Donnerstag, September 24, 2020

Bundesliga-Vorschau Teil 5: Hoffenheim, Schalke 04, Werder Bremen

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Am Freitag beginnt die neue Saison in der Bundesliga. In Teil fünf der 90PLUS-Saisonvorschau blicken wir auf die TSG Hoffenheim, den FC Schalke 04 und Werder Bremen.

  • Hoffenheim: Etablierung mit Neu-Trainer Hoeneß?
  • Schalke 04: Krise schon vor der Saison
  • Werder Bremen: Blick nach vorne

Teil 1: RB Leipzig, Eintracht Frankfurt, FC Union

Teil 2: Dortmund, Wolfsburg, Mainz 05

Teil 3: FC Bayern, Hertha BSC, Augsburg

Teil 4: Leverkusen, Arminia Bielefeld, VfB Stuttgart

TSG Hoffenheim

Letzte Saison: 6. Platz

Sportlich gesehen hat Hoffenheim den Soll in der vergangenen Saison absolut erfüllt. Obwohl die Kraichgauer nur einen Punkt mehr als in der Vorsaison (Rang neun) holten, reichte es in diesem Jahr für den sechsten Platz und somit für die Teilnahme an der Europa League.

Was vielen Hoffenheim-Fans beim Rückblick auf die Saison jedoch als erstes in den Sinn kommen wird, ist die historische Partie gegen den FC Bayern am 24. Spieltag. Aufgrund von diffamierenden Transparenten gegen Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp (80) aus dem Bayern-Block wurde die Partie mehrfach unterbrochen. Nachdem die Schmähungen trotz Einsatz von Spielern und Funktionären kein Ende nahmen, spielten sich die Spieler beider Teams (beim Stand von 6:0 für den Rekordmeister) den Ball in der letzten Viertelstunde der Partie nur noch freundschaftlich zu und solidarisierten sich so mit Hopp. Ein Novum in der Historie der Bundesliga, das in der Folge großflächig diskutiert wurde, und wohl in die Geschichtsbücher des deutschen Fußballs eingehen wird.

Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images
Gacinovic einziger Neuzugang

Auf dem Transfermarkt hat sich die TSG bisher weitestgehend bedeckt gehalten. Für exorbitante Ablösesummen ist man in Hoffenheim allerdings ohnehin nicht bekannt. Nachdem im letzten Jahr die Kassen durch den Verkauf einiger Leistungsträger wie Joelinton (24, für 44 Millionen zu Newcastle) und Kerem Demirbay (27, für 32 Millionen zu Leverkusen) gut gefüllt waren, wurden diese Einnahmen nicht blindlings für einen neuen Starspieler verschleudert, sondern geschickt in die Breite des Kaders investiert. So holte man neben den Rekordzugängen Diadie Samassékou (24, für 12 Mio. von Salzburg) und Munas Dabbour (28, für 12 Mio. von Sevilla) in Form von Robert Skov (24, für 10 Mio. von Kopenhagen) und Jacob Bruun Larsen (22, für 9 Mio. von Dortmund) auch Verstärkung für die Außenbahnen.

Im aktuellen Transferfenster ist Mijat Gacinovic (25) der bisher einzige bestätigte Neuzugang. Für den serbischen Nationalspieler wird allerdings kein Geld an Eintracht Frankfurt abgegeben, sondern viel eher Steven Zuber (28). Der Linksaußen schnürt ab der kommenden Spielzeit die Schuhe in Hessen.

Neben Zuber verlässt auch Leonardo Bittencourt (26) Hoffenheim endgültig. Der Mittelfeld-Mann war bereits in der vergangenen Saison an Werder Bremen ausgeliehen und schließt sich dem Klub für sieben Millionen Euro nun längerfristig an.

Bringt Meistertrainer Hoeneß den Erfolg?

Trotz der sportlichen durchaus soliden Saison trennten sich bereits Anfang Juni für viele überraschend die Wege von Verein und Trainer Alfred Schreuder (47). Als Grund wurden Differenzen in der Zukunftsplanung angegeben, die eine weitere Zusammenarbeit wohl verhinderten. Abgelöst wurde der Niederländer von Sebastian Hoeneß (38), Meister-Coach der zweiten Mannschaft des FC Bayern. Der 38-Jährige steht für das, was sich die TSG wünscht: Moderner, offensiver Spielstil sowie mutiges und aktives Auftreten, eine Fortsetzung der Nagelsmann-Tradition im Kraichgau. Gleichzeitig soll weiterhin die eigene Jugendarbeit gestärkt und Talente eingebunden werden. Auch das ist kein Neuland für Hoeneß: Gerade einmal 20,97 Jahre zählte das Durchschnittsalter seiner Schützlinge bei Bayern II.

Photo by Christian Kaspar-Bartke/Getty Images for DFB

Mit dem neuen Chefcoach kommt also nicht nur ein großer Name, sondern auch großes Potenzial nach Sinsheim. Gleichzeitig sind die Anforderungen hoch, der Klubs sehnt sich nach einem legitimen Nachfolger von den ehemaligen Starcoach Julian Nagelsmann (33). Hoeneß scheint in dieses Profil zu passen: Jung, dynamisch, progressiv und mit einer “absolut deckungsgleichen Zielsetzung bei vielen Themen”, wie Sportdirektor Alexander Rosen (41) kurz nach Bekanntgabe der Neuverpflichtung betonte. Geht der Plan auf, so darf man sich auf eine TSG freuen, die attraktiven Fußball spielt und die Bundesliga auch auf europäischer Ebene würdig vertreten wird.

Player to watch: Andrej Kramaric

Der wichtigste Akteur der Kraichgauer ist zweifellos Andrej Kramaric (29). “Andrej ist unser Lewandowski“, so hat Ex-Coach Schreuder den Angreifer einst beschrieben. Eine sehr treffende Darstellung, denn wenn Hoffenheim trifft, dann ist es meist der Kroate, der zuletzt am Ball war. Obwohl er in der vergangenen Saison viel Verletzungspech verkraften musste und aufgrund dessen nur 19 Bundesligaspiele absolvieren konnte, kam er dabei auf starke 12 Tore und vier Assists.

Photo by Martin Rose/Getty Images

Kramaric hat den Torriecher, er weiß, wo er zu stehen hat und ist im Abschluss meist eiskalt. Gleichzeitig bringt er aber auch technische und spielerische Klasse mit, ist stets anspielbar und kann denn Ball sowohl halten als auch intelligent verarbeiten. Eine Tormaschine mit fußballerischen Qualitäten, eben ganz in Lewandowski-Manier. 

Prognose

Mit Sebastian Hoeneß als neuem Coach hat die TSG einen guten Fang gemacht. Wenn das Zusammenspiel zwischen Trainer und Mannschaft funktioniert und die Ideen des 38-Jährigen umgesetzt werden, ist viel Potenzial vorhanden. Eine europäische Platzierung ist auf jeden Fall drin.

Jasper Glänzer

FC Schalke 04

Letzte Saison: 12. Platz

Die letzte Saison des FC Schalke 04 war historisch. Historisch schlecht. Die „Königsblauen“ starteten gut in die Spielzeit und fanden sich lange auf einem Champions-League-Platz wieder. Auch der Start in die Rückrunde passte, man schlug Borussia Mönchengladbach mit 2:0, es sollte aber der letzte Sieg der Saison werden. 

Verletzungsprobleme sowie außersportlichen Negativ-Schlagzeilen rückten in den Fokus. Schalke wurde durchgereicht und beendete die Saison letztendlich auf dem zwölften Platz. Cheftrainer David Wagner (48) durfte, wie die ganze sportliche Führung, weiter machen, lediglich Aufsichtsratvorsitzender Clemens Tönnies (64) gab seinen Rücktritt bekannt.

Schalke 04 – Minimal- statt Maximalprinzip

Der Absturz im letzten Jahr ist nun also Geschichte. Die Saison, die man mit der schlechtesten Rückrunde der Vereinsgeschichte beendete, ist vergessen. Nun soll der Verein wieder in geordnete Bahnen gelenkt werden. 

Aufgrund der sich anhäufenden Schulden aus den vergangenen Jahren und dem finanziellen Einbruch im Kontext der Corona-Krise hatten die „Knappen“ nur wenige Mittel zur Verfügung, um den Kader umzustrukturieren. Ein wichtiger Faktor für die Zukunft soll, so die einstimmigen Aussagen von Jochen Schneider (50) und David Wagner, die „Knappenschmiede“ sein. Durch absurdes Verletzungspech erhielten im vergangenen Jahr schon mehrere Jugendspieler Einsatzzeiten in der Bundesliga, nun sollen sie sich schnellstmöglich dem Niveau der Beletage anpassen.

(Photo by Christof Koepsel/Getty Images)

Abgesehen der Jugend waren die Leihspieler ein weiterer Faktor in dieser Transferperiode. Sebastian Rudy (30), Nabil Bentaleb (25) und Mark Uth (29) konnten bei ihren Leih-Stationen überzeugen und wollten Schalke auch verlassen, doch die Ablöseforderungen waren zu hoch. Alle drei gehören zu den Top-Verdienern und sind in Top-Form auch Top-Bundesligaspieler. Es wird eine wichtige Aufgabe für Wagner sein, jene drei in die Mannschaft zu (re-)integrieren.

Ibisevic kommt ablösefrei – Paciencia per Leihe aus Frankfurt

Mit einem Blick auf den Kader sieht man direkt, wie unausgewogen die einzelnen Mannschaftsteile sind. Während die Innenverteidigung mit Kalibern wie Ozan Kabak (20), Salif Sane (30), Benjamin Stambouli (27) oder Matja Nastasic (30) qualitativ und quantitativ optimal besetzt ist, besteht in der Offensive noch kräftig Nachholbedarf. Vedad Ibisevic (36) soll als Neuzugang das Stürmer-Problem beheben, angesichts seines niedrigen Gehaltes ein cleverer Schachzug der Verantwortlichen. Dazu gaben die Königsblauen bekannt, dass Gonçalo Paciencia (26) von Eintracht Frankfurt zunächst per Leihe kommen wird. Eine Kaufoption sicherte sich Schalke noch dazu.

Während man nicht viel verpflichtete, muss auf der Seite der Abgänge der ein oder andere Spieler ersetzt werden. Die Leihen von Juan Miranda (20) und Jean-Clair Todibo (20) wurden nicht verlängert, die beiden Spieler des FC Barcelona kehren somit nach Katalonien zurück. Michael Gregoritsch (26) sowie Jonjoe Kenny (23) kehren ebenso zu ihren Stamm-Vereinen zurück und haben im Ruhrpott keine Zukunft.

Alexander Nübel (23) zog es bekanntermaßen zum FC Bayern und hinterlässt hiermit eine Lücke auf der Torwart-Position, Publikums-Liebling Daniel Caliguiri (32) schlägt seine Zelte im kommenden Jahr in Augsburg auf. 

(Photo by UWE KRAFT/AFP via Getty Images)

Ein Transfer, der zwar nicht in diesem, dafür aber im nächsten Geld in die Kassen spülen sollte, ist der Verkauf von Weston McKennie (22). Der US-Amerikaner wechselt zunächst auf Leihbasis inklusive einer Kauf-Klausel zu Juventus Turin. Der Mittelfeldspieler zeigte in seinen Jahren auf Schalke zwar immer wieder großartige Ansätze, verpasste es aber, auf Dauer konstant gute Leistungen zu bringen.

Schalke 04 – Vierer- oder Fünferkette?

Neben kaderperspektivischen Fragen, wie beispielsweise die Rechtsverteidiger-Position, die voraussichtlich Sebastian Rudy bekleiden soll, ist auch die Frage nach dem System noch nicht vollends geklärt. Während Wagner in seiner Anfangszeit auf kreativen, ansehnlichen Fußball setzte, wechselte im Verlaufe der Saison auf eine Fünferkette, die nicht gerade erfolgreich funktionierte.

Neben Schwierigkeiten bei der defensiven Abstimmung fehlte auch in der Offensive jegliche Konsequenz. Man erspielte sich kaum große Chancen, der Ball lief (wenn überhaupt) horizontal statt vertikal. In der kommenden Spielzeit wird man wohl wieder die Viererkette auspacken, die, wie zu Beginn der letzten Saison, funktionieren soll. Allerdings könnte auch hier die Qualität auf den Außenpositionen fehlen. Benito Raman (25) erlebte ein schwieriges erstes Jahr, Steven Skrzbyski (27), der von Fortuna Düsseldorf zurückkehrt, konnte sich bei Schalke bisher noch nicht durchsetzen.

Im Fokus: Suat Serdar

Suat Serdar (23) war in der vergangenen Saison der wohl wichtigste Akteur auf Seiten der Schalker. Der Mittelfeldspieler dirigierte und war aus dem Zentrum stets gefährlich. Mehrere Verletzungen bremsten ihn und somit auch das komplette Schalker-Offensivspiel. Zusammen mit Amine Harit (23) und Omar Mascarell (27) soll Serdar das Mittelfeld wieder kreativer und intelligenter aussehen lassen. Zudem kämpft der Nationalspieler um einen Kader-Platz bei der EM 2021.

(Photo by MARTIN MEISSNER/POOL/AFP via Getty Images)

Prognose

Die Saison des FC Schalke vorherzusagen, ist fast unmöglich. Zu undurchsichtig sind die Leistungen der vergangenen Jahre. Dennoch sollte jedem Fan von Königsblau klar sein, dass die kommende Spielzeit keine einfache wird. Man steht mit dem Rücken zur Wand, worauf auch die Testspielergebnisse hinweisen, auf die aber dennoch nicht allzu viel Wert gelegt werden sollte. Absteigen wird man alleine aufgrund der individuellen Qualität nicht, ein europäischer Platz wäre eine positive Überraschung.

Hendrik Wiese

Werder Bremen

Letzte Saison: 16. Platz

Die vergangene Saison lief für Werder Bremen alles andere als erfreulich. Mit Ambitionen in Richtung der Europa League in die Spielzeit gestartet, fand man sich ganz schnell am anderen Ende der Tabelle wieder. Eine Verletztenmisere traf die Hanseaten hart, legte aber eben auch schonungslos Fehler in der Kaderzusammenstellung offen. Die Mannschaft lieferte teilweise erschreckende Auftritte ab und taumelte Richtung Saisonende.

Erst am letzten Spieltag konnte man sich noch auf den Relegationsplatz schieben und auch in den Entscheidungsspielen um den Klassenerhalt bekleckerte man sich nicht mit Ruhm. Die Freude nach dem gewonnen Rückspiel war dennoch groß und nachvollziehbar, allerdings sollte jedem, der es mit den Grün-Weißen hält, klar sein, dass einiges an Verbesserungsarbeit vor dem Klub liegt. Trainer Florian Kohfeldt (37) erhält weiter das Vertrauen der Verantwortlichen. Doch noch eine Saison dieser Art wird auch der Vereinsliebling nicht überstehen.

(Photo by BERND THISSEN/POOL/AFP via Getty Images)

Wenig Spielraum durch Verpflichtungen

Werder Bremen stand in der letzten Saison mehrfach vor dem Kollaps und leistungstechnisch überzeugte man selten. Wie angesprochen trugen hierbei sicher auch zahlreiche Verletzungen von Startelfspielern bei. Die Mannschaft war über die gesamte Saison nicht in der Lage, eine eingespielte Verteidigungsreihe zu stellen, doch weitere Probleme des Kaders wurden ebenso ersichtlich. In jedem Mannschaftsteil würden Bremen Verstärkungen gut tun. Das Problem: Der Klub von der Weser ist, das ist kein Geheimnis, ziemlich klamm. Im Zuge der Corona-Krise wurde Werder immer wieder als einer der gefährdetsten Vereine genannt. Das keine großen Sprünge auf dem Transfermarkt möglich sein werden, ist also klar.

Vor allem, weil ein weiterer Faktor den Bremer Spielraum stark einschränkt. Durch mehrere Leihen mit Kaufverpflichtung musste Bremen in diesem Sommer bereits sieben Millionen Euro für Leonardo Bittencourt (26) und vier Millionen Euro für Ömer Toprak (31) ausgeben. Davie Selke (25) ist zudem für zwei Jahre von Hertha BSC ausgeliehen und muss, sollte man auch im nächsten Jahr die Klasse halten, für zwölf Millionen verpflichtet werden. Die Bremer haben sich also schon für mehrere Transferperioden weitere Limits auferlegt. Während Bittencourt als Lichtblick gesehen werden kann, konnte Toprak aufgrund von Verletzungen kaum auflaufen und Selke enttäuschte als Stürmer, der eigentlich Tore garantieren sollte.

Photo by Ronny Hartmann/Getty Images

In diesem sehr eingeschränkten Rahmen musste Frank Baumann also agieren. Wenig hilfreich dürfte auch sein, dass ein möglicher Abgang von Milot Rashica (24) zwar weiterhin in der Luft zu hängen scheint, aber auf sich warten lässt. Einnahmen aus diesem Geschäft stehen dem Manager also nicht zur Verfügung. Der gefragte Einfallsreichtum brachte allerdings zumindest im Offensivbereich eine sehr spannende Verpflichtung zu Tage. Tahith Chong (20) von Manchester United ist per Leihe an die Hanseaten gebunden und machte schon in der ersten Pokalrunde auf sich aufmerksam. Alles in Allem bleibt der Transfersommer an der Weser aber einer, der viele Baustellen offen lässt.

Problembereich Offensive

Die Hanseaten hatten immer wieder mit gravierenden Aussetzern in der eigenen Defensive zu kämpfen. Die Standardverteidigung war teilweise gar nicht mehr existent und beim Zuschauen hatte man manchmal das Gefühl, dass es keine einfachere Aufgabe gibt, als gegen Bremen Tore zu erzielen. Sei es in einer bedenklich schwachen ersten Halbzeit in der Hinrunde gegen Mainz, oder nach Restart gegen Leverkusen. Daher mag es fast ein wenig komisch erscheinen, wenn man die größte Problemstelle der Bremer nicht in der Defensive verortet. Doch wo die Leistungen hinten unkonstant waren, also auch Ausschläge nach oben hatten und der Wille des Teams, diszipliniert zu verteidigen zumindest spürbar war, zogen sich die Probleme in der Offensive konstant durch die Saison.

Kohfeldt gilt allgemeinhin als Trainer, der Fußball spielen lassen will. Und selbst im tiefsten Abstiegskampf waren Teile seiner Idee des Spiels weiterhin sichtbar. Bremen ließ den Ball laufen, Bremen wollte Ballbesitz. Doch all dies verpuffte wieder und wieder. Denn im letzten Drittel war Werder schlicht und ergreifend harmlos. Nach dem Abgang von Max Kruse (32) im vergangenen Sommer fehlte der Zielspieler im System und es wirkte, als hätte man tatsächlich kaum eine Idee, wie man gegnerische Abwehrreihen überwinden könnte. Und wenn man dies dann doch mal tut, sind die Abnehmer vor dem Tor meist enttäuschend in der Chancenauswertung. Um dieses Problem anzugehen verpflichtete man Selke erst, doch dieser wurde nur zu einem weiteren Musterbeispiel für diese Probleme. Kohfeldt braucht nach Kruse endlich wieder einen klaren Plan um auch die gefährlichen Zonen des Feldes zu bespielen. Chong könnte ein Teil dieses Planes sein. Wichtig wird vor allem aber auch ein Rückkehrer nach langer Leidenszeit werden.

(Photo by Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images)

Spieler im Fokus: Niclas Füllkrug

Die Probleme des SV Werder Bremen sind mannigfaltig, aber die größte Baustelle liegt, we oben ausgeführt, in der Offensive. Deshalb ist es kein Wunder, dass an dieser Stelle ein Offensivmann steht. Niclas Füllkrug (27) kam im letzten Sommer aus Hannover und sollte den Abgang von Max Kruse auffangen. Der klassische Stürmer bringt Torgefahr, den direkten Weg zum Tor und Gefahr bei Flanken und Standards mit. Doch eine Knieverletzung sorgte dafür, dass Füllkrug quasi die gesamte Saison nur Zuschauen konnte. Kurz vor Ende konnte er zurückkehren und zeigte gleich, was er für Werder bedeuten könnte.

Als gefühlter Neuzugang wird der deutsche Angreifer in dieser Saison dafür verantwortlich sein, dass die Hanseaten endlich auch einen klaren Plan vor dem Tor des Gegners haben. Füllkrug kann der Spieler sein, der den Grün-Weißen über die gesamte Saison so dringend benötigte Stürmertore garantiert. Sollte er fit bleiben, könnte er deshalb zum absoluten Schlüsselspieler werden.

Prognose

Werders Kader hat weiter Baustellen und die letzte Saison dürfte an der Mentalität genagt haben. Die Norddeutschen müssen erneut aufpassen, um nicht in den Tabellenkeller zu rutschen.

Julius Eid

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(Photo by Christof Koepsel/Getty Images)

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