Donnerstag, Oktober 1, 2020

Champions League | Atalanta vs. PSG: Wer ist hier der Favorit?

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Vorschau | Das Finalturnier in der UEFA Champions League startet mit einem enorm spannenden Spiel. Atalanta trifft im Estádio do Sport Lisboa e Benfica auf Paris Saint-Germain. Und die Franzosen sollten gewarnt sein.

Anpfiff der Partie ist am Mittwoch, 21:00 Uhr, Live auf DAZN (Registriere dich jetzt auf DAZN und erhalte einen Gratismonat).

  • Atalanta will PSG überraschen
  • Die Franzosen müssen ohne Mbappe und Verratti auskommen
  • Atalanta vs. PSG: Die Favoritenrolle ist nicht geklärt

Vor dem Spiel sprachen wir mit DAZN-Kommentator Mario Rieker, der insbesondere die italienische Serie A im Blick hat.

Atalanta: Reicht die Pause für die Topform?

Die Erfolgsgeschichte von Atalanta BC ist beeindruckend. Die Lombarden wurden von Trainer Gian Piero Gasperini (61) zu einer der spannendsten Mannschaften Europas geformt und wollen nun auch im Finalturnier der Champions League eine gute Rolle spielen. Auf dem Papier mag “La Dea” vielleicht wie der Außenseiter wirken, in Wirklichkeit ist die Rollenverteilung aber alles andere als eindeutig.

Atalanta verfügt über eine herausragende Offensive, schoss mehr als 110 Pflichtspieltore in dieser Saison und verlor im Kalenderjahr 2020 nur zwei Spiele – gegen SPAL und Inter. Auch nach dem Re-Start startete die Gasperini-Elf eine beeindruckende Siegesserie. Lediglich in den letzten Wochen der Saison wirkten die Bergamasci etwas erschöpft. Angesichts des straffen Programms ist das aber kein Wunder. Das führt gleich zu entscheidenden Fragen vor diesem Spiel.

Photo by Alessandro Sabattini/Getty Images)

Hat es Atalanta geschafft, in den letzten Tagen den Akku aufzuladen? Und ist der Rhythmus der Vorwochen im Vergleich zu PSG ein Vorteil? “Atalantas
Verteidiger Lennart Czyborra (21) hat es bei uns im SERIEAMORE-Podcast als klaren Vorteil für sein Team ausgemacht, aber die Spiele der vergangenen Tage haben auch Erfolge von Mannschaften ohne Spielpraxis dabei gehabt. Aus meiner Sicht ist in jedem Fall das K. O.-System ein Vorteil für die Bergamasci, in einem Spiel können die wirklich jeden schlagen”, teilte uns Mario Rieker mit.

Die Gasperini-Elf zeigte im Saisonverlauf in vielen Spielen, dass sie kaum zu stoppen ist, wenn sie einmal ins Rollen kommt. Prägnant ist der Spielaufbau, der häufig über die Außenspieler gestaltet wird. Zudem kann “La Dea” sowohl mit flachen, kurzen Pässen als auch mit langen Bällen, die vornehmlich von Duvan Zapata (29) festgemacht werden, zum Erfolg kommen. Beeindruckend ist auch, dass mitunter 30 starke und druckvolle Minuten ausreichen, um zwei oder drei Tore erzielen und das Spiel zu entscheiden. PSG muss also in jeder Phase des Spiels wachsam sein.

Bitterer Ilicic-Verlust: Gasperini wird Strategie nicht ändern

In Bestbesetzung wird Atalanta jedoch nicht antreten können. Torhüter Pierluigi Gollini (25) fällt aus, hinter Verteidiger José Palomino (30) steht ein großes Fragezeichen. Besonders bitter ist jedoch der Ausfall von Josip Ilicic (32). Der Slowene, der an 30 Pflichtspieltreffern beteiligt war, verweilt derzeit aufgrund privater Probleme in der Heimat.

(Photo by -/POOL UEFA/AFP via Getty Images)

Ein Abweichen von der typischen Ausrichtung, die Atalanta so stark macht, ist aber unwahrscheinlich. Das sieht auch Mario Rieker so: “Die Flucht nach vorne muss die Devise für Atalanta sein, keine Frage. Gasperini nimmt dann auch
gerne am Ende ein 5:4 in Kauf. Das gefällt mir außerordentlich gut und davon sollte er nicht abrücken. Der Trainer und sein Team glauben an ihre Chance und diese liegt eben in der Offensive. Ich bin Fan davon, wenn sich eine Mannschaft treu bleibt und auf ihre eigenen Stärken setzt.”

Der Schlüssel zum Erfolg wird also die Effizienz sein. Angetrieben von Papu Gomez (32) wird Atalanta versuchen, Angriff um Angriff zu starten. Wohlwissend, dass die PSG-Offensive nur darauf lauert, entsprechende Räume zu erhalten und zu bespielen. Zu null werden die Italiener voraussichtlich nicht spielen, deswegen wird es wichtig sein, selbst so häufig wie möglich zu treffen.

PSG: Erfolgsdruck gegen gefährlichen Gegner

Als Thomas Tuchel (46) das Amt des Cheftrainers bei Paris Saint-Germain übernahm, war der Auftrag klar. Die Champions League sollte gewonnen werden. Bisher gelang das noch nicht und auch in dieser Saison zählt PSG aus vielerlei Gründen nicht zum Kreis der absoluten Favoriten. Ein Faktor ist dabei die lange Pause. Seit Anfang März absolvierte der französische Hauptstadtklub nämlich nur zwei Pflichtspiele.

Das waren die beiden Endspiele in den französischen Pokalwettbewerben. Die Tuchel-Elf konnte zwar beide Titel gewinnen, aber nicht überzeugen. Beide Spiele waren zäh, von spielerischer Leichtigkeit war PSG weit entfernt. Das sorgt für einige offene Fragen. Die Franzosen haben nicht die Selbstverständlichkeit, die diese Mannschaft im Saisonverlauf häufig auszeichnete. Hinzu kommt der immense Erfolgsdruck.

(Photo by Catherine Ivill/Getty Images)

Betrachtet man die gesamte Saison 2019/20, dann fallen zwei Dinge auf. PSG spielt sehr variabel, tritt sowohl im 4-3-3, als auch im 4-4-2 auf, spielte punktuell auch mit einer Dreierkette. Die Veränderungen basierten aber häufig auch auf Verletzungen, denn Thomas Tuchel musste mehrfach den Ausfall eines wichtigen Akteurs oder gar mehrerer Schlüsselspieler kompensieren. In den meisten Spielen stellte das allerdings kein Problem dar, die individuelle Klasse in der Mannschaft ist extrem hoch. Lediglich vier der insgesamt 46 Pflichtspiele wurden verloren.

PSG verfolgt unter Trainer Tuchel nicht nur einen spezifischen Ansatz. Ein sauberer und kluger Aufbau ist wichtig, gleichzeitig muss im Mittelfeld und im Angriff eine gewisse Variabilität herrschen. Das ist besonders gegen tiefstehende Gegner wichtig, kann gegen Atalanta aber ebenfalls ein wichtiger Faktor werden. Gelingt es, die Defensive der Bergamasci immer in Bewegung zu halten und im Offensivdrittel sehr fluide zu agieren, ergeben sich automatisch Räume und in letzter Konsequenz Torchancen. Dennoch darf nicht zu forsch nach vorne gespielt werden, Atalanta kann seinerseits ebenfalls schnell umschalten und gefährlich werden.

Mbappe angeschlagen: All eyes on Neymar?

Die angesprochenen Verletzungssorgen, die sich durch die Saison ziehen, haben PSG auch vor diesem Spiel im Griff. Besonders bitter ist die Blessur von Kylian Mbappe (21). Tuchel bestätigte zwar auf der Pressekonferenz vor der Partie, dass der Franzose von der Bank kommen kann, aber für einen Einsatz in der ersten Elf wird es nicht reichen. Da auch Angel Di Maria (32) aufgrund einer Gelbsperre nicht eingesetzt werden kann, wird im Offensivbereich umso mehr von Neymar (28) abhängen. Der Brasilianer dürfte zusammen mit Mauro Icardi (27) und dem sehr flexiblen Pablo Sarabia (28) im Angriff auflaufen und soll versuchen, als Bindeglied zwischen dem Mittelfeld und dem Sturm zu fungieren.

Neben Di Maria wird auch Marco Verratti (27) nur zusehen können. Der Mittelfeldspieler ist ebenso wie Mbappe zum Turnier nach Lissabon gereist, muss aber noch pausieren. Ein Fragezeichen steht auch noch hinter Linksverteidiger Layvin Kurzawa (27), auf seiner Position ist aber immerhin Juan Bernat (27) wieder fit.

Viele offene Fragen gibt es hinsichtlich der Aufstellung nicht mehr, Marquinhos (26) dürfte auf der “6” agieren, Ander Herrera (30) und Leandro Paredes (26) liefern sich einen Zweikampf um einen weiteren Platz im Mittelfeld.

Prognose von Mario Rieker

Für mich ist das eine absolute 50:50-Partie. Vor zwei, drei Wochen hätte ich sogar noch Atalanta klar favorisiert, im Saisonendspurt haben sie aber leider etwas abgebaut. Das Fehlen Josip Ilicic‘ schmerzt natürlich, aber auch ohne ihn ist Atalanta ein eingeschworener Haufen mit ganz viel Tempo, Offensivdrang und Leidenschaft. Paris wird an seine Grenzen kommen und ich erwarte ein packendes Fußballspiel, das von Atalanta in der Verlängerung gewonnen wird.

Mögliche Aufstellungen:

Atalanta BC: Sportiello – Toloi, Djimsiti, Caldara – Hateboer, de Roon, Freuler, Gosens – Papu Gomez, Pasalic – Zapata

Paris Saint-Germain: Navas – Kehrer, Kimpembe, Thiago Silva, Bernat – Marquinhos, Gueye, Herrera (Paredes) – Neymar – Sarabia, Icardi

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 (Photo by Anne-Christine POUJOULAT / AFP) 

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