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90PLUS » Bank statt Startelf: Wie Sané in Istanbul gerade seine DFB-Chance verspielt
Süper Lig

Bank statt Startelf: Wie Sané in Istanbul gerade seine DFB-Chance verspielt

90PLUS Redaktion
14.09.26, 11:57
90PLUS Redaktion
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LISBON, PORTUGAL - SEPTEMBER 09: Leroy Sane of Galatasaray is challenged by Giorgos Vagiannidis of Sporting CP during the UEFA Champions League 2026/27 League Phase MD1 match between Sporting Club de Portugal and Galatasaray A.S. at Estadio Jose Alvalade on September 09, 2026 in Lisbon, Portugal. (Photo by Carlos Rodrigues/Getty Images)

Als Leroy Sané am Sonntagabend im RAMS Park eingewechselt wurde, stand es 1:0, es lief die 77. Minute, und der Mann, den er ersetzte, hieß Deniz Gül – der 22-jährige Mittelstürmer, den Galatasaray am Deadline Day für elf Millionen Euro aus Porto geholt hatte. Sané kam für den Neuner, nicht für den Flügel. Es war, auf seine Weise, die Zusammenfassung dieser Woche: Der deutsche Nationalspieler hat seinen Platz in der Startelf verloren, und der Trainer sucht noch, wo er ihn stattdessen hinstellen soll.

Warum Sané draußen saß

Okan Buruk hatte die Entscheidung am Samstag getroffen, Milliyet berichtete sie vorab: Rafael Leão, der 38-Millionen-Zugang aus Mailand, beginnt links, Sané sitzt. Die Begründung, so die türkischen Medien übereinstimmend: Form. Halk TV schrieb, Sané sei „mit seiner Leistung in dieser Saison unter den Erwartungen geblieben“ und habe „Enttäuschung ausgelöst“. Yeniçağ: Buruk sei „mit Sanés Leistung nicht zufrieden“.

Der Anlass lag vier Tage zurück. Beim 1:3 in der Champions League bei Sporting Lissabon hatte Sané kurz vor der Pause den Pfosten getroffen – die beste Galatasaray-Chance des Abends –, war aber nach 58 Minuten für Leão ausgewechselt worden. Im türkischen Fernsehen sagte Ex-Profi Kahveci danach: „Sané war auch bei der Weltmeisterschaft nicht zu sehen und er ist es noch immer nicht. Warum Okan Buruk ihn nicht schon zur Halbzeit ausgewechselt hat, muss ebenfalls diskutiert werden.“ Buruk hat ihn diesmal gar nicht erst gebracht.

Das Spiel: Kocaelispor, wieder eine Mauer

Kocaelispor war für Galatasaray in der Vorsaison ein Problem gewesen – 0:1 auswärts, 1:1 zu Hause, kein Sieg gegen den Aufsteiger. Am Sonntag sah es lange ähnlich aus. Gül köpfte nach 13 Minuten ein, nachdem Leão zuvor die Latte getroffen hatte, doch der Videoassistent erkannte ein Foul am Torwart. Gül traf den Pfosten (31.), Bardakcı köpfte nach einer Ecke auf Serhat Öztaşdelen, Leão scheiterte aus spitzem Winkel. Erst in der 71. Minute schoss Kapitän Abdülkerim Bardakcı nach einem Torreira-Pass von außerhalb des Strafraums ein. 1:0, 13 Punkte, Tabellenführung zurück.

Sané hatte danach 13 Minuten plus Nachspielzeit. Kazımcan Karataş, ebenfalls eingewechselt, vergab in der 87. Minute die größte Chance. Von Sané ist in den türkischen Spielberichten keine Szene verzeichnet.

Buruks Erklärung: „Auch von der Bank“

Der Trainer hatte vor dem Spiel gesagt, was er von seinen Nicht-Startern erwartet: „Spieler, die von der Bank gut kommen, sind sehr wichtig. Sané, Batrakov, Jakobs.“ Es ist die Formulierung, mit der man einem Spieler eine neue Rolle zuweist, ohne sie so zu nennen. Sané war in drei von fünf Pflichtspielen gestartet, zuletzt zweimal in Folge. Jetzt ist er einer von dreien, die „von der Bank gut kommen“ sollen – in einem Kader, in dem auch İlkay Gündoğan auf der Bank saß und nicht eingewechselt wurde.

Ob das eine Momentaufnahme ist oder eine Hierarchie, entscheidet der Trainer in Trabzon: Am Samstag steht das Derby beim trainerlosen Trabzonspor an, das erste Spiel nach der Länderspielpause.

Drei Tage vor Klopp

Für die deutsche Perspektive zählt ein anderes Datum. Am Donnerstag nominiert Jürgen Klopp seinen ersten Kader. Sané, 30, 70 Länderspiele, war von Julian Nagelsmann nach dem Wechsel in die Türkei erst gestrichen und im November zurückgeholt worden – mit der Begründung, er habe es sich „mit starken Leistungen“ verdient. Nagelsmanns Maßstab war explizit: Tore und Vorlagen, „eine gewisse Quote“. Wer in der Süper Lig spiele, müsse mehr auffallen.

Ein Spieler, der beim eigenen Klub für einen 38-Millionen-Neuzugang weichen muss und in der Champions League zur Halbzeit-Diskussion wird, fällt auf – nur nicht so, wie Nagelsmann es meinte. Klopp hat andere Maßstäbe angekündigt: ein 4-3-3 mit echten Flügelspielern, Mut zu Überraschungen. Sané ist ein echter Flügelspieler. Ob er in Klopps Sinne eine Überraschung ist oder eine Vergangenheit, entscheidet sich nicht in Istanbul. Aber Istanbul hat am Sonntag eine Meinung dazu abgegeben.

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