Donnerstag, Juli 9, 2020

Bundesliga | Viel Bayern und BVB: Die 90PLUS-Elf der Saison

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Die Bundesliga ist beendet und nach Saisonschluss ist es traditionell an der Zeit, die Elf der Saison zu nominieren. Die 90PLUS-Redakteure haben abgestimmt, herausgekommen ist eine Startelf plus neun Ersatzspieler!

  • FC Bayern dominiert die Elf der Saison
  • Shootingstar Alphonso Davies einstimmig gewählt
  • Vizemeister BVB stellt drei Spieler in der Elf der Saison

Tor: Manuel Neuer (FC Bayern)

Mehrere Fußverletzungen und eine Formdelle sorgten vor geraumer Zeit dafür, dass es Zweifel an Manuel Neuer (34) gab. Diese Zweifel konnte der Nationaltorhüter in dieser Saison beiseite schaffen.

Neuer präsentierte sich mit dem Ball am Fuß gewohnt sicher, fungierte beim Rekordmeister wie gewohnt als Aufbauspieler Nummer eins. Doch darüber hinaus war er stets ein sicherer Rückhalt und brachte die gegnerischen Angreifer mit tollen Paraden wieder häufig an den Rand der Verzweiflung. In 15 Spielen spielte Neuer zu null, auch wegen ihm stellte der FC Bayern am Ende die beste Defensive der Liga!

Abwehr: Achraf Hakimi (Borussia Dortmund)

Von Real Madrid ausgeliehen, wusste Achraf Hakimi (21) auch in seiner zweiten Saison bei Borussia Dortmund weitgehend zu überzeugen. Nun spielte Hakimi zwar häufig auf der rechten Seite vor der Dreierkette in einer “Wingback-Rolle”, dennoch hat er unsere Redakteure überzeugt und wurde in die Elf gewählt.

Vor allem offensiv wusste der Marokkaner zu gefallen. Hakimi erzielte fünf Tore, bereitete sogar zehn Treffer vor. Einzig im Defensivbereich wackelte Hakimi mitunter, das erkannte man aber beim BVB sehr gut und teilte ihm die neue Rolle zu.

(Photo by Lars Baron/Bongarts/Getty Images)

Abwehr: Mats Hummels (Borussia Dortmund)

Vor der Saison 2019/20 kehrte Mats Hummels (31) vom FC Bayern München zu Borussia Dortmund zurück. Der Transfer wurde durchaus auch kritisch beäugt, doch Hummels gab der Defensive des BVB ein Element, das ihr zuvor häufig fehlte. Seine Eleganz am Ball, seine langen, präzisen Pässe und seine Weitsicht im Defensivverhalten sind, wenn Hummels in guter Form ist, charakteristisch für den Verteidiger. Und Hummels war häufig in guter Form.

Darüber hinaus blieb der 31-jährige von Verletzungen verschont, stand in fast allen Spielen auf dem Platz. Die Rückkehr von Hummels erwies sich schon nach wenigen Wochen als Gewinn, er wird auch in den kommenden Jahren der erfahrene Abwehrchef bleiben.

Abwehr: David Alaba (FC Bayern)

Dass David Alaba (28) am Ende der Saison in der Top-Elf steht, ist nicht allzu überraschend. Dass der Österreicher allerdings als Innenverteidiger aufgeführt wird, hätte vor der Spielzeit wohl kaum jemand für möglich gehalten.

Nach dem Trainerwechsel von Niko Kovac (48) auf Hansi Flick (55), wechselte Alaba, der zuvor schon ordentliche Leistungen zeigte, von der linken Seite nach innen – und wurde eine prägende Figur. Alaba baute das Spiel mit auf, sorgte mit seinem Tempo für Absicherung, wenn der FC Bayern hoch stand und schaltete sich immer wieder mit seiner Dynamik in das Spiel nach vorne ein. Seine Passsicherheit ist enorm, zudem war Alaba in der Defensive stets wachsam und spielte konstant auf hohem Niveau.

Abwehr: Alphonso Davies (FC Bayern)

Der junge Linksfuß Alphonso Davies (19) eroberte nicht nur die Herzen der Fans des FC Bayern im Sturm, sondern auch spätestens seit dem Trainerwechsel die linken Bahnen der Fußballstadien in ganz Deutschland.

Davies ist noch ungeschliffen, das merkt man ihm an, aber die Qualitäten, die der Kanadier mitbringt, sind unfassbar. Davies ist schnell, spielt mit einem ungeheuren Selbstvertrauen, treibt Angriff um Angriff über seine Seite an und sprintet in brenzligen Situationen notfalls auch mal 50 Meter zurück und nimmt seinem Gegenspieler ähnlich viele Meter ab. 29 Spiele, drei Tore, vier Vorlagen und jede Menge gewonnene Laufduelle: Alphonso Davies hat sich einen Namen gemacht.

(Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images for AUDI)

Mittelfeld: Joshua Kimmich (FC Bayern)

Die Saison des Joshua Kimmich (25) begann im ersten Spiel gegen Hertha BSC als Rechtsverteidiger, aber schon unter Niko Kovac wechselte Kimmich früh in das Mittelfeldzentrum. Unter Hansi Flick spielte er dort ebenfalls überwiegend – und wusste zu überzeugen.

Dass Kimmich ein Spieler ist, den man sehr gerne im eigenen, aber nicht unbedingt gerne im gegnerischen Team hat, spricht eindeutig für seine Qualitäten. Er ist ein giftiger Mittelfeldspieler, der keinen Ball verloren gibt, sich zudem im Spiel mit dem Ball sukzessive verbessert hat. Seine Pässe werden immer präziser, Kimmich wirkt im letzten Drittel intelligenter, als es noch vor ein bis zwei Jahren der Fall war. Vier Tore und neun Vorlagen sprechen eine klare Sprache, der Geniestreich gegen Dortmund sorgte zudem für eine Vorentscheidung im Titelkampf. 

Mittelfeld: Denis Zakaria (Bor. Mönchengladbach)

Borussia Mönchengladbach spielte eine gute und sehr erfolgreiche Saison. Ein essenzieller Fixpunkt im System von Trainer Marco Rose (43) war dabei Mittelfeldspieler Denis Zakaria (23). Der Schweizer glänzte im zentralen Mittelfeld als balancegebendes Element und agierte als Anker für die anderen, dynamischen Spieler im Mittelfeld, die sich häufiger als er in das Offensivspiel einschalteten.

In der Schlussphase der Saison fehlte Zakaria verletzungsbedingt, allerdings war er in den Spielen, in denen er auf dem Platz stand, sehr häufig ein prägendes Element im Spiel der Borussia. Er hat definitiv einen großen Schritt nach vorne gemacht und man merkte ohne ihn, welche Qualitäten den Fohlen fehlen.

Offensives Mittelfeld: Kai Havertz (Bayer Leverkusen)

Zugegeben, die Hinrunde des 21-jährigen Kai Havertz war für einen Spieler mit seinen Ansprüchen durchschnittlich und teilweise unglücklich. Dennoch vertraute Trainer Peter Bosz (56) seinem Offensivstar – und dieser gab der Mannschaft selbst in seiner “Schwächephase” wichtige Impulse.

In der Rückrunde allerdings war Havertz wichtig und gut wie nie zuvor. Am Ende der Saison stand der Nationalspieler, der mit vielen Topklubs in Verbindung gebracht wird, bei zwölf Treffern und sechs Vorlagen. Zudem war Havertz in vielen Rückrundenspielen der auffälligste Spieler bei Bayer 04, war Dreh- und Angelpunkt in der Offensive.

(Photo by Lars Baron/Bongarts/Getty Images)

Offensives Mittelfeld/Angriff: Thomas Müller (FC Bayern)

Zu Saisonbeginn spielte Thomas Müller beim FC Bayern keine Hauptrolle. Das ist der 30-jährige nicht unbedingt gewohnt. Wie für viele andere Bayern-Spieler sollte der Trainerwechsel im Herbst aber einen sehr positiven Effekt mit sich bringen.

Unter Flick war Müller nicht nur wieder gefragt und Stammspieler, sondern er fand zurück zu alter Stärke. Und wie beeindruckend! Müller legte eine der besten Saisons in seiner Karriere hin, wirbelte rund um Robert Lewandowski (31) und schaffte es sogar, den Rekord der meisten Torvorlagen in einer Saison, den bis dato Kevin de Bruyne (28) hielt, zu knacken. Acht Tore und 21 (!) Torvorlagen hatte Müller am Saisonende auf dem Konto – ein überragender Wert!

Offensives Mittelfeld/Angriff: Jadon Sancho (Borussia Dortmund)

Im Saisonendspurt hatte Jadon Sancho (20) mit kleineren Leistungsdellen zu kämpfen und befand sich nicht in absoluter Topform. Zuvor hingegen spielte der junge Engländer eine brillante Saison.

Sancho erhielt im System von Lucien Favre seine Freiheiten, konnte in der Offensive genau das machen, was ihn stark macht: Mit Tempo auf die Abwehr zugehen, dribbeln, passen, schießen. 17 Tore und 17 Vorlagen belegen auch statistisch, welche Spielfreude Sancho auf den Platz brachte. Womöglich können sich die BVB-Fans sogar auf mehr freuen, ein Verbleib – zumindest für eine Saison – scheint nicht ausgeschlossen.

Stürmer: Robert Lewandowski (FC Bayern)

Robert Lewandowski ist Torschützenkönig der Bundesliga. Vor einer jeden Saison gehört der Pole hier zu den Favoriten, in dieser Spielzeit hat er aber auf beeindruckende Art und Weise dafür gesorgt, dass er die Vormachtstellung als bester Stürmer der Liga weiterhin inne hat.

Lewandowski erzielte nicht nur 34 Tore in der Bundesliga, er trug die Offensive des FC Bayern in vielen Spielen der Hinrunde fast alleine. Seine Verletzung kurierte der 31-jährige in der Corona-Pause aus, auch im Saisonendspurt zeigte er sich weiter zuverlässig. Lewandowski trifft mit links, mit rechts mit dem Kopf – und ließ sogar noch den ein oder anderen Hochkaräter liegen.

(Photo by KAI PFAFFENBACH/POOL/AFP via Getty Images)

Die Bank – Viel Gladbach und Timo Werner!

Die Fraktion Gladbach

Eine gute Saison spielte auch Torhüter Yann Sommer (31) von Borussia Mönchengladbach. In sieben Spielen blieb er ohne Gegentreffer, zeigte zudem einige wichtige Paraden und hielt den ein oder anderen Punkt fest.

Sein Teamkollege Stefan Lainer (27) spielte als Rechtsverteidiger eine sehr gute Rolle für die Fohlen. Lainer ist ein Dauerbrenner, der die Linie hoch und runter läuft, offensive und defensive Qualitäten vereint.

Ebenso erwähnenswert ist die Saison des Matthias Ginter (26). Er war ein sicherer Rückhalt in der Gladbacher Defensive, setzte zudem Akzente im Spielaufbau und brillierte mit seiner Kopfballstärke.

Kostic, Thiago, Sabitzer und Nkunku im Mittelfeld

Mit vier Toren und zwölf Vorlagen war Filip Kostic (27) nicht nur einer der besten Offensivspieler von Eintracht Frankfurt, seine Position links vor der Dreierkette brachte es auch mit sich, dass er häufiger defensiv gefordert war. Kostic spulte Kilometer um Kilometer ab und war nicht selten der gefährlichste Spieler der SGE.

Dreh- und Angelpunkt beim FC Bayern war in vielen Spielen Thiago Alcantara (29). Seine Eleganz am Ball, seine Einfälle im Spiel nach vorne und sein enorm cleveres Gegenpressing machten ihn trotz einer kleinen Formschwäche in der Hinrunde zu einem der prägenden Spieler der Saison.

Eine wichtige Rolle bei RB Leipzig nahm Neuzugang Christopher Nkunku (22) ein. Der Franzose war an zahlreichen Torschüssen beteiligt, sammelte im Saisonverlauf 20 Scorerpunkte und ist durchaus als einer der Gewinner der Spielzeit zu bezeichnen. Teamkollege Marcel Sabitzer (26) gelang es ebenfalls, unter Julian Nagelsmann noch einen Schritt nach vorne zu machen. Er stand am Ende bei 17 Scorerpunkten.

Werner und Thuram haben gegenüber Lewandowski das Nachsehen

Als einer der Toptransfers der Saison ist Marcus Thuram (22) von Borussia Mönchengladbach zu sehen. Der Franzose kostete “nur” neun Millionen Euro, erzielte aber zehn Tore und bereitete acht weitere Treffer vor. Seine Debütsaison war großartig.

Eine großartige Saison spielte auch Timo Werner (24), der im Sommer zu Chelsea wechselt. Mit sehr starken 28 Toren sicherte sich Werner Platz zwei in der Torschützenliste und verabschiedete sich mit seiner besten Saison aus der Bundesliga!

Die Bundesliga-90PLUS-Elf der Saison im Überblick

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Text: Manuel Behlert

(Photo: Imago)

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