Samstag, März 28, 2020

Weißt du noch?– 2:1 in Marseille! Kevin Großkreutz rettet den BVB

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Es war der Dezember 2013, die letzte Partie in der Gruppenphase der Champions League stand auf dem Programm. Damals kämpfte der von Personalsorgen geplagte BVB in Marseille um das Weiterkommen in der europäischen Königsklasse. Kevin Großkreutz, der mittlerweile für den Drittligisten KFC Uerdingen spielt, nahm damals eine entscheidende Rolle ein.

Marseille vs. Dortmund: Die Ausgangslage

Nach dem 5. Spieltag ist Arsenal mit 12 Punkten Tabellenführer der Gruppe F, es folgen der SSC Neapel und Borussia Dortmund mit jeweils 9 Punkten. Das Schlusslicht der Gruppe stellt das punktelose Olympique Marseille dar. Mit einem Sieg für Borussia Dortmund wäre das Weiterkommen, unabhängig von dem Resultat aus dem Aufeinandertreffen vom SSC Neapel und dem FC Arsenal, also gesichert.

Anhand der Punktesituation in Gruppe F schien die Aufgabe durchaus lösbar, allerdings litt der BVB unter großen Personalproblemen. Durch die Ausfälle von Mats Hummels, Ilkay Gündogan, Neven Subotic, Marcel Schmelzer und Sven Bender wurde Jürgen Klopp zur Improvisation gezwungen. Das Management des BVB wurde bereits in der Woche vor dem Auswärtsspiel in Marseille auf dem Transfermarkt aktiv und verpflichtete den vereinslosen Manuel Friedrich, dieser war in der Champions League aber nicht spielberechtigt.

Aus der 2. Mannschaft flogen Koray Günter und Marian Sarr mit den BVB-Profis nach Marseille. Letzterer gab gegen Olympique Marseille sein Debüt für die Profimannschaft von Borussia Dortmund – und das direkt im entscheidenden Spiel der Champions League-Gruppenphase. Die Dortmunder starteten vielversprechend in die Saison, doch in den vergangenen Wochen war ein klarer Abwärtstrend zu erkennen. Umso wichtiger war es für den BVB, dass der Einzug in die K.O-Phase gelingt.

Die Lage beim BVB war also keineswegs entspannt, bei Marseille war es allerdings noch eine Stufe kritischer. 10 Punkte aus 13 Spielen – so lautete die triste Bilanz des Klubs. In der Ligue 1 musste Olympique Marseille zuletzt eine 1:0-Niederlage beim FC Nantes einstecken, anschließend wurde Trainer Elié Baup entlassen. Als Interimslösung übernahm Sportdirektor José Anigo den Trainerposten. Personell musste Anigo bei seinem Trainerdebüt auf Mathieu Valbuena und Andre Ayew verzichten. Das Weiterkommen war für die Franzosen zwar schon lange kein Thema mehr, dennoch wurde ein versöhnlicher Abschied aus der Königsklasse angestrebt.

Aufstellung und Statistiken:

OM: Mandanda © – Fanni, Diawara, Lucas Mendes (46. Abdallah), Mendy – Lemina, Cheyrou, Khalifa (55. Morel), Thauvin (79. Imbula), Payet – Gignac

Bank: Samba, Baptise, Bangoura, J. Ayew

Trainer: José Anigo

BVB: Weidenfeller – Großkreutz, Sokratis, Sarr, Durm – Sahin, Kehl © (78. Pisczcek) – Blaszczykowski (66. Hofmann), Mkhitaryan, Reus (78. Schieber) – Lewandowski

Bank: Langerak, Günter, Kirch, Aubameyang

Trainer: Jürgen Klopp

Tore: 0:1 Lewandowski (4.), 1:1 Diawara (13.), 1:2 Großkreutz (87.)

Gelbe Karten: Payet (32.), Gignac (71.), Sarr (90.+2)

Gelb-Rote Karte: Payet (34.)

Beginn mit hoher Intensität, aber wenig spielerische Klasse

Es dauerte nur 4 Minuten bis Robert Lewandowski den BVB nach einem Steilpass von Erik Durm in Führung bringen konnte. Dem BVB gelang ein Start nach Maß, doch der Ausgleichstreffer folgte 11 Minuten später. Nach einer Freistoßflanke von Dimitri Payet kommt Khalifa vor dem herausstürmenden Roman Weidenfeller zum Kopfball, trifft aber nur die Unterkante der Latte. Den Abpraller köpft der im abseitsstehende Souleymane Diawara ein, der Treffer zählte dennoch. In der 34. Minute sieht Dimitri Payet die Geld-Rote Karte für den Versuch einen Elfmeter zu schinden, der Franzose wurde nur 2 Minuten zuvor mit Gelb verwarnt.

 (Photo by ANNE-CHRISTINE POUJOULAT/AFP via Getty Images)

Die erste Halbzeit der Partie war nicht von spielerischer Klasse geprägt, sondern von Kampf, hoher Intensität und Ungenauigkeiten. Der BVB wirkte bemüht, spielte besonders im Offensivdrittel aber oft zu ungenau, um für Torgefahr zu sorgen. Beiden Teams konnte man die sportlich schwierige Situation auf dem Feld anmerken. Währenddessen stand es im Parallelspiel zwischen dem SSC Neapel und dem FC Arsenal 0:0, ein 1:1 würde den Dortmundern also für das Erreichen des Champions League-Achtelfinals reichen.

Sturm und Drang in der Dortmunder Offensive

Der BVB startete mit unverändertem Personal, aber höherem Offensivdruck in die zweite Halbzeit. Es folgte eine Dortmunder Drangphase, welche allerdings nicht mit einem Tor gekrönt wurde. Zwar gelang es den Offensivakteuren des BVB sich diverse Großchancen herauszuspielen, scheiterte jedoch am Aluminium, am starkem Mandanda oder an der eigenen Ungenauigkeit. Bezeichnend für diese Phase des Spiels war Lewandowskis vergebene Torchance in der 67. Minute. Der Pole umkurvte nach einem Fehlpass von Diawara Olympique Marseilles Schlussmann Mandanda, verfehlte dann aber das freie Tor und traf nur das Außennetz. In der 73. Minute bringt trifft Gonzalo Higuain die Neapolitaner gegen den FC Arsenal in Führung, der BVB benötigt nun einen Sieg um sich für das Achtelfinale der Champions League zu qualifizieren.

(Photo credit should read BERTRAND LANGLOIS/AFP via Getty Images)

Das so wichtige Tor für die Dortmunder lag seit dem Anpfiff der zweiten Halbzeit in der Luft und dennoch wurde das Champions League-Aus des BVB mit jeder Spielminute wahrscheinlicher. Der Zwischenstand in Neapel wurde auch schnell auf der Bank des BVB zum Thema. Jürgen Klopp reagierte mit einem Doppelwechsel, für Reus und Kehl kamen Schieber und Pisczcek. Nach dem Doppelwechsel positionierte sich die Dortmunder Mannschaft noch ein Stück offensiver.

Währenddessen legte OM, das in der zweiten Halbzeit noch keine richtige Chance hatten, den Fokus ausschließlich auf die Verteidigung. In der 85. Minute entschied der Unparteiische in einer unübersichtlichen Situation im Sechzehnmeterraum von Olympique Marseille auf Stürmerfoul, statt Elfmeter für den BVB zu geben, der durchaus zu vertreten gewesen wäre. Nun kam zu all dem Unvermögen auch noch Pech dazu. Beim BVB machte sich mittlerweile Hektik breit. Allen Beteiligten war klar, dass der BVB unmittelbar vor dem Aus in der Königsklasse stand.

In der 87. Minute folgte die Erlösung. Henrikh Mkhitaryan spielte einen Querpass auf den eingewechselten Julian Schieber, dieser legte auf Kevin Großkreutz ab. Dieser zog sofort ab, traf den Ball aber nicht richtig, rutschte beim Schuss sogar aus. Der Ball bekam durch den unkontrollierten Schuss allerdings einen sehr gefährlichen Drall – und ging ins Tor!

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Nur wenige Augenblicke nach dem Treffer befand sich Kevin Großkreutz, nach einem Sprung über die Werbebande, in den Armen der mitgereisten Dortmund-Fans. Durch diesen Treffer gelang dem BVB nicht nur das Weiterkommen, sondern direkt der Sprung an die Gruppenspitze.

 (Photo by ANNE-CHRISTINE POUJOULAT/AFP via Getty Images)

Nach dem Treffer ging OM noch einmal in die Offensive, doch dem BVB gelang es das Ergebnis über die Zeit zu bringen. Den letzten gefährlichen Angriff von Olympique Marseille stoppte der 18-jährige Marian Sarr, der eine sehr souveräne Partie ablieferte, mit einem clever gewählten taktischen Foul. In der 93. folgte der Abpfiff, den sich die Dortmunder Bank und der schwarz-gelbe Fanblock ersehnt haben.

BVB: Leidenschaft, Moral und Siegeswille als Erfolgsrezept

Kevin Großkreutz gewann mit seinem Heimatverein zwei Meisterschaften, einmal den DFB-Pokal und erreichte in der Saison 2012/13 das Finale Champions League, dennoch stand er nur selten wegen seinen fußballerischen Fähigkeiten im Rampenlicht. Der gebürtige Dortmunder war selten Protagonist, dafür ein aber ein wichtiger Bestandteil des funktionierenden Dortmunder Kollektivs unter Jürgen Klopp.

Sicherlich war Kevin Großkreutz auch nie ein Spieler, der sich mit einer exzellenten Technik oder überragenden Dribblings profilieren konnte. Er wusste mit den vielzitierten Grundtugenden des Fußballs zu überzeugen, welche schon auf dem Bolzplatz stets eine große Rolle spielten. Schlussendlich waren für den Sieg des BVB in Marseille nicht die feinen Füße der technisch versierten BVB-Offensivakteure verantwortlich, sondern die Leidenschaft, die Moral und der unnachgiebige Siegeswille des Kevin Großkreutz.

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 (Photo by Dennis Grombkowski/Bongarts/Getty Images)

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