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Was macht der FC Bayern? Wie gut wäre ein Neymar/Coutinho-Deal? Und was ist mit Cancelo?

5. Juli 2019

Was macht der FC Bayern? Wie gut wäre ein Neymar/Coutinho-Deal? Und was ist mit Cancelo?

In unserer Reihe #ask90PLUS versuchen wir eure Fragen rund um den internationalen Fußball zu beantworten. In diesem Teil geben wir unsere Einschätzungen zu den folgenden Themen: “Wer wechselt noch nach München?”, “Was ist an Bayern und Cancelo dran?” und “Wie gut wäre ein Deal zwischen PSG und Barca, in den Neymar und Coutinho eingebunden werden?”

Wen verpflichtet der FC Bayern?

Das ist im Moment relativ schwer zu beantworten, weil die Markt- und die Berichtelage sehr undurchsichtig ist. Dass die von Niko Kovac geforderten vier Neuverpflichtungen auch allesamt getätigt werden, halten wir derzeit für eher unwahrscheinlich. Aber auf dem Transfermarkt ist es ja oft so, dass ein größerer Transfer plötzlich den Stein ins Rollen bringt und für neue Möglichkeiten sorgt.

Grundsätzlich glauben wir, dass der FC Bayern primär auf der offensiven Außenbahn und im Mittelfeldzentrum aktiv werden sollte und zumindest den Flügel als Priorität ausgegeben hat. Es tut sich möglicherweise auch deswegen derzeit so wenig, weil man bei der Königslösung bestehend aus Sané oder Dembele, hartnäckig an einem Transfer arbeitet, aber nicht ungeduldig oder aufdringlich werden will. Diesen Eindruck hatte man bei Hudson-Odoi im Winter. 

Wer im Endeffekt kommen wird ist schwer zu bewerten und derzeit deutet sich kein Transfer umittelbar an, dass die Transfers der Wunschspieler aber nur sehr schwer zu realisieren sein werden und der FC Bayern sich möglicherweise mit „Notlösungen“ beschäftigen muss, ist – leider für die Anhänger des Rekordmeisters – eine realistische Option. 

Manuel Behlert

Neymar/Coutinho – ein guter Deal?

In den seltensten Fällen kommt es tatsächlich zu solchen Tauschgeschäften, aber bei der jetzigen Konstellation erscheint das Modell “hohe Ablöse + Offensivspieler für Neymar” nicht komplett ausgeschlossen zu sein. Für PSG wären sowohl Ousmane Dembélé (22) als auch Coutinho (27) interessante Optionen. Der Franzose ist die naheliegendste Lösung: Unter Thomas Tuchel spielte 22-Jährige eine fantastische Saison und schaffte den internationalen Durchbruch. Er war in Dortmund einer der Lieblingsschüler des Trainers und eine erneute Zusammenarbeit würde wahrscheinlich beide reizen. Zuletzt hieß es in den Medien allerdings, dass Dembélé einen Verbleib in Barcelona plant. Er hat im Trikot der Katalanen bereits bewiesen, dass er riesiges Potenzial hat und eines der größten Talente im Weltfußball abzugeben, dürfte nicht gerade die präferierte Lösung für den spanischen Meister sein.

(Photo by Catherine Ivill/Getty Images)

Naheliegender wäre es Coutinho in Richtung Paris ziehen zu lassen. Der Brasilianer konnte in 1 1/2 Jahren nicht überzeugen und wurde oft für seine Leistungen kritisiert. Wirklich wohl soll er sich in Barcelona nicht fühlen, was nicht wirklich überraschend ist. Laut den letzten Medienberichten soll Coutinho einem Wechsel nach Paris bereits zugestimmt haben. Bei der Copa América zeigt er aktuell, dass er nach wie vor ein genialer Spieler ist und das liegt nicht zuletzt daran, dass er sich dort vermehrt im Zehnerraum bewegen darf und nicht als Linksaußen aufläuft. Unter Thomas Tuchel könnte er in Paris dort auch wieder aufblühen und einen Neustart haben. Für den Spieler eine durchaus attraktive Option. Die Konkurrenz auf dieser Position ist dort auch nicht allzu groß. Er hätte realistische Chancen sich im Zentrum gegen Pablo Sarabia (27), Julian Draxler (25) und Co. durchzusetzen.

Für PSG wäre ein solcher Deal so oder so ein gelungenes Geschäft. Mit Neymar würde zwar einer der besten Fußballer der Welt den Verein verlassen, aber der Superstar fehlte den Franzosen oft aufgrund von Verletzungen. In zwei Saisons kam Neymar auf gerade mal 37 Spiele in der Ligue 1. PSG würde bei einem solchen Geschäft also einen zuletzt verletzungsanfälligen Spieler für weit über 100 Millionen Euro verkaufen und dafür einen Akteur bekommen, der ebenfalls hochveranlagt ist. Sowohl Dembélé als auch Coutinho sind nach wie vor überragende Fußballer und könnten in Paris auf Anhieb Leistungsträger werden. Ob ein solches Szenario wirklich eintritt, muss allerdings noch abgewartet werden. Aus Sicht der Franzosen wäre dies als positiv zu bewerten.

Damian Ozako

Was läuft zwischen dem FC Bayern und Joao Cancelo?

Also, dass Manchester City nach dem Rodri-Kauf Spieler abgeben muss um einen Spieler wie Joao Cancelo zu verpflichten, halte ich für komplett unrealistisch. Wenn Manchester City noch einen Offensivspieler und einen Innenverteidiger plus Cancelo verpflichten will (oder aber weiter im Rennen um Harry Maguire mitmischt), dann benötigen sie natürlich Einnahmen. Cancelo als einzelner Transfer betrachtet wäre möglich, auch wenn uns die berichte ein bisschen zu wenig eindeutig sind. Es geht dort eher um “sind interessiert”, “haben ihn in Blick” – die konkreten Meldungen fehlen noch, vielleicht weiß man in Manchester selbst noch nicht so richtig, wie der Kader in der kommenden Saison aussehen soll.

Was Cancelo und den FC Bayern angeht ist ein Transfer sehr unwahrscheinlich. Es ist schwer vorstellbar, dass der Rekordmeister so viel Geld für einen Außenverteidiger ausgibt, weil ich nicht davon ausgehen würde, dass man tatsächlich plant Kimmich in das Mittelfeld zu stellen. Zudem ist die Quelle, die Bayern mit Cancelo in Verbindung bringt, also die “Corriere dello Sport”, eher eine Gerüchteschleuder und fällt nicht durch ihre guten Informationen auf. Mich würde es nicht überraschen, wenn bei dieser Personalie der Spruch “viel Wind um nichts” zutrifft und der Portugiese am Ende sogar bei Juventus bleibt. Ob der FC Bayern überhaupt einen Außenverteidiger verpflichtet ist schwer einzuschätzen, wie so ziemlich alles, was derzeit um den Rekordmeister auf dem Transfermarkt geschieht.

Manuel Behlert

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(Photo by Lars Baron/Getty Images)

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