Nations League | 5:2! Deutschland beendet die Remis-Serie mit Ansage und feiert Rekordsieg gegen Italien

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News | Am Dienstagabend stand auch für das DFB-Team der 4. Spieltag der Nations League an. In Mönchengladbach ging es gegen Italien. Es entwickelte sich ein einseitiges Spiel. Der 5:2-Endstand bedeutet einen neuen Rekord.

Gündoğan bricht die Serie spät – Deutschland zur Pause auf Kurs

Dass Spiele gegen Italien keine normalen Spiele sind, war schon immer so. Diesmal war aber noch mehr Druck auf dem Kessel. Und damit herzlich willkommen aus dem Borussia-Park zu Mönchengladbach. In den vergangenen Partien einszueinste sich Deutschland durch die Nations League. Dazu kommt ein weiteres Remis im Freundschaftsspiel in Amsterdam. Viermal in Folge ein 1:1, das hatte es in der Historie der Nationalmannschaft noch nie gegeben.

Die junge italienische Mannschaft kam mit einem 0:0 aus dem Molineux sowie der Tabellenführung im Rücken. Neun Wechsel nahm Roberto Mancini im Vergleich zur Partie in Wolverhampton vor. Einzig Gianluigi Donnarumma sowie Davide Frattesi durften erneut beginnen.

Fünfmal rotierte Hansi Flick: Antonio Rüdiger ersetzte den gelbgesperrten Nico Schlotterbeck. Dazu kamen Lukas Klostermann, Ilkay Gündoğan, Thomas Müller sowie Leroy Sané für Thilo Kehrer, Leon Goretzka, Kai Havertz und Jamal Musiala.

Kimmich eröffnet, Gündoğan legt spät nach: Deutschland überzeugt gegen Italien

Damit hinein in die Partie, die noch keine Minute alt war, als Thomas Müller links im Strafraum Timo Werner freispielte. Dem Chelsea-Legionär misslang allerdings die Ballannahme. Daraufhin spielte er einen Fehlpass. Traumstart vertan.

Deutschland hatte in der Anfangsphase mehr vom Spiel, ließ die Italiener kaum zum Zug kommen und hatte selbst sie besseren Torchancen: 7. Minute, Sané machte ein paar Meter durch den Strafraum, bevor er einen eigentlich haarsträubend schwachen Steilpass spielte, die Kugel dennoch zurückbekam. Sein Abschluss ging knapp vorbei.

Im direkten Gegenzug tauchten auch die Italiener erstmals gefährlich vor Manuel Neuer auf. Matteo Politano setzte sich über rechts durch und flanke mit Schnitt in die Mitte, wo sich Giacomo Raspadori in den Rücken von Niklas Süle schlich. Neuer entschärfte mit einem herausragenden Reflex und parierte auch den Rebound von Wilfried Gnonto. Der Zürich-Youngster stand allerdings abseits.

Zwei Minuten später belohnte sich das DFB-Team. Niklas Süle spielte einen präzisen Diagonalball auf Timo Werner, der den links mitgelaufenen David Raum mitnahm. Der Hoffenheimer flankte präzise ins Zentrum zum aufgerückten Joshua Kimmich. Sein flacher Abschluss ging durch die Beine von Donnarumma ins Tor. 1:0!

Nach einer Viertelstunde bekam Antonio Rüdiger infolge einer Ecke die Chance nachzulegen. Sein Kopfball ging allerdings knapp links vorbei.

Es dauerte gut 20 Minuten, bis der Europameister das Spiel etwas besser unter Kontrolle bekam. Wenn es offensiv interessant wurde, dann ausschließlich im italienischen Sechzehner. 32. Minute, Sané bediente rechts Timo Werner, der nochmal Jonas Hofmann mitnahm. Im eigenen Stadion scheiterte Deutschlands Toptorschütze aus spitzem Winkel an Donnarumma.

Fünf Minuten vor der Pause bekam das DFB-Team noch eine Doppelchance. Zuerst legte Thomas Müller für Leroy Sané ab, dessen Abschluss viel zu zentral geriet. Eine Minute später scheiterte Werner aus spitzem Winkel an Donnarumma.

Weiterhin schwebte also das 1:1 wie ein Damoklesschwert über der deutschen Nationalmannschaft. In der zweiten Minute der Nachspielzeit fand die Serie jedoch ein Ende, weil Alessandro Bastoni nach einem Müller-Chip im Strafraum Jonas Hofmann umriss. István Kovács zeigte sofort auf den Punkt. Ilkay Gündoğan trat an und verwandelte hoch in die Mitte. Damit ging es auch in die Pause.

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Müller und Werner machen den Rekordsieg perfekt!

Zwei Wechsel gab es zur Pause: Giorgio Scalvini und Gianluca Caprari kamen für Giacomo Raspadori sowie Davide Frattesi. Tatsächlich präsentierte sich Italien in den Anfangsminuten der zweiten Hälfte verbessert. Die treffer fielen allerdings auf der anderen Seite. 51. Minute, Ilkay Gündoğan ging am Strafraum ins Dribbling und nahm David Raum mit. Dessen Hereingabe in den Rückraum trümmerte der freistehende Thomas Müller ins rechte Eck. 3:0!

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Photo by Alex Grimm/Getty Images

In dieser Phase ging es dahin für die Italiener. Nachdem Deutschland ein weiteres Sammelsurium an Chancen vergab, chippte Müller über die Abwehr für Serge Gnabry. Der Münchener legte nochmal quer, sodass Werner im Fallen zum 4:0 vollenden konnte. Nur eine Minute später setzte Gnabry Donnarumma unter Druck. Dessen Zuspiel verwertete Timo Werner locker zum 5:0. Stand jetzt wäre es der höchste Sieg gegen Italien und der erste richtige in einem Pflichtspiel. Das EM-Viertelfinale 2016 geht faktisch als Unentschieden in die Annalen.

Einen Rekord durfte auch Italien in Minute 78 „feiern“. Einen Abschluss des eingewechselten Federico Dimarco wehrte Neuer schulbuchmäßig zur Seite ab. Dort stand allerdings Wilfried Gnonto, der einschob, sein erstes Länderspieltor erzielte und sich selbst damit zum jüngsten Torschützen in der italienischen Nationalmannschaftshistorie krönte. Vorlage im Hinspiel, Treffer im Rückspiel. Deutschland mag er, Wilfried „Willy“ Gnonto.

Deutschland feiert seinerseits erst den dritten Sieg im 14. Nations-League-Spiel. Die beiden bisherigen gab es jeweils gegen die Ukraine (2:0, 3:1). Nun gleich beides zusammen – aber nur bis in die 94. Minute, als Alessandro Bastoni einen Eckball von Federico Dimarco einköpfte. Der Sieg geht dennoch auch in der Höhe absolut in Ordnung. Deutschland präsentierte sich spielfreudig und zielstrebig, lediglich gegen Ende etwas leichtsinnig. Die beiden Gegentore dürften Hansi Flick dafür gehörig wurmen.

Der Endstand aus dem Borussia Park: Deutschland 5, Italien 2.

An diesem Abend gab es allerdings noch zwei weitere wichtige Ergebnisse für das DFB-Team: Im Parallelspiel der Gruppe ging England gegen Ungarn 0:4 unter, weswegen die Tabellenführung noch offen bleibt. Zudem gewann Costa Rica 1:0 gegen Neuseeland, löst damit das letzte WM-Ticket und komplettiert die deutsche Gruppe an der Seite von Spanien und Japan.

Photo by Alex Grimm/Getty Images

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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