Der FC Barcelona hat sich am Tag vor dem Deadline Day eines der größten deutschen Nachwuchstalente gesichert. Mirza Ćatović wechselt vom VfB Stuttgart per Leihe nach Katalonien – zu Konditionen, die in dieser Form selten sind.
Die Eckdaten
- Modell: Leihe mit an Einsätze gekoppelter Kaufpflicht
- Leihgebühr: 600.000 Euro
- Kaufpflicht: zwischen fünf und zehn Millionen Euro
- Alter: 19, zentraler Mittelfeldspieler
Nach Sky-Informationen sind sich beide Seiten einig, auch die spanische Radiostation Cadena SER berichtet über den Wechsel.
Die ungewöhnliche Klausel
Der interessanteste Teil des Deals steckt in der Staffelung. Ob am Ende fünf oder zehn Millionen Euro fällig werden, hängt nicht nur von der Zahl der Einsätze ab, sondern davon, wo Ćatović sie sammelt: in der ersten Mannschaft oder bei Barça Atlètic.
Für beide Seiten ergibt das Sinn. Barcelona begrenzt das Risiko, falls der Sprung nach oben ausbleibt. Der VfB wiederum profitiert automatisch, wenn sich der Sechser bei den Profis durchsetzt – ohne den Transfer blockieren zu müssen.
Der Plan der Katalanen sieht vor, dass Ćatović zunächst in der zweiten Mannschaft spielt, mittelfristig sehen sie ihn aber bei den Profis.
Er hatte die Wahl
Interessenten gab es reichlich. Lange galten der FC Brügge und RB Salzburg als aussichtsreichste Kandidaten, dazu hatten mehrere europäische Spitzenklubs den Mittelfeldspieler auf dem Zettel – zwischenzeitlich wurden auch Juventus Turin und die TSG Hoffenheim genannt. Entschieden hat sich Ćatović am Ende für Barcelona.
Salzburg war ihm dabei nicht neu: Im vergangenen Winter stand ein Wechsel zu den Österreichern bereits kurz bevor, scheiterte aber daran, dass der VfB die Freigabe zu spät erteilte.
Was Stuttgart verliert
In Stuttgart blieb Ćatović trotz starker Leistungen der Durchbruch bei den Profis verwehrt. In der vergangenen Saison kam er auf 29 Einsätze für die zweite Mannschaft in der 3. Liga und war ein wichtiger Faktor für den Klassenerhalt. Im Mai führte er die A-Junioren beim 3:0 gegen den VfL Wolfsburg zum DFB-Pokalsieg und wurde zum Mann des Spiels gewählt; im Sommer wurde er mit der deutschen U19 Vize-Europameister.
Der Grund für den Abgang liegt in der Kaderdichte: Mit Angelo Stiller, Kapitän Atakan Karazor, Grischa Prömel und Chema Andres verfügt Sebastian Hoeneß über vier etablierte Mittelfeldspieler. Für den 19-Jährigen war dort kein Platz absehbar.
Barcelona sammelt in Deutschland
Bemerkenswert ist, dass es nicht bei einem Zugriff blieb. Am selben Tag verpflichteten die Katalanen nach Sky-Angaben mit Mikael Baza ein weiteres deutsches Defensivtalent – vom Hamburger SV.
Für die deutschen Ausbildungsvereine ist das ein unangenehmes Muster: Zwei hoch gehandelte Nachwuchsspieler verlassen die Bundesliga am selben Nachmittag Richtung Katalonien, weil sich für sie zu Hause keine Perspektive im Profikader ergab.
Der Zeitplan
Das deutsche Transferfenster schließt am Dienstag um 20 Uhr. Eine offizielle Bestätigung durch die beteiligten Klubs stand zum Zeitpunkt dieser Meldung noch aus.

