Montag, April 6, 2020

Premier League: Wer kommt in die Champions League?

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Chris McCarthy
Chris McCarthy
Chefredakteur

Im Fokus | Der Meisterschaftskampf in der Premier League ist zu Gunsten des FC Liverpool bereits mehr oder weniger entschieden. Doch wer sichert sich die begehrten Plätze für die Champions League?

25 einhalb Spieltage – die Mini-Winterpause lässt grüßen – sind in der Premier League bereits absolviert. Von der Tabellenspitze grüßt mit unfassbaren 22 Punkten Vorsprung auf Platz zwei der FC Liverpool.

Doch während die Reds vor sich hinmarschieren und einen Rekord nach dem anderen brechen, kämpfen gleich mehrere Teams um den Einzug in die Champions League.

(Quasi) qualifiziert: Liverpool und Manchester City

Selbst wenn irgendjemand noch Zweifel an dem Titel des FC Liverpool hat, die Champions League ist der Mannschaft von Jürgen Klopp, bei 34 Punkten Vorsprung auf Platz fünf, mathematisch nicht mehr zu nehmen.

“Direkt” dahinter folgt Manchester City. So viele Fragezeichen der anfällige, alternde und ineffiziente Kader der Citzyens 2019/2020 auch offenbarte, die Top-Four dürften bei der weiterhin unbestreitbaren Qualität und zwölf Punkten Vorsprung auf Platz fünf gesichert sein.

(Photo by PAUL ELLIS/AFP via Getty Images)

Eigentlich sicher: Leicester City

(49 Punkte – 10 Vorsprung)

49 Punkte nach 25 Spielen: Egal was noch passiert, die erste volle Saison unter Brendan Rodgers ist für Leicester City schon jetzt ein voller Erfolg. Das liegt vor allem an dem schlüssigen Konzept, der überzeugenden Spielweise und der hervorragenden Entwicklung der jungen Mannschaft.

Nichtsdestotrotz scheint dem kleinen aber feinen Kader der Foxes allmählich die Puste auszugehen. Leicester City hat durch Konzentrationsaussetzer in drei der letzten vier Spiele ingesamt acht Punkte nach Führungen aus der Hand gegeben.

Die “Mini-Winterpause” dürfte geholfen haben, doch die bislang so gnadenlose Effizienz des Angriffs um Jamie Vardy (12 Tore über expected Goals) darf nicht sonderlich nachlassen. Sonst müssen die Foxes am Ende womöglich noch um den verdienten Lohnt zittern.

Bei zehn Punkten Vorsprung auf Platz fünf, vor allem aber dank der schwächelnden Konkurrenz, ist die erste Teilnahme an der Champions League seit 2016/2017 eigentlich sicher.

(Photo by Mark Runnacles/Getty Images)

Beste Ausgangslage: Chelsea

(41 Punkte – 2 Vorsprung)

Aufgrund der Transfersperre im Sommer und der daraus resultierenden “Jugendbewegung” unter einem relativ unerfahrenen Trainer in Frank Lampard, war es absehbar, dass die Saison des FC Chelsea eine voller Aufs und Abs wird.

Während die Defensive die gesamte Spielzeit über schwächelte, treffen die Schwankungen vor allem auf die Offensive zu – Tammy Abraham hat im Kalenderjahr 2020 bspw. erst einmal getroffen. Den jungen Blues fehlen Konstanz und Erfahrung, um Woche für Woche auf dem höchsten Level zu performen. Was in einer Entwicklung relativ normal ist, könnte im Kampf um die Top-Four wichtige Punkte kosten.

Chelsea wäre gut beraten, aus den kommenden Schlüsselspielen gegen Manchester United und Tottenham etwas Zählbares mitzunehmen. Erfolge könnten Auftrieb geben. Niederlagen dagegen könnten bei der jungen Mannschaft zu Zweifeln führen.

Der Vorsprung auf Platz fünf beträgt – bei einem Spiel in der Hinterhand – nur zwei Punkte, der auf die Spurs (bei der gleichen Anzahl von Spielen) nur vier. Chelsea wird wohl bis zum Ende zittern müssen.

Verfolger auf dem Papier: Sheffield United & Everton

Sheffield United (39 Punkte – 2 Rückstand)

Sheffield United ist schon jetzt die Überraschungsmannschaft der Saison. Trotz überschaubaren finanziellen Mittel und wenig individueller Qualität, hat Trainer Chris Wilder mit unkonventionellem Spielstil und viel Mentalität einen der unangenehmsten Gegner der Premier League geformt.

Der Aufsteiger hat dank viel Disziplin und Leidenschaft die zweitbeste Defensive der Liga vorzuweisen (24 Gegentore). Bei der schwächsten Offensive (28) der Top-Zehn ist das auch bitter nötig.

Bislang wurden die Blades in einer kräftezehrenden Saison von Verletzungen verschont. Hält das an, ist mit der Euphorie im Umfeld womöglich sogar ein Platz in der Europa League drin. Insgesamt muss Sheffield United jedoch eher nach hinten als nach vorne schauen.

(Photo by Justin Setterfield/Getty Images)

FC Everton (36 Punkte – 5 Rückstand)

Nach einem erneut kostspieligen Transferfenster wollte der FC Everton 2019/2020 eigentlich einen Angriff starten, um die Top-Four zumindest zu ärgern. Lange sah es nach einer erneuten Enttäuschung aus.

Im Abstiegskampf angekommen, musste Trainer Marco Silva gehen. Interimstrainer Duncan Ferguson weckte den Kampf in der Mannschaft und fuhr die Toffees mit beachtlichen Resultaten gegen Chelsea (3:1), Manchester United (1:1) und Arsenal (0:0) wieder in ruhigere Gewässer.

Unter Silva-Nachfolger Carlo Ancelotti hielt dieser Lauf an, das 1:2 gegen Manchester City ist die einzige Niederlage in den letzten elf Spielen.

Die Fragezeichen bezüglich Kader-Balance und -Qualität bleiben allerdings bestehen, sodass Everton in dieser Saison wohl kaum zu einem Konkurrenten um die Top-Four gezählt werden kann. Nach den nächsten vier Spielen – Arsenal, Manchester United, Chelsea und Liverpool – dürfte das auch tabellarisch außer Frage stehen.

Der gefährlichste Verfolger: Tottenham (37 Punkte – 4 Rückstand)

Es war absehbar, dass der langjährige intensive Spielstil unter Mauricio Pochettino in Verbindung mit geringer Kaderfluktuation irgendwann sein Tribut fordern würde. Nach der Niederlage im Finale der Champions League (0:2 gegen Liverpool) war das 2019/2020 der Fall. Im Niemandsland der Tabelle angekommen, musste Pochettino gehen. José Mourinho übernahm.

Doch auch der Portugiesen kann einen physisch sowie psychisch ermüdeten Kader nicht über Nacht revitalisieren. Immerhin wirkt die Mannschaft etwas gefestigter. Das Resultat: Der Punkteschnitt konnte von zuvor 1,17 Zählern pro Spiel auf 1,77 hochgeschraubt werden. Platz vier ist aufgrund der schwächelnden Konkurrenz plötzlich wieder in Reichweite.

Zuletzt gab es einen 2:1-Erfolg gegen Manchester City, der in seiner Entstehung zwar glücklich war, allerdings neuen Schwung geben könnte.

Das wird es auch benötigen, um ohne den verletzten Harry Kane eine verloren geglaubte Saison, noch zu retten. Ein Selbstläufer wird das jedoch keinesfalls. Dazu konnte Tottenham auch nach dem Trainerwechsel spielerisch und in Sachen Konstanz (maximal zwei Siege in Serie) nicht genügend überzeugen.

(Photo by Gareth Copley/Getty Images)

Die weiteren Verfolger: Manchester United und Wolverhampton

ManUtd (35 Punkte – 6 Rückstand)

Es deutete sich bereits gegen Ende der Saison 2018/2019 an und hat sich 2019/2020 bestätigt: Unter Ole Gunnar Solskjaer hat Manchester United keine offensive Identität und keine nachhaltige Spielphilosophie.

Die sechstmeisten Tore der Premier League resultieren kaum aus Automatismen oder einstudierten Spielzügen, sondern aus Kontersituationen oder Momenten individueller Klasse. Letzteres hat durch den Ausfall Paul Pogbas deutlich abgenommen. Neuzugang Bruno Fernandes gelobt Besserung, doch auch er wird die strukturellen Probleme des Solskjaer-Spiels nicht beheben können.

Die Defensive hat sich nach den kostspieligen Verpflichtungen von Aaron Wan-Bissaka und Harry Maguire zwar etwas gefestigt (29 Gegentore), hat aber weiterhin Probleme mit der Konstanz.

Die Folge: Die Red-Devils konnten in dieser Saison keine drei Siege in Folge feiern und hinken den eigenen Ambitionen weiterhin mächtig hinterher. Und unter Solskjaer gibt es bislang keine Hinweise darauf, dass sich das ändern wird.

(Photo by Dean Mouhtaropoulos/Getty Images)

Wolverhampton (35 Punkte – 6 Rückstand)

Mit tatkräftiger Unterstützung von Fosun International Limited will Wolverhampton so schnell es geht in die Champions League. Dabei sind die Wolves erst 2018 wieder in die Premier League zurückgekehrt.

Überambitioniert scheinen die Pläne allerdings nicht zu sein, denn die Investitionen des Vereins sitzen und mit Nuno Espirito Santo hat man einen überzeugenden Trainer in den Reihen.

Der Traum von der Königsklasse wird allerdings weiter aufgeschoben werden müssen. Noch fehlen dem Kader der ein oder andere Topspieler, vor allem aber die qualitative Tiefe, um in der Europa League zu bestehen und zugleich in die Top-Four der Premier League zu brechen.

So vielversprechend die Entwicklung des Klubs auch ist, die meisten Pflichtspiele aller englischen Teams (!) sind für die Wolves ohne Qualitätseinbußen noch nicht zu stemmen.

Wildcard: FC Arsenal (31 Punkte – 10 Rückstand)

Tabellarisch betrachtet, ist der FC Arsenal näher an den Abstiegsrängen als an den ursprünglich anvisierten Top-Four. Der Grund dafür, dass die Gunners im Kampf um die Königsklasse jedoch nicht komplett ignoriert werden können, sitzt auf der Trainerbank.

Die Fortschritte Arsenals seit der Ankunft Artetas sind nicht zu übersehen. Nach sechs Spielen hat der Spanier zwar erst einen Sieg – und nur eine Niederlage – auf dem Konto. Doch die Art und Weise wie die Londoner auftreten, lässt darauf schließen, dass die passenden Resultate bald folgen dürften. Die Defensive ist gefestigter, das Team hat eine offensive Identität und Siegeswillen entwickelt.

Nichtsdestotrotz, die Hürde scheint zu groß zu sein. Unai Emery hat Arteta einen Scherbenhaufen hinterlassen. Der 37-Jährige muss mitten in der Saison verheerende Defizite korrigieren: Spielerisch, taktisch und sogar in Sachen Fitness.

Nach der Mini-Winterpause in Dubai ist durchaus mit einem Lauf des FC Arsenal zu rechnen. Die Top-Four scheinen realistisch betrachtet jedoch zu weit weg zu sein. Bleibt noch der Umweg über die Europa League. Hier treffen die Gunners in der Zwischenrunde auf Olympiakos Piräus.

(Photo by ADRIAN DENNIS/AFP via Getty Images)

90PLUS-Prognose:

  1. Liverpool
  2. Manchester City
  3. Leicester City
  4. Chelsea
  5. Tottenham

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Chris McCarthy

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