Relegation | Ingolstadt vs. Osnabrück: Heimstärke misst sich mit Auswärtspräferenz

FC Ingolstadt VfL Osnabrück
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Vorschau | Der FC Ingolstadt schrammte erneut knapp am direkten Aufstieg in die 2.Bundesliga vorbei, nun wartet in der Relegation der VfL Osnabrück. Ein Gegner, der am letzten Spieltag noch am direkten Klassenerhalt schnupperte. 

Anpfiff der Partie ist am Donnerstag, 18:15 Uhr, live im ZDF und auf DAZN (Registriere dich jetzt auf DAZN und erhalte einen Gratismonat).

  • FC Ingolstadt: Drei Tore fehlten zum direkten Aufstieg
  • Osnabrück punktete vor allem auf fremden Platz
  • Beide Vereine machten mit der Relegation keine erfreulichen Erfahrungen

FC Ingolstadt: Gibt es in der dritten Relegation die Kehrtwende?

Der FC Ingolstadt bildete über die gesamte Saison hinweg einen festen Bestandteil des packenden Aufstiegsrennens in der 3.Liga. Eine Leistungsdelle im April verließen die Schanzer auf letztlich überzeugende Art und Weise. Zum Ende der regulären Spielzeit standen acht ungeschlagene Begegnungen am Stück zu Buche. Eine beeindruckende zweite Halbzeit am vorletzten Spieltag beim MSV Duisburg (5:1) sowie ein starker Auftritt im Showdown mit 1860 München (3:1) sorgten für große Freude. Sogar am vergangenen Wochenende stand der FCI zwischenzeitlich auf einem direkten Aufstiegsplatz, da Hansa Rostock kräftig wackelte, am Ende aber nicht umfiel. Dabei hätte er sogar auf Rang vier zurückfallen können. Doch gegen den direkten Konkurrenten aus der bayerischen Landeshauptstadt trat die Mannschaft von Tomas Oral (48) sehr überzeugend auf. Sie münze die frühe numerische Überzahl in einen souveränen Erfolg um.

 

Angeführt vom besonders umtriebigen Fatih Kaya (21), netzten Stefan Kutschke (32) – mit seinem 13.Saisontor – sowie die erfahrenen Marc Stendera (25) und Marcel Gaus (31) zum 3:1-Sieg ein. Bei einer mutigeren Spielweise im zweiten Abschnitt hätte angesichts der Überzahl sogar noch mehr möglich sein können. Denn letztlich fehlten nur drei Treffer zum zweiten Platz. Stattdessen erreichte Ingolstadt das Relegations-Triple. Ein Zustand, der nicht unbedingt Euphorie aufkommen lässt.

Sowohl 2019 gegen Wiesbaden als auch ein Jahr später gegen Nürnberg hatten die Schanzer aufgrund der Auswärtstorregel das Nachsehen, wodurch sie erst den Verbleib in der Zweitklassigkeit und dann den sofortigen Wiederaufstieg verpassten. Oral bleibt dennoch gelassen: „Der liebe Gott will halt, dass wir ein drittes Mal in die Relegation gehen. Diesmal müssen wir eben noch einen Ticken konsequenter sein, gerade in der Schlussphase.“

Den Heimvorteil nutzen

Der Grundstein dazu soll im Audi-Sportpark gelegt werden. 14 seiner 19 Heimspiele gewann der FCI. Zudem erhält er am Donnerstagabend die Unterstützung von immerhin 250 Zuschauern. Die Favoritenrolle schiebt der Trainer trotzdem dem VfL Osnabrück zu: „Der VfL ist sicherlich der Favorit, aber wir sind von unserem Weg überzeugt.“ Dafür müsse seine Auswahl zwei Spiele „volle Konzentration“ zeigen.

Oral wird wohl wie gewohnt auf eine kompakte Defensive zurückgreifen, um dann seine offensiven Waffen wie Kutschke oder Kaya versuchen, ins Spiel zu bringen. Zurückgreifen kann er zudem auf den zuletzt gut aufgelegten Filip Bilbija (21), der seine Gelbsperre abgesessen hat. Einziger Ausfall bleibt weiterhin der an einer Schulterverletzung laborierende Rico Preißinger (24). Dafür verzichtet Merlin Röhl (18) auf eine Nominierung für die U19-Nationalmannschaft, um seine Mannschaft in den wichtigsten Saisonspielen unterstützt zu können.

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VfL Osnabrück: Mit breiter Brust ins Spiel gehen

Der letzte Spieltag stand bezeichnend für die turbulente Spielzeit des VfL Osnabrück. Bei Erzgebirge Aue ging er nämlich im ersten Abschnitt in Führung und befand sich vollends auf Kurs Klassenerhalt. Nach dem Seitenwechsel wendete sich jedoch das Blatt. Die Niedersachsen unterlagen schließlich mit 1:2 und verließen das Spielfeld mit hängenden Köpfen, obwohl sie den Umweg über die Relegation beschreiten dürfen. Daran war in den vergangenen Wochen nicht immer zu denken gewesen. Ein toller Saisonstart wurde durch eine Niederlagenserie von neun Partien zunichte gemacht. Daraufhin folgte der Trainerwechsel zu Markus Feldhoff (45). Doch auch unter dem Ex-Spieler trat zunächst keine Besserung ein. Nur ein Sieg aus acht Spielen ließ den direkten Abstieg gefährlich nahe rücken. Zudem stellten die Violetten eine neue Allzeit-Negativmarke mit 13 Heimpleiten am Stück auf.

FC Ingolstadt VfL Osnabrück

Photo: Imago

Im richtigen Moment bekamen sie aber die Kurve. Das Kellerduell in Würzburg wurde mit 3:1 für sich entschieden. Danach gelang die extrem wichtige Kehrtwende an der Bremer Brücke, wo der „Lieblingsgegner“ HSV mit 3:1 niedergerungen wurde. Der VfL griff dabei auf einen psychologischen Trick zurück, indem er in den Auswärtstrikots auflief. Auf fremden Geläuf sammelte er 23 seiner 33 Zähler ein. Ein weiterer Auswärtserfolg in Aue, der nach dem Führungstor durch den Topscorer Sebastian Kerk (27) durchaus möglich erschien, hätte den Verbleib in der 2.Liga bedeutet.

Daher äußerte sich der Chefcoach nach Spielende zwiegespalten: „Ich bin ein bisschen hin- und hergerissen, weil wir einerseits den Relegationsplatz für uns gewonnen haben, was unser Minimalziel war, andererseits gestehe ich, schon zu ein wenig enttäuscht zu sein.“ Seine Mannschaft wirkte nach Schlusspfiff sehr niedergeschlagen. Daher musste Feldhoff in den letzten 72 Stunden vor allem Aufbauarbeit betreiben.

Katastrophale Relegationsbilanz ist kein Thema

Für den Übungsleiter sei die Relegation, „ein Geschenk, dass wir auf jedem Fall annehmen werden.“ Dabei verlor Osnabrück alle bisherigen Relegationsduelle. 2009, 2011 und 2013 musste es sich gegen Paderborn sowie Dresden (2x) geschlagen geben und stieg dadurch zweimal aus dem Unterhaus ab. Dies spiele jedoch keine Rolle. Feldhoff verwies während der Pressekonferenz auf die Relegationserfahrung von Spielern wie Kerk oder Ken Reichel (34): „Hier sind ja viele an Bord noch, die die ein oder andere Erfahrung mit der Relegation haben.“

Ingolstadt schätzt er als „sehr kampfstarke Mannschaft“ ein. Einen dementsprechenden Spielverlauf erwartet Feldhoff: „Im Endeffekt wird’s darum gehen, dass wir diesen Kampf aufnehmen müssen und in jeden Zweikampf den gleichen Willen an den Tag legen können, vielleicht noch mehr, als der Gegner es macht.“ Osnabrück habe dagegen „einen Tick mehr fußballerische Qualität – vor allem in der Offensive.“ Die Blicke werden sich dabei hauptsächlich auf Kerk richten, der bislang zehn Tore und ebenso viele Vorlagen beisteuerte. Aber auch mit Angreifer Christian Santos (33) sowie Edeljoker Marc Heider (35) ist zu rechnen.

Schon vor Spielbeginn setzte Ludovit Reis (20) ein Zeichen. Der aus Barcelona geliehene Mittelfeldspieler lehnte eine Nominierung für die U21-EM in Reihen der Niederlande ab, um seine Mannschaft im Kampf um den Klassenerhalt unterstützen zu können. Dafür muss der VfL nur auf Luc Ihorst (21) verzichten. Der Stürmer wird aufgrund einer Leistenoperation auch nicht mehr zur Mannschaft stoßen können.

Prognose:

Der FC Ingolstadt und VfL Osnabrück werden eine umkämpfte Begegnung mit nur wenigen Torchancen absolvieren. Dabei könnte es auf ein torarmes Unentschieden hinauslaufen.

Mögliche Aufstellungen:

IngolstadtBuntic,-Heinloth, Paulsen, Schreck, Franke,-Elva, Stendera, Krauße, Gaus,-Kutschke, Kaya

OsnabrückKühn,-Ajdini, Gugganig, Trapp, Wolze,-Reis, Blacha (Taffertshofer),-Multhaup, Kerk, Amenyido,-Santos

(Photo: Eibner-Pressefoto/OliverSTRISCH)

Yannick Lassmann

Rafael van der Vaart begeisterte ihn für den HSV. Durchlebte wenig Höhen sowie zahlreiche Tiefen mit seinem Verein und lernte den internationalen Fußball lieben. Dem VAR steht er mit tiefer Abneigung gegenüber. Seit 2021 bei 90Plus.

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