FIFA verzichtet auf Suspendierung des russischen Verbands

FIFA-Präsident Gianni Infantino bezog keine klare Position zu Russland.
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News | Die FIFA schloss russische Teams als Reaktion auf den Angriffskrieg gegen die Ukraine von ihren Wettbewerben aus. Auf dem Kongress in Doha äußerte sich Präsident Gianni Infantino nur sehr umkonkret zum weiteren Vorgehen.

FIFA-Präsident Infantino: „Können nicht alle Probleme der Welt lösen“

Gianni Infantino (52) zeichnete während seiner FIFA-Präsidentschaft eine besondere Nähe zu Diktaturen und Autokratien aus. Dementsprechend schwer tat sich der Weltverband, trotz des kriegerischen russischen Angriffs auf die Ukraine, russische Nationalmannschaften aus ihren Wettbewerben auszuschließen.

Der Verband entging sogar einer Suspendierung, weshalb er am heutigen Donnerstag am FIFA-Kongress in Doha teilnehmen durfte. Wie Sportschau-Reporter Chaled Nahar berichtete, wurde dort unter Tagesordnungspunkt 4 auch über „Suspendierung oder Ausschluss eines Verbands“ diskutiert.

 

Aktuell erhalten Pakistan, Simbabwe und Kenia aus verschiedenen Gründen keinen Einlass bei der FIFA. Russland wird nicht dazustoßen. Infantino sprach sehr zurückhaltend über die durch den Aggressor verursachten unzumutbaren Zustände in der Ukraine: „Schreckliche Ereignisse in der Ukraine, aber es gibt andere schreckliche Kriege woanders auf der Welt, die wir nicht vergessen dürfen.“

Weiter führte er aus: „Unschuldige Menschen leiden und sterben. Ich glaube an die Kraft des Fußballs, Menschen zusammen zu bringen.“ Aktuell blicke der umtriebige Präsident mit „schwerem Herzen“ auf die Ukraine und stellte fest, dass die WM 2018 in Russland keine Probleme gelöst habe.

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Eindrückliche Worte des per Video zugeschalteten ukrainischen Verbandschef Andriy Pavelko (46) brachten ihm nicht von seinem Standpunkt ab. Pavelko eröffnete seine Rede mit einem klaren Hinweis: „Es ist ein Vergnügen, alle anwesenden Mitglieder im Saal zu begrüßen – mit einer Ausnahme.“

„Statt Fußball zu entwickeln verteidigen wir unser Land gegen die russische Aggression. Fußballer werden getötet durch Kugeln und Bomben aus Russland“, fuhr er fort. Infantino ging in seinem abschließenden Statement nicht explizit auf den Auftritt ein, sondern erklärte nahezu lapidar: „FIFA weiß sehr gut, was ihre Rolle ist. Wir sind nicht verantwortlich für alles Böse in der Welt und wir können nicht alle Probleme der Welt lösen. Aber wir können Hoffnung geben.“ Zudem kündigte er an, sich 2023 zur Wiederwahl zu stellen – letztmals aufgrund der Verbandsregularien.

(Photo by FRANCK FIFE/AFP via Getty Images)

Yannick Lassmann

Rafael van der Vaart begeisterte ihn für den HSV. Durchlebte wenig Höhen sowie zahlreiche Tiefen mit seinem Verein und lernte den internationalen Fußball lieben. Dem VAR steht er mit tiefer Abneigung gegenüber. Seit 2021 bei 90Plus.

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