Mittwoch, Dezember 2, 2020

Champions League Vorschau Gruppe H: PSG, Manchester United, RB Leipzig, Istanbul Basaksehir

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Chris McCarthy
Chris McCarthy
Chefredakteur

Der Auftakt der neuen Saison in der UEFA Champions League steht vor der Tür. In der Gruppe H stehen sich Paris SG, Manchester United, RB Leipzig und Basaksehir gegenüber. Wir geben einen Überblick über die Gruppe!

  • PSG startet nach Finalniederlage nächsten Anlauf
  • Manchester United schon früh in der Krise?
  • RB Leipzig hat Chancen

PSG

Letzte Saison waren Paris Saint-Germain und die schwerreichen Klub-Besitzer Qatar Sports Investments ihrem großen Ziel ganz nah. Nach 25 nationalen Titeln seit der Vereinsübernahme 2011, bot sich unter Trainer Thomas Tuchel (47) 2019/2020 die Chance, das nationalen Quadruple durch den langersehnten Gewinn der Champions League zu vergolden. Am Ende scheiterte PSG knapp im Finale am FC Bayern München (0:1).

Trotz der hervorragenden Spielzeit gab es (notgedrungen) einen kleinen Umbruch im Sommer. Die langjährigen Identifikationsfiguren Thiago Silva (35, Chelsea) und Edinson Cavani (33, Manchester United) verließen den Verein ebenso ablösefrei wie Rechtsverteidiger Thomas Meunier (28, Borussia Dortmund) und Joker Eric Maxim Choupo-Moting (31, FC Bayern). Kompensiert werden sollen die Abgänge durch Rechtsverteidiger Alessandro Florenzi (29, AS Rom), Mittelfeldspieler Danilo Pereira (29, Porto) sowie Rafinha (27, Barcelona) und Stürmer Moise Kean (20, Everton, Leihe). Inter-Leihgabe Mauro Icardi (27) wurde nach gutem Einstand und schwachem Schlussspurt zudem für 50 Millionen Euro fest verpflichtet.

Der Auftakt in die neue Saison war mit zwei Niederlagen aus drei Spielen (Marseille, Lens) enttäuschend. Allerdings war der Fehlstart auch dem verlängerten Urlaub einiger Leistungsträger und einer Handvoll Coronavirus-Fälle geschuldet. Seitdem gab es vier Siege in Serie bei einem Torverhältnis von 15:1.

PSG zu einer Mannschaft gereift

Auch wenn die Krönung in der Königsklasse 2019/2020 erneut ausblieb, war etwas deutlich anders als in den Jahren zuvor: Die millionenschwere Startruppe von PSG präsentierte sich als Einheit.

“Ich habe eine großen Kampf gesehen, besonders am Spielfeldrand hat man gesehen, mir welcher Intensität wir gespielt und verteidigt haben. Wir wollten es unbedingt wissen”, sagte Tuchel nach der Final-Niederlage in der Champions League. Er sah einen Neymar (28), der plötzlich auch ohne Ball glänzte, unermüdlich arbeitete und in der Königsklasse zum Führungsspieler avancierte.

Natürlich hilft die individuelle Klasse der hervorragenden Einzelkönner wie Offensivwaffe Kylian Mbappe (21), Routinier Angel Di Maria (32), Regisseur Marco Verratti (27), Abwehrsäule Marquinhos (26) und weiterer Akteure. Tuchel hat die Stars dennoch zu einem Kollektiv geformt, etwas woran seine Vorgänger meistens scheiterten. Jeder kennt seine Rolle und versucht sie, im Sinne des gemeinsamen Ziels auszuführen. Nach dem Reifeprozess 2019/2020 ist in der neuen Spielzeit daher definitiv erneut mit PSG zu rechnen.

Manchester United

Die vergangene Saison beendete Manchester United in der Premier League auf dem vierten Platz und qualifizierte sich damit für die Champions League. Auf dem Papier war das nach einem schwachen Saisonstart ein versöhnliches Resultat. Anders sah es in der Europa League aus, wo sich die Mannschaft von Ole Gunnar Solskjaer (47) im Halbfinale mit 1:2 gegen den späteren Turniersieger FC Sevilla geschlagen geben musste.

Manchester United reagierte im Sommer mit einer wütenden und etwas wilden Transferstrategie. Lange buhlten die Engländer um BVB-Star Jadon Sancho (20), was spätestens nach dem deklarierten Wechselverbot am 10. August ziemlich aussichtslos schien und auch war. Die Verpflichtungen, wie Donny van de Beek (23, 39 Millionen Euro, Ajax), Alex Telles (27, 15 Millionen Euro, Porto) und Edinson Cavani (33, ablösefrei, PSG), haben zwar Klasse und im Falle von Facundo Pellistri (18, CA Peñarol, 8 Millionen Euro) und Amad Diallo (18, 21 Millionen Euro, Atalanta) Perspektive. Richtig durchdacht schien die Herangehensweise allerdings nicht.

Während Vorstand Ed Woodward sicherlich gut mit Zahlen umgehen kann, wird das Verlangen in Manchester nach einem echten Sportdirektor immer lauter. Doch das ist nicht das einzige Problem rund um das Old Trafford.

(Photo by Oli Scarff – Pool/Getty Images)

ManUtd: Solskjaer schon jetzt angezählt?

Ole Gunnar Solskjaer geht nun in seine dritte und damit zweite volle Saison als Trainer von Manchester United. Und dennoch ist bislang keine klare Spielphilosophie oder Identität der Mannschaft zu erkennen. Die individueller Klasse im Angriff, wie beispielsweise von Bruno Fernandes (26) als Kreativgeist und Marcus Rashofrd (22), Mason Greenwood (19) oder Anthony Martial (24) als Vollstrecker, täuschte speziell in der Rückrunde über gesamtmannschaftliche spielerische Defizite hinweg. Die Abhängigkeit von Einzelmomenten und Kontern ist groß, einstudierte Angriffe oder Automatismen sind dagegen Mangelware. Darüber ist die zwischenzeitlich stabilisierte Defensive um 80-Millionen-Euro-Problemkind Harry Maguire (27) in alte Muster verfallen.

Bei der schockierenden 1:6-Heimpleite gegen die Tottenham Hotspur am vierten Spieltag kam alles zusammen. Es war der Tiefpunkt eines verkorksten Saisonstarts mit drei glücklichen (!) Punkten aus drei Spielen. Die kommenden Wochen, mit dem Gruppenauftakt gegen PSG und zwei Heimspielen gegen Chelsea und Arsenal könnten für Solskjaer richtungsweisend werden und das Weiterkommen in der Champions League womöglich beeinträchtigen.

RB Leipzig

In Jahr eins unter Trainer Julian Nagelsmann (33) erreichte RB Leipzig den dritten Platz in der Bundesliga. Die größten Schlagzeilen eroberten die Roten Bullen allerdings in der Champions League. Hier schaltete man in der K.O.-Phase sowohl die Tottenham Hotspur als auch Atlético Madrid aus. Erst im Halbfinale, gegen Paris Saint-Germain, war Schluss.

Geht es nach den Verantwortlichen in Leipzig war das erst der Anfang auf dem europäischen Parkett. Doch ein ähnliches Abschneiden in der Königsklasse wird schwer, zu wiederholen sein. Die lebende Torgarantie der letzten Jahre, Timo Werner (24), wechselte für 53 Millionen Euro zum FC Chelsea und hinterlässt tiefe Fußstapfen.

Gefüllt werden sollen diese im Angriff vor allem durch die Neuzugänge Alexander Sörloth (24, 20 Millionen Euro, Crystal Palace) und Hee-chan Hwang (24, 9 Millionen Euro, RB Salzburg). Darüber hinaus wurde mit Justin Kluivert (21) noch ein spannender Flügelspieler von der AS Roma geliehen. Doch ganz so einfach läuft das unter Nagelsmann bekanntlich nicht. Das Kollektiv steht im Vordergrund und besticht vor allem durch Homogenität und Flexibilität.

(Photo by ODD ANDERSEN/AFP via Getty Images)

RB Leipzig: Flexibilität steht im Vordergrund

In den ersten vier Bundesliga-Spielen der Saison holte RB Leipzig zehn Punkte, schoss dabei zehn Tore und thront damit auf Platz eins. Zugegeben, sieben Treffer fielen gegen die Schießbuden der Liga, nämlich Schalke 04 und Mainz 05. Nichtsdestotrotz zeigt die noch junge Saison, dass die Offensive der Nagelsmann-Elf auch ohne Timo Werner funktioniert.

Intensität, schnelles und akkurates Umschaltspiel sowie kluge Bewegungen im Ballbesitz: Die Spielphilosophie hat sich keinen Deut geändert. Im Gegenteil. Mit Yussuf Poulsen (26) als Zielspieler, Sörloth als athletischen und kopfballstarken Vollstrecker sowie dem schnellen und wendigen Hwang hat Nagelsmann gleich drei verschiedene Stürmertypen, mit denen er das Offensivspiel noch variabler gestalten kann als es ohnehin schon ist.

Ein sicherer Rückhalt mit Gulacasi im Tor, starke Innenverteidiger mit Ibrahima Konate (21) und weiterhin Dayot Upamecano (21), angriffslustige Außenverteidiger wie Angeliño (23) und genügend kreative Köpfe mit Marcel Sabitzer (26), Dani Olmo (22), Christopher Nkunku (22) und Emil Forsberg (28). Das Gerüst von RB Leipzig steht, egal in welcher Formation und Ausrichtung. Werner ist weg, aber die Entwicklung geht weiterhin nach vorne, auch in der Königsklasse?

Istanbul Basaksehir

2019/2020 kam der türkische Meister aus Istanbul. Das ist nichts Neues, seit 1984 konnte einzig Bursaspor 2010 die Vormachtstellung der bevölkerungsreichsten Stadt der Türkei in der Süper Lig durchbrechen. Vergangene Saison gab es dennoch ein Novum: Der Meister hieß nicht Galatasaray, Besiktas oder Fenerbahçe, sondern erstmals Istanbul Basaksehir

Die damit einhergehende und erstmalige Qualifikation zur Gruppenphase der Champions League krönte die rasante Entwicklung des Klubs, der erst 1990 gegründet wurde und seit 2014 unter dem heutigen Namen bekannt ist. Nun gilt es für Istanbul Başakşehir auch in Europa eine Duftmarke zu hinterlassen.

Die Transferaktivitäten des Vereins, der eine starke Bindung zu Präsident Recep Tayyip Erdoğan hegt, waren nichtsdestotrotz verhalten. Mittelfeldspieler Berkay Özcan (21, Hamburger SV, nach Leihe) und Abwehrtalent Ravil Tagir (17, Altinordu FK) waren mit je 2,5 Millionen Euro Ablöse die teuersten Neuzugänge des Sommers. Darüber hinaus schlossen sich bekannte Namen wie Rechtsverteidiger Rafael (30, Olympique Lyon), Giuliano (30, Al-Nassr FC) und Nacer Chadli (31, AS Monaco) ablösefrei an. Hasan Ali Kaldirim (30, Fenerbahce SK) beerbt hinten links zudem Gaël Clichy (35).

(Photo by STRINGER/AFP via Getty Images)

Istanbul Başakşehir: Die Mischung macht’s

Und so blieb Istanbul Basaksehir der Herangehensweise der letzten Jahre treu. Der Kader besteht nämlich aus nationalen Leistungsträgern wie den Mittelfeldspielern Irfan Can Kahveci (25) und Vereinsikone Mahmut Tekdemir (32) sowie einer Vielzahl erfahrener Veteranen aus dem Ausland: Abwehrchef Martin Skrtel (35, u.a. Liverpool), Rechtsverteidiger Júnior Caiçara (31, u.a. Schalke), Top-Scorer Edin Visca (30) oder Torjäger Demba Ba (35, u.a. Hoffenheim und Chelsea).

Trainer Okan Buruk (46), seit 2019 im Amt, versucht zumeist, seine Herangehensweise an den Gegnern anzupassen. Ein Stilmittel bleibt jedoch gleich: Istanbul Başakşehir sucht in der Regel über die Flügel den Torerfolg. Hier kommt Visca ins Spiel, der im Vorjahr wettbewerbsübergreifend 19 Tore und 14 Vorlagen beisteuerte. 2020/2021 möchte das allerdings noch nicht so recht funktionieren. Der amtierende Meister hat aus vier Spielen erst einen Zähler geholt und dabei keinen einzigen Treffer erzielt. Erst am Wochenende gab es auswärts bei Trabzonspor den ersten Saisonsieg (2:0).

Da sich die Türken gegen kompaktere und vor allem individuell stärker besetzte Mannschaften schwerer tun, Torchancen zu kreieren, werden sie in der Champions League wohl die Rolle des Außenseiters annehmen. Das Spiel wird gegen die großen Kaliber der Gruppe darauf ausgelegt sein, defensiv stabil zu stehen und die Räume im Umschaltspiel zu nutzen.

Prognose

PSG ist der Top-Favorit der Gruppe. Dahinter könnte es allerdings spanend werden. Bleibt die Wende bei Manchester United aus, hat RB Leipzig sehr gute Chancen, das Achtelfinale zu erreichen. Istanbul Başakşehir dürfte, speziell nach dem schwachen Saisonauftakt, lediglich Erfahrungswerte sammeln.

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(Photo by MANU FERNANDEZ/POOL/AFP via Getty Images)

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