DFB-Pokal | Bremen vs. Leipzig: Hoffnung in der Krise oder Rekordsaison?

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Vorschau | Im ersten Halbfinale des DFB-Pokals trifft Werder Bremen auf RB Leipzig. Während die Zeiten an der Weser besser sein könnten, will man in Leipzig die gute Form bestätigen und die Rekordsaison perfekt machen.

Anpfiff der Partie ist am Freitag, 20:30 Uhr, Live bei Sky.

  • Werder Bremen: Land unter am Osterdeich – Baumann will von Mannschaft und Trainer eine Reaktion sehen
  • RB Leipzig: Nagelsmanns Abschied fix – vorher soll noch die Rekordsaison perfekt gemacht werden
  • erstes Halbfinale seit 2019 für beide

SV Werder Bremen: Land unter an der Weser – Kohfeldts Zukunft offen

Es sind triste Tage an der Weser. Eigentlich schien Werder Bremen mit dem Abstiegskampf nicht mehr viel zu tun zu haben. Nach einem 2:0 in Bielefeld betrug der Vorsprung auf das erste Ticket ins Unterhaus neun Punkte, allenfalls die Gefahr, noch auf den fünf Zähler entfernten Relegationsplatz zu rutschen, bestand noch.

Die Ruhe, sie war allerdings eine trügerische. Denn auf den Sieg in Bielefeld folgten sieben Bundesliganiederlagen am Stück. Und schon war sie wieder da, die Angst, von der man sich vorgenommen hat, sie eigentlich in der Saison 2019/20 zu lassen. Eine Saison, die Werder größtenteils unter dem Strich verbrachte. Darauf angesprochen, dass das diesmal nicht der Fall sei und man darüber hinaus noch das Pokalhalbfinale erreicht habe, sagte Florian Kohfeldt (38) auf der Pressekonferenz: „Das hätte vor der Saison jeder unterschrieben.“ Entscheidend sei sowieso, “ dass Werder in der Liga bleibt“.  

 

 

Ob das auch auf Kohfeldt selbst zutrifft, ist noch nicht final geklärt. Zwar gab Werder am Montag in einer Pressemitteilung bekannt, dass eine aktuelle sportliche Analyse Kohfeldt weiter im Amt sieht. Doch viel hängt vom Pokalhalbfinale am Freitag ab. „RB Leipzig aus dem Stadion zu schießen“ erwarte keiner, so Sportchef Frank Baumann (45). Was er aber sehen will, ist eine Reaktion. Einerseits von der Mannschaft, und „wenn man so will, des Trainers.“

Copyright: Matthias Koch/imago

Zuerst steht aber ein wenig Ablenkung vom Ligaalltag an. Nach Siegen in Jena (2:0) und Hannover (3:0), gegen Greuther Fürth (2:0) sowie in Regensburg (1:0) erreicht Werder Bremen wieder ein Pokalhalbfinale. Das letzte Mal, vor zwei Jahren, unterlagen sie dort dem späteren Titelgewinner FC Bayern 2:3. Dieses Halbfinale wolle man „nicht zu verkopft angehen“, so Kohfeldt. „Es ist ein anderer Wettbewerb, der Druck ist erst gegen Leverkusen da. Es geht darum, Energie auf den Platz zu bringen.“

Von Marco Friedl (23) kann die nicht ausgehen, er wird laut Kohfeldt „definitiv ausfallen. Alle anderen haben eine gute Chance zu spielen.“

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RB Leipzig: Nagelsmann will sich mit Rekordsaison Richtung München verabschieden

Ähnlich turbulent, wenngleich nicht ganz so negativ behaftet, ging es in den vergangenen Tagen auch am Leipziger Cottaweg zu. Seit seiner Ankunft in der Bundesliga 2016 machte Julian Nagelsmann (33) nie einen Hehl aus seiner Zuneigung zum FC Bayern. Am Dienstag wurde offiziell, dass er zur kommenden Saison Hansi Flick (56) nachfolgen wird.

Für Nagelsmann geht damit ein Lebenstraum in Erfüllung. Denn wie er selbst bestätigte, hätte er „nur für diesen Verein“ seinen bis 2023 laufenden RB-Vertrag auflösen lassen. Lange stand der aktuelle Tabellenzweite der Bundesliga aber nicht ohne Trainer da. Am Donnerstagvormittag wurde zuerst in einem mysteriösen Video aus „JN“, „JM“. Und um etwaigen Missverständnissen vorzubeugen, wonach der erst kürzlich bei Tottenham entlassene José Mourinho (58) in Leipzig aufschlagen könnte, gaben sie wenig später auch in Bild und Schrift die Verpflichtung von Jesse Marsch (47) aus Salzburg bekannt.  

 

Die Ära Nagelsmann geht damit in ihre letzten Züge. Maximal fünf Spiele dauert sie noch an und könnte – zumindest rein rechnerisch – mit dem Double gekrönt werden. Wahrscheinlicher als das ist aber eher der erstmalige Gewinn des DFB-Pokals, beziehungsweise, eines großen Titels für RB Leipzig überhaupt. Schon 2019 lösten sie das Ticket nach Berlin, teilten dort aber das Schicksal ihres kommenden Gegners und unterlagen dem FC Bayern 0:3. Mit auf der Trainerbank – damals als Assistent von Ralf Rangnick (62): Jesse Marsch.



Wenn es nach Julian Nagelsmann geht, soll es diesmal mehr als der Finaleinzug sein: „Wenn du mit deiner Mannschaft im Halbfinale stehst, willst du auch ins Finale einziehen und dort dann gewinnen.“ Darüber hinaus gelte es, in der Bundesliga die 2017 aufgestellte 67-Punkte-Marke zu knacken, „um eine Rekordsaison hinzulegen“.

Justin Kluivert (21) wird aufgrund muskulärer Probleme dabei vorerst nicht mithelfen können, hinter dem Einsatz von Lukas Klostermann (24) steht noch ein Fragezeichen.

Prognose

„Sie werden am Freitag nicht den ‚Rucksack der Abstiegsbedrohung‘ tragen, sondern befreit aufspielen, da es ein anderer Wettbewerb ist, der keinerlei Auswirkung auf die Bundesliga hat“, so Julian Nagelsmann über Werder Bremen. Dem ist eigentlich nicht viel hinzuzufügen. Das Spiel an sich wird äußerst intensiv werden, mutmaßlich nicht so eindeutig wie noch in der Bundesliga. Durchsetzten wird sich RB aber trotzdem erneut.  

 

 

Mögliche Aufstellungen:

Werder Bremen: Pavlenka – Agu, Toprak, Veljkovic – Gebre Selassie, C. Groß, Augustinsson – M. Eggestein, Möhwald – Füllkrug, Rashica

RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Upamecano, Halstenberg – Mukiele, Kampl, Sabitzer, Angelino – Dani Olmo, Nkunku – Sørloth

Bildquelle: imago

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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