U21-EM-Vorschau: Gruppe A mit Deutschland, den Niederlanden, Ungarn & Rumänien

U21-EM
Vorschau

Vorschau | Ab dem 24. März findet die U21-EM in Slowenien und Ungarn statt. Auch die Auswahl des DFB hat sich qualifiziert und bekommt es in der Gruppe A mit den Niederlanden, Rumänien und Co-Gastgeber Ungarn zu tun. 

U21-EM: Der Spielplan der Gruppe A

Ungarn vs. Deutschland (24.03., 21 Uhr)

Rumänien vs. Niederlande (24.03., 21 Uhr)

Ungarn vs. Rumänien (27.03., 18 Uhr)

Deutschland vs. Niederlande (27.03., 21 Uhr)

Deutschland vs. Rumänien (30.03., 18 Uhr)

Niederlande vs. Ungarn (30.03., 18 Uhr)

 

Deutschland: DFB-Auswahl will den dritten Titel bei der U21-EM

Der Kader der DFB-Elf: 

Tor: Finn Dahmen (Mainz 05), Lennart Grill (Bayer Leverkusen), Markus Schubert (Eintracht Frankfurt)

Abwehr: Stephan Ambrosius, Josha Vagnoman (Hamburger SV), Ridle Baku (VfL Wolfsburg), Ismail Jakobs (1. FC Köln), Maxim Leitsch (VfL Bochum), Amos Pieper (Arminia Bielefeld), David Raum (Greuther Fürth), Nico Schlotterbeck (Union Berlin), Malick Thiaw (Schalke 04)

Mittelfeld und Angriff: Niklas Dorsch (KAA Gent), Anton Stach (Greuther Fürth), Arne Maier (Arminia Bielefeld), Vitaly Janelt (VfL Bochum), Salih Özcan (1. FC Köln), Mateo Klimowicz (VfB Stuttgart), Mergim Berisha (RB Salzburg), Jonathan Burkardt (Mainz 05), Florian Krüger (Erzgebirge Aue), Lukas Nmecha (RSC Anderlecht), Youssoufa Moukoko (Borussia Dortmund)

Deutschland: Der Weg zur U21-EM

Trainer Stefan Kuntz (58) betreut die U21-Auswahl des DFB schon seit geraumer Zeit und hat große Erfahrung mit diesen Turnieren. Die Qualifikation verlief ohne große Probleme. Schon zum Auftakt gegen Wales gewann die DFB-Elf auswärts mit 5:1, ein 2:0 auswärts gegen Bosnien-Herzegowina folgte. Die 2:3-Niederlage in Freiburg gegen Belgien am dritten Spieltag war ein Dämpfer, auch in Belgien folgte eine Pleite. Anschließend war aber eine positive Tendenz zu beobachten, die restlichen vier Spiele gewann die Kuntz-Elf allesamt und qualifizierte sich als souveräner Gruppensieger mit fünf Punkten Vorsprung vor Belgien für dieses Turnier. 22 Tore schoss die Mannschaft in diesen acht Spielen, die Offensive stach hervor. 

Ridle Baku im Fokus, Youssoufa Moukoko für die Unbekümmertheit

Betrachtet man den Kader der U21-Auswahl des DFB, so stellt man fest, dass es sicher schon prominenter besetztere Jahrgänge gab. Die Europameister von 2009 um Manuel Neuer, Mats Hummels oder Mesut Özil zum Beispiel. Dennoch hat auch die Mannschaft, die von Stefan Kuntz für dieses Turnier nominiert wurde, einiges zu bieten. Ridle Baku (22) zum Beispiel, der sich beim VfL Wolfsburg in den letzten Monaten derart in den Fokus gespielt hat, dass er aus der ersten Elf nicht mehr wegzudenken ist. Seine Stärken liegen vor allem im Offensivbereich, er kann als Außenverteidiger auf der rechten Seite permanent anschieben und für Schwung im Spiel nach vorne sorgen.

Photo by Imago

Auch in den anderen Mannschaftsteilen verfügt die deutsche U21-Auswahl über hochkarätige Spieler. Niklas Dorsch (23) beispielsweise. Der Mittelfeldspieler wurde beim FC Bayern ausgebildet, spielte anschließend für Heidenheim und nun beim KAA Gent in Belgien. Dort spielt Dorsch eine sehr gute Rolle und gehört zu den Stammspielern. Vor allem seine Spielintelligenz und Abgeklärtheit auf dieser bedeutenden Position machen ihn zu einer wichtigen Stütze.

Im Offensivbereich steht ein Spieler im Fokus, der bei diesem Turnier sein Debüt für die U21 geben wird: Youssoufa Moukoko (16). Der jüngste Bundesliga-Torschütze aller Zeiten hat bei Borussia Dortmund häufig als Joker für Wirbel gesorgt und kann mit seiner enormen Zielstrebigkeit und Unbekümmertheit auch im DFB-Dress für Furore sorgen. Auch wenn andere Mannschaften individuell besser besetzt sind als die deutsche Mannschaft, soll zunächst die Gruppenphase überstanden und dann um den dritten Titel nach 2009 und 2017 mitgespielt werden. In einem Spiel ist nämlich jede Mannschaft schlagbar, wenn die Form stimmt.

Niederlande: Erneut eine talentierte Mannschaft

Der Kader der Niederlande:

Tor: Justin Bijlow (Feyenoord), Kjell Scherpen (Ajax), Maarten Paes (Utrecht)

Abwehr: Sven Botman (OSC Lille), Perr Schuurs, Jurrien Timber (Ajax), Jordan Teze (PSV), Danilho Doekhi (Vitesse), Mitchell Bakker (PSG), Tyrell Malacia (Feyenoord), Deyovaisio Zeefuik (Hertha BSC)

Mittelfeld: Teun Koopmeiners, Dani de Wit (AZ Alkmaar), Jurgen Ekkelenkamp (Ajax), Ludovit Reis (VfL Osnabrück), Abdou Harroui (Sparta Rotterdam)

Angriff: Justin Kluivert (RB Leipzig), Cody Gakpo (PSV), Javairo Dilrosun (Hertha BSC), Noa Lang (Club Brugge), Ferdi Kadioglu (Fenerbahce), Myron Boadu (AZ Alkmaar), Brian Brobbey (Ajax)

Niederlande: Der Weg zur U21-EM

Es ist immer der Anspruch einer Nation wie den Niederlanden, sich für alle Juniorenturniere zu qualifizieren. Die U-Auswahlen der „Elftal“ sind häufig sehr gut besetzt, die Nachwuchsarbeit in unserem Nachbarland ist ausgezeichnet. In ihrer Qualifikationsgruppe zur U21-EM gaben sich die Niederländer keine Blöße. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Portugal entschied man am Ende knapp für sich. Beide Mannschaften sammelten 27 von 30 möglichen Punkten, nur der direkte Vergleich (4:2, 1:2) sprach am Ende knapp für die Niederlande. Nach den zehn absolvierten Partien konnte die Mannschaft von Trainer Erwin van de Looi (49) ein beeindruckendes Torverhältnis von 46:5 vorweisen. Gegner wie Norwegen, Belarus oder Zypern waren absolut chancenlos. 

Alkmaar-Stars im Fokus, Botman will sich zeigen

Die Qualifikation war überragend, die Ausbildung der jungen Spieler ist gut und zudem kommen viele dieser Spieler in der heimischen Eredivisie schon sehr früh zum Einsatz. Auffällig ist, dass die U21 der Niederlande in jedem Mannschaftsteil über sehr gute Spieler verfügt. Justin Bijlow (23) ist ein sicherer Rückhalt und Torhüter von Feyenoord. In der Abwehr ist vor allem Sven Botman (21) zu nennen. Im Sommer 2020 wechselte er von Ajax nach Lille, spielt dort eine herausragende Saison und steht längst auf der Liste einiger hochkarätiger Klubs. Er organisiert die Defensive und ist mit seinem fantastischen Stellungsspiel und seinem klugen Aufbau ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft.

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Im Mittelfeld stechen zwei Spieler aus Alkmaar hervor. Im Defensivbereich ist das Teun Koopmeiners (23), der ein sich wenig unter dem Radar bewegt, aber einer der besten Spieler der gesamten Eredivisie ist. In Sachen Disziplin, Arbeit gegen den Ball und auch Übersicht im Aufbau ist er bereits sehr reif. Sein Teamkollege, Dani de Wit (23), spielt einen offensiveren Part im Mittelfeld und erzielte bisher in zwölf Länderspielen für die U21 der Niederlande starke zehn Tore. Er spielt sehr zielstrebig, ist an fast jedem Angriff beteiligt und ist nur sehr schwer auszuschalten.

Auch im Sturm ist es ein Spieler von Alkmaar, der sich besonders in Szene setzen könnte: Myron Boadu (20). 14 Torbeteiligungen sammelte er bisher in dieser Saison. Komplettiert wird eine starke Auswahl der Niederlande mit bekannten Gesichtern aus der Bundesliga. Hertha-Verteidiger Deyovaisio Zeefuik (23) gehört ebenso dem Kader an wie Leipzig-Angreifer Justin Kluivert (21) und Bryan Brobbey (19), der im Sommer nach Leipzig wechselt. Mit seiner Wucht und seiner Physis ist er eine gute Ergänzung zum Restangriff. Klar ist: Mit dieser Mannschaft ist zu rechnen.

 

Ungarn: Co-Gastgeber will bei U21-EM eine gute Rolle spielen

Der Kader von Ungarn:

Tor: Patrik Demjen (Zalaegerszegi), Balasz Bese (Budafoki), Peter Kovacs (Budaörsi)

Abwehr: Botond Balogh (Parma), Benedek Varju (MTK Budapest), Attila Mocsi (Haladas), Oliver Tamas (Paksi FC), Laszlo Deutsch (Puskas Akademia), Bendeguz Bolla (MOL Feherva), Kristof Hinora (Vasas FC)

Mittelfeld: Mihály Kata, Szabolcs Mezei, Martin Palincsar (MTK Budapest), András Csonka (Budafoki), Norbert Szendrei (Honvéd FC)

Angriff: Tamas Kiss (Puskas Akademia), Alen Skribek, Daniel Zsori (Budafoki), Mark Kovacsreti (Kisvarda FC), Adrian Szőke (Heracles), Palko Dardai (MOL Fehervar), Donat Barany (Debreceni)

Der bekannteste Name ist der des Trainers

Zugegebenermaßen fehlen die großen Namen beim Blick auf den Kader von Ungarn. Bekannt ist vor allem der Trainer, Zoltan Gera (41), der in seiner Karriere unter anderem für West Bromwich Albion und Fulham spielte. Qualifizieren musste sich seine Mannschaft als Co-Gastgeber nicht, stattdessen standen während der Qualifikationsphase einige Testspiele auf dem Programm. Die Ergebnisse waren durchwachsen, viele Spiele gingen verloren. Mut machten jedoch die Duelle mit Slowenien und Russland Ende 2020. Gegen die Slowenen gab es ein 3:3, gegen Russland gewann die ungarische Auswahl gar mit 2:0. Vorher herrschte mit zwei Remis und vier Niederlagen bei nur zwei geschossenen Toren aber Tristesse. 

Viele Spieler aus der ungarischen U21-Auswahl spielen noch in ihrem Heimatland. Die Ausbildung in Ungarn ist nicht schlecht, die Liga genießt aber wenig Aufmerksamkeit und hat Nachholbedarf, was das fußballerische Niveau angeht. Mit Palko Dardai (21) steht ein Spieler im Aufgebot, den man aus seiner Zeit bei Hertha BSC noch kennen dürfte. Dort spielte er überwiegend in der zweiten Mannschaft, wechselte im Januar 2021 zu Fehervar nach Ungarn, wo er regelmäßig zum Einsatz kommt. Ungarn will in diesem Turnier durchaus auf sich aufmerksam machen und hofft auf einen Einzug in das Viertelfinale, dafür muss aber definitiv alles stimmen.

 

Rumänien: Außenseiter mit bekanntem Trainer

Der Kader von Rumänien:

Tor: Andrei Vlad (FCSB), Mihai Aioani (AFC Chindia), Mihai Esanu (FC Dinamo)

Abwehr: Andrei Chindris (FC Botosani), Radu Dragusin (Juventus), Alexandru Pascanu (SD Ponferradina), Denis Ciobotariu (CFR Cluj), Raul Oprut (FC Hermannstadt), Radu Boboc (FC Viitorul), Denis Harut (FCSB), Stefan Vladoiu (Craiova)

Mittelfeld: Darius Olaru, Razvan Haida, Olimpiu Morutan (FCSB), Marco Dulca (AFC Chindia), Marius Marin (AC Pisa), Andrei Ciobanu (FC Viitorul), Catalin Itu (CFR Cluj), Alexandru Matan (Columbus Crew), George Cimpanu (Craiova)

Angriff: Valentin Costache (CFR Cluj), Octavian Popescu (FCSB), George Ganea (FC Viitorul)

Rumänien: Der Weg zur U21-EM

In der „Gruppe 8“ der EM-Qualifikation hatte es Rumänien mit einigen unangenehmen Gegnern zu tun. Vor allem gegen Dänemark gab es in zwei Spielen nur einen Punkt zu holen. Am Ende reichten 20 Punkte aus zehn Spielen, damit sich die Rumänen hinter Dänemark als einer der Zweitplatzierten für die Endrunde qualifizieren konnte. Die Ukraine, Finnland, Nordirland und Malta ließ die Auswahl hinter sich. Besonders in Erscheinung treten konnte dabei Valentin Mihäilä (21), der gegen Finnland einen Dreierpack erzielte. Bei der Endrunde fehlt der Offensivspieler allerdings. 

Die Rumänen sind nicht zu unterschätzen

Bei der letzten U21-Europameisterschaft gelang Rumänien der Sprung in die K.O.-Runde. Damals spielte die Mannschaft sehr ordentlich, überzeugte vor allem fußballerisch. Und auch diesmal hat die Mannschaft von Trainer Adrian Mutu (42) viele Qualität zu bieten. Radu Dragusin (19), ein Innenverteidiger, spielt bei Juventus und gilt als großes Talent, auch Darius Olaru (23, FCSB) ist ein sehr guter Spieler, der es aus Rumänien in eine größere Liga schaffen kann. Namen wie Radu Boboc (21), Alexandru Matan (21) oder Marius Marin (22) sollte man sich überdies merken. 

Die Fortschritte im Nachwuchsbereich in Rumänien sind also nachhaltig. Die Mannschaft von Trainer Mutu macht einen guten Eindruck, versucht auch derzeit wieder, vor allem im fußballerischen Bereich Akzente zu setzen. Gelingt es zudem, die Kompaktheit, die gegen Topnationen notwendig ist, zu generieren, könnte diese Mannschaft sogar ein Stolperstein für Deutschland und die Niederlande sein. Zumindest den dritten Platz dürfte die Elf aber definitiv anpeilen.

Prognose zur Gruppe

Nicht nur aufgrund der Namen und des Kaders: Deutschland und die Niederlande sind Favorit in dieser Gruppe bei der U21-EM. Gastgeber Ungarn hätte sicher eine reelle Chance gehabt und ein Weiterkommen ist sicher nicht komplett auszuschließen, doch mit Fans im Stadion und einer gewissen Atmosphäre wäre dies leichter zu realisieren gewesen. Daher setzen sich Deutschland und die Niederlande durch, kämpfen im direkten Duell um den Gruppensieg.

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Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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