Samstag, Dezember 5, 2020

FC Bayern vor dem Duell gegen den BVB: Mit Effizienz zum Erfolg

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Es scheint, als könnten sie im Moment einfach nicht anders. Der FC Bayern gewinnt Spiel um Spiel, zuletzt sogar deutlich, obwohl Ergebnis und Auftritt nicht wirklich in einem Verhältnis zueinander standen. Gerade jetzt im Herbst und Winter wird aber deutlich, was der Schlüssel für Bayerns Erfolge ist: Effizienz auf allen Ebenen.

FC Bayern: Ende 2020 nur noch “Pressing light”

Die aktuellen Zahlen des FC Bayern lesen sich surreal, keine Frage. Anfang November steht erst eine Niederlage, das 1:4 in Hoffenheim, für die Münchener im Kalenderjahr 2020 zu Buche. Dazu kommt noch ein torloses Unentschieden im Februar gegen RB Leipzig. Alle anderen Spiele gewann der Rekordmeister, in allen Wettbewerben. Und die Frage, die sich jeder Gegner stellt: Wie ist diese Mannschaft aufzuhalten?

(Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)

Was sie auszeichnet, ist ein enormer Zusammenhalt und Wille. So gewannen sie am Ende noch den Supercup gegen Borussia Dortmund (3:2), holten einen späten Sieg in Moskau (2:1) oder auch die drei Punkte in Salzburg (6:2), nachdem die Österreicher mitten in eine starke Bayern-Phase hinein den Ausgleich erzielten. Natürlich ist die individuelle Qualität auch nicht zwingend zu unterschätzen. Wohl dem, der es sich beispielsweise leisten kann, einen Leroy Sané erst eine Viertelstunde vor Schluss von der Bank zu bringen.

Trotz alledem wird man das Gefühl nicht los, dass der FC Bayern dieser Tage einen etwas übermüdeten Eindruck machen. Ja, in Dortmund wird der Rekordmeister sein viertes Auswärtsspiel nacheinander binnen weniger als zwei Wochen bestreiten, die Reisestrapazen tragen ihren Teil dazu bei. Allerdings fiel in den vergangenen Spielen auf, dass das eigentlich brachiale Pressing der Münchener etwas an Intensität eingebüßt hat. Die Angriffsphasen während eines Spiels wirken dosierter, genauso wie das Pressing gegen den Ball.

FC Bayern: Das Zauberwort heißt Effizienz

Ursächlich dafür ist, dass, so breit der Kader des FC Bayern auch sein mag, nur auf bestimmten Positionen ohne Qualitätsverlust rotiert werden kann. Spieler wie Manuel Neuer, Joshua Kimmich, Leon Goretzka, Thomas Müller oder Robert Lewandowski sind für Hansi Flicks System essentiell, ihre Attribute sind die Eckpfeiler dessen. Fehlt einer von ihnen, macht sich das im Spiel sofort bemerkbar. Gerade im Hinblick auf dringend benötigte Erholungspausen könnten so Probleme entstehen. Denn wenn besagte Spieler nicht bei kompletter physischer und psychischer Fitness sind, kann der Fußball des Rekordmeisters ebenfalls kein volles Aroma entfalten. So mussten die Münchener zwischen Ende September und Anfang Oktober in Ermangelung von Neuzugängen viermal hintereinander mit mehr oder weniger derselben Startelf antreten. Darunter fällt auch der Supercup gegen den BVB, sowie das 4:3 gegen Hertha, als man beide Male eine 2:0-Führung noch verspielte.

(Photo by CHRISTOF STACHE/POOL/AFP via Getty Images)

Für Hansi Flick gilt es daher, möglichst intelligent und effektiv zu agieren, damit die Mannschaft in den großen Spielen auf den Punkt performen kann. Dass das möglich ist, hat der Auftritt gegen Atlético Madrid (4:0) gezeigt. Es ist ein schmaler Grat, auf dem sich die Münchener bewegen. Einerseits ist ihr Spielstil enorm kräftezehrend, andererseits gilt es, selbige gut einzuteilen, um einem etwaigen Leistungsabfall vorzubeugen. Der Auftritt in Köln ist ein Musterbeispiel dafür. Viele Chancen hatte der FC Bayern nicht, dafür nutzten sie die wenigen zu einer komfortablen 2:0-Pausenführung. Diese brachten sie trotz spätem Anschlusstreffer mit Geschick und Erfahrung ins Ziel und konnten in der zweiten Hälfte sogar noch Kräfte schonen. Mit 17,5 Prozent verwerteter Torschüsse sind die Münchener zudem die effizienteste Mannschaft der Bundesliga, gefolgt vom FC Augsburg (14,5) und Borussia Dortmund (10).

Variabilität der Auftritte macht Bayern unberechenbar

Das Unangenehme für die Gegner des FC Bayern ist, dass sich aus genau diesen vermeintlich schwächeren Auftritten nicht zwingend etwas für die eigenen Spiele ableiten lässt. Zwar machte auch Salzburg vieles richtig, hatte durch intelligentes Forechecking über weite Teile des Spiels sogar die Kontrolle im Mittelfeld. Sich in trügerischer Sicherheit wiegend, setzte Jesse Marsch beim Stand von 2:2 daher alles auf eine Karte, brachte mit Noah Okafor einen frischen Stürmer und stellte auf Dreierkette um. Diese Entscheidung wurde für ihn allerdings zum Bumerang, sodass es in der letzten Viertelstunde, den, wie er sagte, Dammbruch gab. So konnten die Münchener ein vermeintlich schwaches Spiel am Ende noch klar gewinnen.

Dass sie gegen den BVB ebenfalls taktieren werden, ist gerade aufgrund der darauffolgenden Länderspielpause unwahrscheinlich. Noch dazu wäre es wenig ratsam, gegen einen Gegner, der wie sie in Topform ist und ebenfalls über einen sehr breiten Kader verfügt. Beide Mannschaften sind punktgleich in der Bundesliga, einzig die bessere Tordifferenz gibt den Ausschlag zugunsten des FC Bayern.

Um den zu vergrößern, gilt es, einen ähnlich konzentrierten Auftritt wie in der vergangenen Saison abzurufen. Ein Spektakel war dieser 1:0-Sieg nicht, dafür ließen die Münchener extrem wenig zu und waren vorne einmal mehr effizient. Ein ähnliches Spiel könnte sich auch an diesem Wochenende entwickeln. Nicht zuletzt weil der BVB sich defensiv bislang – mit Ausnahme des 0:2 in Augsburg – enorm kompakt präsentiert hat. Einzig in der eigenen Defensive könnte es noch spannend werden. Alphonso Davies, der gegen Dortmund bislang immer überzeugte, wird am Samstag ausfallen. Doch im formstarken Lucas Hernández steht eine mehr als nur adäquater Alternative bereit. Und wenn diese Mannschaft neben Kaderbreite, Selbstvertrauen, Wille und Zusammenhalt auch die entscheidende Frische auf den Platz bekommt, dann ist ihr – einmal mehr – nur sehr schwer beizukommen.

(Photo by BARBARA GINDL/APA/AFP via Getty Images)

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Victor Catalina

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