AFCON 2021 | Elfmeterdrama! Kamerun verschießt gegen Ägypten das Heimfinale!

AFCON 2021 Kamerun Ägypten
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News | Wie 2019 gelang dem Senegal auch bei diesem AFCON der Finaleinzug. Am Donnerstagabend wurde im Olembe Stadium zu Yaoundé zwischen Gastgeber Kamerun und Rekordsieger Ägypten ihr Gegner ermittelt. Am Ende war es Ägypten, die nach einem 3:1 im Elfmeterschießen um ihren achten Titel spielen dürfen.

Ngadeu-Ngadjui vergibt doppelt – keine Tore zur Pause

Während Kamerun im Viertelfinale nach einem Doppelpack von Karl Toko Ekambi einen ungefährdeten 2:0-Sieg gegen Gambia feierte, lag Ägypten im Duell mit Marokko zwischenzeitlich zurück, gewann dank Tor und Vorlage von Mohamed Salah in der Verlängerung noch 2:1.

Kameruns Trainer Toni Conceição ging das Halbfinale mit genau derselben Aufstellung an, wie schon eine Runde zuvor. Heißt: Der Münchener Eric Maxim Choupo-Moting musste erneut auf der Bank Platz nehmen. Vorne bekamen erneut die beiden Führenden der Torschützenliste dieses AFCON den Vorzug, Vincent Aboubakar (sechs Tore) sowie Karl Toko Ekambi (fünf Tore). Auch die beiden besten Vorlagengeber des Turniers, Martin Hongla und Collins Fai (je drei Assists) standen in der Startelf.

 



 

Zwei Wechsel nahm auf der anderen Seite Carlos Queiroz vor: Mahmoud Hamdi kam für Ahmed Hegazi in die Mannschaft und Hamdi Fathi für Ayman Ashraf. Torhüter Mohamed El-Shenawy fehlte nach einer Verletzung, die er sich im Achtelfinale gegen die Elfenbeinküste zuzog, weiterhin, sodass Mohamed Abou Gabal, genannt Gabaski seinen Platz einnahm. Vorne spielte der vom VfL Wolfsburg an den VfB Stuttgart ausgeliehene Omar Marmoush an der Seite von Kapitän Mohamed Salah.

Damit hinein ins Geschehen. Die Anfangsminuten gingen an die Gastgeber. Kamerun agierte druckvoll, versuchte, mit dem eigenen Publikum im Rücken ein frühes Tor zu erzielen. Zu wirklichen Abschlussmöglichkeiten kamen sie jedoch nicht. Ägypten suchte sein Glück in langen Bällen, um das Pace der eigenen Stürmer auszuspielen. Allerdings gelang auch das eher mittelprächtig, sodass es 19 Minuten bis zur ersten Großchance dauerte. Infolge eines Eckballs setzte sich Michael Ngadeu-Ngadjui durch und beförderte die Kugel per Kopf ans Lattenkreuz. Nur eine Minute später ergab sich die nächste Topchance für Kameruns Nummer 5, erneut nach einer Ecke. Doch Ngadeu-Ngadjui säbelte aus fünf Metern an der flachen Hereingabe vorbei.

Ansonsten gab es auf beiden Seiten, wenn, dann Halbchancen, sodass es zur Pause beim torlosen Remis blieb.

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Salah vergibt, Queiroz fliegt – Verlängerung in Yaoundé

Zur Pause wechselte Ägypten zweimal: Aston Villas Trezeguet kam für Amr Al-Sulaya und die Taktik der hohen Bälle war ebenfalls Geschichte in diesem Spiel. Der Rekordsieger versuchte es nun zunehmend spielerisch. Die beste Gelegenheit ergab sich allerdings nach einem krassen Aussetzer Kameruns: 57. Minute, nach eigenem Eckball wollte Martin Hongla den Ball zurück zu André Onana spielen, fand allerdings nur Mohamed Salah, der freie Fahrt hatte, sich die Kugel allerdings unsauber vorlegte, sodass Onana gut 20 Meter vor dem Tor ins Seitenaus klären konnte. Salah sank ob dieser vergebenen Gelegenheit darnieder.

In Minute 69 kam Karl Toko Ekambi nach einem Freistoß von Nicolas Moumie Ngamaleu zum Kopfball, den Gabaski souverän entschärfte. Direkt im Gegenzug hielt Samuel Oum Gouet aus über 30 Metern drauf. Der wuchtige Abschluss streifte noch den Querbalken. Ein paar Zentimeter tiefer und man hätte einen Kandidaten für das Tor des Turniers.

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Photo by CHARLY TRIBALLEAU/AFP via Getty Images

Es war keine wirklich spektakuläre Partie. Gut zehn Minuten vor Schluss musste Ägypten kurz in Unterzahl auskommen, weil sich Ahmed Fatouh verletzte und zunächst mit einer Trage vom Spielfeld gebracht werden musste. Er konnte allerdings zunächst weitermachen. Die dauerhafte Unterzahl gab es dafür in der 90. Minute auf der Bank. Carlos Queiroz war mit einer Entscheidung von Schiedsrichter Bakary Gassama überhaupt nicht einverstanden und merkte das an der Seitenlinie auch in aller Deutlichkeit an. Gassama beließ es zunächst bei Gelb. Weil Queiroz sich aber überhaupt nicht mehr einkriegen konnte, wurde er direkt im Anschluss des Innenraums verwiesen. Damit war die Verlängerung perfekt. Für Ägypten war es die dritte in Folge. Vor einem etwaigen Finale hätten sie damit de facto eine Partie mehr in den Knochen als der Senegal.

Viel Leerlauf in der Verlängerung – Elfmeterschießen ums Finale

Die erste Aktion der Overtime gehörte den Gastgebern. 92. Minute, der eingewechselte James Léa Siliki erspähte, dass Gabaski einen Tick zu weit vor seinem Tor stand und trat einen Freistoß aus gut 40 Metern direkt aufs Tor, der sich allerdings nur aufs Dach senkte.

In Minute 98 war der Arbeitstag von Toko Ekambi beendet. Christian Bassogog kam für ihn. Damit stand fest, dass Choupo-Moting auch in dieser Partie nur die Statistenrolle bleibt.

Mit dem Schlusspfiff der ersten Halbzeit dieser Verlängerung hätte Ägypten fast noch eine Topchance bekommen. Salah war nach einem Steilpass rechts auf und davon, wurde von Onana aber noch eingeholt. Sein Pass in die Mitte kam allerdings in den Rücken von Trezeguet. Zudem lag im Vorfeld auch noch eine Abseitsposition vor.

Direkt im Gegenzug spielte Clinton N’Jie eine Flanke mit dem Außenrist in die Mitte, die Gabaski nur abprallen lassen konnte. Auf der Tribüne litt der kamerunische Verbandspräsident mit. Situationen wie diese wusste Samuel Eto’o perfekt zu nutzen. In diesem Fall stand aber niemand zum Abstauben bereit.

Die zweite Halbzeit der Verlängerung gestaltete sich bis auf eine Szene, in der ein scharfer ägyptischer Pass rechts von der Grundlinie an Freund und Feind vorbeisegelte, ereignisarm. Damit stand nach 121 Minuten das Elfmeterschießen.

Kamerun versagen die Nerven – Ägypten hofft auf ersten Titel seit 12 Jahren

Gleich zu Beginn trat Kapitän Vincent Aboubakar an und verwandelte locker unten links. Ihm muss bekannt gewesen sein, dass Gabaski bisher alle seine Strafstöße in der gegenüberliegenden Ecke hielt. Bei seinen Teamkollegen schien das noch nicht angekommen zu sein. Denn nachdem Zizo zum Ausgleich traf, vergab Harold Moukoudi seinen unplatzierten Versuch unten rechts. So konnte Mohamed Abdelmonem auf 2:1 für Ägypten stellen. Auch James Léa Siliki entschied sich für Gabaskis Lieblingsecke und scheiterte. Mohanad Lasheen nahm das Angebot zum 3:1 dankend an. Damit lastete das Gewicht einer Nation von 26,5 Millionen Menschen auf den Schulten Clinton N’Jies. Wie seine beiden Vorgänger entschied auch er sich für die rechte Ecke. Anders als Moukoudi und Léa Siliki schoss N’Jie jedoch gut anderthalb Meter am rechten Pfosten vorbei. Mohamed Salah musste erst gar nicht antreten.

Damit ist der Traum Kameruns vom Heimfinale geplatzt. Sie dürfen am frühen Sonntagabend gegen Burkina Faso um Platz 3 spielen. Ägypten hingegen trifft im Endspiel auf den Senegal und darf auf den achten Titel sowie den ersten seit 2010 hoffen. Der Senegal hingegen kann Wiedergutmachung für das verlorene Finale von 2019 leisten, als sie Algerien 0:1 unterlagen.

Der Endstand nach Elfmeterschießen aus dem Olembe Stadium zu Yaoundé: Kamerun 1, Ägypten 3.

Photo by DANIEL BELOUMOU OLOMO/AFP via Getty Images

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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