Ein Jahr nach dem 75-Millionen-Wechsel nach England verlässt Nick Woltemade Newcastle United wieder – per Leihe zu Juventus Turin, ohne Kaufoption und ohne Kaufpflicht.
Die Eckdaten
- Modell: reine Leihe für die Saison 2026/27, ohne jede Kaufoption oder -pflicht
- Leihgebühr: Fabrizio Romano nennt 3,5 Millionen Pfund; in anderen Wiedergaben ist von 3,5 Millionen Euro die Rede, ein italienisches Portal nennt fünf Millionen
- Medizincheck: Dienstag in Turin, der Flug ist gebucht
Romano und Gianluca Di Marzio meldeten die Einigung am Montagabend übereinstimmend. Sky Deutschland schränkte allerdings ein, Woltemade habe die endgültige Entscheidung noch nicht getroffen – beide Klubs rechnen jedoch mit dem Vollzug.
Der Ablauf eines einzigen Tages
Wie schnell sich die Sache entwickelte, zeigt der Verlauf des Montags. Am Nachmittag berichtete der italienische Journalist Orazio Accomando von einer grundsätzlichen Einigung zwischen den Klubs über eine trockene Leihe – die Zustimmung des Spielers fehlte aber noch. Wenige Stunden später vermeldete Di Marzio, Woltemade habe sein Einverständnis gegeben.
Fünf Tage zuvor: „nie ein Thema“
Bemerkenswert ist der Kontrast zur Berichterstattung der Vorwoche. Noch am Mittwoch schrieb die Sport Bild, ein Sommerwechsel sei bei Woltemade nie Thema gewesen und werde es wohl auch nicht mehr; an Gerüchten um RB Leipzig, Borussia Dortmund und Aston Villa sei nichts dran, eine Anfrage von Nottingham Forest habe Newcastle umgehend abgeblockt.
Parallel meldete Romano damals eine Anfrage der SSC Neapel wegen einer Leihe, während Newcastle-nahe Quellen bestritten, dass es diese Anfrage überhaupt gegeben habe. Vier Darstellungen, die einander widersprachen – am Ende kam der Klub, der in keiner von ihnen vorkam.
Die Kette, die den Transfer möglich machte
Juventus konnte erst zugreifen, nachdem im eigenen Sturm Platz entstanden war. Jonathan David ist auf dem Weg zu Atlético Madrid – ein Transfer, an dem die Turiner seit Tagen gearbeitet hatten. Als Alternative war zwischenzeitlich Joshua Zirkzee im Gespräch, doch Manchester United verlangte für eine Abgabe mehr Sicherheiten.
Auf der Gegenseite hat Newcastle vorgesorgt: Matias Fernandez-Pardo soll kommen und kann Woltemade unmittelbar ersetzen. Zudem ist Yoane Wissa nach einer von Verletzungen geprägten Saison wieder in Form, dahinter steht William Osula bereit.
Ein Jahr Newcastle in Zahlen
Die Bilanz erklärt, warum ein Klub einen 75-Millionen-Zugang nach zwölf Monaten für 3,5 Millionen Leihgebühr abgibt. In 33 Ligaspielen und 1.902 Einsatzminuten kam Woltemade auf acht Tore und drei Vorlagen.
Entscheidend ist die Verteilung: Nur einer dieser acht Ligatreffer fiel nach dem Jahreswechsel. Der Start war stark – nach seinem Wechsel am Deadline Day 2025 traf er in den ersten drei Ligaspielen zweimal, darunter per Kopf beim 1:2 gegen Arsenal, und Bundestrainer Julian Nagelsmann lobte den frühen Eindruck. Danach ging es bergab: Selbstvertrauen weg, zeitweise aus der Startelf gestrichen, phasenweise im Mittelfeld eingesetzt.
Der Nachhall aus München
Über dem Vorgang liegt weiterhin die Geschichte des vergangenen Sommers. Der FC Bayern bot maximal 55 Millionen Euro, Newcastle zahlte am Deadline Day 75. Karl-Heinz Rummenigge sagte danach, man könne Stuttgart nur gratulieren, einen – in Anführungszeichen – Idioten gefunden
zu haben, der so viel Geld zahle.
Ein Jahr später wirkt der Satz unangenehm treffend. Für Woltemade selbst bietet Turin nun die Gelegenheit, den Preis von damals aus dem Kopf zu bekommen – in einer Liga, die weniger von Tempo und Zweikampfhärte lebt als die Premier League.
Was noch fehlt
Medizincheck und Unterschrift stehen am Dienstag an, eine offizielle Bestätigung liegt nicht vor. Das englische Transferfenster schließt am Dienstagabend.

