Deutschland gegen Nordmazedonien erst nach der Pause souverän

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News | Am Montagabend stand für Deutschland das Spiel in Skopje an. Im Hinspiel hatte man sich von Nordmazedonien noch düpieren lassen und unterlag 1:2. Nach reichlich fahrigen ersten 45 Minuten präsentierte sich die deutsche Nationalmannschaft im zweiten Durchgang wesentlich zielstrebiger und konnte sich mit einem 4:0-Sieg revanchieren.

Deutschland unterdurchschnittlich und unpräzise – Nordmazedonien kompakt

Willkommen in der Toše-Proeski-Arena! Die deutsche Nationalmannschaft zu Gast in Skopje. Beide Mannschaften konnten die bisherige Länderspielpause siegreich gestalten. Während die DFB-Elf am Freitag ein 2:1 über Rumänien feierte, gab es für Nordmazedonien einen 4:0-Sieg in Liechtenstein.

 



 

Fünf Veränderungen nahm Hansi Flick an der Startelf vom Freitagabend vor: Manuel Neuer kehrte nach überstandenen Adduktorenproblemen wieder ins Tor zurück. Dazu gab David Raum sein Startelfdebüt. Antonio Rüdiger musste für ihn weichen, Thilo Kehrer rückte einen Halbtonschritt nach innen. Lukas Klostermann für Jonas Hofmann, Kai Havertz für Leroy Sané sowie Thomas Müller für Marco Reus waren mehr oder minder positionsgetreue Wechsel.
Bei den Nordmazedoniern stand unter anderem der an Schalke ausgeliehene Stuttgarter Darko Churlinov in der Startelf.

DFB-Elf tut sich erneut schwer – Halbchancen als Lichtblicke

Nach nicht einmal zwei Minuten gab es bereits die erste Großchance für das DFB-Team. Kai Havertz fand mit einer Flanke am zweiten Pfosten Joshua Kimmich. Stole Dimitrievski bekam rechtzeitig die Arme hoch und parierte. Deutschland tat sich – wie im Hinspiel – unfassbar schwer mit den Nordmazedoniern. Die Präzision im eigenen Spiel fehlte gänzlich. Wenn es Chancen gab, dann eher durch Zufall. In der 12. Minute setzte Thomas Müller einen Kopfball artistisch knapp am Tor vorbei, fünf Minuten später wurde eine Gnabry-Flanke knapp über den Querbalken abgefälscht.

Nordmazedonien stand defensiv kompakt und konzentrierte sich auf Umschaltsituationen. In Minute 27 tauchte Eljif Elmas – der Siegtorschütze aus dem Hinspiel – rechts frei vor Manuel Neuer auf. Seinen Flachschuss hatte Deutschlands Kapitän sicher.

Ansonsten spielte sich die Partie gänzlich im Mittelfeld ab. Es dauerte bis zur ersten Minute der Nachspielzeit, bis Deutschland wieder eine Großchance verbuchen konnte: Havertz spielte zurück zu Müller. Bayerns Angreifer legte auf Timo Werner ab, der noch einige Meter machte, das kurze Eck anvisierte, aber nur den linken Innenpfosten traf. Daher ging es mit dem torlosen Remis in die Pause. Es ist ein unterdurchschnittliches Spiel der deutschen Mannschaft. Man hat nicht das Gefühl, dass die Hausherren große Probleme haben, die seltenen Angriffe zu verteidigen. Will die DFB-Elf eine zweite Blamage vermeiden, muss sie nicht nur einen, sondern mehrere Gänge hochschalten.

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Werner lässt den Knoten platzen – Deutschland letztendlich souverän

Ohne personelle Veränderungen ging es in den zweiten Durchgang. Nachdem die ersten beiden deutschen Angriffe aufgrund von mangelnder Präzision versandeten, machten sie es fünf Minuten nach Wiederanpfiff besser: Nordmazedonien stand ausnahmsweise hoch – und erlaubte sich einen fatalen Fehlpass. Müller fing die Kugel ab und lief sofort durch, um nach Serge Gnabrys scharfem Steilpass frei auf Dimitrievski zulaufen zu können. Vor dem Tor legte er mit viel Übersicht quer, sodass Kai Havertz nur noch einschieben musste – 0:1!

Photo by Alex Grimm/Getty Images

Nach einer Stunde wechselte Hansi Flick erstmals: Karim Adeyemi und Florian Wirtz ersetzten Kai Havertz sowie Leon Goretzka. Deutschland agierte mit der Führung im Rücken etwas fahrig, aber den Nordmazedoniern fehlte ohne den zurückgetretenen Goran Pandev die individuelle Qualität, um das auszunutzen. So war das 0:2 eine Frage der Zeit. 70. Minute, Deutschland führte einen Freistoß schnell aus, über Wirtz kam der Ball zu Müller, der die Kugel artistisch zu Timo Werner weiterleitete. Chelseas Stürmer stand allein vor Dimitrievski und schloss wuchtig ab. Ein Treffer, der Werner sichtlich guttat, die gesamte Mannschaft beglückwünschte ihn.

Und wenn man einmal drin ist: Nur drei Minuten nach seinem Treffer bekam Werner die Kugel von rechts und schlenzte aus gut 14 Metern präzise wie gekonnt ins lange Eck – 0:3!

Langsam blinkte auch bei den Gastgebern das rote Lämpchen, sodass Deutschland nun das erhoffte Ergebnis einfahren konnte: 83. Minute, Karim Adeyemi eroberte die Kugel und schickte den eingewechselten Jamal Musiala steil, der ins kurze Eck zum 0:4 vollendete – und seinem ersten Länderspieltor.

Dabei blieb es letztlich auch. Es ist – einmal mehr – ein verdienter Sieg der DFB-Elf, die sich für die Hinspielniederlage revanchiert. Wenngleich sich die Mannschaft von Hansi Flick vor der Pause noch reichlich unpräzise zeigte, gab der frühe Treffer von Kai Havertz Sicherheit. Angeführt von einem erneut überragenden Thomas Müller konnte man ein Loch nach dem anderen in den nordmazedonischen Beton bohren, bis man das letztendlich souveräne Ergebnis einfuhr. Da Rumänien im Parallelspiel Armenien 1:0 besiegte, bedeutet der Erfolg, dass Deutschland bereits nach acht Spieltagen als erste Mannschaft die WM-Qualifikation perfekt machen konnte.

Der Endstand aus der Toše-Proeski-Arena zu Skopje: Nordmazedonien 0, Deutschland 4.

Photo by Alex Grimm/Getty Images

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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