Donnerstag, Dezember 3, 2020

FC Bayern | Wie Kingsley Coman das nächste Level erreicht

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Seit Sommer 2015 spielt Kingsley Coman beim FC Bayern München. Der französische Offensivspieler verfügt über herausragende Fähigkeiten, deutete diese auch immer wieder an. Lediglich der letzte Schritt hin zu mehr Konstanz und mehr Effizienz erfolgte bisher nicht.

  • Kingsley Coman: Einer der Besten gegen Dortmund
  • Der Franzose will den entscheidenden letzten Schritt gehen
  • Coman profitiert von der Konkurrenz

Kingsley Coman beim FC Bayern: Oft, aber nicht immer gut

Als junges Talent wechselte Kingsley Coman von Juventus Turin zum FC Bayern, zunächst auf Leihbasis. Nach zwei Jahren, in denen der schnelle Außenbahnspieler seine Klasse nicht nur andeutete, sondern immer wieder Spiele entschied, verpflichtete der Rekordmeister den Franzosen fest. Für etwas mehr als 20 Millionen Euro. Für einen Spieler mit diesem enormen Potenzial wirkt diese Summe wie ein Schnäppchen. In den Jahren nach seinem permanenten Wechsel spielte der mittlerweile 24-Jährige häufig gut, aber es fehlten einige Elemente in seinem Spiel.

(Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)

Nicht selten waren es – teilweise sehr schwere – Verletzungen, die Kingsley Coman den Rhythmus nahmen. Auf Phasen mit guter Form folgen Rückschläge, Rehabilitationsphasen und Wochen, in denen er sich wieder herankämpfen musste. Nach jeder Verletzung kam Coman zurück, arbeitete hart und verdiente sich seinen Platz in der Mannschaft. Im Verein traute man ihm zu, das nächste Level zu erreichen. Doch der letzte Entwicklungsschritt erfolgte zuletzt nicht. Auf gute Spiele folgten schwächere. Die Entscheidungsfindung des Franzosen war überdies punktuell ausbaufähig. Und auch im Abschluss musste der Nationalspieler zulegen.

Coman: Ein Kopfball in Lissabon als Wendepunkt?

Mit nunmehr 24 Jahren stellt sich allmählich die Frage, in welche Richtung sich die Karriere des Kingsley Coman entwickelt. Kann das höchste Level erreicht werden oder bleibt es bei fantastischen Anlagen, die nicht vollends auf den Platz gebracht werden können? Die Saison 2019/20, in der der FC Bayern alle drei möglichen Titel gewann, beantwortete diese Frage nicht wirklich.

Coman profitierte – wie fast jeder Spieler im Kader – von der neuen Ausrichtung unter Hansi Flick (55). Bayern spielte konstanter, mit einer klaren Idee und wollte vor allem in fast jeder Phase eines Spiels Tore erzielen. Die Umsetzung dieser Idee ist mit einem hohen Aufwand verbunden, auch die offensiven Akteure müssen gegen den Ball arbeiten, viele Sprints absolvieren und darüber hinaus noch sehr wachsam sein, wenn im letzten Drittel die eigenen Angriffe abgeschlossen werden.

Am Ende der Saison 2019/20 kam Kingsley Coman auf acht Tore und sieben Vorlagen in 38 Pflichtspielen. Das ist eine ordentliche Bilanz, aber eben nicht mehr. Insbesondere im Vergleich zu Serge Gnabry (25), der mit 23 Toren und 14 Vorlagen – zugegeben bei rund 900 Pflichtspielminuten mehr – eine bessere Quote vorweisen kann. 

Doch abseits der Statistiken ließ sich schon in der Rückrunde ein Wandel erkennen. Hansi Flick, der viele Spieler besser machte oder besser aussehen ließ, hast auch einen Effekt auf den Franzosen. Die Arbeit gegen den Ball verbesserte sich sukzessive, Coman blieb nach Ballverlusten immer seltener frustriert stehen, sondern versuchte, schnell wieder in die Ordnung zu kommen. Gekrönt wurden die Fortschritte durch den Siegtreffer im Finale der Champions League gegen PSG. Dieser Kopfball in Lissabon könnte entscheidenden Einfluss auf die weitere Karriere des Spielers nehmen.

(Photo by MANU FERNANDEZ/POOL/AFP via Getty Images)

Coman: Von der Konkurrenz profitieren

Ein solch wichtiges Spiel zu entscheiden, speziell nachdem man das Vertrauen des Trainer erhielt, der in den vorherigen Runden eher auf den erfahrenen und gegen den Ball sehr soliden Ivan Perisic (32) setzte, sorgt für Genugtuung. Doch nicht nur das. Coman rechtfertigte das Vertrauen seines Trainers nicht nur durch Tore, sondern zeigte, dass man sein Ziel mit harter Arbeit erreichen kann.

Mit viel Spannung wurde die neue Saison erwartet. Perisic ist nicht mehr beim FC Bayern, dafür wurden mit Leroy Sané (24) und Douglas Costa (30) zwei weitere Offensivspieler verpflichtet. Doch Coman hat kein Problem mit Konkurrenz – im Gegenteil. Schon als der Sané-Transfer nur ein Gerücht und keinesfalls spruchreif war, betonte der Franzose auf Nachfrage, dass Qualität dem Verein immer gut tut.

(Photo by MIGUEL A. LOPES/POOL/AFP via Getty Images)

Und damit hat er auch recht. Die Konkurrenzsituation schadet keinem der Offensivspieler. Einerseits ist sie ein Ansporn und hat zur Folge, dass sich jeder in jedem Training anbieten muss, andererseits – und das ist in dieser Saison ein elementarer Faktor – ermöglicht die Doppelbesetzung dieser Positionen Ruhepausen. Der Spielplan ist eng getaktet. Der Aufwand, den man beim FC Bayern in der Offensive betreibt, wie bereits erwähnt sehr hoch. Da hilft es enorm, durch den Rotationsbetrieb Spiel für Spiel die fittesten Spieler auf das Feld zu schicken. Wer eine kleine Blessur auskurieren muss, wird geschont. Davon profitieren langfristig alle.

Spiele gegen Atletico und Dortmund als Fingerzeig

Kingsley Coman erlebte bis zum jetzigen Zeitpunkt eine außerordentlich erfolgreiche Karriere. Meister wurde er mit PSG, Juventus und dem FC Bayern. Und zwar in jeder Saison seiner Karriere. Nun will er weitere Titel gewinnen – und dabei zur Schlüsselfigur werden. Nicht nur in einzelnen Spielen, sondern über eine ganze Saison hinweg. Dass Coman für den Rekordmeister sehr wichtig ist, steht außer Frage.

Im Hinblick auf den angesprochenen letzten Schritt, den Coman noch machen muss, fielen zum Saisonstart einige Dinge auf. Die Arbeit gegen den Ball wird vom 24-Jährigen noch konsequenter angegangen. Der Franzose führt Zweikämpfe, stört den Gegner im Aufbau und nimmt im situativen Pressing eine immer wichtigere Rolle ein. Eine gnadenlose Effizienz legt er trotz eines fantastischen Spiels gegen Atletico Madrid, als er einen Doppelpack erzielte und ein Tor vorbereitete, noch immer nicht an den Tag.

(Photo by Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images )

Aber vielleicht ist das auch gar nicht nötig. Vielleicht sind es eher die angesprochenen Elemente in seinem Spiel, die sich zuletzt signifikant verbesserten, die ihn auf ein neues Level hieven. Im Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund wurde das deutlich. Ob mit oder ohne Ball: Coman war ein ständiger Unruheherd. Er störte Thomas Meunier, lief den Gegner aggressiv an, ließ ihm wenig Zeit im Aufbau. Darüber hinaus leitete Coman mit einer herausragenden Bewegung das Tor von Lewandowski ein, das am Ende aufgrund einer Abseitsstellung nicht zählte, zudem traf er den Pfosten und war auch sonst immer anspielbar.

Der 24-Jährige ist reifer geworden. Er arbeitet für die Mannschaft und erhält dadurch selbst mehr Möglichkeiten im Angriffsdrittel. Ob der Franzose seine Entscheidungsfindung oder seinen Abschluss perfektionieren oder zumindest noch einmal signifikant verbessern kann, steht in den Sternen. Dass sich sein Wert für die Mannschaft aber nicht nur dadurch auszeichnet, scheint Coman, der noch bis 2023 an den Klub gebunden ist, verstanden zu haben. Und womöglich ist das der entscheidende Prozess, der die Entwicklung zu einem noch besseren Spieler mit einem noch höheren Wert für den FC Bayern maßgeblich beeinflusst.

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(Photo by Martin Meissner – Pool/Getty Images)

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