Samstag, August 15, 2020

BVB | Bei Sancho-Abgang: Potentielle Nachfolgekandidaten im Check

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Er kam als junges Talent von Manchester City zu Borussia Dortmund, machte beim BVB den Sprung zu einem Topspieler: Jadon Sancho. Bis 2022 ist der Youngster an den Klub gebunden, ein Abgang im Sommer ist realistisch.

Doch Borussia Dortmund fordert dem Vernehmen nach mindestens 100 Millionen Pfund für Jadon Sancho (20). Finanzielle Mittel, um nach einem Verkauf auf dem Transfermarkt tätig zu werden, hätten die Schwarzgelben also. Doch welche Spieler kommen überhaupt in Frage?

Ferran Torres (20, FC Valencia)

Der spanische Offensivspieler Ferran Torres ist einer der begehrtesten Spieler auf dem Transfermarkt. Borussia Dortmund wird schon seit geraumer Zeit Interesse nachgesagt, aber auch Manchester City soll den Spieler als Ersatz für Leroy Sane (24) auf der Liste haben. Zuletzt soll das Interesse des BVB zwar erkaltet sein, allerdings nur, weil Torres nur durch die Einnahmen aus einem Sancho-Transfer zu finanzieren wäre.

(Photo by JOSE JORDAN/AFP via Getty Images)

Das bedeutet im Umkehrschluss: Sollte Sancho wechseln und Torres noch auf dem Markt sein, hat der BVB wieder Chancen. Der Vertrag von Ferran Torres läuft bis 2021 und trotz seiner Ausstiegsklausel in Höhe von 100 Millionen Euro wäre der Spanier verhältnismäßig erschwinglich. Der FC Valencia hat es nicht geschafft, sich für den europäischen Wettbewerb zu qualifizieren und kann es sich nicht leisten, einen Spieler wie Torres in das letzte Vertragsjahr gehen zu lassen.

Doch die sportlichen Qualitäten sollen im Vordergrund stehen. Der Blick auf die Statistiken ist angesichts 14 Torbeteiligungen in 44 Ligaspielen nicht besonders spektakulär. Das liegt einerseits daran, dass der FC Valencia keine gute Saison spielte, andererseits ist Ferran Torres nicht ganz so effizient und zielstrebig wie Sancho. Dennoch ist er ein herausragender, technisch versierter Fußballer. Ferran Torres verfügt über eine enorme Spielintelligenz, weiß, wann sich das Dribbling lohnt und wie er seine Mitspieler in Szene setzt. Vor allem für das Kombinationsspiel, das unter BVB-Coach Lucien Favre sehr ausgeprägt ist, wäre Torres ein großer Gewinn. 

Jonathan Ikoné (22, OSC Lille)

Ein sehr interessanter Spieler ist der Franzose Jonathan Ikoné. Der 22-jährige spielt beim OSC Lille, steht dort noch bis zum Sommer 2023 unter Vertrag. Sein Vorteil ist, dass er flexibel einsetzbar ist. Ikoné kann sowohl auf der Außenbahn als auch im Zentrum spielen und ist kein klassischer Tempodribbler, der häufig das Risiko sucht, sondern in Lille als Bindeglied zwischen der Defensive und dem Angriff fungiert.

Ikoné klebt nicht auf seiner Position, sondern initiiert gerne Angriffe aus der Tiefe, lässt sich etwas fallen, um möglichst viel in das Spiel eingebunden zu werden. Mit elf Torbeteiligungen liest sich seine Statistik ähnlich wie bei Torres nicht herausragend, allerdings ist anzumerken, dass die Saison in der Ligue 1 vorzeitig beendet wurde.

 (Photo by DENIS CHARLET/AFP via Getty Images)

Insgesamt ist Jonathan Ikoné ein sehr eleganter Spieler, der in Topform auch ein spektakuläres Element in das Spiel seiner Mannschaft einbringen kann. Sein Dribbling ist gut, er spielt häufig entscheidende Pässe, geht aber auch sehr schnell in das Risiko. Aufgrund seines Vertrags, der noch lange läuft, dürfte der Franzose nicht gerade günstig werden, zumal dem OSC Lille schon durch den Osimhen-Verkauf Einnahmen in Höhe von 60 Millionen Euro winken. Überdies muss der BVB entscheiden, ob man genau diesen Spielertypen hinzuholen möchte.

Mohamed Ihattaren (18, PSV Eindhoven)

Dass es in der niederländischen Eredivisie regelmäßig von spannenden Talenten nur so wimmelt, ist kein Geheimnis. Bei der PSV Eindhoven steht der erst 18-jährige Mohamed Ihattaren unter Vertrag. Im Gegensatz zu Ikoné und Torres ist er kein gestandener Profi, sondern hat eher noch den Status als großes Talent inne. Der U19-Nationalspieler der Niederlande bringt aber dennoch schon jetzt einiges mit, um auch in einer größeren Liga wie der Bundesliga auf sich aufmerksam zu machen.

Ähnlich wie Jonathan Ikoné ist auch Ihattaren ein Spieler, der bisher häufig im Zentrum aufgeboten wurde. Aber auch er bringt nahezu alles mit, was es braucht, um auch auf dem Flügel zu spielen respektive mehrere Funktionen im Offensivspiel von Borussia Dortmund auszuüben. Für die PSV erzielte er bis zum Abbruch der Saison neun Tore, bereitete zudem neun weitere vor.

(Photo by JEROEN PUTMANS/ANP/AFP via Getty Images)

Ihattaren verfügt über eine enorm enge Ballführung, bewegt sich auf engstem Raum sehr gut. Ihn kann man definitiv in der Kategorie Straßenfußballer verorten. Der 18-Jährige findet Lücken, kreiert Räume für seine Mitspieler und kann auch unter Druck die richtigen Entscheidungen treffen. Trotz seines jungen Alters wirkt er in vielen Szenen schon sehr reif, auch wenn er physisch und im Umschalten auf die Defensive noch Nachholbedarf hat. Er wäre allerdings ein Projekt für den BVB und es darf bezweifelt werden, dass dies das Ziel der Verantwortlichen ist. Zumindest als einzige Option.

Mikel Oyarzabal (23, Real Sociedad)

Mikel Oyarzabal von Real Sociedad ist durchaus als ein klassischer Flügelspieler zu bezeichnen. Der 23-Jährige wurde schon vor Monaten mit Manchester City in Verbindung gebracht, die Gerüchte hielten sich aber nicht bis zum heutigen Tag. Der Spanier ist einer der besten Spieler seiner Altersklasse in Europa, steht bei Real Sociedad noch bis 2024 unter Vertrag und war über weite Strecken der Saison ein prägender Spieler bei den Basken.

Oyarzabal stammt aus der Jugendabteilung von Real Sociedad und ist mit 24 Torbeteiligungen einer der absoluten Topspieler des Klubs in dieser Saison gewesen. Sein Abschluss ist gut, seine Bewegungen auf dem Flügel sind sehr ansprechend und Oyarzabal verfügt zudem über das Potenzial, in der richtigen Umgebung noch mindestens einen weiteren Schritt nach vorne zu machen.

(Photo by David Ramos/Getty Images)

Allerdings wird auch Oyarzabal nicht günstig zu haben sein, im Gegenteil. Für Real Sociedad ist der 23-jährige das Tafelsilber, verschenken wird man den Linksfuß, der überwiegend auf der linken Seite zum Einsatz kam, nicht. Zudem deutet aktuell in der Gerüchteküche nichts darauf hin, dass Oyarzabal ein Thema in Dortmund sein könnte. Eine sehr spannende Option würde er aber definitiv darstellen.

Memphis Depay (26, Olympique Lyon)

Im Vergleich zu den anderen Spielern, die hier aufgezählt wurden, ist Memphis Depay mit seinen 26 Jahren schon ein alter Hase. Der Niederländer spielte vor seiner Zeit in Lyon bei der PSV in Eindhoven und für Manchester United. Bei den Red Devils gelang ihm seinerzeit nicht der große Durchbruch, damals war Depay noch nicht reif genug für einen Topklub, die Erwartungen an ihn waren zudem zu hoch. Nach seinem Wechsel nach Lyon wurde Depay aber schnell zum Schlüsselspieler.

Denn: Hier wurden ihm die leichten Defizite, die der Niederländer in seinem Spiel hat, verziehen. An einem guten Tag kann Depay nicht nur den Unterschied machen, sondern mit zwei, drei genialen Aktionen ein Spiel komplett auf den Kopf stellen. Gleichermaßen sind es einige wenige frustrierende Aktionen und schlechte Entscheidungen im letzten Drittel, die dafür sorgen, dass er nicht in die oberste Kategorie der Offensivspieler einzuordnen ist.

(Photo by JEFF PACHOUD/AFP via Getty Images)

Darüber hinaus absolvierte Depay nur rund 1400 Spielminuten in der Saison 2019/20, denn ein Kreuzbandriss setzte ihn lange außer Gefecht. Das letzte Spiel für Olympique Lyon absolvierte der Niederländer am 15. Dezember, seine Genesung schreitet derzeit aber sehr gut voran, der Offensivspieler wirkte in Testspielen des Klubs bereits wieder mit. Natürlich ist es nie einfach, einen Spieler nach einer solch schwerwiegenden Verletzung zu verpflichten, aber die aktuelle Vertragslage von Depay könnte diese Entscheidung erleichtern. Der Spieler ist nämlich nur noch bis 2021 an OL gebunden, bisher konnte noch keine Vertragsverlängerung ausgehandelt werden. Bleibt das so – und das ist nicht unrealistisch, Lyon spielt nicht international – wird Depay im Sommer auf den Markt kommen.

Fazit: Viel Geld ist keine Garantie

Auch wenn Borussia Dortmund weit mehr als 100 Millionen Euro für Jadon Sancho einnimmt: Es wird nicht einfach, Jadon Sancho zu ersetzen. Einen Spieler, der das Qualitätsspektrum und die Extraklasse des Engländers mitbringt, wird kaum zu finden sein. In Dortmund muss man nun also überlegenen, ob die Sancho-Rolle nicht auf mehreren Schultern verteilt werden sollte.

Das viele Geld, das der BVB einnehmen kann, ist jedenfalls keine Garantie. Die Suche nach einem Nachfolger oder mehreren Nachfolgern dürfte sich schwierig gestalten, Investitionen dürften wohl überlegt sein. Doch damit das ein Thema wird, muss der trickreiche Engländer erst einmal den Verein wechseln. Zwar sollen sich Borussia Dortmund und Manchester United derzeit annähern, von einer Einigung sind beide Klubs aber noch relativ weit entfernt. Und solange keine Einigung herrscht, muss Borussia Dortmund auch nicht selbst aktiv werden.

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(Photo by Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images)

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