Osnabrück gegen Ingolstadt: Relegations-Wunder an der Bremer Brücke?

Kerk (Osnabrück) gegen Ingolstadt im Zweikampf
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Vorschau | Der FC Ingolstadt hat durch den 3:0-Hinspielsieg gegen Osnabrück das Tor zur 2. Bundesliga weit aufgestoßen. Dem VfL Osnabrück droht der erneute Abstieg in die dritte Liga. Neben einem enormen Kraftakt muss da schon fast ein Fußballwunder her, wenn Osnabrück den Gang in Liga drei vermeiden möchte. 

Anpfiff der Partie ist am Sonntag, 13:30 Uhr, live im ZDF und auf DAZN (Registriere dich jetzt auf DAZN und erhalte einen Gratismonat).

  • Osnabrück: Erschreckend harmloser Auftritt im Hinspiel
  • 2.000 Zuschauer als Schlüssel für das Fußballwunder?
  • Ingolstadt: Mit einem Bein in Liga zwei

Osnabrück mit blutleerem Auftritt gegen Ingolstadt

Die Enttäuschung nach der Partie gegen den FC Ingolstadt war den Spielern des VfL Osnabrück deutlich anzusehen. Der Auftritt gegen Ingolstadt war indiskutabel, am Ende spiegelte das Ergebnis (0:3) die Kräfteverhältnisse deutlich wieder. „Es war insgesamt einfach viel zu wenig von uns“, konstatierte Ulrich Taffertshofer (29) nach der Partie im Gespräch mit DAZN.



Über die gesamten 90 Minuten wirkte das Team von Trainer Markus Feldhoff (46) nicht gallig genug und in der Offensive oft zu uninspiriert. Die gefährlichsten Szenen waren Distanzschüsse von Sebastian Kerk (27) oder Kevin Wolze (31). „Wir waren nicht giftig genug, haben defensiv zu viel zugelassen“, führte Taffertshofer weiter aus. Auch Feldhoff machte deutlich, dass er die „Bissigkeit, Effektivität und Giftigkeit“ seiner Mannschaft vermisst hat. „Wir haben nichts mehr zu verlieren“, lautete seine Kampfansage nach der Partie. Allerdings brauche es auch „einen außergewöhnlichen Moment“, wenn man am Ende die Wende noch schaffen möchte.

Nach gerade einmal zwei Jahren Zweitligafußball droht also erneut die Drittklassigkeit. Osnabrück spielte von 2011 bis 2019 in Liga drei, ehe 2018/2019 unter dem damaligen Coach Daniel Thioune (46) der ersehnte Aufstieg perfekt gemacht wurde. Die darauffolgenden Zweitliga-Saison beendete man vergleichsweise souverän als Tabellendreizehnter.

VfL Osnabrück Team gegen Ingolstadt

Photo by Imago

Die gute Leistung war auch auf Thioune zurückzuführen, der den nächsten Schritt wagte und sich dem Hamburger SV anschloss. Dort sah es zunächst gut aus, aufgrund einer katastrophalen Rückrunde ist der 46-Jährige allerdings nun ohne Job. Bei Osnabrück versuchte sich Marco Grote (48) als Thioune-Nachfolger, wurde aber nach einer schlechten Hinrunde durch Feldhoff ersetzt. Die erhoffte (spielerische) Kehrtwende blieb allerdings aus.

Osnabrück mit Zuschauern im Rücken zum Klassenerhalt?

Eigentlich setzte man bei Osnabrück auch auf das Hinspiel gegen Ingolstadt, war man doch eines der besseren Auswärtsteams der 2. Bundesliga. Die Heimbilanz ist hingegen desolat. In 17 Heimspielen holte Osnabrück bei einer Tordifferenz von 16:34 nur magere zehn Punkte. Mit 35 Treffern stellte man zudem die zweitschlechteste Offensive der Liga. Vieles hängt auch an Kerk. Der Offensivakteur ist mit Abstand der produktivste Spieler im Kader der Osnabrücker. Seine 20 Torbeteiligungen in 34 Partien sprechen für sich. Kerk allein wird das Ruder allerdings nicht rumreißen können. Abhilfe könnten die Fans der Osnabrücker schaffen. Im Rückspiel sind 2.000 Zuschauer an der Bremer Brücke zugelassen.

Ingolstadt bereits mit einem Bein in Liga zwei

Der FC Ingolstadt und die Relegation: Das war in den letzten Jahren nicht die glücklichste Kombination. Nun scheint aber vieles auf ein erfreulicheres Ende hinzudeuten. Nach dem eindrucksvollen Hinspielsieg gegen den VfL Osnabrück (3:0) steht die Mannschaft von Tomas Oral (48) praktisch schon mit einem Bein in der 2. Bundesliga. Als Mahnmal sollte allerdings das letztjährige Rückspiel gegen den 1. FC Nürnberg dienen. Damals führte man bis tief in die Nachspielzeit mit 3:0, wäre damit in Liga zwei aufgestiegen. Praktisch mit dem Schlusspfiff fing man sich dann noch den Anschlusstreffer zum 3:1, Nürnberg war damit gerettet, Ingolstadt weiter in Liga drei.

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Gegen Osnabrück trat man dementsprechend entschlossen und selbstbewusst auf. In den ersten 30 Minuten überrannte man den Zweitligisten, und ließ keinen Zweifel an der Rückkehr in die 2. Bundesliga. Osnabrück glänzte durch geistige und körperliche Abwesenheit, ließ sich von starken Ingolstädtern den Schneid abkaufen. Es sah nach einem deutlichen Klassenunterschied aus, allerdings verkehrt herum. Neutrale Beobachter ohne Kenntnis der Thematik hätten wohl denken können, dass die Schanzer als Zweitligist gegen einen Drittligisten aus Osnabrück spielen.

Vermeiden des Drama aus dem Vorjahr

„Wir sind gut reingekommen, das frühe Tor hat uns natürlich in die Karten gespielt“, sagte Tobias Schröck (28) nach der Partie gegenüber DAZN. „Wir waren sehr präsent und haben Osnabrück nicht ins Spiel kommen lassen“, ergänzte er. Den ersten Schritt, den ominösen „Dosenöffner“, habe man „mit Bravour gemeistert“, sagte Schanzer-Angreifer Stefan Kutschke (32). „Die Mannschaft hat heute einen unbändigen Willen an den Tag gelegt“, freute sich Coach Oral. Vor dem Rückspiel ist die Stimmung bei Ingolstadt offensichtlich sehr gut. Dennoch wird man „konzentriert“ in die zweite Partie gehen, so Oral.

Ingolstadt Team bejubelt Treffer gegen Osnabrück

Photo by Imago

Die Geschichte spricht für Ingolstadt. Anders als in der Relegation zur Bundesliga setzte sich eine Stufe tiefer der Drittligist häufiger durch. Von bislang zwölf Relegationen feierte am Ende achtmal der Drittligist den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Nach der dramatischen und am Ende enttäuschenden Relegation des letzten Jahres will Ingolstadt es im zweiten Anlauf unbedingt schaffen. Etwas Positives hatte das Drama des Vorjahres am Ende dann vielleicht doch: Ingolstadt ist gewarnt und wird gegen Osnabrück diesmal nichts anbrennen lassen.

Prognose

Ingolstadt steht kurz vor der Rückkehr in die 2. Bundesliga. Liefert man eine konzentrierte Leistung ab, wird wohl kaum etwas anbrennen. Osnabrück bräuchte ein regelrechtes Fußballwunder, einen eigenen Sahnetag und eine schlechte Leistung der Gäste, um doch noch den Klassenerhalt zu schaffen. In der kommenden Saison werden wir die Schanzer in der 2. Bundesliga begrüßen dürfen. 

Mögliche Aufstellungen:

VfL Osnabrück: Kühn – Trapp, Beermann, Gugganig – Taffertshofer, Henning – Ajdini, Blacha, Wolze – Kerk, Santos

FC Ingolstadt: Buntic – Heinloth, Schröck, Paulsen, Franke – Stendera, Krauße – Bilbija, Gaus – Kaya, Kutschke

Sarom Siebenhaar

Die Oranje-Connection entfachte seine Leidenschaft für den HSV. Durch zahlreiche Tiefen schmecken die vereinzelten Höhen umso süßer. Schätzt attraktiven Offensivfußball genauso wie kämpferische Höchstleistungen. Internationaler Top-Fußball findet sich nicht nur in den Big Five. Seit 2021 bei 90PLUS.

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