BVB wieder chancenlos, Kohfeldt in der Siegerspur – 3 Thesen zur Champions League

Champions League Julian Brandt gegen Ajax
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Spotlight | Der vierte Spieltag der Champions-League-Gruppenphase steht an und damit auch einige spannende Partien. Wir liefern drei Thesen zu den nächsten Partien der Königsklasse.

These 1: Dem BVB gelingt die Revanche nicht

Eines der schmerzhaftesten Ergebnisse des letzten Spieltages fuhr Borussia Dortmund in Amsterdam ein. Gegen ein hervorragend aufgelegtes Ajax war man chancenlos und musste sich am Ende fast schon glücklich schätzen, dass es nur vier Gegentore gab. Dabei spielt der BVB in dieser Spielzeit zwar nicht immer berauschend, aber überraschend ergebnisorientiert. Doch gegen einen Gegner der Spitzenklasse konnte man sich keinen Punkt sichern und war deutlich unterlegen. Nun wird beim Rückspiel zwar das Heimpublikum zur Unterstützung eilen können, doch dafür fehlt Stürmerstar Erling Haaland (21). Sicherlich hofft man auf eine persönliche Revanche gegen die Niederländer, doch die Chancen stehen schlecht.

Ajax-Spieler jubeln nach dem Sieg gegen den BVB

Photo by Dean Mouhtaropoulos/Getty Images

Denn bei allem Respekt vor der Punkteausbeute der Schwarzgelben in der Liga: Gegen Ajax Amsterdam braucht es deutlich mehr Struktur und klare Ideen im eigenen Ballbesitz als man es zuletzt zeigte. Es gibt keinen Grund, nicht an ein wieder starkes Ajax zu glauben und es gibt wenig Gründe darauf zu hoffen, dass der BVB dieses Mal Schritt halten kann.

Es ist nicht unbedingt von einer weiteren Klatsche auszugehen, aber dass man in dieser Phase der Saison gegen eines der formstärksten und strukturiertesten Teams Europas alle drei Punkte erringen kann, ist schwer vorstellbar. Damit wäre auch der Gruppensieg in der Champions League passé.

These 2: Wolfsburg holt den ersten Sieg in der Champions League

Bei allem Ärger über das letzte Ergebnis steht der BVB dennoch gut da, im Rennen um den Einzug in die KO-Spiele. Anders sieht dies beim VfL Wolfsburg aus. Die Niedersachsen stehen auf dem letzten Platz ihrer Gruppe und konnten noch nicht einmal gewinnen. Dabei spielte zwar sicherlich auch das Pech mit Schiedsrichterentscheidungen eine Rolle, doch bei der schwachen Form unter Ex-Trainer Mark van Bommel (44) ist die Ausbeute auch keine große Überraschung.

Nun steht mit Florian Kohfeldt (39) ein neuer Coach an der Seitenlinie und der ehemalige Bremer war schon in seiner ersten Pressekonferenz deutlich: Das Ziel ist weiterhin mindestens Platz drei und damit der Verbleib in der Europa League. Um dieses Ziel zu erreichen, würde ein Sieg gegen Salzburg sicherlich nicht schaden.

Florian Kohfeldt grinsend auf einer Pressekonferenz

Photo by Martin Rose/Getty Images

Dass es sich bei den Österreichern um keinen einfachen Gegner handelt, musste man in Wolfsburg schon am eigenen Leib erfahren, dass Hinspiel endete 3:1 für die „Roten Bullen“. Doch das Kohfeldt-Debüt gegen Leverkusen macht Mut. 2:0 gewann man beim Einstand des neuen Trainers und schlug eine Mannschaft, die in ihrer Ausrichtung den Salzburgern nicht unähnlich ist. Generell dürfte die Qualität des Wolfsburger Kaders über viele Zweifel erhaben sein, wenn in guter Form kann man wie auch in den letzten Jahren für jeden Gegner ein unangenehmer Kontrahent sein.

Die Grundtugenden der erfolgreichen Glarner-Jahre waren schon beim ersten Auftritt unter Kohfeldt wieder besser zu sehen und sie könnten auch der Schlüssel zum ersten Sieg in der Königsklasse sein. Wenn es dem Bundesligisten gelingt, Shootingstar Karim Adeyemi (19) und seine Kollegen mit der eigenen Kompaktheit in Schach zu halten, steht Sieg Zwei unter dem neuen Coach wenig im Wege.

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These 3: Barca bleibt im Geschäft

Kaum ein Verein hat eine so verkorkste Zeit hinter sich wie der (einstmals?) große FC Barcelona. Nachdem man selbst mit Lionel Messi (34) kaum noch kaschieren konnte, dass man nicht mehr zu den ganz großen Top-Klubs gehört, riss der Abgang des Superstars im Sommer ein weiteres, schmerzhaftes Loch. Nach zwei Niederlagen und einem Sieg stehen die Katalanen nun auf Platz drei in ihrer Gruppe und brauchen dringend weitere Siege, um überhaupt in die nächste Runde des prestigeträchtigen Wettbewerbes vordringen zu können.

Da Konkurrent Benfica gegen die scheinbar übermächtigen Bayern ran muss, könnte ein Sieg Barcas gegen Kiew den dringlichst erwünschten Sprung auf Platz zwei bedeuten. Der Druck ist groß, aber auch die Chance sich für die letzten beiden Partien eine ordentliche Ausgangssituation zu sichern.

Barca-Coach Sergi Barjuan an der Seitenlinie

Photo by Alex Caparros/Gett

Stattfinden wird die Partie gegen Kiew nicht mehr unter der Leitung von Ronald Koeman als Cheftrainer. Der Niederländer verließ schlussendlich, nach monatelangen Kritteleien und Abgangsgerüchten, den Klub. Zum jetzigen Zeitpunkt steht mit Sergi Barjuan „nur“ ein Interimstrainer an der Seitenlinie, dessen Debüt direkt mit einem 1:1 gegen Alaves schief ging. Doch in diesem Duell geht es um mehr als drei Punkte.

Selbst die Reste der einstmals besten Mannschaft der Welt sind dem Gegner auf dem Papier überlegen und sie spielen für eine Chance auf ein weiterkommen in der Champions League und gegen den Frust des rumpelnden Saisonstarts. Wenn es jemals die Gelegenheit für einen Befreiungsschlag gab, dann für Barca jetzt. Und diese Chance wird man sich bei den Katalanen trotz aller Unwägbarkeiten nicht nehmen lassen.

(Photo by Dean Mouhtaropoulos/Getty Images)

Julius Eid

Seit 2018 bei 90PLUS, seit Riquelme Fußballfan. Gerade die emotionale Seite des Sports und Fan-Themen sind Julius‘ Steckenpferd. Alleine deshalb gilt: Klopp vor Guardiola.

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