Montag, Dezember 16, 2019
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Roter “Last-Minute-Dusel”,verschwenderische Cityzens und mehr…

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Chris McCarthy
Chris McCarthy
Chefredakteur

7 Awards – Premier League | Auch nach elf Spieltagen ist der FC Liverpool in der Premier League noch ungeschlagen. Das haben die Reds auch ihrem “Last-Minute-Dusel” zu verdanken. Das und mehr arbeiten wir auf…

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“Last-Minute-Dusel” – Award: FC Liverpool

So konstant sich der FC Liverpool seit letzter Saison auch präsentiert, einen gewissen Dusel hat die Mannschaft von Jürgen Klopp ebenfalls, speziell in den letzten Minuten. Denn dort holen die Reds auffällig oft wichtige Punkte.

So war es beispielsweise im Vorjahr gegen Chelsea (1:1; 89.), Everton (1:0; 90.+6), Tottenham (2:1; 90.) und Newcastle (3:2; 86.) oder diese Saison gegen Leicester City (2:1; 90.+5), Manchester United (1:1, 85.) und nun gleich doppelt gegen Aston Villa (2:1; 87. & 90.+4).

Das ist nicht nur erst seit der Ankunft von Jürgen Klopp so. Laut Statistik-Dienst Opta war das 2:1 von Sadio Mané gegen Aston Villa am Samstag bereits das 35. Siegtor, das der FC Liverpool in der Geschichte der Premier League in der 90. Spielminute (oder Nachspielzeit) schoss. Das sind in dieser Kategorie zehn Tore mehr als jedem anderen Klub in diesem Zeitraum gelangen.

Der FC Liverpool hat also tatsächlich oft einen gewissen “Last-Minute-Dusel”. Eine Portion Glück ist natürlich dabei, aber in den letzten zwei Jahren war es, wie im Spiel gegen Aston Villa, häufig eher das Resultat von Wille, Ausdauer und letztendlich der verdiente Lohn.

“Verschwenderisch” – Award: Manchester City

Auch Pep Guardiola liefert manchmal “Gurkenspiele” ab, sagte Dieter Hoeneß bei einer angeheizten Trainerdiskussion um Niko Kovac am Sonntag im Doppelpass. Gegen Southampton hätte Manchester City immerhin erst in der 70. Minute aufs Tor geschossen.

Dabei hat sich Dieter Hoeneß die Kirsche herausgepickt, denn anders als die Bayern in letzter Zeit, lieferte Manchester City einen dominanten Offensiv-Auftritt. Das zeigen alleine die anderen Zahlen der Partie.

Die Cityzens gaben insgesamt 26:3 Schüsse ab, kreierten 5:1 Großchancen, nach xG immerhin 4 (!) zu 0,76, hatten 308:33 Pässe im Angriffsdrittel vorzuweisen und 75% Ballbesitz.

So dominant der amtierende Meister auch war, eine gewisse Kritik war dennoch berechtigt. Die Mannschaft agiert nämlich extrem verschwenderisch, nicht nur im Abschluss sondern auch in und um den Sechzehner herum. Ein Problem, das die Mannschaft schon in der Vorsaison begleitete. Letztendlich blieb Guardiolas Team trotz frühem Rückstand (James Ward-Prowse; 13′) geduldig und gewann durch Tore von Sergio Agüero (70.) und Kyle Walker (86.) verdient mit 2:1.

Möchte Manchester City am nächsten Sonntag (17:30) im direkten Duell die sechs Punkte Rückstand auf Liverpool verkürzen, bedarf es jedenfalls mehr Direktheit und Entschlossenheit im Angriff.

(Photo by LINDSEY PARNABY/AFP via Getty Images)

“(Keine) Taktische Glanzleistung” – Award: Unai Emery

Bereits letzte Woche deuteten wir an, dass Unai Emery beim FC Arsenal vor dem aus stehen könnte. Wir sammelten sogar fünf Gründe, warum es eigentlich sogar sein muss.

Die Leistung der Gunners gegen Wolverhampton lieferte einen weiteren Grund, besser gesagt, ein Kommentar des Trainers nach dem 1:1 gegen Wolverhampton: “Es ist ein schlechtes Resultat, aber taktisch hat es genauso funktioniert, wie wir uns das vorgestellt hatten.”

Vorweg: Gegen die Wolverhampton Wanderers kann man Punkte lassen, speziell für die Mannschaften der Top-Sechs sind sie erfahrungsgemäß nur schwer zu knacken.

Wie aber kann Emery nach diesem Spiel behaupten, dass sein taktisches Konzept aufging? Arsenal bot einmal mehr eine schwache Offensivleistung, obwohl Mesut Özil nach seiner geglückten Rückkehr aus der Verbannung unter der Woche erneut ein ordentliches Spiel machte. In der Defensive herrschte durch Abstimmungsprobleme und Defizite in der Zuteilung ebenfalls ein unverändert schlechtes Bild.

Im heimischen Emirates Stadium wurden die Gunners von den Wolves in Sachen Schüsse (24:10), Schüsse aufs Tor (8:4) und expected Goals (1,01:1,84) deutlich übertrumpft. Nach der glücklichen Führung durch Überlebensversicherung Pierre-Emerick Aubameyang langte es für die Nordlondoner zwar noch zu einem Punkt, Raul Jimenez (76.) erzielte den überfälligen Ausgleich. Damit war Arsenal allerdings noch gut bedient.

Die Gründe für ein Aus Emerys häufen sich, erst recht, wenn er solche Auftritte als taktische Glanzleistung verkauft.

“Alles beim Alten” – Award: Ole Gunnar Solskjaer

Zwischenzeitlich sah es so aus, als würde Manchester United unter Ole Gunnar Solskjaer vielleicht doch noch auf die richtige Bahn finden, zumindest ergebnistechnisch. Nachdem sie als erstes Team Liverpool Punkte abverlangten (1:1), folgten wettbewerbsübergreifend drei Siege in Serie.

Die verdiente 0:1-Auswärtsniederlage gegen Bournemouth aber zeigte, dass weiterhin alles beim Alten ist. Das Spiel der Red Devils wirkt weiterhin leblos und statisch. Darüber hinaus hat die United-Defensive auswärts seit nun insgesamt elf Spielen nicht mehr zu Null gespielt, ihre längste Serie dieser Art seit 2002.

Schlimmer noch: Der Rekordmeister hat nach elf Spieltagen lediglich 13 Punkte auf dem Konto, gleichbedeutend mit der schlechtesten Ausbeute seit 1986. Wie Arsenal scheint auch Manchester United mit seinem Trainer auf dem falschen Weg zu sein.

(Photo by Alex Livesey/Getty Images)

“Reue ist Verstand, der zu spät kommt”- Award: Heung-min Son

“Reue ist Verstand, der zu spät kommt”, dieses Sprichwort stammt von Ernst Freiherr von Feuchtersleben, ein österreichischer Arzt, Lyriker und Essayist. Was das in den 7 Awards zur Premier League zu suchen hat? Naja, es trifft perfekt auf die schockierendste Szene des Spieltags zu.

In der 79. Minute ließ sich Heung-min Son an der Seitenlinie, etwa 40 Meter vor dem eigenen Tor, zu einer unnötigen Grätsche von hinten an André Gomes hinreißen. Beim Sturz brach sich der Spanier den Knöchel, was durch seinen unnatürlich abstehenden Fuß direkt zu erkennen war.

Die Spieler reagierten geschockt, allen voran Son. Als dieser erkannte, was passiert war, brach er in Tränen aus, war von seinen Mitspielern kaum zu besänftigen.

Die Reue sprang dem Südkoreaner regelrecht aus dem Gesicht. Auch er wusste, was er getan hatte. Denn obwohl Son seinem Gegner keinesfalls eine derartige Verletzung zufügen wollte, hatte er sie durch sein Einsteigen billigend in Kauf genommen, weshalb er zurecht mit Rot vom Platz geschickt wurde. Die Reue ist der Verstand, der zu spät kommt.

Hoffentlich kommt Gomes schnell wieder auf die Beine und hoffentlich kommt auch Son trotz berechtigter Lektion mit dem sicherlich traumatischen Erlebnis schnell klar.

“Fast angekommen” – Award: Christian Pulisic

Christian Pulisic scheint nach elf Spieltagen endgültig in der Premier League angekommen zu sein. Nach seinem Hattrick gegen Burnley in der Vorwoche, seine ersten Tore in der Liga überhaupt, traf er nun auch beim 2:1-Erfolg über Watford.

An der Stamford Bridge ist er dabei allerdings noch nicht angekommen, denn Pulisic glänzt in den ersten Monaten seiner Chelsea-Karriere vor allem auswärts.

Sein Tor gegen die Hornets war wettbewerbsübergreifend seine neunte Torbeteiligung der Saison. Alle vier Tore sowie fünf Assists verbuchte der US-Amerikaner dabei in der Fremde.

(Photo by Dean Mouhtaropoulos/Getty Images)

“Realitätscheck” – Award: West Ham

Die übertriebene Erwartungshaltung bei West Ham United gehört so sehr zu dem Verein, wie die Seifenblasen vor dem Anpfiff jeder Heimpartie.

Nach einer soliden Saison 2018/2019 unter Manuel Pellegrini und einem guten Transfersommer, in dem unter anderem Sébastien Haller an Land gezogen wurde, schienen die Hoffnungen im Osten Londons, Druck auf die Top-Sechs auszuüben, nicht einmal unrealistisch.

Nach elf Spieltagen ist es allerdings Zeit für einen “Realitätscheck”, wie es Pellegrini nach dem desolaten Auftritt bei der 2:3-Heimniederlage gegen Newcastle formulierte.

Die Pleite, die angesichts der klaren Chancenverteilung sogar noch zu niedrig ausfiel, war gleichbedeutend mit dem fünften sieglosen Spiel in Folge.

Platz sechs ist derzeit zwar nur drei Punkte entfernt. Doch in Anbetracht der kommenden Aufgaben, innerhalb der nächsten sieben Spieltage geht es gegen Arsenal, Chelsea, Wolverhampton und Liverpool, sollte der primäre Fokus vielleicht eher darauf liegen, den Puffer auf die Abstiegsränge zu erhöhen, ehe man nach vorne blickt. Dieser beträgt nämlich nur fünf Zähler…

Chris McCarthy

(Main Photo by FRANCOIS WALSCHAERTS/AFP via Getty Images)

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