FIFA und UN planen globales Netzwerk zur Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs im Sport

Die FIFA will gemeinsam mit der UN sexuellen Missbrauch im Sport bekämpfen.
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News | Nach mehreren aufgedeckten Skandalen wollen die FIFA und UN ein globales Ermittlungsnetzwerk gründen, um gegen sexuellen Übergriffe im Sport vorzugehen. 

FIFA und UN wollen konsequent gegen Sexualstraftaten vorgehen

Immer wieder werden auch noch heutzutage sexuelle Missbrauchsfälle im Sport vermeldet. Zuletzt deckte der Guardian solche Vorgänge in Haiti und Afghanistan aus. Nun berichtete, dass Blatt von der Gründung eines globalen Ermittlungsnetzwerks, dass in Zukunft den sexuellen Missbrauch bekämpfen sollen.

Demnach hätten sich die FIFA sowie das UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung zusammengesetzt, um auf die „herausfordernden Erkenntnisse über komplexe, verheerende und schwerwiegende sexuelle Übergriffe im afghanischen und haitianischen Fußball“ zu reagieren.

 

Es sollen „vertrauenswürdige und leicht zugänglichen Meldestellen“ eingerichtet werden sowie ein „globales Netzwerk an Ermittlern“ geschaffen werden, die mit den lokalen Strafverfolgungsbehörden und Interpol zusammenarbeiten, damit Täter möglichst schnell vor Gericht gebracht würden.

Ebenso sei die Einführung verbesserter Integritätskontrollen vorgeschlagen worden. Denn so könne verhindert werden, dass Täter über die Grenzen der Gerichtsbarkeit und des Sports“ agieren. Opfer, Zeugen sowie Informanten würden eine Betreuungsunterstützung erhalten.

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Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch und die internationale Spielergewerkschaft Fifpro bezweifelten allerdings, ob die FIFA das richtige Gremium für die Entstehung eines solchen Netzwerks sei. Grund dafür sei ihre Bilanz bei der Aufarbeitung der bisherigen Missbrauchsfälle. Die Übertäter – jeweils Führungsfiguren in nationalen Fußballverbänden – seien zwar lebenslänglich gesperrt worden, doch weitergehende Ermittlungen habe es nicht gegeben.

Der Weltverband reagierte bereits auf die vorhandenen Bedenken. Ein Sprecher betonte: „Das Ziel ist es, eine unabhängige, sportartenübergreifende, internationale Einrichtung zu schaffen, die Sportjustizorgane bei der Untersuchung und dem angemessenen Umgang mit Missbrauchsfällen unterstützt und dabei einen auf Überlebende ausgerichteten Ansatz verfolgt.“

Der gemeinsam verfasste Abschlussbericht der FIFA und UN sei bereits an 230 Akteure, wie die britische Regierung oder internationale Sportorganisationen, verschickt worden. Seitdem habe die FIFA ein unabhängiges Sekretariat eingesetzt, das damit beauftragt wurde, eine repräsentative Arbeitsgruppe von Experten aus der ganzen Welt zu bilden, die über die erforderlichen Fähigkeiten verfügen, um die neue Einrichtung in der zweiten Hälfte des Jahres 2022 zu gründen.

Dennoch kritisierte Human Rights Watch weiter: „Die Fifa verfügt nicht über ein zweckmäßiges System, das die Betreuung und den Schutz von Überlebenden ermöglicht – selbst wenn man ihnen die Chance gegeben hat, die Dinge richtig zu machen, ist das System immer noch stark zu Ungunsten der Überlebenden verzerrt.“ Es kommt also noch viel Arbeit auf den Weltverband zu, um dieses bedeutende Thema glaubwürdig anzugehen. Den Ratschlägen von HRW und Fifpro kann er sich zumindest sicher sein.

(Photo by Catherine Ivill/Getty Images)

 

Yannick Lassmann

Rafael van der Vaart begeisterte ihn für den HSV. Durchlebte wenig Höhen sowie zahlreiche Tiefen mit seinem Verein und lernte den internationalen Fußball lieben. Dem VAR steht er mit tiefer Abneigung gegenüber. Seit 2021 bei 90Plus.

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