Montag, September 28, 2020

Ligue 1 Vorschau – Teil 2: Marseille, Rennes, Nimes, Lorient

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Die Ligue 1 startet als erste der großen fünf Ligen in Europa in die neue Saison. Am kommenden Wochenende geht der Ligabetrieb in Frankreich wieder los, viele Klubs wollen Meister PSG ärgern.

  • Vorschau, Teil 2: Marseille, Rennes, Nimes, Lorient
  • Olympique Marseille: Auf hohem Niveau stabilisieren
  • Stade Rennes: Eine der spannendsten Mannschaften

Hier geht es zu Teil 1 mit Lille, Bordeaux, Straßburg und Angers!

Olympique Marseille (Letzte Saison: 2. Platz)

Vor der Saison 2019/20 entschied man sich bei Olympique Marseille in einer schwierigen Situation für eine Veränderung auf der Trainerposition. Andre Villas-Boas (42) wurde als neuer Cheftrainer vorgestellt, der den Klub wieder in die Champions League führen sollte. Allerdings ohne große finanzielle Mittel. Mit wenigen Anpassungen, aber klugen taktischen Veränderungen machte der Portugiese aus einer unkonstanten Mannschaft eine sehr disziplinierte, taktisch variable.

(Photo by GERARD JULIEN/AFP via Getty Images)

Nicht nur fußballerisch war eine klare Entwicklung zu sehen, der neunfache französische Meister konnte auch deutlich bessere Resultat einfahren. Am Ende stand OM zum Zeitpunkt des Abbruchs der Saison auf Platz zwei. Der Rückstand auf Branchenprimus PSG war zwar enorm hoch, dennoch war die erste Saison unter Villas-Boas ein großer Erfolg. Und dieser Erfolg soll nun gefestigt werden, die Südfranzosen wollen sich in den Champions-League-Rängen etablieren. 

Olympique Marseille: Wieder im Konzert der Großen

Nun sollte man bei Olympique Marseille aufgrund einer sehr guten Saison noch nicht anfangen, von vergangenen Glanzzeiten zu träumen. Das wäre angesichts der finanziellen Rückstände gegenüber Topklubs wie Paris Saint-Germain auch wenig sinnvoll. Hinter PSG formieren sich aber einige spannende Mannschaften und OM will dabei eine gute Rolle spielen. Villas-Boas hat es geschafft, ohne horrende Ausgaben ein gutes Team zu formen. Schlüsselspieler wurden ihren Fähigkeiten entsprechend besser eingesetzt, der neue Stürmer Dario Benedetto (30) traf elfmal in der Liga und auch die Defensive stabilisierte sich zunehmend. Nun soll der zweite Schritt folgen.

Villas-Boas arbeitet mit Akribie daran, Olympique Marseille im Nuancenbereich zu verbessern. Die Defensive muss noch wachsamer sein, die Arbeit gegen den Ball punktuell noch effizienter ausfallen. Der finanzielle Spielraum ist weiterhin gering, das zeigt sich bei den bisherigen Aktivitäten auf dem Transfermarkt. Viele Spieler aus der eigenen U-19 wurden mit Profiverträgen ausgestattet, die Jugendarbeit in Marseille ist durchaus vielversprechend. Zudem wechselte mit Pape Gueye (21) aus Le Havre ein spannender defensiver Mittelfeldspieler nach Marseille. Die weiteren Neuzugänge betreffen die Innenverteidigung. Der zuvor ausgeliehene Alvaro Gonzalez (30) wurde aus Villarreal verpflichtet – für vier Millionen Euro. Zudem wurde Leonardo Balerdi (21) von Borussia Dortmund ausgeliehen. 

Zwischen Weiterentwicklung und Mehrfachbelastung

In der Vorsaison zeichnete sich OM durch eine sehr gute Eingespieltheit aus. Der Kern der Mannschaft stand in vielen Spielen gemeinsam auf dem Platz, die Automatismen waren vorhanden. Rotation wurde insgesamt eher im kleinen Stil vorgenommen. Durch die Champions League wird sich das in dieser Saison ändern und der Kader ist in der Breite nur wenig stärker geworden. Zwar ist dieser mit insgesamt 35 Spielern sehr groß, zahlreiche Akteure sind aber noch sehr jung und müssen herangeführt werden.

Den nächsten Schritt gehen, Mehrfachbelastung, junge Spieler heranführen: Die kommende Saison wird für die Südfranzosen nicht einfach. Die Führungsspieler im Kader müssen vorangehen und einen sicheren Rückhalt bieten. Angefangen bei Steve Mandanda (35) im Tor, über Mittelfeldspieler Kevin Strootman (30), bis hin zu Offensivspieler Dimitri Payet (33). Erfahrene Akteure stehen zur Verfügung, zudem haben sich Spieler wie Morgan Sanson (25) sehr gut weiterentwickelt. OM spielte in der Vorsaison häufig in einem 4-3-3-System, aber auch ein 4-2-3-1 kam mehrfach zum Einsatz. 

(Photo by GERARD JULIEN/AFP via Getty Images)

Andre Villas-Boas verfügt über gute Spieler für beide Systeme. Zu erwähnen ist hier vor allem Valentin Rongier (25), der vor der letzten Saison nach Marseille wechselte. Er agiert im zentralen Mittelfeld, verfügt über umfassende Qualitäten und spielt sehr clever. Einen solchen Spieler kann jeder Trainer gut gebrauchen, er vereint ein gutes Passspiel und eine disziplinierte Arbeit gegen den Ball. Einen sehr großen Schritt nach vorne machte auch Defensivspieler Boubacar Kamara (20), der aus der eigenen Jugend stammt und fast jedes Spiel absolvierte. Er kann als tiefer Mittelfeldspieler in einem Dreier-Zentrum agieren, aber auch als Innenverteidiger spielen. 

Generell ist das Potenzial im Mittelfeld und Angriff hoch. Sanson wurde bereits angesprochen, auch Maxime Lopez (22) ist ein sehr interessanter Spieler im Mittelfeld. Zudem kann OM nun wieder auf Florian Thauvin (27) zurückgreifen, der in der Vorsaison verletzungsbedingt lange ausfiel. In Topform ist Thauvin ein guter Kombinationsspieler und vor allem sehr effizient. 

Im Fokus: Leonardo Balerdi

Borussia Dortmund verpflichtete Leonardo Balerdi im Januar 2019 von den Boca Juniors. Der talentierte Innenverteidiger schaffte es beim BVB aber nicht, entsprechend auf sich aufmerksam zu machen. Eine Leihe nach Frankreich soll nun dafür sorgen, dass Balerdi Spielpraxis erhält. Und der Gedanke ist sicher nicht falsch, denn die Mehrfachbelastung und der in der Breite noch nicht ideal besetzte Kader wurden bereits angesprochen.

(Photo by CHRISTOPHE SIMON/AFP via Getty Images)

Für Balerdi wird es wichtig sein, sich gleich anzubieten und auf hohem Niveau zu spielen. Der kopfballstarke Verteidiger könnte sich in einer solch homogenen Mannschaft, wie sie Villas-Boas zusammengestellt hat, kontinuierlich verbessern. Olympique Marseille wird seine Entwicklung sehr genau beäugen, denn der Klub hat sich eine Kaufoption für Balerdi sichern können. 

Prognose

Olympique Marseille hat einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht und will sich jetzt stabilisieren. Die Konkurrenz im Kampf um die UEFA Champions League schläft nicht, die Voraussetzungen, zumindest ein Wort mitreden zu können, wenn es um die Königsklasse geht, wurden aber geschaffen. Bleiben die Schlüsselspieler fit und greifen die Anpassungen des Trainers, ist ein Platz in den Top-5 sehr wahrscheinlich. 

Manuel Behlert

Stade Rennes (Letzte Saison: 3. Platz)

Nach einer durchwachsenen Spielzeit 2018/19, die auf dem zehnten Tabellenplatz endete, konnte Stade Rennes vergangene Saison überzeugen und die Erwartungen übertreffen. Schon am zweiten Spieltag zeigte die Mannschaft von Trainer Julien Stéphan (37) was sie kann: Stade Rennes besiegte Titelverteidiger Paris Saint Germain zu Hause mit 2:1. Der Saisonstart gelang mit drei Siegen in Folge, ehe in den nächsten sieben Spiele kein Sieg mehr folgte. Rennes fand nach dieser Durststrecke im November wieder in die Spur. Ab da wurden die Leistungen konstanter und das Team gab den dritten Tabellenplatz bis zum Saisonabbruch im März nicht mehr her. In der Ligue 1 spielte man somit die beste Saison der Vereinsgeschichte.

Taktisch hat Rennes vergangenes Jahr viel variiert. Ließ Stéphan in den ersten Wochen stets im 5-3-2 spielen, agierte Rennes danach über eine lange Zeit mit einer Vierekette in der Abwehr und entweder vier oder fünf Mittelfeldspielern davor. Am letzten Spieltag vor dem Saisonabbruch gegen Montpellier probierte Stéphan eine offensivere Variante aus und ließ im 4-3-3 spielen – mit Erfolg, das Team gewann diese Partie mit 5:0. Die taktische Variabilität ist eine große Stärke des Teams, die Mannschaftsteile gehen teilweise fließend ineinander über. Die Elf von Stéphan kann so auch während eines Spiel immer wieder die Formation verändern. Rennes kann sich so auf den Gegner einstellen und reagieren, und dabei trotzdem die eigene Spielidee verfolgen.

Stade Rennes
(Photo by JEAN-PHILIPPE KSIAZEK/AFP via Getty Images)

Stade Rennes: Bisher wenige Transfers

Spielt eine Mannschaft eine außergewöhnlich erfolgreiche Saison, muss sie im kommenden Sommer häufig viele Leistungsträger abgeben. Dies ist bei Stade Rennes bisher noch nicht der Fall. Nach der Qualifikation für die Play-Offs zur Champions League hat Rennes noch keine Stütze der Vorsaison verkaufen müssen. Bis auf Joris Gnagnon (23), der vom FC Sevilla ausgeliehen war, verließen den Verein diesen Sommer bisher nur Akteure, die vorher eine untergeordnete Rolle spielten. Souleyman Doumbia (23) ging für drei Millionen Euro zum SCO Angers, nachdem er zuvor schon verliehen war. Mittelfeldspieler Denis Will Poha (23) wechselt zu Vitoria Guimaraes, auch er war zuvor schon nach Portugal verliehen. Mittelfeldspieler Jakob Johansson (30), Verteidiger Jérémy Morel (36) und Stürmer Jordan Tell (23) verlassen den Klub ohne finanzielle Kompensation.

Nachdem Stade Rennes im Sommer 2019 über 50 Millionen Euro für sechs Spieler ausgegeben hatte, hält man sich aktuell noch auf dem Transfermarkt zurück. 2019 hatte allein Rechtsaußen Raphinha (23) 21 Millionen Euro gekostet. In diesem Sommer ist bislang der Transfer von Linksaußen Martin Terrier (23) für 12 Millionen Euro von Olympique Lyon die größte Investition. In Lyon machte der Franzose vergangene Saison 35 Spiele, traf sechsmal und legte zwei Treffer auf. Terrier ist im Angriff flexibel einsetzbar. Er kann sowohl auf beiden Außenbahnen, wie auch im Sturmzentrum spielen.

Stade Rennes
(Photo by JEAN-PHILIPPE KSIAZEK/AFP via Getty Images)

Für die Abwehr hat Stade Rennes Nayef Aguerd (24) vom FCO Dijon verpflichtet, der marokkanische Nationalspieler kostet fünf Millionen Euro. Aus dem eigenen Nachwuchs nehmen “Les Rouges et Noirs” drei Spieler zusätzlich in den Profikader auf: Innenverteidiger Lilian Brassier (20), Linksverteidiger Adrien Truffert (18) und Stürmer Georginio Rutter (18). Zudem kehren Namakoro Diallo (24), Armand Laurienté (21) und Hakim El Mokkedem (21) kehren von Leihgeschäften zum Verein zurück.

Im Fokus: Raphinha (23)

Die effektiveren Spieler sind auf den ersten Blick eigentlich andere Akteure: Die Stürmer M’Baye Niang (25) und Adrien Honou (26) haben in der vergangenen Saison insgesamt 26 Tore erzielt. Rechtsaußen Romain Del Castillo (24) hat die meisten Treffer vorbereitet, ein anderer Außenbahnspieler verspricht aber von seinem Gesamtpaket am meisten: Der Brasilianer Raphinha. Der 23-Jährige spielte eine starke Premieren-Saison. Er ist schnell, hat ein exzellentes Timing bei seinen Pässen und besticht weiter mit Torgefahr, wenn er von der Außenbahn nach innen zieht. Raphinha traf in der vergangenen Saison sieben Mal und bereitete fünf weitere Tore vor.

Er denkt nicht nur offensiv, sondern kann auch im rechten Mittelfeld spielen und nach hinten mitarbeiten. Zudem ist der Youngster auch auf der anderen Seite einsetzbar. Raphinha wird in der kommenden Spielzeit zusätzlich gefordert sein, wenn Rennes in der Champions-League-Qualifikation und im Anschluss vielleicht in der Königsklasse spielt. Es wird spannend zu beobachten sein, wie sich der hochveranlagte Flügelspieler auf der größtmöglichen Bühne präsentieren wird.

Stade Rennes
(Photo by SEBASTIEN BOZON/AFP via Getty Images)

Prognose

Stade Rennes hat noch nicht viele Neuzugänge präsentiert, aber auch momentan einen guten, ausbalancierten Kader. Offensiv und defensiv ist gezielt Qualität hinzugekommen. Dass alle Leistungsträger bis zum Ende des Transferfensters im Oktober gehalten werden können, ist unwahrscheinlich. In diesem Fall müsste man noch einmal nachrüsten. Rennes hat vergangenen Sommer gezeigt, dass sie in einer Transferperiode eine gute Mannschaft zusammenstellen können. Wenn das Team auch bei potenziellen Abgängen gut ergänzt wird, ist dem Verein wieder einiges zuzutrauen. Die Teilnahme an der Champions League ist eine große Chance, kann aber auch zu einer Belastung werden. Dass Stade Rennes den dritten Platz wiederholt ist unwahrscheinlich, die Europa League Plätze sind daher ein realistisches Ziel.

Piet Bosse

Nimes Olympique (Letzte Saison: 18. Platz)

Nimes Olympique spielte keine gute Saison 2019/20. Der Klub aus dem Süden Frankreichs stand zum Zeitpunkt des Abbruchs auf Platz 18, also nur ganz knapp über den Abstiegsrängen. 0,96 Punkte wurden im Schnitt pro Spiel eingefahren, 44 Gegentreffer bedeuteten den viertschlechtesten Wert in der gesamten Ligue 1. Für Trainer Jerome Arpinon (42), der im Sommer neu auf diesem Posten installiert wurde, gibt es also viel zu tun. 

(Photo by Pascal GUYOT / AFP)

2018 kehrte Nimes Olympique nach einer Abwesenheit von 25 Jahren wieder in Frankreichs höchste Spielklasse zurück. Zweimal wurde seitdem die Klasse gehalten und auch in der kommenden Saison ist dies das oberste Ziel. Doch vorher sind natürlich viele Fragen offen. Wo steht die Mannschaft nach der langen, pflichtspiellosen Zeit und welche Anpassungen des neuen Trainers können sich als gewinnbringend erweisen? Die ersten Spiele werden Aufschluss darüber geben. 

Nimes Olympique: Anpassungen trotz schwieriger Lage

Jede Mannschaft ist von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen, das gilt auch für Nimes Olympique. Dennoch gelang es den „Krokodilen“, im Sommer einige kluge Anpassungen auf dem Transfermarkt vorzunehmen. Mit Baptiste Reynet (29) wurde ein Torhüter aus Toulouse verpflichtet, mit Birger Meling (25) wechselte ein grundsolider Linksverteidiger aus Trondheim nach Südfrankreich. Der zuvor ausgeliehene Yassine Benrahou (21) wurde fest aus Bordeaux verpflichtet und Andres Cubas (24) soll als Neuzugang aus der argentinischen Liga das Mittelfeld verstärken. 

Für all diese Spieler gab Nimes Olympique lediglich etwas mehr als fünf Millionen Euro aus, dennoch sollten alle zur Verstärkung des Kaders dienen. Und das ist auch nötig. Denn dieser war individuell auf einigen Positionen nicht ausgewogen besetzt. Nun zählen 27 Spieler zum Profikader von Nimes Olympique, das Durchschnittsalter von 25,4 Jahren spricht für eine solide Mischung innerhalb der Mannschaft. Die Frage ist allerdings, wer im Offensivbereich die entsprechende Verantwortung übernehmen soll. Flügelspieler Romain Philippoteaux (32) war in der abgelaufenen Saison mit nur fünf Ligatoren bester Schütze des Klubs, Renaud Ripart (27) mit vier Toren bester Stürmer. Ein verlässlicher Torjäger fehlt. 

Nimes und die Frage nach dem System

In der Vorsaison versuchte man in Nimes durchaus einiges, um die Offensive zu beleben. Die Mannschaft agierte in einem 4-4-2, 4-2-3-1 oder 4-3-3-System, spielte zuweilen auch eine Fünferkette. Das zeugte aber weniger von Flexibilität als von Hilflosigkeit. Unter dem neuen Trainer Arpinon, der bisher lediglich als Co-Trainer fungierte, soll sich das ändern. Doch welches System favorisiert der neue Übungsleiter? Der Kader bietet mehrere Möglichkeiten, nach der festen Verpflichtung von Benrahou, der ein Spielgestalter im Offensivzentrum ist, bietet sich allerdings ein 4-2-3-1-System an. 

(Photo by PASCAL GUYOT/AFP via Getty Images)

Kontinuität und Eingespieltheit sind zwei wichtige Faktoren für Nimes Olympique, wenn es darum geht, möglichst schnell die nötigen Punkte zu sammeln, um der Abstiegszone zu entgehen. Der Kader ist im Vergleich zur letzten Saison deutlich besser eingespielt, die individuelle Qualität konnte im Sommer leicht erhöht werden. Trainer Arpinon hat aber dennoch einige Aufgaben zu bewältigen. So muss die Defensive um Kapitän Anthony Briancon (25) besser funktionieren als in der letzten Saison. 

Da dies durch hochklassige Anpassungen nicht möglich ist, muss sich die gesamte Mannschaft defensivtaktisch verbessern. Die Außenverteidiger müssen die Offensive unterstützen, gleichzeitig aber auch die Balance aufrecht erhalten. Viel verspricht man sich von Neuzugang Cubas, der sich allerdings erst einmal in Europa akklimatisieren muss. Er könnte zusammen mit dem talentierten Lamine Fomba (22) ein sehr dynamisches und laufstarkes Mittelfeldzentrum bilden, das der Offensive den Rücken freihält. Sollte es Nimes gelingen, in den verbleibenden Wochen der Transferphase noch einen treffsicheren Stürmer oder aufbaustarken Verteidiger zu verpflichten, wird der bereits verbesserte Kader noch einmal homogener. 

Im Fokus: Yassine Benrahou

1,5 Millionen Euro überwies Nimes Olympique im Sommer für Yassine Benrahou an Girondins Bordeaux. In der vergangenen Saison kam der 21-jährige Franzose mit marokkanischen Wurzeln in 15 Ligaspielen zum Einsatz, dabei war er an sechs Toren direkt beteiligt. Zuweilen musste Benrahou dabei auch auf die Außenbahn ausweichen, wo er seine Qualitäten nicht vollumfänglich ausspielen kann. In der kommenden Saison sollte Benrahou häufig im Offensivzentrum agieren, um bestmöglich eingesetzt zu werden.

(Photo by SYLVAIN THOMAS/AFP via Getty Images)

Seine Qualitäten zeigte er in der letzten Saison bereits häufig. Benrahou ist ein Kreativspieler, wie ihn ein Team im Abstiegskampf unbedingt benötigt. Der 21-Jährige trifft im letzten Drittel einige kluge Entscheidungen, hat einen guten Blick für seine Mitspieler und kann insbesondere im Umschaltspiel durch seine Dynamik und sein kluges Passspiel für Furore sorgen. Gewinnt Nimes den Ball, ist Benrahou oft die erste Anspielstation, um Chancen zu kreieren. Erhält Benrahou noch mehr Unterstützung und funktioniert das System bei Nimes, kann er eine sehr gute Saison spielen.

Prognose 

Der Kader wurde auf der ein oder anderen Position verstärkt, ein neuer Trainer installiert. Die Chancen auf den Klassenerhalt stehen also nicht schlecht. Wichtig wird sein, früh Kontinuität in das eigene Spiel zu bekommen und ein stabiles System zu kreieren. Gelingt Nimes Olympique das, dann wird sogar ein vorzeitiger Klassenerhalt im Bereich des Möglichen sein. Falls nicht, kann es auch schnell sehr eng für die Südfranzosen werden. 

Manuel Behlert

FC Lorient (Letzte Saison: Aufstieg)

Nach drei Jahren in der Ligue 2 ist der FC Lorient wieder aufgestiegen! Der Klub aus der Bretagne befand sich zum Zeitpunkt des Abbruchs der Saison auf dem ersten Platz und dürfte angesichts der engen Tabellenkonstellation durchaus zufrieden mit dem Ausgang der Situation gewesen sein. Die Mannschaft von Trainer Christophe Pelissier (54), der “Les Merlus” vor der vergangenen Spielzeit übernahm, war lange Zeit souverän auf Kurs Richtung Ligue 1.

Kurz vor dem Ausbruch der Coronakrise wackelte Lorient allerdings noch einmal bedenklich und die bis dahin gute Saison wurde in Gefahr gebracht. Am vorgezogenen Ende der Spielzeit hatten die Mannen von Pelissier gleich vier Teams im Nacken. Für die Elf aus dem beschaulichen Lorient reichte es dennoch zum Happy End. 

(Photo by FRED TANNEAU/AFP via Getty Images)

FC Lorient: Pelissier schlug sofort ein

Nach dem Abstieg in der Saison 2016/17 peilte Lorient den direkten Wiederaufstieg an, aber scheiterte zweimal unter Ex-Trainer Mickael Landreau (41). Man reagierte letztendlich und nahm den Aufstiegsexperten Christophe Pelissier unter Vertrag, dem zuvor zusammen mit Amiens der Durchmarsch von der dritten in die erste Liga gelang. Dort konnte er zweimal den Klassenerhalt mit dem Underdog feiern. 

Jetzt folgte im ersten Anlauf der Aufstieg mit Lorient und die Zusammenarbeit verspricht einiges. Die Mannschaft trat von Saisonbeginn an als Topteam auf und verinnerlichte die Philosophie des neuen Trainers sehr schnell. Der 54-Jährige ließ Lorient zumeist in einem 4-2-3-1 oder 4-4-2 auflaufen, passte seine Mannschaft jedoch auch gerne im Spiel an neue Gegebenheiten an. So konnten auch mal Fünfer- bzw. Dreierketten zu beobachten sein. 

Die Pelissier-Elf will grundsätzlich selbst den Ball halten und geduldig aufbauen. Überhastete Angriffe, die ins Nichts führen, werden so gut es geht vermieden. Der Meister der Ligue 2 legt sich den Gegner zurecht und sucht gezielt Lücken. Insbesondere das Mittelfeld aus Fabien Lemoine (33) und Laurent Abergel (27) agiert dabei als Schaltzentrale und gibt das Tempo vor. Die beiden bestechen durch ihre Übersicht und versuchen das Spiel an sich zu reißen. 

Lorient: Interessantes Kollektiv

Im Spielaufbau lässt sich einer der beiden tief fallen, während dann einer der beiden Außenverteidiger nach vorne schiebt, um mehr Anspieloptionen zu generieren. Zumeist handelt es sich dabei um den offensiv gefährlicheren Linksverteidiger Vincent Le Goff (30). Jerome Hergault (34), sein Pendant auf der rechten Abwehrseite, agiert zumeist asymmetrisch und sichert defensiv ab. 

Offensiv gibt es einige spannende Spieler, die im Zusammenspiel mit Lemoine und Abergel die durchgeplanten Angriffe veredeln wollen. Enzo Le Fee (20) strahlt Spielfreude aus und bewegt sich äußerst elegant zwischen den Linien. Er kann im Zentrum im Grunde alles spielen und zeigt sich dabei sehr kombinationsfreudig. Er ist das Bindeglied im Offensivspiel und zumeist für den vorletzten Pass zuständig. 

(Photo by SEBASTIEN SALOM-GOMIS/AFP via Getty Images)

Für das Endprodukt waren in der vergangenen Saison insbesondere Offensiv-Allrounder Yoane Wissa (23), Stürmer Pierre-Yves Hamel (26),  Routinier Sylvain Marveaux (34) sowie die beiden Flügelspieler Armand Laurienté (21) und Jimmy Cabot (26). Die beiden Letztgenannten haben Lorient zwar verlassen, aber dafür hat der Aufsteiger interessante Neuzugänge vorstellen können. 

Lorient will sich etablieren

Rechtsaußen Stephane Diarra (21) kam von Le Mans und ist ein klassischer Flügelspieler, der mit viel Geschwindigkeit auf die gegnerischen Abwehrreihen zugeht. Zwar zeigt sich Lorient geduldig, aber sie können ihr Angriffsspiel auch explosiv gestalten. Ihre Konter sind sehr gefährlich. Hier könnte sich Diarra perfekt einfügen und den Abgang von Cabot vergessen machen. Mit Quentin Boisgard (23), der vom FC Toulouse kommt, hat der Aufsteiger einen trickreichen und kreativen Mittelfeldspieler verpflichten können, der als klassischer Zehner fungiert. Er kann einer Mannschaft an guten Tagen das gewisse Etwas verleihen und für überraschende Aktionen sorgen. 

Es wird auch einen Rückkehrer geben: Jeremy Morel (36), gebürtig aus Lorient, wird nach neun Jahren erneut für Les Merlus auflaufen. Seine Erfahrung wird dem Team helfen. Pelissier setzt auf ein koordiniertes und mutiges Pressing, will, dass seine Spieler punktuell den Gegner einschnüren, ohne zu viel Platz anzubieten. In der Ligue 2 hat das grandios funktioniert, Lorient kassierte nur 25 Gegentreffer (nur drei Teams haben eine bessere Statistik vorzuweisen). Jetzt warten allerdings andere Kaliber auf Lorient und da hilft es einen Spieler wie Morel in den eigenen Reihen zu haben, der schon alles erlebt hat. An ihm können sich die anderen Akteure orientieren. 

Im Fokus: Adrian Grbic

Der 24-jährige Mittelstürmer ist der Rekordtransfer Lorients. Man überwies rund 10 Millionen Euro an Clermont Foot für den österreichischen Angreifer, der in der Jugend auch mal für den VfB Stuttgart auflief. Adrian Grbic ist physisch robust, aber verfügt auch über eine ausgezeichnete Technik. Mit dem Ball ist er sehr stark und kann auch ins Kombinationsspiel miteingebunden werden. Dazu kommt, dass er auch noch ein guter Freistoßschütze ist. 

Für Lorient, das ohnehin gerne den Stürmer mit Flanken füttert, ist Grbic ein wichtiges Puzzleteil im Kader. Der Österreicher erzielte bis zum Abbruch 17 Treffer in der Ligue 2. Zahlreiche Vereine, u. a. Celtic und Eintracht Frankfurt, hatten ihn auf dem Schirm, aber er wollte in Frankreich bleiben. Jetzt schloss er sich der besten Offensive der vergangenen Saison an und will mit ihr die Ligue 1 erobern. 

Prognose

Lorient hat eine gute Mischung aus Kompaktheit und Spielwitz. Die Transfers sind gelungen, der Trainer kennt sich mit der Ausgangssituation aus und neben vielen jungen Talenten, gibt es auch genügend erfahrene Spieler. Der Klassenerhalt ist sehr gut möglich. 

Damian Ozako

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(Photo by CHRISTOPHE SIMON/AFP via Getty Images)

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