Samstag, November 28, 2020

Ajax-Offensivspieler Antony im Porträt: Der nächste Hochbegabte in der Reihe

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In der Eredivisie und besonders bei Ajax Amsterdam entwickeln sich junge Talente regelmäßig sehr gut. Der brasilianische Offensivspieler Antony ist der nächste Spieler, der beim niederländischen Topklub den Durchbruch schaffen will. Die Anlagen dafür sind vorhanden.

  • Antony: Der nächste Hochbegabte bei Ajax
  • Guter Start in die Saison 2020/21
  • Geht auch er in einigen Jahren den Schritt in eine Topliga?

Antony: Aus Brasilien nach Amsterdam

Viele junge Talente aus Südamerika haben den Traum, in Europa Fußball zu spielen. Die besten Spieler der Welt stehen bei europäischen Teams unter Vertrag, die mediale Aufmerksamkeit ist enorm groß, zudem kann man hier an der UEFA Champions League teilnehmen. Also am größten Vereinswettbewerb der Welt. Es existieren zahlreiche Beispiele von Spielern, die den Schritt nach Europa wagen und zu wichtigen Leistungsträgern bei großen Klubs werden. Entscheidend dafür sind zwei Dinge.

Zunächst einmal muss man die nötige Reife mitbringen. Der Spieler verlässt sein Heimatland, reist möglicherweise ohne familiäre Unterstützung in ein fremdes Land, muss sich mit einer fremden Kultur und häufig auch einer ungewohnten Sprache zurechtfinden. Nicht selten ist zudem der Leistungsdruck hoch, Experten und Fans haben hohe Erwartungen. Denn Fußballer aus Südamerika werden immer wieder früh mit einem Hype um ihre Person konfrontiert, nachdem sie zwei Gegenspieler in der argentinischen oder brasilianischen Liga ausgedribbelt haben.

Darüber hinaus ist es auch wichtig, zu welchem Klub man wechselt. Viele junge Südamerikaner entscheiden sich aufgrund der sprachlichen Komponente für Spanien oder Portugal. Das ist sicher häufig eine kluge Entscheidung, aber nicht alleine für Erfolg oder Misserfolg ausschlaggebend. Die Mischung aus der angesprochenen Reife und einem Umfeld, in dem zwar viel von einem Spieler erwartet wird, der Druck aber noch nicht dem Maximum entspricht, ist wichtig. Beim Wechsel von Antony vom FC Sao Paulo zu Ajax Amsterdam im Alter von 19 Jahren scheint diese Mischung zu stimmen.

(Photo by Dean Mouhtaropoulos/Getty Images)

Antony bei Ajax: Vielversprechende Ansätze

Die Eredivisie als offensiv ausgerichtete Liga mit vielen Teams, die jungen Talenten früh eine Chance geben, ist eine gute erste Station in Europa. Nicht umsonst greifen Klubs aus den absoluten Topligen immer wieder auf niederländische Teams zurück, wenn sie vielversprechende Talente verleihen wollen. Antony (20) ging aber nicht den zweiten Schritt vor dem ersten, sondern will sich unter Trainer Erik ten Hag (50) bei Ajax beweisen.

Seine ersten Wochen und Monate im Trikot von Ajax Amsterdam sind in jedem Fall vielversprechend. Antony scheint das Spielkonzept des neuen Trainers sehr schnell verinnerlicht zu haben. Abgesehen vom Spiel in der Champions League gegen den FC Liverpool, als Antony wegen einer leichten Blessur fehlte, stand er immer auf dem Platz. Seine Flexibilität ist ein wichtiger Faktor, Antony kann auf der linken und rechten Außenbahn eingesetzt werden. Bislang erzielte der Brasilianer fünf Saisontore und legte zwei weitere Treffer für seine Teamkollegen vor. Der Linksfuß ist generell sehr gut integriert, wird von seinen Mitspielern häufig gesucht.

Sehr viel Potenzial, aber noch ungeschliffen

Schon in Brasilien zeigte Antony sein Potenzial, deswegen stand er auch bei mehreren Klubs in Europa auf der Liste. Er ist technisch versiert, dribbelstark, aber nicht übermäßig verspielt. Im Gegenteil. Der Linksfuß zeichnet sich durchaus durch eine gewisse Geradlinigkeit aus, hat sich im Abschluss deutlich verbessert. Aufgrund der offensiven Ausrichtung bei Ajax hat der Youngster viele Möglichkeiten, um in Erscheinung zu treten. Sei es durch gefährliche Dribblings oder im Kombinationsspiel mit den anderen Hochbegabten in der Ajax-Offensive.

(Photo by OLAF KRAAK/ANP/AFP via Getty Images)

Die Fähigkeiten, die Antony mitbringt, sind vielschichtig. Es sind nicht nur die offensichtlichen Dinge, die bereits angesprochen wurden, die ihm leicht von der Hand gehen. Er verfügt auch über einen ganz besonderen Flair. Der Brasilianer ist sehr kreativ, hat Ideen und kann auch aus dem Nichts für gefährliche Aktionen sorgen. Schnelle Körpertäuschungen gehören dazu, punktuell spielt Antony auch noch sehr aufreizend, wartet quasi auf den Gegenspieler, nur um ihn dann auszuspielen. 

Zweifelsohne muss man bei aller Euphorie aber anmerken, dass der 20-Jährige auch noch relativ ungeschliffen ist. In vielen Teilbereichen seines Spiels muss er sich verbessern. Der U23-Nationalspieler Brasiliens hat noch Defizite im Spiel gegen den Ball. Die Bereitschaft, nach Ballverlusten schnell wieder in die Ordnung zu finden, fehlt punktuell einfach noch. Auch physisch ist noch Nachholbedarf, häufig wird der Youngster frühzeitig ausgewechselt. Überdies ist Antony trotz seines Zuges zum Tor partiell zu verspielt und verpasst dadurch den perfekten Moment für die Ballabgabe. Mit mehr Erfahrung, vor allem auf hohem Niveau, lassen sich diese Elemente im Spiel aber in den Griff bekommen und verbessern.

Topklub? Für Antony gilt: Ein Schritt nach dem anderen

Dass der Karriereplan von Antony vorsieht, dass mit Ajax Amsterdam noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist, sollte klar sein. Der Brasilianer will den Schritt zu einem Topklub irgendwann gehen, derzeit sollte er aber noch nicht daran denken. Die Akklimatisierungsphase in den Niederlanden ist in vollem Gange, der Spieler muss mit den neuen Eindrücken umgehen und sukzessive versuchen, sich zu steigern.

Chelsea, Bayern, Manchester United, FC Barcelona, Juventus: Das sind die Klubs, von denen zahlreiche Spieler träumen, zu denen es aber nur die Wenigsten schaffen. Aus gutem Grund. Das Talent, das zweifelsohne vorhanden ist, bildet nur die Basis. Antony muss zunächst auf dem Platz die nächsten Schritte machen und anschließend, wenn er die nötige Konstanz in seinen Leistungen vorweisen kann, einen klugen Schritt unternehmen. Spieler wie Hakim Ziyech (FC Chelsea), Mathijs de Ligt (Juventus) oder Frenkie de Jong (FC Barcelona) haben es vorgemacht. Ob Antony bald zu dieser Reihe an Topspielen zu zählen ist, wird nicht zuletzt an ihm selbst liegen.

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Photo by Imago

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