Samstag, März 28, 2020

Liverpool unter Druck – Atlético zu Gast in Anfield

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Julius Eid
Julius Eid
Redakteur

Vorschau | Nach der 0:1-Niederlage im Hinspiel bei Atlético Madrid, muss der Liverpool FC im Rückspiel liefern. Im eigenen Stadion erscheint aber immer alles möglich zu sein.

Anpfiff der Partie ist um 21 Uhr, live auf DAZN (Registriere dich jetzt auf DAZN und erhalte einen Gratismonat).

Atletico bezwingt Liverpool im Hinspiel

Die Geschichte des Hinspiels ist recht schnell erzählt: Saúl Níguez brachte Atlético nach nicht einmal vier gespielten Minuten und einem Eckball in Führung. Anschließend zogen sich die “Colchoneros” zurück, verteidigten leidenschaftlichen und ließen Liverpool machen, die aber kaum gefährlich werden konnten. Auch nach dem Seitenwechsel fehlte den Gästen die große Durchschlagskraft, während die Hausherren immer wieder kleine Nadelstiche setzten, allerdings ebenfalls ohne großen Erfolg. So blieb es beim 1:0, eine gute Ausgangslage für Diego Simeone und seine Mannschaft.

Liverpool

Jürgen Klopp steht im Rückspiel vor eine großen Herausforderung: Seine Mannschaft muss eine der besten Defensiven Europas knacken, am besten ohne dabei ein Gegentor zu kassieren, denn sonst müssten gleich drei Tore her. Aber auch das ist nicht völlig unmöglich, wie Juventus Turin im Achtelfinale 2018/19 zeigte, als man Atlético Madrid, nach einem 0:2 im Hinspiel, mit einem 3:0-Sieg im Rückspiel aus dem Wettbewerb warf. Es gibt also guten Grund zu Hoffnung. 

Allerdings tun sich die “Reds” erfahrungsgemäß schwer gegen Teams, die aus einem kompakten 4-4-2-System heraus spielen, das wurde vor allem in der Gruppenphase, in den Spielen gegen Napoli (0:2 und 1:1) oder RB Salzburg (4:3), deutlich. Dagegen muss Klopp nun eine Lösung finden. Wichtig wird dabei sein, dass die Konterabsicherung funktioniert und die Schärfe im Passspiel, im Vergleich zum Hinspiel, deutlich erhöht wird. 

(Photo by ANTHONY DEVLIN/AFP via Getty Images)

Glücklicherweise kann der deutsche Trainer im Rückspiel auf seinen Kapitän und Mittelfeldstrategen Jordan Henderson setzen. Der 29-jährige hat sich rechtzeitig von seiner Oberschenkelverletzung erholt, fehlte dem Team zuletzt spürbar. Er hat in dieser Saison nämlich nochmal einen echten Schritt gemacht und ist im Grunde unersetzlich, auch wenn die potenziellen Alternativen mit Alex Oxalde-Chamberlain, Naby Keita, Adam Lallana und James Milner sowohl vielfältig, als auch namhaft sind. Hendersons Wert wird auch nicht zuletzt dadurch deutlich, dass Liverpools kleine Schwächeperiode zuletzt, inklusive der Niederlagen gegen Watford in der Liga und gegen Chelsea im FA Cup, ausgerechnet auf den Zeitraum seines Ausfalls fiel. 

Nichtsdestotrotz taugen diese drei Niederlagen (zählt man das Hinspiel dazu) nicht dazu, eine generelle Entwicklung daran festzumachen. Jede Niederlage ist für sich gut zu erklären und in die Ursachen unterscheiden sich deutlich. Wobei man sicherlich auch mal festhalten muss, dass sich die unfassbare Siegesserie zuvor ohnehin der Normalität entzog und dem Spiel der Reds oftmals die Spitzigkeit fehlte.

Einen großen Rückschlag gibt es für Liverpool dennoch. Torhüter Alisson, der große Rückhalt an schlechteren Tagen, fehlt aufgrund einer Hüftverletzung. Ihn vertritt Adrian. Linksverteidiger Robertson lehrt dagegen zurück.

Atlético

Atlético Madrid ist in dieser Saison wirklich schwer einzuschätzen. In der Liga hat das Team der Spanier zwei der letzten acht Spiele gewonnen und steht daher auch nur auf Platz fünf, doch in den Spielen gegen “große” Gegner sind die Spieler oftmals doch zur Stelle – wie im Hinspiel. Das bezieht sich allerdings meistens nur auf Heimspiele.

Auswärts hat die Mannschaft von Diego Simeone oftmals große Probleme. In der Champions League konnten sie auswärts nur bei Lokomotive Moskau gewinnen (2:0) und verlor sowohl bei Bayer Leverkusen (1:2) als auch bei Juventus Turin (0:1). Und auch in der Liga holte die Mannschaft in fremden Stadien nur 16 Punkte in 13 Spielen bei einem Torverhältnis von 11:12. Daraus lässt sich auch das größte Problem der Mannschaft ablesen: Die offensive Harmlosigkeit. 

In allen 27 Ligaspielen gelangen Atlético nur 31 Tore, womit sie die nur zwölft-beste Offensive der Liga stellen. Allerdings hätte man laut xG-Wert mit 41,91 Toren rechnen dürfen. Das impliziert, dass die “Rojiblancos” zwar genügend Chancen herausspielen, aber einfach zu viele von ihnen liegen lassen. Bezeichnenderweise ist Alvaro Morata mit gerade mal acht Ligatreffern der beste Torschütze der Mannschaft. Rekord-Einkauf João Félix, der aber auch mit einigen Verletzungen zu kämpfen hatte, hat dagegen erst viermal getroffen.

Photo by OSCAR DEL POZO/AFP/Getty Images)

Nun könnte man zwar sagen, dass Atlético sich vor allem auf die Defensive konzentrieren und in ihrer Comfort-Zone bleiben können, aber am Mittwoch wird es wohl das ein oder andere Tor benötigen, um weiterzukommen. Die Madrider sollten also auf jeden Fall auch ein großes Augenmerk auf das eigene Konterspiel legen, um Liverpool in die Situation zu zwingen, dass sie mindestens drei Treffer brauchen, um weiter zu kommen. 

Zusammengefasst dürfte Simeone auf eine Mischung aus einer kompakten Defensive, einem situativem Pressing, einem dynamischen Umschaltspiel und Standardsituationen setzen. Dass es auf dem Niveau nicht reicht, sich nur hinten einzuigeln, hat man in der letzten Saison gegen Juventus Turin schmerzhaft erfahren müssen. Ob nun auch tatsächlich die entsprechenden Lehren daraus gezogen wurden, wird man am Mittwochabend sehen. 

Personell kann Diego Simeone dabei nahezu aus den Vollen schöpfen, nur Thomas Lemar, der ohnehin keine allzu große Rolle spielt, war zuletzt angeschlagen. Große Überraschungen sind also nicht zu erwarten, von dem gewohnten flachen 4-4-2 wird man auch mit Sicherheit nicht abrücken.

Prognose

Atlético geht zwar mit der besseren Ausgangslage in Spiel, doch der Liverpool FC dürfte trotzdem Favorit sein. Der Heimvorteil und die große Qualität sprechen für die Reds, doch Atlético weiß, das gegnerische Spiel zu zerstören. Je länger es 0:0 steht, desto besser für die Gäste. Ein frühes 1:0 wäre dagegen für Liverpool von unschätzbarem Wert, um den Gegner etwas rauszulocken und das Spiel zu öffnen. Chaos und Hektik könnten die besten Freunde Atléticos werden, während Liverpool auf einen guten Spielfluss und die positive Energie von den Rängen hoffen wird.

Aufstellungen

Liverpool: Adrian – Alexander-Arnold, Gomez, van Dijk, Robertson – Wijnaldum, Fabinho, Henderson (Milner) – Salah, Firmino, Mané

Atlético: Oblak – Trippier, Savic, Felipe, Renan Lodi – Correa, Saúl, Thomas, Koke – João Félix

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