Donnerstag, November 26, 2020

Europa League Vorschau Gruppe J: Tottenham, Ludogorets, LASK, Royal Antwerpen

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Marius Merck
Marius Merck
Chefredakteur

In Kürze beginnt die neue Saison in der UEFA Europa League. In der Gruppe J treffen Tottenham, Ludogorets, der LASK und Royal Antwerpen aufeinander. Wir stellen die Teams vor!

  • Tottenham: Einer der Favoriten auf den Gesamtsieg
  • Ludogorets: Reichlich Europapokal-Erfahrung
  • Die Außenseiter: LASK & Royal

Gruppe A: Roma, Young Boys, Cluj, ZSKA Sofia

Gruppe B: Arsenal, Rapid Wien, Molde FK, Dundalk

Gruppe C: Bayer 04, Slavia Prag, Beer Sheva, OGC Nizza

Gruppe D: Benfica, Lüttich, Rangers, Lech Posen

Gruppe E: PSV, PAOK, FC Granada, Omonia Nikosia

Gruppe F: Neapel, Real Sociedad, Alkmaar, Rijeka

Gruppe G: Braga, Leicester, AEK Athen, Zorya Luhansk

Gruppe H: Celtic, Sparta Prag, Milan, Lille

Gruppe I: FC Villarreal, Qarabag, Maccabi Tel Aviv, Sivasspor

Tottenham: Turbulenzen vor der Kamera

Tottenham kann nicht nur wegen der Corona-Pandemie auf eine turbulente Spielzeit 2019/20 zurückblicken. Als Finalist der Champions League war man mit großen Ambitionen gestartet, doch früh zeigte sich, dass die Zusammenarbeit mit Mauricio Pochettino (48) dem Ende zuging. Dennoch war es für gewaltiger Schock, als sich die Spurs dann tatsächlich von ihrem langjährigen Erfolgscoach trennten. Dieser wurde sogar noch größer, als Tottenham den Nachfolger bekannt gab: José Mourinho (57).

Zu diesem Zeitpunkt waren Plätze für die Königsklasse schon in weiter Ferne. Die Leistungen unter Mourinho gaben zunächst auch wenig Anlass zur Hoffnung. Starken Auftritten folgten häufig uninspirierte Auftritte gegen schwächere Gegner. Zudem musste der portugiesische Coach mit zahlreichen Ausfällen klarkommen. Durch einen Schlussspurt am Ende gelang immerhin noch die Qualifikation für die Europa League. Dieses ganzen Vorkommnisse wurden darüber hinaus dokumentarisch von “Amazon” begleitet, wo diese turbulente Spielzeit für jeden (Nicht-)Fan des Vereins auf ewig anzuschauen ist.

(Photo by OLI SCARFF/AFP via Getty Images)

Offensivpower 20/21: Kane & Son tragen Tottenham

Damit man im nächsten Jahr wieder in der Königsklasse vertreten ist, war Tottenham in diesem Sommer äußerst aktiv auf dem Markt. Sergio Reguilon (23), Matt Doherty (28) und Joe Rodon (22) verstärken die Defensive. Durch Pierre-Emile Hojbjerg (25) hat Mourinho eine weitere Option für die Mittelfeld-Zentrale. Der zuvor ausgeliehene Giovani Lo Celso (24) wurde nun fest verpflichtet, mit Joe Hart (33) kam ein hochwertiger Ersatzkeeper. Wichtig war vor allem die spät getätigte Leihe von Carlos Vinicius (25), wodurch die Spurs nun einen so immens wichtigen Back-Up für Kapitän Harry Kane (27) haben. Doch die wohl personell interessanteste Verpflichtung ist die Rückkehr des “verlorenen Sohnes” Gareth Bale (30), welcher bei seinem Ex-Klub seiner Karriere neuen Auftrieb geben möchte.

Damit ist der Kader des Vereins aus London deutlich breiter geworden, vor allem da auf der Abgangsseite mit Jan Vertonghen (33) lediglich ein Akteur in der Nähe der ersten Elf den Verein verlassen hat. In der noch jungen Spielzeit zeigt Tottenham vor allem offensiv beeindruckende Ansätze. In den Gastspielen bei Southampton und Manchester United erzielte man fünf bzw. sechs Tore. In absolut fantastischer Verfassung zeigt sich dabei das Sturmduo aus Kane und Heung-Min Son (28). Nur die beiden haben in bisher fünf Spielen bereits unglaubliche 21 (!) Scorerpunkte gesammelt! Dabei legte Kane seinem Partner Son alleine beim Gastspiel in Southampton vier Tore auf. In der Defensiv besteht jedoch noch Luft nach oben. Gerade gestern verspielte man gegen West Ham in den letzten zehn Minuten eine Drei-Tore-Führung.

Ludogorets: Junger Verein mit viel Erfolg

Der PFK Ludogorets Rasgrad wurde erst im Jahr 2001 gegründet und ist dennoch bereits der aktuelle Vorzeigeverein des Landes. Schon zehn Jahre nach der Gründung stieg der Klub erstmals in die Efbet Liga, die höchste Spielklasse des Landes, auf. Mithilfe des Oligarchen Kyril Domustschiew gewann man bis zum heutigen Tag neun nationale Meisterschaften in Folge und entwickelte sich zum erfolgreichsten Verein in der letzten Dekade.

Auch international sorgte Ludogorets in diesem Zeitraum durch zwei erfolgreiche Qualifikationen für die Champions League für Aufsehen. Dadurch konnte der noch recht junge Verein unter anderem Real Madrid, Liverpool, Arsenal oder Paris Saint-Germain in der Arena Ludogorets begrüßen. Ansonsten landete man meistens in der Europa League, wo die Bulgaren ebenfalls beachtliche Resultate einfahren konnten. So stehen bis zum heutigen Tag gleich drei Teilnahmen an der KO-Phase zu Buche. Für eine riesige Sensation sorgte Ludogorets 2013/14, als man im Sechzehntelfinale Lazio im Elfmeterschießen besiegte. In der vergangenen Saison kam der Klub ebenfalls bis zu der Runde der letzten 32 Teams. Dort war allerdings gegen den späteren Finalisten Inter Endstation.

(Photo by NIKOLAY DOYCHINOV/AFP via Getty Images)

Ehemalige Bundesliga-Akteure für Ludogorets

Die Mannschaft des bulgarischen Meister ist mit zahlreichen (Auswahl-)Spielern aus vielen Nationen gespickt. Vornehmlich tummeln sich vor allem Nationalspieler des eigenen Landes wie unter anderem Torhüter Plamien Iliev (28) oder Linksverteidiger Anton Nedyalkov (27) im Kader. Vor der aktuellen Spielzeit kam mit Kiril Despodov (23) ein weiterer Akteur aus dieser Kategorie auf Leihbasis aus Cagliari. Auch ehemalige Bundesliga-Spieler sind in dem Kader von Ludogorets zu finden. Bernard Tekpetey (23) wurde im letzten Fenster von Schalke ausgeliehen, schon im Januar kam Cauly (25) aus Paderborn.

Trainer Pavel Vrba (56) agiert bevorzugt in einem 4-2-3-1, in welchem weiterhin Stürmer Claudiu Keseru (33) eine maßgebliche Rolle einnimmt. Der rumänische Angreifer erzielte in bisher 203 Pflichtspielen für Ludogorets 118 Treffer und war damit der Garant für die vielen Erfolge in den letzten Jahren. Auch in der laufenden Spielzeit hat Ceseru bereits drei Mal getroffen, dabei wurde er häufig von Tekpetey und Cauly flankiert. Ludogorets liegt momentan mit 17 Zählern nach acht Partien auf dem zweiten Rang, hat dabei aber für eigenen Verhältnisse häufig (gleich drei Mal) Punkte liegen lassen. Dennoch dürfte der Verein auf dem Weg zur nächsten Meisterschaft nur schwer zu stoppen sein.

LASK: Corona-Pandemie als Einschnitt

Die schwärzeste Stunde in der Historie des Linzer Athletik-Sport-Klub liegt gerade mal acht Jahre zurück, als der Vereine keine Lizenz für die zweite Liga erhielt und in den Amateurbereich abstürzte. Der Wiederaufschwung der letzten Jahre lässt sich dabei maßgeblich an einem Namen festmachen: Oliver Glasner (46). Der heutige Coach des VfL Wolfsburg schaffte 2017 mit der Mannschaft nach sechs Jahren Abstinenz den Sprung zurück ins Oberhaus. Schon im zweiten Jahr nach der Rückkehr gelang Glasner eine kleine Sensation. Mit dem zweiten Rang feierte man in Linz das beste Abschneiden seit der letzten Meisterschaft im Jahr 1965 – und verlor seinen Übungsleiter daraufhin an den Bundesligisten aus dem Nachbarland.

Der LASK verpflichtete als Nachfolger Valerien Ismael (44), welcher den Verein in noch größere Sphären brachte. Bis zur Corona-Unterbrechung im März lag man auf dem ersten Platz in der österreichischen Bundesliga und hatte gute Aussichten, die nationale Dominanz von RB Salzburg zu brechen. Doch wegen Verstößen gegen das coronabedingte Mannschaftstrainingsverbot erhielt der Verein einen Punktabzug und fand sich fortan drei Zähler in der Tabelle hinter dem Rivalen wieder. Nach dem Restart gewann der LASK lediglich zwei von zehn Spielen, was das Ende von Ismael bedeutete.

(Photo by Michael Regan/Getty Images)

LASK: Mäßiger Start unter Thalhammer

Seit Anfang Juli wird die Mannschaft nun von Trainer Roland Thalhammer (50) betreut. Der Coach feierte sein Debüt direkt im Old Trafford bei Manchester United im Achtelfinale der Europa League, wo es für die Österreicher nach dem 0:5 im Hinspiel jedoch um nichts mehr ging. Der Start in die neue Saison glückte nur mäßig. Nach vier Partien hat der LASK bescheidene sieben Zähler gesammelt und liegt nur auf dem vierten Platz.

Dabei ist der Kader der Linzer eigentlich zu deutlich mehr im Stande. Mit Alexander Schlager (24), Reinhold Ranftl (28) oder Thomas Goiginger (27) stehen gleich drei Nationalspieler des Landes im eigenen Kader. Zudem kann man im Sturm auf die Dienste von Marko Raguz (22) zählen, der zu den spannendsten jungen Spielern der Alpenrepublik zählt. Im Sommer landete der Verein daneben mit der Leihe von Johannes Eggestein (22) von Werder Bremen womöglich einen richtigen Coup. In dem bevorzugten 3-4-3 von Thalhammer sind die Resultate trotzdem noch ausbaufähig. Immerhin: Beim 3:0 Erfolg gegen den Regionalligisten Bad Wörgl erzielte Eggestein seinen Premierentreffer.

Royal Antwerpen: Pokalsieg sichert Teilnahme

Der Fokus im belgischen Fußball mag zwar eher auf Gent, Brügge oder den Rekordmeister RSC Anderlecht liegen. Allerdings besitzt Royal Antwerpen Football Club seit nun mehr 27 Jahren ein Alleinstellungsmerkmal. In der Saison 1992/93 schaffte man als der bis heute letzte belgische Klub in ein Europapokal-Finale einzuziehen. Im Endspiel des Europapokals der Pokalsieger verlor Royal allerdings mit 1:3 gegen die AC Parma.

Der damalige Glanz sollte auch trotz einer 1998 geschlossenen Partnerschaft mit Manchester United nicht lange anhalten. So stürzte der Verein aus Antwerpen 2005 in die Zweitklassigkeit ab und schaffte erst 2017 den Sprung zurück in die Jupiler Pro League. Seit dem Aufstieg landete Royal jedes Jahr auf einem einstelligen Platz. Die vergangene Saison wurde wegen der Corona-Pandemie abgebrochen, als man auf dem vierten Platz lag. Royal gewann allerdings am 1. August das erste Spiel nach Wiederaufnahme des Betriebs, wodurch man sich die Teilnahme an der Europa League sicherte: Das Pokalfinale gegen Anderlecht.

(Photo by David Pintens/BELGA MAG/AFP via Getty Images)

Leko soll bei Royal auf Bölöni-Fundament aufbauen

Die Renaissance des Vereins ist vor allem mit dem Namen Laszlo Bölöni (67) verbunden, welcher den Klub wieder in der ersten belgischen Liga etablierte. Dennoch entschieden sich die Royal-Verantwortlichen im Frühjahr den Vertrag mit dem Übungsleiter nicht zu verlängern. Für Bölöni übernahm Ivan Leko (42), welcher in seinem allerersten Pflichtspiel gleich den Pokal gewann. In der Jupiler Pro League liegt Royal momentan auf dem fünften Platz, hat aber nur zwei Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze.

In dem Kader finden sich zahlreiche vielversprechende Spieler, wie unter anderem Torhüter Jean Butez (25), Abwehrspieler Jeremy Gelin (23) oder Mittelstürmer Guy Mbenza (20). Auch einige Spieler mit Bundesliga-Vergangenheit hat Leko als Optionen für sein favorisiertes 3-5-2 zur Verfügung. So kehrte Birger Verstraete (26) im Sommer nach einer Saison in Köln in sein Heimatland zurück. Auch Nana Ampomah (22/Fortuna Düsseldorf) sammelte Erfahrungen im deutschen Fußball und wurde für zwei Jahre ausgeliehen. Ebenso dürfte der aktuelle Toptorjäger voon Royal Bundesliga-Kennern ein Begriff sein. Allerdings konnte Dieumerci Mbokani (34) in seiner Zeit in Wolfsburg seine Treffsicherheit nicht wie in Antwerpen unter Beweis stellen.

Prognose

Auf den ersten Blick ist Tottenham ganz klar der Topfavorit in dieser Gruppe. Dahinter dürfte Ludogorets am stärksten einzuschätzen sein, gerade weil die Mannschaft in den letzten Jahren regelmäßig internationale Erfahrung sammeln konnte. Der LASK und Royal Antwerpen gehen daher eher als Außenseiter ins Rennen, sind aber dennoch keineswegs als Kanonenfutter zu qualifizieren.

(Photo by CLIVE ROSE/POOL/AFP via Getty Images)

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