akteure wie Raheem Sterling (26), Gabriel Jesus (23), Riad Mahrez (30) oder Phil Foden (20) zeigten sich sehr treffsicher. Einen echten Mittelstürmer benötigte Manchester City in dieser Saison nur selten. Sergio Aguero (32) nahm aufgrund einer Corona-Infektion sowie einigen kleinen Verletzungen keine prägende Rolle ein und kam nur auf acht Ligaspiele. Seine überaus erfolgreiche – ein Jahrzehnt andauernde – Zeit in Reihen der Skyblues wird im Sommer enden. Bislang brachte er es auf 257 Tore, aber im Endspurt sollen noch einige hinzukommen. Das Hinspiel gegen Leicester verpasste er, worüber der Argentinier sicher nicht unglücklich ist. Denn City ging im eigenen Stadion mit 2:5 unter. Zudem fielen gleich mehrere Negativmarken.

 

Keine personellen Sorgen

Die hoch begabte Auswahl verschuldete gleich drei Elfmeter. Doch damit wars nicht genug. Erstmals seit der Eröffnung des Etihad Stadium (2004) kassierte Manchester City fünf Gegentore. Und auch Guardiola musste erstmals in seiner Trainerkarriere eine so hohe Anzahl an Einschlägen schlucken. Die damalige Pleite leitete im aufgeregten Umfeld so manchen Abgesang auf ihn ein, der natürlich längst kein Thema mehr ist. Das Mastermind führte den Verein daraufhin womöglich sogar auf ein noch höheres Level. Der Spanier dürfte außerdem über den Verlauf der von ihm schwer kritisierten WM-Qualifikationsspiele erfreut sein. Weiterhin stehen ihm nämlich alle Spieler zur Verfügung. Dies sei auch von Nöten wie Guardiola auf der Pressekonferenz betonte: „Von jetzt an ist jedes Spiel ein Finale.“ Um der Jagd nach vier Titeln nachgehen zu können, benötigt er die Qualitäten jedes einzelnen Akteurs. Zur Rotation könnte er schon heute greifen, da das Heimspiel gegen Dortmund eine wohl noch höhere Bedeutung besitzt. Die Champions League gewann City trotz aller Investitionen bekanntlich noch nie.

Prognose

Die Fernsehzuschauer dürfen sich auf eine sehr ansehnliche Partie freuen, die von beiden Seiten offensiv geführt werden wird. Am Ende wird Manchester City seine hervorragende Form erneut unter Beweis stellen und sich gegen ein gut aufgelegten Leicester knapp durchsetzen.

Mögliche Aufstellungen:

Leicester City: Schmeichel,-Söyüncü, Evans, Fofana,-Pereira, Ndidi, Thielemans, Castagne,-Maddison,-Iheanacho, Vardy

Manchester City: Ederson,-Walker, Stones, Dias, Cancelo,-de Bruyne, Rodrigo, Gündogan,-Mahrez, Jesus, Sterling

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(Photo: Imago/Martin Rickett)

Yannick Lassmann

Rafael van der Vaart begeisterte ihn für den HSV. Durchlebte wenig Höhen sowie zahlreiche Tiefen mit seinem Verein und lernte den internationalen Fußball lieben. Dem VAR steht er mit tiefer Abneigung gegenüber. Seit 2021 bei 90Plus.

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