Dreikampf in der Serie A: Wer schnappt sich den Scudetto?

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Spotlight | In der Serie A liefern sich Milan, Inter und Napoli einen Showdown um die Meisterschaft. Sechs Spieltage vor Schluss trennen lediglich zwei Pünktchen die Kontrahenten. Wir haben uns die Titelaspiranten mal ein bisschen genauer angeschaut und wagen eine Prognose.

AC Milan: Parallelen zur Vorsaison

Die AC Milan legte einen starken Saisonstart in der Serie A hin. Zehn Siege und ein Remis aus den ersten elf Saisonspielen – eine außerordentlich gute Bilanz. Mit der Zeit wurden die Leitungen der „Rossoneri“ jedoch inkonstanter, und das wirkte sich auch auf die Ergebnisse aus. Der Saisonverlauf weist durchaus Parallelen zur vergangenen Spielzeit auf. Auch dort begann Milan stark und ließ Schritt für Schritt nach. Am Ende konnte Stadtrivale Inter davonziehen.

Nun befindet man sich zwar weiterhin mitten im Titelrennen, Grund zur Sorge gibt es dennoch. So schleichen sich in der Rückrunde gerade gegen kleinere Mannschaften immer mehr unnötige Punktverluste ein. Zuletzt etwa gab es zwei torlose Remis gegen Bologna und Torino. Auch zuvor gab es lediglich zwei knappe 1:0-Siege über Empoli und Cagliari. Die AC Milan ist dieser Tage also durchaus etwas minimalistisch unterwegs, zu oft fehlt die nötige Präzision und Durchschlagskraft in der Offensive.

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Das ist die aktuelle Ausgangslage: Milan führt die Tabelle mit zwei Punkten Vorsprung auf die Konkurrenz an. Inter hat jedoch ein Spiel weniger, kann damit am Stadtrivalen vorbeiziehen.

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Dass mit Zlatan Ibrahimovic (40) momentan auch noch ein Stürmer mit Knieproblemen passen muss, macht die Sache nicht besser. Der Schwede ist zwar nicht mehr unverzichtbar, doch steuerte er in knapp unter 1.000 Saisonminuten immerhin schon acht Tore bei. Diese Aufgabe kommt in den nächsten Spielen einmal mehr auf Rafael Leão (22) und Olivier Giroud (35) zu, die auch jeweils achtmal ins Schwarze trafen. Eine torgefährliche Offensive wird jedenfalls von elementarer Bedeutung sein, um noch ein Wörtchen um die Meisterschaft mitreden zu können. Denn: Blickt man auf das Restprogramm, dürfte der ein oder andere „Rossoneri“ seine Meisterschaftswette wohl herunterkalkulieren. So hat Milan mit der Fiorentina, Atalanta, Lazio und Sassuolo noch vier harte Aufgaben aus der oberen Tabellenhälfte vor der Brust.

Inter will den Scudetto verteidigen

Beim Stadtrivalen Inter sieht die Ausgangslage etwas vielversprechender aus. Zuletzt gab es zwei Siege in Folge, darunter ein glücklicher, aber sehr wichtiger bei Juventus. Wenngleich auch Inter in den letzten Wochen hier und da Punkte gegen kleinere Teams liegen gelassen hat und auch die Leistungen auf dem Platz durchaus Raum zur Verbesserung haben, wirkt die Mannschaft von Trainer Simone Inzaghi (48) noch am beständigsten unter den drei Titelanwärtern.

Der Grundstein auf dem Weg zur Titelverteidigung war und ist immer noch die stabile Defensive. So kassierten die „Nerazzurri“ in bislang 31 Saisonspielen lediglich 24 Gegentreffer. Neben der Tatsache, dass der Defensivriegel um Milan Škriniar (27), Alessandro Bastoni (23) und Stefan de Vrij (30) hinten den Laden dicht halten, dürfte die Fans sicherlich freuen, dass es auch offensiv richtig gut funktioniert. Lautaro Martínez (24) und Edin Dzeko (36) kompensieren den mit großer Sorge betrachteten Abgang von Romelu Lukaku (28) in Personalunion, konnten beide schon jeweils 13 mal netzen.



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Ein weiterer Faktor ist Neuzugang Hakan Çalhanoglu (28), der bereits sieben Treffer und acht Torvorlagen beisteuerte und damit ein elementares Puzzleteil für Inzaghi und die Mannschaft darstellt. Er könnte ein entscheidender Faktor im Fernduell mit der Ex und dem nun für ihn neuen Stadtrivalen Milan werden. Die Zeichen stehen jedenfalls gut, denn Inter geht mit zwei Siegen im Rücken in eine Crunchtime, die gar nicht mal so crunchig ist – zumindest auf dem Papier. Mit Ausnahme der Roma haben die „Nerazzurri“ nämlich ausschließlich Gegner aus der unteren Tabellenhälfte zu bewältigen. Der zweite Scudetto in Folge befindet sich zumindest schonmal in einigermaßen greifbarer Nähe.

SSC Neapel: Unter Spalletti wieder ganz vorne dabei

Vom Scudetto träumt auch die SSC Neapel. Und das seit Jahren. Immer wieder schnupperten „Gli Azzurri“ an der Tabellenspitze der Serie A, lieferten sich zwischen 2016 und 2019 packende Zweikämpfe mit Juventus. Am Ende musste Napoli aber jedes Mal den Kürzeren ziehen. Jetzt ist die nationale Meisterschaft so greifbar wie seit vier Jahren nicht, lediglich zwei Punkte beträgt der Rückstand zur Tabelenspitze. Ein Verdienst des neuen Trainers Luciano Spalletti (63), der vor der Saison Gennaro Gattuso (44) ablöste. Die SSC legte einen Traumstart hin, gewann neun der ersten zehn Saisonspiele. Dabei überzeugen sowohl Defensive als auch Offensive. Mit einer Torbilanz von 58:26 liegt man in beiden Statistiken nur knapp hinter dem jeweiligen Spitzenreiter Inter.

Während der Defensivblock um den wiedererstarkten Kalidou Koulibaly (30) hinten aufräumt, sorgt das vordere Dreiergespann um Lorenzo Insigne (30), Dries Mertens (34) und Sturmspitze Victor Osimhen (23) für die Tore. Gerade letzterer befindet sich in bestechender Form, traf in den letzten vier Spielen fünfmal und legte einen weiteren Treffer auf. So führte Osimhen Napoli zu wichtigen 2:1-Siegen über Hellas und Udinese.

(Photo by ANDREAS SOLARO/AFP via Getty Images)

Auch in Bergamo holte man die drei Punkte, zeigte sich beim 3:1 gegen Atalanta von einer sehr effizienten und abgezockten Seite. Daraufhin gab es jedoch einen Rückschlag. Gegen die Fiorentina hatte man am vergangenen Spieltag die große Chance, die Tabellenführung zumindest übergangsweise zu erobern, scheiterte jedoch. Gerade in der ersten Halbzeit war man viel zu passiv, ließ den Gegner tun und machen. Die Konsequenz war eine 2:3-Niederlage vor heimischer Kulisse – ein derber Dämpfer. Diesen gilt es nun so schnell wie möglich abzuhaken, um sich voll und ganz auf die kommenden Aufgaben fokussieren zu können. Mit der Roma und Sassuolo hat man noch zwei schwere Gegner vor der Brust, ansonsten ist das Restprogramm durchaus machbar für die Neapolitaner.

Prognose: Wer gewinnt die Serie A?

Für Inter stehen die Zeichen am besten. Die „Nerazzurri“ tankten mit zuletzt zwei Siegen am Stück reichlich Selbstvertrauen und können mit Rückenwind ihre letzten Aufgaben angehen. Auch das Restprogramm spricht klar für Inter, von den ausstehenden Gegners befindet sich lediglich die Roma in der oberen Tabellenhälfte. Zudem hat man gegenüber der Konkurrenz ein Spiel mehr offen und damit alles in der eigenen Hand. Vieles spricht also für eine Titelverteidigung. Abschreiben sollte man Milan und Neapel aber keinesfalls. Dafür sind in der laufenden Saison schon zu viele unerwartete Dinge passiert.

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