UEFA gibt Charta zu Gehirnerschütterungen im Fußball heraus

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News | Die UEFA hat eine Charta zu Gehirnerschütterungen im Fußball herausgegeben, welche den Schutz der Spieler verbessern soll.

UEFA will Schutz der Spieler bei Kopfverletzungen verbessern

Wie die UEFA am Mittwoch mitteilte, soll der Schutz von Spielern bei Kopfverletzungen weiter ausgebaut werden. Aus diesem Grund wurde eine Charta zu Gehirnerschütterungen herausgegeben, die an Vereine und Nationalmannschaften gerichtet ist.

Der Verband kündigte an, mit dieser Maßnahme weiterhin „Spieler, Trainer, Schiedsrichter, Ärzte und die Öffentlichkeit über die Gefahren von Gehirnerschütterungen im Fußball“ aufklären zu wollen. Die medizinische Kommission der UEFA hatte die Charta ausgearbeitet.

Nun sind die Vereine dazu angehalten, diese zu unterschreiben und die Sensibilisierungskampagne der UEFA zu unterstützen, um die eigenen Spieler besser zu schützen. Zudem wurde ein „UEFA-Verfahren bei Kopfverletzungen“ vorgestellt, welches vier Punkte beinhaltet.

Erstens: „Bei einem Verdacht auf eine Gehirnerschütterung unterbricht der Schiedsrichter das Spiel, damit der verletzte Spieler vom Mannschaftsarzt untersucht werden kann. Die Spieler sollten in dieser Situation ruhig bleiben und die Untersuchung nicht behindern.“

Zur Dauer der Untersuchung machte die UEFA ebenfalls Angaben: „Die Untersuchung sollte grundsätzlich nicht länger als drei Minuten dauern, es sei denn, ein schwerwiegender Vorfall erfordert eine Behandlung des Spielers auf dem Spielfeld oder eine Ruhigstellung auf dem Spielfeld für den sofortigen Transport ins Krankenhaus.“

Weiter heißt es: „Kann die Untersuchung nicht innerhalb von drei Minuten durchgeführt werden und/oder besteht der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung, sollte der Spieler nicht weiterspielen dürfen.“

Der letzte Punkt besagt: „Ein Spieler, der eine Kopfverletzung erleidet, die eine Untersuchung auf eine mögliche Gehirnerschütterung erfordert, darf nur dann weiterspielen, wenn der Mannschaftsarzt dem Schiedsrichter ausdrücklich bestätigt, dass der Spieler dazu in der Lage ist.“

Gerade die letzte Aussage ist eine sehr wichtige, da der Mannschafsarzt dazu aufgerufen ist, eine alleinige Entscheidung zu treffen. Weder Trainer, noch Schiedsrichter oder andere Spieler dürfen Einfluss darauf nehmen. Lediglich die Einschätzung des Arztes zählt, wenn es darum geht ob der Spieler weiterspielen kann oder nicht.

Zur Unterstützung der Mediziner soll demnächst ein „Medizinisches Videokontrollsystem“ eingeführt werden. Ähnlich wie beim VAR sollen die Ärzte sofortigen Zugriff auf die Fernsehbilder bekommen, um sich die Szene der Verletzung noch einmal anschauen zu können und die Erkenntnisse in ihre Entscheidung einfließen zu lassen.

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Zudem forderte das UEFA-Exekutivkomitee FIFA und International Football Association Board (IFAB) dazu auf, die Spielregeln entsprechend anzupassen, um Spieler besser zu schützen. So wurde eine temporäre Auswechslung angeregt, die dem medizinischen Personal eine Beurteilung der Verletzung ohne Zeitdruck ermöglichen würde.

Aktuell läuft bereits eine von der IFAB genehmigte Testphase, bei der Vereinen dauerhaft eine zusätzliche Wechseloption gewährt wird, falls ein Spieler mit einer Gehirnerschütterung vom Feld muss. Unter anderem in der Premier League findet das zusätzliche Wechselkontingent derzeit Anwendung.

(Photo by Harold Cunningham/Getty Images for UEFA)

 

Gero Lange

Fußballbegeistert seit der Heim-WM 2006. Großer Fan von Spektakelfußball mit vielen schönen Toren, am liebsten aus der Distanz. Seit 2020 bei 90PLUS

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