Serie A: Die Saison 2020/21 und mögliche Schlüsse für 2021/22

Serie A 2020/21
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Die Saison 2020/21 in der Serie A ist vorüber und die Phalanx von Juventus Turin als Abo-Meister ist durchbrochen. Mit Inter feiert endlich mal ein anderes Team. Doch abgesehen von einem neuen Gewinner des Scudetto passierte in Italien enorm viel. Wir liefern einen Rückblick und ziehen mögliche Schlüsse für die neue Saison. 

  • Serie A: Inter durchbricht Juventus-Dominanz
  • Atalanta wieder einmal spektakulär
  • Was passiert 2021/22?

Serie A 2020/21: Inter sorgt für Ende der Juventus-Dominanz

Am Ende feierte Inter den Scudetto sehr souverän. Die Mannschaft des stets auf Betriebstemperatur befindlichen Trainers Antonio Conte (51) hatte am Ende zwölf Punkte Vorsprung auf Konkurrent Milan, stellte zudem die zweitbeste Offensive sowie die beste Defensive der Liga. Die Ideen von Conte, dem Architekt des Erfolges, wurden sehr gut umgesetzt und Inter beeindruckte über weite Strecken mit einer Mischung aus einer fantastischen Organisation und extrem geradlinigem Spiel nach vorne. Vor allem das Sturmduo Romelu Lukaku (28) und Lautaro Martinez (23) harmonierte herausragend und stellte die gegnerischen Defensivreihen vor Probleme. Gemeinsam mit perfekten Systemspielern wie Achraf Hakimi (22) auf der rechten Seite funktionierte die Mischung sehr gut.

 

Doch es zeichnete sich nicht von Beginn an ab, dass Inter die alles dominierende Mannschaft wird. Phasenweise hatte Stadtrivale Milan die besten Aussichten auf den Scudetto. Und auch Juventus, die Mannschaft, die sich zuletzt dadurch auszeichnete, in den entscheidenden Momenten die wichtigen Siege einzufahren, konnte lange nicht abgeschrieben werden. Doch das Aus in der Champions League und die wegfallende Belastung zusammen mit wenigen Personalsorgen und einer eingespielten Mannschaften ließen das Pendel in Richtung Inter ausschlagen.

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Alle Geschichten rund um Inter zu erzählen, würde den Rahmen sprengen. Doch die immer reifer werdende Mannschaft in Verbindung mit Einzelspielern wie Alessandro Bastoni (22) oder Nicolo Barella (24), die ihr Niveau deutlich erhöhen konnten, zeigt die gute Arbeit von Trainer Conte. Auch Christian Eriksen (29), der im Winter unzufrieden war und vor dem Abgang stand, kam wieder in die Spur. Es passte einfach nahezu alles, deswegen ging die Meisterschaft völlig verdient nach Mailand.

Atalanta, Milan & co.: Der Kampf um die Champions League war spektakulär

Die Plätze direkt nach Inter waren hart umkämpft. Zwar hat sich mit der Roma ein Anwärter auf die Champions League aufgrund fehlender Konstanz schon ziemlich früh aus dem Rennen um die Plätze verabschiedet, davor blieb es aber bis zum letzten Spieltag eng. Atalanta, Juventus, Milan und die SSC Neapel waren die Protagonisten im Kampf um die Königsklasse. Lazio spielte eine Saison mit Höhen und Tiefen, hatte im Endspurt der Saison aber keine Chance mehr auf den begehrten Wettbewerb. Nach Meister Inter konnte sich Atalanta als erste Mannschaft für die Champions League qualifizieren. „La Dea“ spielte wieder eine furiose Saison, schoss 90 Tore und übertrumpfte dabei sogar Meister Inter.

Dahinter wurde es spannend bis dramatisch. Juventus patzte immer mal wieder, drohte sogar, die Saison auf Platz fünf zu beenden. Milan hatte eine kurze Schwächephase, die das Aus im Titelkampf bedeutete, aber kam wieder auf Kurs. Und Neapel spielte ebenfalls eine sehr gute Rolle, machte den Sack aber nicht zu. Die Ausgangslage vor dem letzten Spieltag der Saison 2020/21 war entsprechend dramatisch. Milan musste beim bereits sicher qualifizierten Atalanta antreten, die SSC Neapel hatte ein vermeintlich leichtes Heimspiel gegen Hellas. Beide gingen mit einem Punkt Vorsprung auf Juventus in den letzten Spieltag. Die Bianconeri bekamen es mit Bologna zu tun.

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Die Rossoneri behielten die Nerven, schlugen Atalanta und qualifizierten sich für die Königsklasse. Juventus mit Trainer Andrea Pirlo (41) stellte die Weichen in Bologna früh auf Sieg und gewannen am Ende gar mit 4:1. Blieben noch die Partenopei aus Süditalien. Und die SSC Neapel patzte, spielte nur 1:1 gegen Hellas. Das bedeutete, dass Juventus kurz nach dem Triumph in der Coppa Italia, zum zweiten Mal jubeln konnte. Das Mindestziel war also erreicht.

Enttäuschtes Neapel, Hauptstadt-Klubs und Sassuolo: „Best of the Rest“

Die SSC Neapel spielt also in der kommenden Saison „nur“ in der Europa League. Trainer Gennaro Gattuso (43) steht dann nicht mehr an der Seitenlinie, sondern soll das Projekt Fiorentina nach vorne bringen. Ohnehin ist das Trainerthema ein sehr spannendes. Auch Andrea Pirlo (41) bei Juventus sitzt nicht fest im Sattel, die Roma, die am Ende nur Siebter wurde, wechselt von Paulo Fonseca (48) zu José Mourinho (48). Neben Napoli spielt auch Lazio in der Europa League. Der Klub aus der Hauptstadt wurde nach einer soliden Saison Sechster, will in der neuen Saison aber wieder in der Serie A angreifen.

Die AS Rom, die sich mit fehlender Konstanz und zahlreichen Personalsorgen auseinandersetzen musste, war am Ende ebenfalls nicht zufrieden. Der siebte Platz reichte aufgrund des Pokalendspiels zwischen Juventus und Atalanta immerhin noch für die neue UEFA Conference League. Ob das Neu-Trainer Mourinho aber die Freudentränen in das Gesicht treiben wird, bleibt abzuwarten. Ebenfalls hervorzuheben ist der US Sassuolo. Der Klub aus der Emilia-Romagna spielte Phasenweise extrem guten Fußball auf sehr hohem Niveau und war eines der spannendsten Teams der gesamten Liga. Doch auch bei diesem Klub geht der Erfolgstrainer: Roberto de Zerbi (41) zieht es in die Ukraine, er wechselt zu Shakhtar.

Serie A: Benevento, Crotone und Parma Calcio steigen ab

Das ganz große Drama spielte sich im Abstiegskampf nicht ab. Das lag vor allem daran, dass Parma Calcio und der FC Crotone relativ früh als Absteiger feststanden. Parma spielte keine gute Saison und konnte an die Leistungen der vergangenen Jahre nicht anknüpfen. Nur drei Siege konnte die Mannschaft einfahren, das ist natürlich deutlich zu wenig. 20 Punkte aus 38 Spielen sind zudem eine absolut schwache Ausbeute. Der Abstieg ist genauso verdient wie der des FC Crotone. Crotone hatte am Ende der Saison in der Serie A die schwächste Defensivbilanz, kassierte 92 Gegentore. Zudem verlor keine Mannschaft häufiger. Auch hier war der Gang in die Serie B also absolut folgerichtig.

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Klubs wie Cagliari Calcio oder Spezia konnten sich im Schlussspurt der Saison retten. Gleiches gilt auch für den FC Turin, der am Ende auf dem 17. Platz landete. Benevento Calcio zog den Kürzeren. Der Klub schaffte es, 33 Punkte zu holen und hatte vier Punkte Rückstand auf Torino. Zur neuen Saison haben bereits der FC Empoli und Salernitana den Aufstieg in die höchste italienische Spielklasse sicher, im Endspiel um den Aufstieg zwischen Cittadella und dem FC Venedig entscheidet sich, wer die Serie A 2021/22 komplettiert. 

Das könnte in der Saison 2021/22 spannend werden

Kurz nach dem Ende der Saison 2020/21 stellen sich also schon einige Fragen für die neue Spielzeit. Dreht sich das Trainerkarussell weiter? Wie wird José Mourinho in der neuen Saison bei der Roma wirken? Kann Juventus zurück auf den Thron? Wie performt Inter ohne Conte? All das wird sehr spannend zu verfolgen sein. Der Kampf um den Titel kann sehr spannend werden, denn die Topklubs in Italien sind zuletzt eher enger zusammengerückt. Und keines dieser Teams verfügt aufgrund der Auswirkungen der Pandemie über die Möglichkeit, den Kader komplett umzubauen. Die Topteams müssen also auf kluge Investitionen setzen, die Sportdirektoren sind gefragt. Inter hat eine sehr gute Basis, bei Juventus muss die individuelle Klasse irgendwie mit durchdachten Neuzugängen zu einem funktionierenden Team geformt werden.

Ebenfalls interessant ist die Rolle von Atalanta BC. Zum dritten Mal nacheinander hat sich „La Dea“ für die Champions League qualifiziert. Die Mischung aus hervorragenden Scouting und einer unverwechselbaren Spielphilosophie macht die Lombarden so stark. Diese Mannschaft wirkt sehr gut gerüstet für die neue Saison. Außerdem ist die Rolle der Aufsteiger immer etwas, das man im Auge behalten soll. Hinzu kommt die Frage, welches Team möglicherweise eine Entwicklung wie Sassuolo durchlaufen und sich an die Topklubs herankämpfen ran. Ob die Saison 2021/22 in der Serie A auch so unterhaltsam wird wie die abgelaufene Spielzeit, wird sich zeigen. Die Voraussetzungen dafür scheinen in jedem Fall geschaffen zu sein.

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Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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