Sonntag, Oktober 25, 2020

Manchester City: Warum der Transfer von Ruben Dias zahlreiche Fragen aufwirft

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Mit Ruben Dias hat Manchester City erneut einen Defensivspieler verpflichtet. Wieder einmal griffen die Verantwortlichen der Skyblues tief in die Tasche. Doch nicht erst seit diesem Transfer stellen sich einige Fragen. 

  • Ruben Dias könnte über 70 Millionen Euro kosten
  • Nächster Top-Neuzugang für Manchester City
  • Welche Qualitäten bringt der Portugiese mit?

Ruben Dias: Der nächste teure Abwehrspieler

Pep Guardiola (49) hat seit seinem Amtsantritt bei Manchester City sehr viele Wünsche geäußert. Einige dieser Wünsche wurden ihm erfüllt. Blickt man auf die Transferhistorie von Manchester City unter Guardiola, dann fällt sofort auf, wie viel Geld für neue Verteidiger investiert wurde. Ruben Dias (23), der laut offizieller Pressemitteilung von Benfica 68 Millionen Euro kostet und noch weitere 3,6 Millionen Euro an Bonuszahlungen einspielen kann, ist nicht etwa die punktgenaue Verpflichtung zur endgültigen Veredelung des Kaders. Die Verpflichtung des Portugiesen ist vielmehr ein Hinweis auf Aktionismus.

(Photo by PATRICIA DE MELO MOREIRA/AFP via Getty Images)

John Stones (55 Millionen), Danilo (30 Millionen), Kyle Walker (53 Millionen), Benjamin Mendy (57 Millionen), Aymeric Laporte (65 Millionen), Angeliño (12 Millionen), Joao Cancelo (65 Millionen), Nathan Aké (45 Millionen) und nun Ruben Dias für 68 Millionen Euro: 450 Millionen Euro gab Manchester City unter Guardiola alleine für hochkarätige Verteidiger aus. Die Tatsache, dass die Abwehr noch immer das Problem der Skyblues ist, wirkt dahingehend fast schon albern. 

Hohe Ausgaben, keine Konstanz

Und dennoch ist es der Fall. Das zeigte sich nicht zuletzt beim 2:5 zuhause gegen Leicester City. Ja, die Foxes erwischten einen hervorragenden Nachmittag, an dem in der Offensive gefühlt jeder Schuss ein Treffer war. Wie leicht es dem Gegner aber gelang, mit zwei schnellen Pässen und einer klugen Bewegung hinter die Defensivreihe der Skyblues zu kommen, war phasenweise erschreckend. Die neue Abwehr mit Nathan Aké (25) und bald auch Dias muss sich natürlich erst einmal einspielen, diese Probleme bestehen – mal mehr, mal weniger drastisch – aber quasi während der gesamten Amtszeit von Guardiola. Als Beispiel aus der Vorsaison dient das Ausscheiden in der Champions League gegen Olympique Lyon.

Die individuelle Klasse in der Abwehr ist zweifelsohne hoch, Verletzungen waren in der Vergangenheit zweifelsohne ein Problem. Es dient aber nicht als die Erklärung, warum die Defensive in manchen Spielen völlig auseinander bricht. Kurios ist, dass das Problem niemals bei einem Spieler zu suchen ist. Einmal ist es Linksverteidiger Benjamin Mendy, der unkonzentriert ist, ein anderes Mal patzt Stones, dem ein Stellungsfehler unterläuft. Die Automatismen in der Defensive werden von fehlender Kontinuität ausgebremst. Guardiola hat viele Ideen, eine vollumfänglich Lösung für die Defensive wurde bisher nicht gefunden.

Ruben Dias: Nicht die Lösung aller Probleme

Nun soll Ruben Dias also versuchen im Ensemble hochkarätiger und teurer Verteidiger der entscheidende Mosaikstein zu sein. Dass er nicht die Lösung aller Probleme ist, zeigt sich bereits beim Blick auf die gesamten Bemühungen von Manchester City in diesem Sommer. Nathan Aké verpflichtete man schnell und fast ohne Nebengeräusche, aber nachdem der Niederländer zu den Skyblues transferiert wurde, rissen die Gerüchte nicht ab. Kalidou Koulibaly (29) von der SSC Neapel stand bei Manchester City auf der Liste, auch für Jules Koundé (21) vom FC Sevilla gab der Klub nachweislich ein Angebot ab. Es schien, als wollte man unbedingt noch einen Spieler verpflichten – fast schon egal, wer es dann am Ende ist.

(Photo by PATRICIA DE MELO MOREIRA/AFP via Getty Images)

Doch die Frage, welche Qualitäten Ruben Dias eigentlich mitbringt, ist eine ganz entscheidende. Der Portugiese ist ein technisch recht beschlagener Innenverteidiger, der über ein sehr ordentliches Aufbauspiel verfügt. Mit Benfica dominierte er in den meisten Spielen das Geschehen, kennt sich also damit aus, geduldig und präzise aufbauen zu müssen. Doch der 19-fache Nationalspieler, der bisher 91 Erstligaspiele für Benfica absolvierte, bringt noch nicht das Rundumpaket mit, das 68 Millionen Euro Ablöse rechtfertigt.

Rohdiamant mit vielen Fragezeichen

Zunächst einmal ist natürlich die Qualität der portugiesischen Liga ein nicht zu unterschätzender Faktor. Die individuelle Klasse in der Premier League und vor allem in der Champions League ist deutlich höher. Zwar kennt Ruben Dias das hohe Verteidigen und die erforderliche Aufmerksamkeit über die vollen 90 Minuten, je besser der Gegner aber ist, desto schwieriger wird es, entsprechende Situationen souverän zu bereinigen.

Und an dieser Stelle kommen die bisherigen Formschwankungen des 23-Jährigen ins Spiel. Ruben Dias ist bislang nicht als vollumfänglich souveräner, nahezu fehlerfreier Abwehrchef bei Benfica aufgetreten. Abseits des guten Aufbaus gibt es nämlich noch Nachholbedarf. Mitunter präsentiert sich der Portugiese unkonzentriert, spielt zu lässig und wird dadurch fehleranfällig. Auch bei einem sehr intensiven Gegenpressing des Gegners wirkt Ruben Dias nicht immer besonders pressingresistent, Stellungsfehler bei ruhenden Bällen kommen ebenfalls noch hinzu.

Fazit: Projekt statt Topstar

Insgesamt lässt sich festhalten, dass Ruben Dias, der nächste exorbitant teure Innenverteidiger von Manchester City, nicht die sofortige Premiumlösung sein kann. Dias ist ein weiteres Element in der Defensive der Skyblues, das viel Qualität mitbringt, aber in seiner Entwicklung noch nicht vollends ausgereift ist. Pep Guardiola will den Titel in der UEFA Champions League gewinnen, im Idealfall so schnell wie möglich. Ruben Dias kann ein Puzzleteil sein, die bisher vorherrschenden Probleme wird er allerdings nicht alleine und schon gar nicht sofort lösen können.

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(Photo by PATRICIA DE MELO MOREIRA / AFP) 

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