Tottenham empfängt Chelsea: Wer behält die Champions-League-Ränge im Blick ?

Vorschau

Vorschau | Abgerundet wird der Spieltag in der Premier League mit einem hochkarätigen Stadtduell. Die zuletzt schwächelnden Tottenham Hotspur treffen auf den FC Chelsea, der sich seit dem Trainerwechsel im Aufwind zu befinden scheint. Um nicht außer Sichtweite ihrer Saisonziele zu geraten, benötigen beide Mannschaft einen Sieg.

Anpfiff der Partie ist am Donnerstag, 21.00 Uhr, Live bei Sky.

  • Findet Tottenham eine Antwort auf den Kane-Ausfall ?
  • Chelsea: Erster Härtetest unter Neutrainer Tuchel
  • Gibt es mehr Aufregung als im ereignisarmen Hinspiel ?

Tottenham steht vor richtungsweisender Partie

Nach starkem Saisonstart mit zwischenzeitlicher Tabellenführung haben die Spurs nur noch zwei ihrer letzten neun Ligaspiele für sich entschieden. Sie fielen auf Rang sechs zurück, wobei der Rückstand auf Leicester City, das den zur Champions-League-Teilnahme berechtigten Platz vier belegt, bei einem absolvierten Spiel weniger sechs Zähler beträgt. Zuletzt setzte es gleich zwei Niederlagen am Stück für die Nordlondoner. Auf das 1:3 gegen Liverpool – verbunden mit dem bitteren verletzungsbedingten Ausfall von Harry Kane (27) – folgte ein verdientes 0:1 in Brighton. Schon dort wurde der Stoßstürmer schmerzlich vermisst.

Trainer Jose Mourinho (58) setzte im 3-4-2-1-System zunächst auf Heung-Min Son (28) – zusammen mit Kane für 24 der 34 Saisontreffer verantwortlich – als alleinige Spitze. Dahinter agierten Steven Bergwijn (23) und der erneut wirkungslose Gareth Bale (31). Auf den äußerst harmlosen Auftritt im ersten Abschnitt, der Tottenham nach Empfinden von Mourinho „das Spiel kostete“, veränderte eine Umstellung in der Halbzeitpause das Geschehen auf dem Spielfeld. Mit Carlos Vinicius (25) betrat ein gelernter Mittelstürmer das Spielfeld. Er brachte Schwung ins Auftreten der Spurs und besaß die beste Gelegenheit zum Ausgleich. Der portugiesische Übungsleiter zeigte sich mit seiner Darbietung einverstanden:„Er brachte uns die nötige Dynamik, war viel in Bewegung, sodass wir mehr Räume bespielen konnten.“ Ein Treffer sprang allerdings nicht heraus. Die Anzahl an aussichtsreichen Tormöglichkeiten fiel bei einem expected-Goals-Wert von 0,37 zudem recht gering aus.

(Photo by Andrew Boyers – Pool/Getty Images)

Offensive Steigerung ist von Nöten

Dennoch sprach Mourinho seiner Auswahl ein Lob aus:„Wir haben kein Tor geschossen, aber das Gefühl war deutlich besser. In der zweiten Halbzeit hatte ich nichts zu kritisieren.“ Mit dem FC Chelsea wartet jetzt ein gut aufgelegter Gegner, der seit dem Wechsel auf der Trainerbank noch kein Gegentor kassierte. Um die Blues zu gefährden, brauchen die Hausherren mehr Durchschlagskraft in der Offensive, weshalb das Startelfdebüt von Carlos Vinicius (25) als realistisch eingeschätzt wird. Abhängig ist seine Nominierung jedoch auch vom gewählten Ansatz seines Vorgesetzten. Im Hinspiel ergatterte ein sehr defensiv ausgerichtetes Tottenham, dank einer konzentrierten Vorstellung, ein torloses Remis. Ein Resultat, das angesichts der aktuellen Tabellensituation momentan kaum weiterhelfen würde. Neben dem am Knöchel verletzten Kane stehen auch Giovanni Lo Celso (24) (Oberschenkelprobleme), Dele Alli (24) (Sehnenprobleme) und Jose Reguillon (24) nicht zur Verfügung.

Chelsea visiert ersten Erfolg gegen Big-Six-Club an

Die Blues erlangten bis dato – genauso wie Kontrahent Tottenham – 33 Punkte. Die Stimmung hat sich an der Stamford Bridge allerdings zum Positiven gewandelt. Am Sonntag gelang der erste Dreier unter der Leitung von Thomas Tuchel (47). Nach einseitigen 90 Minuten, die 19:1-Torschüssen hergaben, stand ein 2:0-Sieg über den FC Burnley zu Buche. Dabei agierte das mit 71 Prozent erneut viel Ballbesitz verzeichnende Chelsea schon deutlich zielstrebiger. Die verstärkte Intensität, mehr Läufe sowie Bälle in die Tiefe und eine hohe Passqualität sorgten für eine ansehnliche Vorstellung, die Kapitän Cesar Azpilicueta (31) und Marcos Alonso (30) mit ihren Treffern krönten.

Jener Alonso kam zuvor letztmals im September zum Zug, ehe er sich mit dem ehemaligen Trainer Lampard überwarf und keine Rolle mehr spielte. Mit der Amtsübernahme von Tuchel werden die Karten jedoch neu gemischt. 17 Akteure erhielten bereits das Vertrauen, wobei gerade in der Angriffsreihe rotiert wurde. Alonso nutzte seine Chance genauso wie die gesamte Dreierkette um Azpilicueta, Thiago Silva (36) und Antonio Rüdiger (27). Sie wirkte sehr stabil – und ließ noch kein Gegentor zu. Im Stadtderby wartet nun die erste Reifeprüfung. Bislang sprangen für den FC Chelsea in den direkten Duellen mit den Big-Six-Vereinen (Manchester City, Manchester United, FC Liverpool, FC Arsenal und Tottenham) in fünf Begegnungen nur zwei Zähler heraus.

(Photo by JULIAN FINNEY/POOL/AFP via Getty Images)

Aufeinandertreffen zweier verschiedener Spielkulturen ?

Beim Unentschieden im Hinspiel gegen die Spurs haperte es vor allem in der Kreativabteilung. Die Blues strahlten über weite Strecken der Partie keine Torgefahr aus. Angesprochen auf einen ähnlichen Spielverlauf während seiner ersten Begegnung mit Mourinho antwortete Tuchel:„Ich bin sehr glücklich mit unserer Qualität und Mentalität. Die Stimmung in der Mannschaft ist gut, wir werden eine gute Leistung zeigen.“ Auch das vermeintliche Duell zweier komplett unterschiedlicher Spielstile reagierte er unbeeindruckt: „Es wird eine Herausforderung. Jose (Mourinho) ist ein Siegertyp und genau das möchte ich in meinem Kader implementieren.“ Dies ist auch notwendig, wenn die Champions League noch erreicht werden soll. Zu oft hatten die Westlondoner in Vergleichen mit Spitzenmannschaften, aber auch auf fremden Plätzen, das Nachsehen. Die Vorzeichen für eine Trendwende sind auch aus personeller Sicht ansprechend. Lediglich die Einsätze des immer noch nicht wirklich angekommenen Kai Havertz (21) und von Kurt Zouma (26) sind fraglich.

Prognose

Der FC Chelsea geht angesichts der Formkurven beider Mannschaften leicht favorisiert in die Partie hinein. Bei den Tottenham Hotspur, die eine Lösung für den Ausfall von Torjäger Harry Kane finden müssen, erwartet ihn jedoch eine schwierige Aufgabe. Daher könnten die mit wohl etwas höherer individueller Qualität bestückten Blues die Nase leicht vorne haben. 

Mögliche Aufstellungen:

Tottenham: Lloris,-Alderweireld, Dier, Rodon,-Doherty, Hojbjerg, Ndombele, Davies,-Bergwijn, Son,-Vinicius

Chelsea FC: Mendy,-Azpilicueta, Silva, Rüdiger,-Hudson-Odoi, Kovacic, Kante (Jorginho), Alonso,-Pulisic, Mount,-Giroud

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(Photo by Matthew Childs – Getty Images)

Yannick Lassmann

Rafael van der Vaart begeisterte ihn für den HSV. Durchlebte wenig Höhen sowie zahlreiche Tiefen mit seinem Verein und lernte den internationalen Fußball lieben. Dem VAR steht er mit tiefer Abneigung gegenüber. Seit 2021 bei 90Plus.

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