Ein Tritt auf den Fuß in Frosinone, Auswechslung nach 69 Minuten, ein 1:0 zum Saisonstart. Was wie eine Randnotiz aussah, kostet Juventus seine Nummer 10 bis tief in den Herbst.
Die Diagnose: fünfter Mittelfußknochen, Operation, drei Monate
Kenan Yıldız hat sich beim Auftaktsieg in Frosinone den fünften Mittelfußknochen des linken Fußes gebrochen. Die Schmerzen kamen erst am Tag danach, die Untersuchungen lieferten den Befund, und die Beratungen der Folgetage räumten den letzten Zweifel aus: Der 21-Jährige wird operiert, Anfang dieser Woche. Giorgio Chiellini bestätigte den Eingriff am Freitag nach der Europa-League-Auslosung bei Sky Sport Italia – die offizielle Klubmitteilung stand zu diesem Zeitpunkt noch aus.
Die Gazzetta dello Sport kalkuliert mit zweieinhalb bis drei Monaten. Sky Italia ebenso. In der Continassa hofft man, Yıldız um die Länderspielpause im November wieder zur Verfügung zu haben. September und Oktober sind gestrichen – in der Serie A wie in der Europa League, wo Juventus unter anderem auf Celta, Bournemouth und Sunderland trifft.
Chiellini beruhigt – und lässt die Tür zum Markt offen
Chiellini betonte, die Verletzung habe keine Auswirkungen auf die Zukunft, Yıldız werde nach der Rückkehr bei hundert Prozent sein. Er nannte es einen ärgerlichen Rückschlag, mehr nicht. Für die Lücke sieht er Jérémie Boga und Kerim Alajbegović in der Pflicht. Zugleich sagte er einen Satz, der in Turin nicht zu überhören war: In den letzten Tagen des Fensters werde sich noch etwas ändern.
Das ist die eigentliche Nachricht hinter der Nachricht. Luciano Spalletti geht in eine Saison, die Chiellini selbst als Übergang bezeichnet, mit Inter als klarem Favoriten. Ohne seinen wichtigsten Kreativspieler für ein Viertel der Spielzeit wird der Druck, vor Dienstagabend nachzulegen, nicht kleiner.
Was Yıldız hinterlässt
- Vertrag: vorzeitig bis 2030 verlängert, Aushängeschild des Projekts
- Bilanz bis Saisonstart: 115 Pflichtspiele, 25 Tore, 19 Vorlagen für Juventus
- Rückkehr: frühestens um die November-Länderspielpause, abhängig vom OP-Verlauf
Ein Mittelfußbruch ist kein Karriere-Risiko, das hat Chiellini zu Recht klargestellt. Für Juventus ist er trotzdem ein Test: Wer im Oktober Tabellenfünfter ist, darf sich auf die Rückkehr freuen. Wer Neunter ist, bekommt im November keinen Retter, sondern einen Spieler, der drei Monate Rhythmus nachholt.

