2. Bundesliga: Die größten Aufstiegsfavoriten vor Saisonstart

Hamburger SV Spielertraube bejubelt Freistoßtor von Vuskovic im SPiel der 2. Bundesliga gegen den KSC
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Die Saison 2022/23 in der 2. Bundesliga steht in den Startlöchern. Auch in diesem Jahr ist mit einem durchweg spannenden Kampf um die Aufstiegsplätze zu rechnen. Wir stellen im Folgenden fünf Teams vor, die als vermeintliche Favoriten im Aufstiegsrennen gelten.

  • HSV: Funktioniert es nun endlich mit dem Aufstieg?
  • Hannover 96: Auf dem Transfermarkt zum Mitfavoriten
  • Was können Nürnberg und Düsseldorf einbringen?

Hamburger SV

Vorsaison

Der Hamburger SV spielte in der vergangenen Spielzeit in vielerlei Hinsicht seine beste Saison. Mit dem Abschneiden auf dem dritten Rang konnte zwar endlich der Fluch der „goldenen Ananas“ auf Platz vier besiegt werden, der so ersehnte Aufstieg ins Oberhaus gelang dennoch nicht. Unter fast schon tragischen Umständen mussten sich die Rothosen in der Relegation gegen Hertha BSC geschlagen geben. Trotz der abermaligen Enttäuschung zum Saisonende konnten die Hamburger durchaus mit erhobenem Haupt auf die Spielzeit 21/22 zurückblicken. Mit Tim Walter (46) kam eine eindeutig zu erkennende Spielphilosophie nach Hamburg, der jüngste Kader im Unterhaus spielte risikobehafteten, offensiven Fußball und sich damit schnell in die Herzen der Fans.

Transfers

Neuzugänge: Mario Vuskovic (20, 3 Millionen Euro – Hajduk Split, nach Leihe fest verpflichtet), Miro Muheim (24, 1,5 Millionen Euro – St. Gallen, nach Leihe fest verpflichtet), Laszlo Benes (24, 1,5 Millionen Euro – Borussia Mönchengladbach), Ransford-Yeboah Königsdörffer (20, 1,2 Millionen Euro – Dynamo Dresden), Filip Bilbija (22, ablösefrei – FC Ingolstadt), Matheo Raab (23, ablösefrei – 1. FC Kaiserslautern)

Abgänge: Josha Vagnoman (21, 3,7 Millionen Euro – VfB Stuttgart), Faride Alidou (20, ablösefrei – Eintracht Frankfurt), David Kinsombi (26, ablösefrei – SV Sandhausen), Jan Gyamerah (27, ablösefrei – 1. FC Nürnberg), Manuel Wintzheimer (23, ablösefrei – 1. FC Nürnberg), Giorgi Chakvetdze (22, Leih-Ende – KAA Gent), Mikkel Kaufmann (21, Leih-Ende – FC Kopenhagen)

Warum ein Aufstiegsfavorit?

Es spricht auf dem Papier einiges dafür, dass die Hamburger in dieser Saison aus ihrer Sicht „endlich“ den Sprung in die erste Bundesliga schaffen – und die Ausgangssituation könnte so gut wie noch nie sein. Die Mannschaft hat einen Trainer an ihrer Seite, der die Truppe seit zwölf Monaten kennt, der eins mit der Mannschaft ist und der die Fans im Rücken hat. Eine Ausgangslage, wie sie bislang noch kein Übungsleiter in den Zweitligajahren der Rothosen hatte. Hinzu kommt, dass die Mannschaft diesmal kein neues Spielsystem verinnerlichen muss, der Kader an Stammspielern und Leistungsträgern der Vorsaison zusammengeblieben ist und die ganz großen namhaften Konkurrenten bereits im Mai die Liga verlassen haben. Der HSV hat den wertvollsten Kader der Liga, mit dem feinen Unterschied, dass es diesmal keine alteingesessenen Hasen sind, sondern junge, hungrige Spieler, die sich auf einem vielversprechenden Karriereweg befinden.

(Photo by Martin Rose/Getty Images)

Die Hamburger zeigten sich in der Vorbereitung bereits sehr torfreudig, ein Umstand, der in der abgelaufenen Spielzeit nicht gerade für die Hanseaten sprach. Im Gegenteil, oftmals kostete die mangelnde Chancenverwertung den HSV wichtige Zähler. Dabei fügten sich die Neuzugänge um Königsdörffer und Benes hervorragend ist Spielsystem von Tim Walter ein. Während Erstgenannter in allen drei Testspielen eine direkte Torbeteiligung verbuchen konnte und sich direkt festgespielt hat, trumpfte Benes vor allem beim 5:1-Sieg gegen Basel auf. Der Neuzugang ließ sich von einem verursachten Handelfmeter nicht beirren, sondern spielte anschließend noch verbissener und stärker, krönte seine Leistung mit einem eigenen Treffer. Zudem zeigte er mehrfach seine Stärke, wenn es darum ging, ruhende Bälle ins Spiel zu bringen. Rundherum sahen die Leistungen des HSV vielversprechend aus, die Mannschaft kann den Saisonstart wohl kaum erwarten.

Prognose

Der HSV geht als klarer Favorit um den Aufstieg in die neue Spielzeit und hat dies – im Vergleich zur Vorsaison – nun auch dementsprechend öffentlich als Ziel ausgegeben. Die Testspiele zeigten beeindruckend, was den HSV auch in der nun startenden Zweitligasaison stark machen wird – offensives Pressing, viel Ballbesitz, einen mutigen Spielaufbau und ein zielgerichtetes Spiel über die offensiven Außenpositionen. Allerdings wurde Walter auch auf die Schwachstellen und Unkonzentriertheiten in der Defensive aufmerksam gemacht. Sofern die junge Mannschaft des HSV auch im weiteren Verlauf der Transferperiode zusammenbleibt und es keinen überraschenden Abgang eines Stammspielers wie Vuskovic oder Reis gibt und es der Truppe gelingt, die eigenen Fehler zu minimieren,  sollten sie der Favoritenrolle endlich gerecht werden und einen direkten Aufstiegsrang belegen können.

Hannover 96

Vorsaison

Die Vorsaison verlief für Hannover 96 insgesamt enttäuschend. Trainer Jan Zimmermann (42) konnte die Mannschaft nicht entsprechend entwickeln und voran bringen, musste nach nur wenigen Monaten seinen Hut nehmen. Nachfolger Christoph Dabrowski (44) schaffte es zwar, die Roten aus der Abstiegszone zu bugsieren, deutlich nach oben kamen die Niedersachsen aber weiterhin nicht. Am Ende verbuchte 96 einen elften Tabellenplatz. Auffällig dabei: Hannover stellte die viertschwächste Offensive. Eine Tatsache, die man in der nun startenden Spielzeit unbedingt ändern möchte und dafür allerhand getan hat.

Transfers

Neuzugänge: Derrick Köhn (23, 500.000 Euro – Willem II), Louis Schaub (27, ablösefrei – 1. FC Köln), Max Besuschkow (25, ablösefrei – Jahn Regensburg), Havard Nielsen (28, ablösefrei – Greuther Fürth), Fabian Kunze (24, ablösefrei – Arminia Bielefeld), Phil Neumann (24, ablösefrei – Holstein Kiel), Enzo Leopold (21, anlösefrei – SC Freiburg II), Ekin Celebi (22, ablösefrei – VfB Stuttgart II), Toni Stahl (22, ablösefrei – Energie Cottbus), Eric Uhlmann (19, ablösefrei – RB Leipzig U19), Antonio Foti (18, Leihe – Eintracht Frankfurt)

Abgänge: Linton Maina (23, ablösefrei – 1. FC Köln), Marcel Franke (29, ablösefrei – KSC), Philipp Ochs (25, ablösefrei – SV Sandhausen), Mike Frantz (35, ablösefrei – Saarbrücken), Niklas Hult (32), Dominik Kaiser (33), Marc Lamti (21), Marlon Sündermann (24 – alle vereinslos), Mark Diemers (28, Leih-Ende – Feyenoord Rotterdam)

Warum ein Aufstiegsfavorit?

Mit Neu-Trainer Stefan Leitl (44) erhofft sich die Führungsebene einen Übungsleiter, der seine Mannschaft variabel aufstellen kann und jemanden, der mit dem Druck eines Aufstiegsaspiranten umgehen kann. Leitl zeigte bereits in Fürth, dass er weiß, was es braucht, um mit einer Mannschaft aufzusteigen. In der Aufstiegssaison punktete Fürth vor allem durch eine durchgehende Variabilität und mentale Stärke. Die Elf wusste, wann es Zeit ist, sich auf die Defensive zu konzentrieren und dem Gegner kaum Räume zu lassen. Andererseits gab es aber auch Phasen, in denen Fürth nahezu erbarmungslos offensiv presste, die Gegner unter Druck setzte und auch nicht vor vermeintlich großen Namen halt machte. Komponenten, die es in jedem Fall braucht, um in der 2. Bundesliga nicht nur zu bestehen, sondern auch um oben mitspielen zu können.

Wie genau Hannover 96 auftreten wird, sowohl vom Personal als auch vom System her, ist momentan schwer zu prognostizieren. Der Umbruch, den die Mannschaft erlebt hat, ist kein automatischer Faktor für direkten Erfolg. Die Rückschläge werden sicher irgendwann kommen, doch dank eines mittlerweile erfahrenen Trainers, der die Liga kennt, und einer Reihe namhafter Neuzugänge, sollten diese Rückschläge gut aufgefangen werden können, sodass daraus die richtigen Schlüsse gezogen werden. Dies alles macht Hannover 96 zu einem Mitfavoriten um den Aufstieg.

Prognose

Gerade zu Beginn der Saison wird vermutlich noch nicht alles funktionieren. Umso wichtiger wird es sein, die Ruhe zu behalten und keine Kurzschlussreaktionen folgen zu lassen. Doch mit einer zunehmend eingespielten Mannschaft, die das Spielsystem ihres neuen Trainers verinnerlicht und dem neuen Torjäger Nielsen sollten die Puzzlestücke schnell greifen und die Niedersachen oben mitspielen lassen.

(Photo by Martin Rose/Getty Images)

Arminia Bielefeld

Vorsaison

In der abgelaufenen Bundesligasaison schaffte die Arminia aus Bielefeld diesmal kein Happy End und musste nach den erfreulichen Jahren der Erstklassigkeit nun wieder den Gang ins Unterhaus antreten. Im Gegensatz zu den anderen Kellerkindern wies Bielefeld dabei keine allzu schlechten Defensivstatistiken auf, es war vielmehr der Angriff, der der Mannschaft und den Fans das Leben schwer machte. Kein Team war vor dem Gehäuse der Gegner ungefährlicher. In den Offensivbemühungen zeigte sich die Arminia oftmals unkreativ, behäbig und umständlich, trotz einiger guter Spieler. Doch es besteht berechtigte Hoffnung, dass sich dies ab sofort ändert.

Transfers

Neuzugänge: Oliver Hüsing (29, ablösefrei – 1. FC Heidenheim), Marc Rzatkowski (32, ablösefrei – Schalke 04), Silvan Sidler (23, ablösefrei – FC Luzern), Andres Andrade (23, Ablöse unbekannt – LASK, nach Leihe fest verpflichtet), Benjamin Kanuric (19, Ablöse unbekannt – Rapid Wien), Frederik Jäkel (21, Leihe – RB Leipzig)

Abgänge: Patrick Wimmer (21, 5 Millionen Euro – VfL Wolfsburg), Stefan Ortega (29, ablösefrei – Manchester City), Amos Pieper (24, ablösefrei – Werder Bremen), Joakim Nilsson (28, ablösefrei – St. Louis CITY), Cedric Brunner (28, ablösefrei – Schalke 04), Fabian Kunze (24, ablösefrei – Hannover 96), Mike van der Hoorn (29, Ablöse unbekannt – FC Utrecht) Alessandro Schöpf (28 – vereinslos), Gonzalo Castro (35 – vereinslos)

Warum ein Aufstiegsfavorit?

Der Absteiger hat einen kleinen Umbruch hinter sich. Mit den zahlreichen Neuzugängen hofft man, die Lücken, die die Abgänge teilweise hinterlassen haben, schließen zu können. Ob das letztlich gelingt, bleibt abzuwarten, denn gerade ein Ortega, Pieper oder Wimmer dürften nur schwer gleichwertig zu ersetzen zu sein. Dennoch können die Bielefelder auf den zweitwertvollsten Kader im Unterhaus zurückgreifen. Mit neuem Schwung dank neuem Trainer haben die Ostwestfalen berechtigterweise den direkten Wiederaufstieg im Visier. Mit dem letztlich überraschenden Verbleib von der vereinsinternen Legende Fabian Klos hat die DSC ihren Goalgetter und Zielspieler bereits ausgemacht. Der zweitligaerfahrende Mittelstürmer muss nach einem enttäuschenden Jahr mit Problemen und Verletzungen wieder in die Spur zurückfinden und kann nun eine Etage tiefer zeigen, dass er das Toreschießen nicht verlernt hat.

In der Vorbereitung machte Bielefeld zuletzt auf sich aufmerksam indem erst mit Olympiakos Piräus (3:1) und anschließend mit PSV Eindhoven (4:0) zwei Mannschaften besiegt wurden, die grundsätzlich Anspruch auf das internationale Geschäft haben. Der Bundesliga-Absteiger mit Neu-Trainer Uli Forte (48) befindet sich schon vor Saisonstart offensichtlich in bester Verfassung. Der gebürtige Schweizer hat seine Spielidee der defensiven Dreierkette mit nach Bielefeld genommen. Diese offensive Grundausrichtung dürfte dem Bundesligaabsteiger gut zu Gesicht stehen. Generell steht der Forte-Fußball mehr für Spektakel als für Langeweile. So zeigt sich in seiner Bilanz der Vorsaison ein Torverhältnis von 72:57 – in 38 Spielen. Tore sollten in Zukunft nun also auch in Bielefeld reichlich fallen. Gelingt es Forte zusätzlich die Defensive ähnlich stabil zu gestalten, wie es seine Vorgänger auf der Alm geschafft haben, kann sich die Arminia auf eine gute bis sehr gute Saison freuen.

(Photo by Thomas F. Starke/Getty Images)

Prognose

Es ist ein wenig ungewiss, wo es die Arminia hintreiben wird. Vieles wird – ähnlich wie bei Hannover 96 – davon abhängig sein, wie schnell die Mannschaft das neue Spielsystem verinnerlicht und aufs Grün bringen kann. Die Fluktuation im Kader ist nun einmal groß. Gelingt es zügig, zur Konstanz zu finden, ist eine vielversprechende Basis vorhanden, die das Zeug dazu hat, ganz vorne mitspielen zu können. Dies sollte beim zweitwertvollsten Kader der Liga auch der Anspruch sein.

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1. FC Nürnberg

Vorsaison

Im Laufe der Rückrunde schien der 1. FC Nürnberg schon als plötzlicher Mitfavorit um den Aufstieg in die Bundesliga. Die Franken spielten einen erfrischenden, intensiven und zielstrebigen Fußball, wussten zu gefallen und schienen auf einem guten Weg zu sein. Doch plötzlich kam zum Saisonendspurt mächtig Sand ins Getriebe. In den letzten fünf Partien gab es beispielsweise nur zwei magere Pünktchen, drei Spiele gingen (teils deutlich) verloren. Die Nürnberger standen so schließlich doch mit leeren Händen da und wussten nicht so recht, was geschehen ist – so wirkte es von außen zumindest. Kann man daraus die richtigen Schlüsse ziehen?

Transfers

Neuzugänge: Christoph Daferner (24, 1 Million Euro – 1. FC Nürnberg), Kwadwo Duah (25, 700.000 Euro – St. Gallen), Erik Wekesser (24, ablösefrei – Jahn Regensburg), Jan Gyamerah (27, ablösefrei – Hamburger SV), Manuel Wintzheimer (23, ablösefrei – Hamburger SV), Sadik Fofana (19, Leihe – Bayer Leverkusen)

(Photo by Christian Kaspar-Bartke/Getty Images)

Abgänge: Kilian Fischer (21, 2,5 Millionen Euro – VfL Wolfsburg), Adam Gnezda Cerin (22, 650.000 Euro – Panathinaikos Athen), Mario Suver (22, 200.000 Euro – BVB II), Linus Rosenhöchler (21, 50.000 – Erzgebirge Aue), Paul-Philipp Besong (21, Leihe – Erzgebirge Aue), Nikola Dovedan (27), Konstantin Rausch (32), Patric Klandt (38 – alle vereinslos), Tom Krauß (21, Leih-Ende – RB Leipzig), Dennis Borkowski (20, Leih-Ende – RB Leipzig)

Warum ein Aufstiegsfavorit?

Der FCN hat im Vorjahr einiges richtig gemacht und gezeigt, dass grundsätzlich mit ihnen zu rechnen ist. Doch es wurden genauso auch Fehler gemacht, die es dem Verein unmöglich gemacht haben, konstant zu punkten. Diese Fehler galt es zu analysieren und nun natürlich abzustellen. Ein erster Schritt wurde in der Transferperiode gemacht. Der Kader wurde in der Breite verstärkt, das neue Personal hat aber weitaus mehr Anspruch als nur die Mannschaft aufzufüllen. Die gesamte Mannschaft muss aus einer Wohlfühloase herausgeholt werden, es braucht eine bissige, angriffslustige Mannschaft, die sich nicht mehr selbst im Wege steht. Das Potenzial ist vorhanden, es muss nun aber auch ausgeschöpft werden. Und genau dies kann nur geschehen.

Trainer Robert Klauß (37) hat mehr Variationsmöglichkeit in seiner Mannschaft, kann das Personal nutzen, um sich noch besser auf die Gegner einzustellen. Die bisher eher enttäuschende Vorbereitung kann dennoch genutzt werden, indem die entstandenen Fehler herausgestellt und abgeschaltet werden, um am Samstag bestens vorbereitet zu sein. Mit neuem Schwung und einer verbesserten Mannschaft besteht nun endlich die Chance ganz oben anzugreifen. Das Potenzial ist riesig, es muss jetzt aber auch endgültig genutzt werden.

Prognose

Auf Nürnberg darf man wirklich gespannt sein. Der FCN hat sich sinnvoll verstärkt, Trainer Klauß hat noch mehr Alternativen für sein Spiel erhalten. Bleiben die Franken diesmal fehlerresistenter, ist ein Kampf um die Top-3 wahrscheinlich. Und dort entscheiden wie gewöhnlich Nuancen.

Fortuna Düsseldorf

Vorsaison

Letztendlich müssen wir uns an dieser Stelle nur über die letzten zwölf Spiele der Fortuna unterhalten. Nachdem Daniel Thioune (47) die Düsseldorfer im Februar übernahm änderte sich die Formkurve schlagartig. Er bekam die Mannschaft, die zuvor im unteren Mittelfeld rumdümpelte, per sofort in den Griff, seine Zielspieler funktionierten auf Anhieb und der Fußball sah auf einmal deutlich attraktiver aus. Thioune musste lediglich am letzten Spieltag eine Niederlage verkraften, ansonsten blieb der Übungsleiter ungeschlagen und ärgerte dabei unter anderem Schalke 04, den HSV und Darmstadt 98. Hohes, intensives Pressing, ein zielgerichtetes Angriffsspiel über die Außen und ein kongeniales Duo bestehend aus Hennings  und Narey – fertig war das Erfolgsrezept der Rückrunde.

Transfers

Neuzugänge: Ao Tanaka (23, 1 Million Euro – Kawasaki Front., nach Leihe fest verpflichtet), Jordy de Wijs (27, 900.000 Euro – QPR, nach Leihe fest verpflichtet), Benjamin Böckle (20, ablösefrei – FC Liefering)

Abgänge: Florian Hartherz (29, ablösefrei – Maccabi Netanya), Kai Eisele (27, ablösefrei – KSC), Nikell Touglo (20, ablösefrei – Viktoria Berlin), Lex-Tyger Lobinger (23, Ablöse unbekannt – 1. FC Kaiserslautern), Thomas Pledl (28 – vereinslos), Edgar Prib (32 – vereinslos), Adam Bodzek (36 – Fortuna Düsseldorf II), Robert Bozenik (22, Leih-Ende – Feyenoord Rotterdam), Leonardo Koutris (26, Leih-Ende – Olympiakos Piräus)

Warum ein Aufstiegsfavorit?

Die Fortuna hat unter Daniel Thioune beeindruckend gezeigt, dass mit ihnen auch in der neuen Spielzeit zu rechnen sein muss. Und wer die letzten Jahre aufmerksam verfolgt hat, weiß, dass die Teams, die in der Vorsaison einen unfassbaren Lauf hatten, in der Folgesaison meist sogar aufgestiegen sind, oder zumindest bis zuletzt um den Aufstieg mitgespielt haben. Bielefeld, Bochum und St. Pauli wären an dieser Stelle zu nennen. Solch eine Folgesaison ist nun auch Fortuna Düsseldorf allemal zuzutrauen – auch wenn Khaled Narey vor einem Abschied steht.

Diese Lücke gilt es noch zu füllen, ansonsten sieht sich die Fortuna grundsätzlich gut aufgestellt. Und der Fußball, der weiterhin gespielt werden soll, ist auch klar definiert. Die Gegner Düsseldorfs dürfen sich auf einen laufstarken, hoch pressenden, und defensiv sicher stehenden Gegenüber „freuen“, der in der Lage ist, zu jedem Zeitpunkt des Spiels zuzuschlagen. Eine hohe Effektivität, viel Willen und ein immenser Teamgeist sind weitere Eigenschaften, die für einen Erfolg der Fortuna sprechen können. Düsseldorf hat das Potenzial, viel mehr als nur ein Geheimtipp zu sein und dürfte dem neutralen Beobachter viel Freude bereiten.

(Photo by Frederic Scheidemann/Getty Images)

Prognose

Viele spannende Blicke wandern gen Düsseldorf. Schafft es Thioune tatsächlich, die Truppe erneut so gut einzustellen, wie in seinen ersten elf Partien? Wenn ja, dann könnte es für die Mannschaft im kommenden Jahr viel zu feiern geben. Und die Chancen hierfür stehen ziemlich gut.

Nicht zu vergessen:

  • Darmstadt 98
  • 1. FC Heidenheim
  • Greuther Fürth

(Photo by Cathrin Mueller/Getty Images)

Steffen Gronwald

Steffen verfolgt primär den Vereinsfußball, fühlt sich im deutschen Ober- und Unterhaus zu Hause - verfolgt zugleich aber auch La Liga und die Premier League intensiv. Ob Offensivspektakel oder "park the Bus", fesseln tut ihn beides, zudem steht bei ihm auch der Schiedsrichter im Fokus. Seit 2016 bei 90PLUS.

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