Auftakt in der Deutschland-Gruppe

U-21 EM 2017

Am heutigen Sonntag fand der 1. Spieltag der Gruppe C bei der U21-EM in Polen statt. Die DFB-Auswahl griff heute in das Turnier ein, traf auf eine durchaus giftige Mannschaft aus Tschechien. Im zweiten Gruppenspiel hatten es die hoch gehandelten Italiener mit der Mannschaft aus Dänemark zu tun.

Deutschland 2:0 Tschechien

1:0 Meyer 44.; 2:0 Gnabry 50.

Deutschland: Pollersbeck, Toljan, Kempf, Stark, Gerhardt, Dahoud (66. Jung), Arnold (86. Haberer), Weiser (76. Philipp), Meyer, Gnabry, Selke

Bank: Schwäbe, Vlachodimos, Anton, Jung, Klünter, Kehrer, Amiri, Öztunali, Kohr, Platte, Haberer, Philipp

Tschechien: Zima, Sacek (82. Chory), Lüftner, Simic, Havel, Soucek, Travnik, Sevcik (56. Barak), Jankto, Cerny (72. Hasek), Schick

Bank: Vejmola, Macej, Havlik, Julis, Barak, Chory, Hubinek, Necas, Stronati, Hasek, Holzer, Kasa

Abtasten, Fehler, 1:0

Im Auftaktspiel entschied sich Kuntz auf den vorher noch vakanten Positionen für Weiser und Kempf, ließ sich dadurch die Möglichkeit offen, gerade offensiv von der Bank noch einiges bringen zu können. Die Tschechen stellten eine gute Mannschaft auf, die vor allem Offensiv mit Jankto, Cerny und Schick einiges an Potenzial hat. Die deutsche Mannschaft versuchte zu Beginn Kontrolle auszuüben, die tschechische Auswahl versuchte früh zu stören. Die erste Chance für Serge Gnabry ergab sich bereits in der 5. Minute, als er sich im Strafraum durchwühlte und ganz knapp am Pfosten vorbeischoss. Das frühe Pressing der Tschechen führte zu einem kurzen Schreckmoment nach 9 Minuten, als Pollersbeck unter Druck beinahe die Kugel verlor. Die Nervosität zu Beginn war beiden Mannschaften anzumerken. Deutschland hatte Probleme mit dem aggressiven Spiel, ließ aber zumindest keine gute Gelegenheit zu. Die DFB-Auswahl musste im Spielaufbau regelmäßig auf lange Bälle zurückgreifen, denen häufig die Genauigkeit fehlte. Die Folge waren intensive Zweikämpfe im Mittelfeld und wenig Struktur.

Nach etwa 20 Minuten wurden die Ballstaffetten der deutschen Mannschaft länger, man schraubte die Ballbesitzwerte etwas nach oben, kam aber nicht über Ansätze hinaus. In der Offensive fehlte es der deutschen Mannschaft an Bewegung, Dahoud oder Arnold hatten im Mittelfeld teilweise viel Platz, aber nur wenige Anspielstationen. Außer der Chance von Gnabry kamen nur zwei harmlose Versuche von Meyer zustande. Nach 27 Minuten das nächste Highlight: Gnabry nahm Tempo auf, überlief Lüftner und schloss unter Bedrängnis ab. Torhüter Zima lenkte den Ball aber noch an den Pfosten. Deutschland wurde stärker, hatte in der 30. Minute durch Selke die nächste kleine Chance. Nach dieser kurzen, guten Phase der Deutschen verflachte die Partie wieder. Tschechien hatte weiterhin nur Ansätze, aber keine guten Chancen, die DFB-Auswahl versuchte das Spiel immer wieder zu verlagern, ließ aber die nötige Präzision vermissen, musste häufig neu aufbauen und bekam nur selten Tempo in die Angriffe.

Nach 38 Minuten hatte der auffällige Gnabry eine gute Idee, schickte Selke, aber dessen Schuss wurde abgeblockt. Meyer konnte sich nur selten in eine gute Position manövrieren, die rechte Seite aus Toljan und Weiser hing etwas durch. Bei den Tschechen zeigte Patrik Schick, der wohl zu Juventus Turin wechseln wird, gute Ansätze, der dribbelstarke Cerny wurde gut kontrolliert. In der 44. Minute erzielte Max Meyer das 1:0 für Deutschland. Ein Schuss ins lange Eck, der nicht unhaltbar war, fand den Weg in das Tor. Die Führung zur Halbzeit war verdient, Deutschland war das bessere Team in einem teilweise zerfahrenen, phasenweise aber auch unterhaltsamen Spiel.

Den Deckel draufgemacht

Zum Seitenwechsel kamen beide Mannschaften mit einer unveränderten Formation zurück auf das Feld. Den ersten guten Ansatz hatten die Tschechen, aber eine Hereingabe von Travnik landete in den Armen von Torhüter Pollersbeck. Über Gerhardt entwickelte sich in der 48. Minute Torgefahr, als erst ein Schuss von Dahoud geblockt wurde und Weiser danach an Torhüter Zima scheiterte. Nur kurz später erzielte Gnabry nach einem Abwehrfehler der Tschechen das 2:0. Ein langer Ball wurde unzureichend verteidigt, Gnabry blieb alleine vor dem Torhüter eiskalt. In der Folge hielten die Deutschen den Druck aufrecht, wirkten selbstbewusst, schossen durch Stark und Gnabry erneut auf den Kasten. In der 56. Minute versuchte es Max Meyer nach einer schönen Kombination durch Gnabry und Dahoud, schoss aber am Tor vorbei.

(Photo by Adam Nurkiewicz/Getty Images)

In der 57. Minute herrschte kurz Verwirrung in der deutschen Hintermannschaft, Schick konnte diese Chance aber nicht nutzen und schoss aus lukrativer Position drüber. In der 59. Minute die nächste Schrecksekunde für Deutschland: Erneut pressten die Tschechen durch Jankto sehr gut, Pollersbeck schoss den herannahenden Angreifer an, der Ball flog am Tor vorbei. Tschechien musste mehr riskieren, es ergaben sich erste Räume zum Kontern. Der erste gute Ansatz wurde von Weiser aber nicht gut zuende gespielt. Tschechien intensivierte die Bemühungen und hatte in der 63. Minute die nächste Gelegenheit, Pollersbeck klärte den Ball aber souverän. Fast im Gegenzug hatte Gnabry eine gute Möglichkeit, rutschte aber beim Schuss aus und der Ball ging 3-4 Meter daneben. Die Hereinnahme von Barak sorgte für Schwung bei den Tschechen, Kuntz reagierte, indem er mit Gideon Jung einen defensiver ausgerichteten 6er für Dahoud in die Mannschaft brachte.

Nach 70 Minuten spielte Arnold Meyer gut frei, der mit seinem Abschluss erneut an Zima scheiterte. Die kurze Drangphase der tschechischen Mannschaft wurde unbeschadet überstanden. Mit der Einwechslung von Philipp wollte Stefan Kuntz das Konterspiel weiter antreiben und für noch mehr Zug zum Tor sorgen. Die Tschechen versuchten es weiterhin, aber mehr als ein eher ungefährlicher Freistoß, den Pollersbeck problemlos fangen konnte, sprang nicht dabei heraus. In der 84. Minute bekam die DFB-Elf einen berechtigten Handelfmeter nach einer Gerhardt-Flanke zugesprochen. Selke verschoss diesen Elfmeter, scheiterte an einem sensationell reagierenden Zima. In der 87. Minute versuchte es Tschechien noch einmal, Schick tankte sich durch und zielte erneut über das Tor. Im Endeffekt war der Sieg der DFB-Auswahl verdient, hätte bei einem guten Ausspielen der Konterchancen noch höher ausfallen können. Defensiv allerdings ließ man phasenweise noch zu viel zu. Gnabry war sehr auffällig, Selke wirkte hingegen glücklos. Bei den Tschechen deutete Schick seine immense Klasse an, hatte aber Probleme mit dem Abschluss. Deutschland muss sich definitiv noch steigern, mit Dänemark und Italien warten zwei weitere, gute Gegner.

 

Dänemark 0:2 Italien

0:1 Pellegrini 54.; 0:2 Petagna 86.

Dänemark: Höjbjerg, Holst, Maxsö, Banggaard, Rasmussen, Nörgaard, Christensen, Hjulsager, Börsting (79. Duelund), Andersen (80. Hansen), Ingvartsen (72. Zohore)

Bank: Hagelskjaer, Iversen, Zohore, Nissen, Andersen, Nielsen, Pedersen, Jensen, Hansen, Blabjerg, Junker, Duelund

Italien: Donnarumma, Conti, Rugani, Caldara, Barreca, Gagliardini, Pellegrini, Benassi (72. Grassi), Bernardeschi, Berardi (67. Chiesa), Petagna (87. Cerri)

Bank: Cragno, Scuffet, Calabria, Cataldi, Grassi, Cerri, Biraschi, Garritano, Chiesa, Locatelli, Ferrari, Pezzella

Starke dänische Defensive

In Krakau trafen Italien und Dänemark aufeinander und wollten nach dem deutschen Auftaktsieg mit der DFB-Auswahl gleichziehen. Die Dänen spielten in einem 4-4-2-System, während Italien sich mit einem 4-3-3 versuchte. Die italienische Mannschaft wollte von Beginn an die Kontrolle über das Spiel übernehmen und eine kompakte Auswahl aus Dänemark beschäftigen. Die Italiener übten Druck aus, wollten den Gegner zu Fehlern zwingen, kamen in der Anfangsphase aber nicht zu nennenswerten Torchancen. Italien versuchte schnell in die Spitze zu spielen, biss sich aber die Zähne an der dänischen Viererkette aus. Nach 17 Minuten schloss Börsting das erste Mal für die Dänen ab, der Ball ging aber weit über das Tor von Gianluigi Donnarumma. Italien musste Geduld beweisen und in aller Ruhe nach Lücken suchen. Berardi und Bernardeschi konnten in der Anfangsphase kaum eingebunden werden.

Die dänische Abwehr sollte mit hohen Bällen aus dem Mittelfeld heraus überspielt werden. Berardi löste sich in der Folge zweimal sehr gut, konnte den Ball dann aber nicht behaupten. In der 21. Minute hatte Andrea Conti die bisher beste Chance für Italien, als er eine Hereingabe direkt ans Außennetz schoss. Die Dänen hatten nach einem ungestümen Foul von Berardi eine Freistoßgelegenheit von der linken Seite, die flache Hereingabe fand aber keinen Abnehmer. Dänemark beschäftigte Italien nun mehr, stand dabei defensiv weiterhin stabil. Auch die Standardsituationen der italienischen Mannschaft waren ungefährlich, Konter gab es aufgrund der dänischen Kompaktheit auch nicht. In der 29. Minute hatten die Italiener ihre bisher beste Chance, als ein Distanzschuss von Benassi zur Ecke geklärt wurde.

(Photo by Stephen Pond/Getty Images)

Die Italiener zeiten nach einer halben Stunde vermehrt gute Ansätze, aber konnten den letzten Pass nicht an den Mann bringen. In der Abwehr zeigten Rugani und Caldara, dass sie in ihren jungen Jahren schon sehr abgeklärt spielen können. Vor einer Standardsituation der Dänen wurde Italiens Torhüter Donnarumma, der seinen Vertrag beim AC Mailand nicht verlängern wird, überdies noch mit Spielgeld beworfen. Nach einer kurzen Aufräumaktion ging es weiter. Der beste Italiener zu diesem Zeitpunkt war Rechtsverteidiger Conti, der das Spiel häufig mit seiner Dynamik antrieb, aber auch er konnte nicht für eine gefährliche Szene sorgen. Dänemark lief die Räume gut zu, sorgte dafür, dass Italien häufig wieder neu aufbauen musste und kaum Chancen herausspielte. Kurz vor der Pause wurde Petagna im Strafraum freigespielt, aber dieser trat auf den Ball und verlor selbigen. Mit einem 0:0 ging es in die Kabine.

Italien wird stärker

Italien, das in der ersten Halbzeit mehr Ballbesitz hatte, aber nur sporadisch zu Torchancen kam, wollte mit Schwung aus der Kabine kommen und drückte in der Tat von Beginn an etwas mehr. Nun traute sich auch Linksverteidiger Barreca mehr zu und leitete einen Abschluss ein, der allerdings von der dänischen Abwehr geblockt wurde. Die Dänen standen mehr unter Druck und mussten sich auf diese neue Situation einstellen. Rückpässe zum Torhüter, eher unkontrollierte Befreiungsschläge und weniger Gefahr waren die Folge. In der 54. Minute gingen die Italiener mit einem spektakulären Treffer in Führung! Pellegrini traf, nachdem die Dänen eine Hereingabe nicht klären konnten, per Fallrückzieher aus 11 Metern in die rechte Ecke. Die Führung ging zu diesem Zeitpunkt nach dem besseren Start in die 2. Halbzeit in Ordnung.

In der 59. Minute hatten die Dänen ihre erste Chance im zweiten Durchgang, spielten diese aber nicht konsequent genug aus. Der Schuss wurde geblockt, eine Ecke resultierte, die aber nichts einbrachte. Dänemark spielte weiterhin ruhig und weitgehend abgeklärt, ohne die großen offensiven Akzente zu setzen. Hjulsager schoss in der 62. Minute einen Freistoß aus guter Position gut 2 Meter an der linken oberen Ecke vorbei. Dänemark versuchte mehr Zug zum Tor zu entwickeln, die Italiener verteidigten aber nun ihrerseits sehr gut und waren auch nach eigenen Ballverlusten sehr schnell wieder hinter dem Ball. Die Angriffe waren zumeist aber zu langsam, der Überraschungsmoment fehlte. Aber auch Italien schaffte es nicht, die sich bietenden Räume zu nutzen. Auch ihre Angriffe waren zu statisch, Abschlüsse gab es eher aus der Distanz. In der 76. Minute prüfte Hjulsager den italienischen Torhüter Donnarumma, aber sein Schlenzer war kein Problem für den 18-jährigen.

In der 80. Minute schloss Chiesa einen schnellen Angriff der Italiener ab, der dänische Torhüter konnte allerdings ohne Probleme parieren Mit Duelund und Hansen wollten die Dänen noch einmal Gefahr erzeugen, aber kamen lediglich zu ruhenden Bällen, die die Italiener problemlos klärten. In der 84. Minute hatte Petagna die Chance, das Ergebnis auf 0:2 zu stellen, scheiterte aber an Höjbjerg, eine Minute später gab es dieses Duell erneut – mit dem gleichen Sieger. Wiederum nur eine Minute später erzielte Petagna in seinem dritten Versuch dann endlich das 0:2 – nach feiner Vorarbeit von Chiesa. Am Ende gewann Italien aufgrund der zweiten Halbzeit verdient und steht nun gemeinsam mit der DFB-Auswahl auf Platz 1 der Gruppe C.

Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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